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26.03.2012 20:32    |    VIP-Driver    |    Kommentare (2)

Retro Classics Stuttgart 2012

 

Als einer der glücklichen Gewinner von 2 Karten für die Messe Retro Classics in Stuttgart bin ich am Samstagvormittag zusammen mit einem Freund losgefahren. Bis auf einen durch Baustellen verursachten Stau und die rund um Stuttgart willkürlichen und unsinnigen Geschwindigkeitsbeschränkungen verlief die Anreise problemlos.

 

Wie ich gehofft hatte, konnten wir im Bosch-Parkhaus parken, das durch seine spektakuläre Lage direkt über der Autobahn beeindruckt. Bereits die in diesem Parkhaus abgestellten Fahrzeuge waren die Anreise wert und ließen auf ein Publikum schließen, das mindestens so solvent ist, wie das der IAA in Frankfurt am Main. So konnte man in den Reihen neben einigen Oldtimern alle möglichen Modelle und Baujahre von Porsche 911, Mercedes AMG, BMW M Fahrzeugen, Chevrolet Suburban, Cadillac Escalade, Maserati und sogar einen Rolls-Royce Phantom entdecken.

 

Direkt vor dem Messeeingang parkten viele Klassiker, mit denen ein Teil der Besucher angereist war. Beim Betreten der Messe durch den Eingang Ost fiel mir sofort die moderne und sehr ansprechende Gestaltung der Messeanlage auf, die im Eingangsbereich stark an ein Flughafenterminal erinnert.

Nachdem wir mit den ausgedruckten Eintrittskarten, die ich mit den Codes von Motor-Talk im Internet heruntergeladen hatte, die Drehkreuze passiert hatten, kamen wir zuerst in das Foyer. Hier standen verschiedenste Oldtimer, die man erwerben konnte. Die Spanne reichte hierbei von Fahrzeugen wie einem Citroen 2CV bis hin zu einem Lamborghini Countach.

Auf dem Weg zu Halle 3 kamen wir an dem Stand von Porsche-Tuner Gemballa vorbei, die einen modifizierten Cayenne und 911 (991) sowie einen rundum veredelten McLaren MP4-12C ausgestellt hatten. Direkt danach zeigte der Händler Bob Forstner aus Stuttgart einen Bentley Continental GT, einen Lamborghini Aventador und einen sehr seltenen Pagani Zonda.

Nach vielen kleineren Ständen, die verschiedenstes Zubehör und Einzelfahrzeuge ausstellten betraten wir die nächste Halle. Hier sah man zum Beispiel die Sonderschau zum Thema Maserati, die neben aktuellen Modellen wie dem Gran Cabrio viele ältere Modelle aller Baujahre bis hin zu raren Vorkriegs-Rennwagen. Nebenan befand sich der Stand des Händlers Gohm. Nach kurzem Nachfragen wurden wir sofort hinter die Absperrung gelassen und konnten Lamborghini Gallardo Spyder und Aventador, Ferrari California, FF und Ferrari 458 Spider sowie die Facelift-Modelle von Bentley Continental GT und GTC aus der Nähe betrachten und fotografieren. Dies war eine einmalige Gelegenheit, selbst auf der IAA war es mir nicht möglich, solch exklusive Automobile auf kleinem Raum und vor allem auch so unkompliziert zu betrachten.

 

Da die Halle 4 auch unter dem Motto Motorsport stand, konnten hier sehr viele klassische Sport- und Rennwagen bewundern, unter anderem zahlreiche Abarth 500 und sogar ein historisches Renault-Formel 1-Fahrzeug. Da ich mich neben Autos auch sehr für Motorräder interessiere, freute ich mich sehr über den Stand des MV Agusta Clubs Deutschland. Neben vielen verschiedenen Versionen und Sondereditionen der F4 sah man hier auch historische Rennmaschinen und zum Beispiel die 750 S. Nebenan gab es die NSU-Sonderschau, bei der sehr viele verschiedene Maschinen zu besichtigen waren, darunter auch ein Exemplar, das 80 Jahre lang unentdeckt auf einem Dachboden gestanden hatte.

