Ein BMW Coupé ist ein Auto, dem die meisten Menschen gerne hinterherschauen. Das i3 Coupé ist ein Auto, bei dem man erst hin- und dann wegschaut.
Aktualisierter Artikel, ergänzt um technische Informationen
Los Angeles - Bevor es gleich losgeht mit dem, was noch als freie Meinungsäußerung gelten darf, zwei Dinge vorab: 1. Der Autor dieser Zeilen mag BMW-Modelle grundsätzlich gern. Er mag auch Mercedes, Audi, Hyundai, Kia und so weiter. Aber BMW mag er sicher, so viel vorweg. 2. Auch der Elektromobilität ist der Mann an den Tasten zugeneigt. Sehr sogar. Darum ist es nicht einfach zu verstehen, wie bei BMW aus der Idee zum i3 Coupé ein langweiliger Abklatsch der i3-Limousine herauskommen konnte. Optisch überzeugt das Auto nicht, technisch steht es in der MOTOR-TALK-Gemeinde ohnehin schon lange in der Kritik. Solar Orange als HöhepunktAber der Reihe nach. Wenn ein Hersteller in seiner Pressemitteilung zu einem neuen Konzeptfahrzeug schreibt, nur für dieses außergewöhnliche Stück habe man die Farbe Solar Orange Metallic entworfen, schöpft schon der Laie Verdacht. Ein Auto, dessen Farbe (übrigens ein hübsches, aber völlig unspektakuläres Orange) so wichtig wird, das kann vielleicht nicht viel. ![]() Der i3 wiegt nicht vielDie Karosserie besteht zu einem Großteil aus karbonbasierten Teilen, die auf einem Leichtmetall-Rahmen aufbauen. Trotz schwerer Akkubatterien (lithium-Ionen, im Fahrzeugboden verstaut) soll das Fahrzeuggewicht bei 1.250 Kilogramm liegen. 150 Kilogramm mehr als bei einem herkömmlichen Kompaktwagen, aber 300 Kilogramm weniger als ein Elektroauto sonst schnell wiegt. Der Antrieb ist hier rein elektrisch und 170 PS stark. Das Drehmoment beträgt 250 Nm. Zu den Fahrleistungen sagt B;W noch nichts, beim i3 Fünftürer wurde über eine Beschleunigung von 0 - 100 km/h in unter acht Sekunden spekuliert. ![]() Aber damit diese Autos auch wirklich als Versuchsfahrzeuge für die Akzeptanz der Käufer funktionieren, sollten sie super aussehen. Etwas Besonderes haben, außergewöhnlich, attraktiv sein. Im Augenblick sehen sie bieder, langweilig und manchmal sogar hässlich aus. Das Coupé ist länger als der FünftürerMit einer Länge von 3,96 Metern ist der Dreitürer zwölf Zentimeter länger als die fünftürige Studie, dazu 1,55 Meter hoch (+ 2 cm), aber mit unverändertem Radstand von 2,57 Metern. Äußerlich kann man Drei- und Fünftürer leicht verwechseln. Nur dass der Dreitürer noch einen unschönen Knick im Bereich hinter der gedachten B-Säule hat. Rund 40.000 Euro soll nach derzeitigem Wissensstand so ein Wagen kosten. Das Auto erlaubt zahlreiche Programmierfunktionen der beiden Bildschirme, viele Informationen können so auch unterwegs mit dem Smartphone abgerufen werden. Mit dem Trend der Zeit zu gehen bedeutet, immer alles kontrollieren zu wollen. Und ebenfalls zeitgemäß setzt BMW im Inneren vor allem auf nachwachsende Rohstoffe. Warum dabei aber ein Design zwischen Museum of Modern Art und Dritte-Welt-Laden herauskommen konnte, erklärt sich nicht von selbst. Immerhin logisch scheinen dagegen die rollwiderstandsarmen Reifen im 155/60 R20er-Format vorn und im 175/55 R20-Format hinten. Noch dauert es circa ein Jahr, bis der i3 als Serienauto vorgestellt wird. Hoffentlich mit einem griffigeren, typischeren BMW-Aussehen als zuletzt. Elektrisch angetriebene Autos werden sich noch weiter ausbreiten, vor allem wegen des besonders in Großstädten großen Bedarfs, trotz der bislang schwierigen Infrastruktur. Das wäre es doch schön, wenn dann wenigsten die Autos aktuell nicht nur teuer, sondern auch schön aussehen würden. Quelle: MOTOR-TALK |
