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Die besten Geschichten aus 50 Jahren ADAC-Notruf - Vertauschte Särge und eine tote Oma

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Zum 50. Jubiläum des ADAC-Notrufes packen die Mitarbeiter aus und erzählen skurrile, ungewöhnliche und traurige Geschichten. Mit dabei: eine tote Oma auf dem Rücksitz.

Ein Rücktransport aus Frankreich - der ADAC blickt auf 50 Jahre Notruf zurück Ein Rücktransport aus Frankreich - der ADAC blickt auf 50 Jahre Notruf zurück Quelle: ADAC

München - Angeblich kennt jeder Mitarbeiter des ADAC-Notrufes die Legende von der "toten Oma". Nach Aussage von Michael Seitel, Geschäftsführer der ADAC Service GmbH, ist sie sogar wahr: Im Sommer 1959 fuhr eine deutsche Familie nach Spanien in den Urlaub - Mutter, Vater, zwei Kinder und die Oma. Gegen Ende der Ferien kam der Schicksalsschlag: Die Oma liegt eines morgens tot im Bett.

Zwei Kinder und die tote Oma auf der Rückbank

Um sich den umständlichen und teuren Rücktransport der großmütterlichen Leiche nach Deutschland zu sparen, setzt die Familie die tote Oma kurzerhand auf den Rücksitz ihres VW Käfers. „Zwei Kinder hinten neben der toten Oma“, erzählt Seitel.

1966 testet der ADAC wie ein Fahrzeug aus der Türkei nach Deutschland gebracht werden kann 1966 testet der ADAC wie ein Fahrzeug aus der Türkei nach Deutschland gebracht werden kann Quelle: ADAC Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, wird der Familie bei einem Zwischenstopp in der Schweiz das Auto geklaut - inklusive toter Oma. Weil der Dieb von der Leiche auf dem Rücksitz wohl etwas überfordert ist, lässt er den Wagen einfach stehen. Die Polizei findet ihn – und die Familie meldet sich beim ADAC, der die Leiche der Großmutter aus der Schweiz nach Deutschland holt.

„Das war der erste Leichen-Rücktransport des ADAC“, sagt Seitel. Nach Angaben von Roland Blüml, der von 1970 bis 2011 beim ADAC-Notruf arbeitete, gab es weitere ähnliche Fälle, in denen Angehörige ihre im Ausland verstorbenen Angehörigen einfach auf den Rücksitz setzten.

 

Fünf schöne Geschichten zum Schmunzeln

Seit 50 Jahren fliegen die Mitarbeiter des ADAC-Notrufs Verletzte nach Hause, kümmern sich um kranke Urlauber oder stehen bei Autopannen und Notfällen zur Seite. Oft erleben sie Trauriges. Hin und wieder gibt es aber auch was zum Kopfschütteln oder Schmunzeln. Lest hier fünf Geschichten aus dem Fundus der Notruf-Mitarbeiter:

  • Fünf Freunde waren in ihren ersten Skiurlaub nach Österreich gestartet. Direkt zu Beginn des Eine Rohkarosse auf dem Hänger: Auf diese Weise übte der ADAC in den 60er-Jahren die Rückholung von Autos aus dem Ausland Eine Rohkarosse auf dem Hänger: Auf diese Weise übte der ADAC in den 60er-Jahren die Rückholung von Autos aus dem Ausland Quelle: ADAC Urlaubs hatten zwei der Männer einen Unfall und reisten mit dem Zug nach Hause. Am vierten Tag landete der dritte von ihnen mit gebrochenem Fuß im Krankenhaus. Daraufhin packten die zwei Übriggebliebenen nicht nur ihre Sachen, sondern alles, was sie in der gemeinsamen Unterkunft fanden, und reisten ab. Zurückgelassen hatten die beiden nur ihren Kumpel. Der lag noch immer im Krankenhaus - ohne Ausweis, ohne Geld und ohne Wechselkleidung.
  • Ein Niederländer war mit seinem Wohnwagen unterwegs in die Berge, musste aber schon am ersten ernstzunehmenden Berg kapitulieren. Auf der Autobahn 8 am Eichelberg bei Stuttgart verließ ihn plötzlich der Mut. Er blieb stehen und rief den holländischen Automobilclub zur Hilfe, der den Mann an den ADAC verwies. Ein Straßenwachtfahrer fuhr das Auto vom Berg herunter. Der Mann drehte daraufhin um und machte sich auf den Rückweg in die flache Heimat.
  • Eine Frau aus Bayern hatte sich für ein kleines Geschäft auf das Waschbecken ihres Hotelzimmers gesetzt, das daraufhin aus der Wand brach. Die Helfer holten die Frau mit mehreren Splittern im Hinterteil aus dem Badezimmer.
  • In Spanien verunglückten ein Ire, ein Isländer, ein Deutscher und ein Kanadier tödlich. Der ADAC beauftragte einen örtlichen Bestatter mit der Überführung des toten Deutschen. Als der Sarg in Deutschland ankam, wollten die Angehörigen noch einen letzten Blick auf den Verstorbenen werfen - und mussten feststellen, dass im Sarg nicht der Mann aus Deutschland lag, sondern jemand völlig Fremdes. Die Särge waren vertauscht und der Kanadier nach Deutschland gebracht worden. Weil sie schon geplant war, fand die Trauerfeier trotzdem statt - mit leerem Sarg. Der verstorbene Deutsche wurde später aus Irland in die Heimat gebracht und nachträglich hineingelegt.
  • In Genua wurde einem Mann das Auto gestohlen. Er meldete sich daraufhin beim ADAC, um seine Heimreise zu organisieren. Noch während der Mann in Italien war, tauchte das Auto wieder auf - als Fluchtwagen. Der Dieb hatte mit dem Wagen einen Banküberfall begangen, wurde aber von der Polizei gestoppt. Der Besitzer bekam sein Auto wieder, allerdings mit 30 Einschusslöchern an den Seiten.

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