 

Anschließend wechselten wir in Halle 6, in der sehr viele Fahrzeuge zum Verkauf standen. Neben vielen hochpreisigen Fahrzeugen waren hier aber auch bodenständigere Oldtimer wie etwa VW Käfer zu entdecken.

In Halle 8 waren historische Omnibusse, Landmaschinen und Nutzfahrzeuge ausgestellt. Hier fiel auch auf, wie aufwendig viele Exponate präsentiert wurden, die Traktoren etwa wurden oft in einer nachgebauten Scheune gezeigt und wirkten, als seien sie gerade eben entdeckt worden.

Bei den LKWs fiel vor allem der neue Actros von Mercedes auf, dessen Führerhaus offen war und einen beeindrucken Ausblick bot. Auf dem Anhänger dieser Zugmaschine standen ein älterer SL und ein neuer SLS AMG Roadster, die somit aus ungewohnter Perspektive betrachtet werden konnten. Nachdem wir einige alte Feuerwehrautos gesehen hatten, entdeckten wir zwischen zwei Reisebussen die in leuchtendem Grün lackierte Studie zum 60. Jubiläum des Unimogs. Ich war erstaunt, dass ein solches Exponat so unscheinbar und auch unbewacht in der Masse der anderen Fahrzeuge stand.

Als wir danach auf die andere Seite des Messegeländes liefen, fiel uns erneut die sehr gelungene Architektur des Messegeländes auf. Zwischen den Hallen gab es große Rasenflächen und viele Sitzgelegenheiten, die Entspannung vom Messbesuch ermöglichten. Da die Atmosphäre jedoch sehr entspannt war, gingen wir gleich weiter. In Halle 7 hatten viele Clubs aus Deutschland und dem europäischen Ausland die Fahrzeuge ihrer Mitglieder ausgestellt. Hier konnte man Fahrzeuge der Marken Alfa Romeo, Renault Alpine, Mercedes, BMW Baur, Fiat und vieler weiterer Hersteller entdecken. Auf dem Stand des Mercedes-Clubs sah man zum ersten Mal das Thema „60 Jahre SL“. Dazu waren alle Generationen des Roadsters ausgestellt, vom 300 SL bis hin zum in Detroit vorgestellten neuen Modell. Dessen Design wirkt in Realität noch besser als auf Bildern, was mir erneut bewies, dass man ein Design erst dann wirklich beurteilen kann, wenn man es live gesehen hat. Auch ein Probesitzen war kein Problem.

 

In Halle 5 hatte man vom hoch gelegenen Zugang einen tollen Überblick über die Stände, die wie in den anderen Hallen durch die mit vielen Glaseinsätzen versehenen Decken und Wände in Sonnenlicht getaucht waren. Das Hauptthema waren hier die US-Cars, die mit verschiedensten, alten und modernen Versionen von Ford Mustang, Dodge Challenger, Chevrolet Camaro und Corvette vertreten waren.

 

