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Ford Focus RS: Technische Daten - Und er hat doch Allrad

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Die Leistung? Passt. Der Antrieb? Wurde heiß diskutiert. Allrad, vier statt fünf Zylinder, 320 PS. Dazu die aggressive Optik. Wir zeigen die ersten Fotos vom Focus RS.

Der neue Ford Focus RS kommt mit Allradantrieb und mehr als 320 PS Der neue Ford Focus RS kommt mit Allradantrieb und mehr als 320 PS Quelle: Ford

Berlin – Der neue Ford Focus RS bekommt als erster Focus ein Allradsystem. Damit soll der Kompaktwagen höhere Kurvengeschwindigkeiten erreichen. Von bis zu einem G Querbeschleunigung ist die Rede. Rennwagen-Werte. Traktion ist eben durch nichts zu ersetzen. Vor allem nicht in Kurven.

Damit wird der RS der erste kompakte Allrader bei Ford seit 20 Jahren. Der Vorgänger RS500 mit seinen 350 PS setzte auf Frontantrieb. Der letzte Kompakte mit Allrad war der Escort Cosworth (1992 – 1995) – und der basierte technisch auf dem größeren Sierra Cossworth.

Allrad mit zwei Differenzialen

Der Allradantrieb mit dynamischer Drehmomentverteilung (Dynamic Torque Vectoring) basiert auf zwei elektronisch gesteuerten Differenzialen an der Hinterachse. Die regeln die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse, aber auch zwischen den beiden hinteren Antriebswellen. Bis zu 70 Prozent der Kraft fließt an die Hinterachse, je nach Situation zu 100 Prozent an eine Seite. Das soll das Einlenkverhalten verbessern und Kurvengeschwindigkeiten wie bei Rennwagen bringen. Dazu verarbeitet die Elektronik 100 Mal pro Sekunde die Sensordaten, unter anderem von Lenk- und Gierwinkel, Querbeschleunigung und Geschwindigkeit.

Am Heck prangt in guter, alter Escort-Cosworth-Manier ein riesiger Spoiler Am Heck prangt in guter, alter Escort-Cosworth-Manier ein riesiger Spoiler Quelle: Ford Zum Vergleich: Beim 367 PS starken Audi RS3 verteilt eine Haldex-5-Kupplung die Kraft nur zwischen den beiden Achsen. Für ein besseres Einlenkverhalten in Kurven bremst die Elektronik lediglich das vordere kurveninnere Rad ein.

Unterstützt wird der Ford-Allradantrieb von strafferen Federn, verwindungssteifen Achsschenkeln, verstärkten Anlenkpunkten und Lagern sowie größeren Stabilisatoren. Das soll den Unterschied zum Focus ST auf den ersten Metern deutlich machen. Für den Einsatz auf der Rennstrecke hält der RS für die Stoßdämpfer ein spezielles Programm nach dem Motto „Knüppelhart“ bereit. Die elektrische Servolenkung ist ebenfalls modifiziert. Sie soll ein direkteres Lenkgefühl mit klaren Rückmeldungen geben, so die Info aus der Presseabteilung.

Am direkten Kontakt zur Fahrbahn, den Reifen, feilte Ford ebenfalls. Als Standardreifen sind Michelin Pilot Super Sport 235/35 R 19 montiert, optional stehen erstmals Semislicks Michelin Pilot Sport Cup 2 zur Wahl.

Ken Block durfte als erster Driften

Weil alle Theorie grau ist, griff bei den Abstimmungsfahrten Ken Block persönlich ins Lenkrad. Der Profi-Drifter setzt zwar für seine Gymkhana-Filme auf Allrad-Fiesta und Mustang. Vergangenes Jahr probierte er es mit dem Focus Vorgänger Escort XR3i. Der hatte Frontantrieb - und Block beim Driften seine Mühe.

Im neuen RS darf sich der Amerikaner über einen 2,3-Liter-Vierzylinder-Turbo mit mehr als 320 PS freuen. Genaue Daten gibt Ford noch nicht bekannt. Der Alu-Motor dreht bis 6.800 Touren, zwangsbeatmet von einem Twin-Scroll-Turbolader. Statt einem sequenziellen Getriebe wie in seinen Rennwagen musste sich Block mit einer manuellen Sechsgang-Box mit kurzen Schaltwegen zufrieden geben. Dafür gibt es im Innenraum ein unten abgeflachtes Sportlenkrad, Alu-Pedalerie und drei zusätzliche Anzeigen für Ladedruck, Öltemperatur und Öldruck.

Die Fritten-Theke ist zurück

Damit dem Motor nicht die Puste ausgeht, machten die Designer in der Front Platz. Große Lufteinlässe für Motor- und Bremskühlung, dicke Backen, tiefe Splitter und breite Spoiler für mehr Abtrieb. Am Heck fällt die überdimensionierte Theke in guter, alter Escort-Cosworth-Manier auf, besser bekannt als Fritten-Theke. Dazu kommen ein üppig dimensionierter Diffusor-Einsatz und zwei dicke Endrohre. Die wollen sagen: Audi RS3, du kannst dich warm anziehen.

Ebenfalls neu bei der dritten Generation des Focus RS: Den Kompakten wird es nur als Fünftürer geben, bisher gab es den schnellsten Focus mit drei Türen. Gebaut wird der schnelle Focus in Saarlouis – erstmals für die ganze Welt.

Preise stehen noch nicht fest. Nur, dass der RS Ende des Jahres vom Band läuft und Anfang nächsten Jahres in den Handel kommen soll. Wir tippen auf über 35.000 Euro.

Hier gibt es News zum Ford Focus RS frisch von der IAA 2015.

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