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ADAC: Seitenairbags bieten zu wenig Schutz - Wir brauchen noch mehr Airbags

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Seitenairbags fangen die Insassen bei einem Unfall zur Türseite ab. Kommt der Aufprall aus der anderen Richtung, helfen sie nicht. Der ADAC schlägt Lösungen vor.

Seitenaufprall bei einem VW Golf: Zur Mitte ist der Fahrer ungeschützt und verletzt sich schwer Seitenaufprall bei einem VW Golf: Zur Mitte ist der Fahrer ungeschützt und verletzt sich schwer Quelle: ADAC

München – Seitliche Kollisionen sind besonders gefährlich für Autofahrer. Es fehlt die Knautschzone, Seitenairbags bieten zu wenig Schutz: Sie können nur einen Aufprall zur Außenseite abfangen. Die Sidebags schützen vor Glassplittern und stützen Kopf und Torso gegen Tür und Dachkante ab. Kommt die Kraft aus der anderen Richtung, zum Beispiel für einen Fahrer bei einem Aufprall auf der Beifahrerseite, fehlt der Schutz.

Crashtest mit Seitenaufprall: Zu wenig Schutz durch Airbags

Besseres Ergebnis: Der BMW Z4 schützte den Fahrer durch seine hohe Mittelkonsole Besseres Ergebnis: Der BMW Z4 schützte den Fahrer durch seine hohe Mittelkonsole Quelle: ADAC Der ADAC hat getestet, was bei einem Aufprall von der „falschen“ Seite passiert. Experten des Clubs ließen einen 1,3 Tonnen schweren Barrierewagen in die Beifahrerseite eines Kompaktwagens und eines Roadsters prallen, jeweils mit 50 und 65 Stundenkilometern. Das entspricht einem Unfall wegen missachteter Vorfahrt innerhalb oder außerhalb geschlossener Ortschaften.

Was passiert, ist eigentlich keine Überraschung. Durch die Beschleunigung des Aufpralls rutscht der Fahrer aus seinem Gurt, der Kopf wird zur Beifahrerseite geschleudert. Der Club stellte „erhebliche Verletzungen“ an Kopf, Brust, Hüfte und Becken fest.

Besonders gefährlich wird es in kleinen Fahrzeugen. Wegen der geringeren Innenraumgröße könne der Fahrer leichter auf Armaturen, Verkleidungen und Sitzteile prallen. Im schlimmsten Fall können die Köpfe von Fahrer und Beifahrer gegeneinander schlagen.

Die Lösung: Airbags in der Mittelkonsole

Ein Airbag in der Fahrzeugmitte könnte Verletzungsrisiken senken Ein Airbag in der Fahrzeugmitte könnte Verletzungsrisiken senken Quelle: ADAC Airbags gehören längst zum Standard. In den USA gibt es sie seit 1974, in Deutschland seit 1981: Mercedes kombinierte sie in der S-Klasse (W126) mit Gurtstraffern. 1994 (Modelljahr 1995) stellte Volvo den Seitenairbag vor. 1996 folgte der Knieairbag (Kia), 2010 der Gurtairbag (Lexus). Sieben Airbags gibt es heute in vielen Kompaktwagen, neun Airbags sind in hohen Klassen üblich.

Bisher fehlt jedoch ein Airbag zwischen den Frontinsassen. Der ADAC-Test zeigt, dass Fahrer und Beifahrer bei einem Seitenaufprall zur Fahrzeugmitte nicht ausreichend abgestützt sind. Dabei schützte der Roadster besser als der Kompaktwagen: Die hohe Mittelkonsole verringerte die Bewegung des Torsos.

Airbags in der Mittelkonsole könnten das Verletzungsrisiko minimieren. Fahrer und Beifahrer würden nicht mehr gegeneinander prallen, ihre Bewegung zur Fahrzeugmitte würde verringert. Allerdings ist der Einbau solcher Airbags bei aktuellen Fahrzeugen nur schwer möglich. Einfache Sofortlösungen wie die Aktivierung von Gurtstraffern bei einem Seitenaufprall könnten das Crashtest-Ergebnis trotzdem verbessern. Einige Autos ziehen in diesen Situationen schon die Gurte stramm.

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