Zum Abschluss bildeten Halle 3 und Halle 1 den Höhepunkt. Hier waren Oldtimer-Händler vertreten, die sich auf die exklusivsten und teuersten Fahrzeuge spezialisiert hatten. Aber im Gegensatz zu anderen Messen bedeutete das hier keineswegs, dass man nur auf Anfrage oder gar mit Einladung hinter die Absperrung treten durfte. Im Gegenteil, fast alle Stände hatten einen offen Eingang, man konnte sich die wirklich beeindruckenden Exponate in Ruhe ansehen und die Aussteller beantworteten gerne Fragen zu den Oldtimern. Spätestens hier wurde einem nochmals das meiner Meinung nach extrem hohe Niveau der ausgestellten Klassiker bewusst. So sah man hier BMW 507, verschiedenste Porsche und Mercedes. Überhaupt waren extrem viele 300 SL zu sehen, die Aussteller in dieser Halle ohne ein solches Fahrzeug waren deutlich in der Unterzahl. Um die Aufmerksamkeit des Publikums zu erhöhen, wurde auf einem Stand zum Beispiel ein 300 SL von einem SLR McLaren und einem SLR McLaren Roadster flankiert. Auch die Classic-Abteilung von BMW war hier vertreten. Auf dem sehr großen Stand waren Modelle wie die Isetta, alle Modelle der Dreier-Baureihe, M635CSi und M1 vertreten. Auch eine Rennversion des McLaren F1 GTR, der einen von BMW entwickelten Motor besitzt, war ausgestellt. Selbst dieses sehr wertvolle Fahrzeug war nicht durch eine Absperrung geschützt, sondern war vollkommen frei zugänglich, man konnte durch die offene Tür sogar den Innenraum sehen. Das Privileg, solch exklusive Fahrzeuge aus der Nähe begutachten zu können, wurde vom Publikum allerdings auch honoriert. Selbst ohne „bewachendes“ Standpersonal wurde von Berührungen der hochpreisigen Exponate abgesehen und ein gewisser Respektabstand eingehalten. Am Stand des Porsche-Museums gab es noch eine weitere Überraschung: Neben einem 908 Langheck und dem 356 SL war das Siegerauto der 24 Stunden vom Nürburgring 2011, der 911 GT3 des Manthey-Teams ausgestellt. Und in dieses Rennauto durfte man tatsächlich einsteigen ! Natürlich war es nicht einfach, sich an niedrigem Dach und den Verstrebungen des Überrollkäfigs vorbei in den Schalensitz zu setzen und noch komplizierter war es, wieder auszusteigen. Aber das Gefühl, in einer solchen Rakete zu sitzen, ist einfach einmalig und gibt einem zumindest eine Ahnung davon, welche Leistung es ist, mit einem solchen Rennwagen auf der Jagd nach Bestzeiten durch die Grüne Hölle zu fahren.

 

Auf dem Rückweg zum Ausgang sahen wir noch viele Besucher, die die Hallen schon besichtigt hatten, aber im Außengelände das schöne Wetter nutzten und hier noch etwas Zeit verbrachten.

 

 

 

Insgesamt hat mir die Retro Classics aus mehreren Gründen sehr gut gefallen. Zum einen gab es eine riesige Bandbreite ausgestellter Fahrzeuge verschiedenster Marken und Baujahre, zum anderen herrschte auf dieser Messe eine sehr entspannte Atmosphäre, ganz anders als auf den bekannten großen Automobilausstellungen. Nachmittags war es in einigen Hallen natürlich schon etwas voller, aber es war trotzdem kein Problem, die Exponate in Ruhe zu begutachten und zu fotografieren. Auffällig fand ich auch, wie unkompliziert der Zugang selbst zu Fahrzeugen im hohen sechsstelligen Preisbereich war und wie respektvoll das Publikum damit umging, mir ist niemand unangenehm aufgefallen. Nicht zuletzt trug die sehr moderne und toll gestaltete Messeanlage ihren Teil zu einem gelungenen Messebesuch bei. Aufgrund dieser durchweg positiven Erfahrungen habe ich fest vor, die Retro Classics nächstes Jahr wieder zu besuchen.

 

 

Deshalb nochmals vielen Dank an Motor-Talk für die Eintrittskarten !!!

 

Copyright Bilder : www.waitingforthegig.com


27.03.2012 09:06    |    Trackback

Kommentiert auf: Martins MT-Blog:

 

OT-Laberecke für die E36-Freaks und andere Fahrzeugverrückte.

 

[...] Cap, hast du nicht immer den STW Spoiler gesucht? Bei euch in Stuttgart ist doch die Retro Classics:

http://www.motor-talk.de/.../...-classics-stuttgart-2012-t3835796.html

 

Vielleicht kannst du den ja von dem hier ganz unauffällig ablösen:

http://static.motor-talk.de/.../cimg0010-5682014142802204847.JPG [...]

 

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