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Alfa Romeo Giulia: Stimmt der Nordschleifen-Rekord? - Ist die neue Giulia wirklich so schnell?

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Alfas Giulia ist schnell. Aber ist sie die schnellste Limousine auf der Nordschleife? Das Rekord-Video fasziniert. Doch nicht alle glauben, was sie sehen.

Alfa Romeo Giulia: 7 Minuten und 32 Sekunden soll die Giulia für die Umrundung der Nordschleife gebraucht haben - nicht alle Ring-Kenner glauben das Alfa Romeo Giulia: 7 Minuten und 32 Sekunden soll die Giulia für die Umrundung der Nordschleife gebraucht haben - nicht alle Ring-Kenner glauben das Quelle: Alfa Romeo

Berlin – Fabio Francia wird zum Netzhelden. Der Grund ist ein Video, das Alfa Romeo vor einer Woche auf Youtube veröffentlicht hat. Es zeigt den neuen Nordschleifen-Rekord der Giulia für viertürige Limousinen: 7:32 Minuten. Sechs Sekunden schneller als die bisherige Bestzeit des des neuen Porsche Panamera. Doch das allein ist es nicht.

Im Netz finden sich Bilder wie dieses: Alfa-Fahrer Fabio Francia geht die Rekordfahrt locker an Im Netz finden sich Bilder wie dieses: Alfa-Fahrer Fabio Francia geht die Rekordfahrt locker an Quelle: Porsche & Alfa Romeo via YouTube Beim Kult um das Giulia-Video und Alfa-Testfahrer Francia geht es um die Art und Weise, wie der Rekord eingefahren wurde. Francia rudert und reißt am Lenkrad, scheint ständig am Limit zu fahren – dabei trägt er nicht mal Handschuhe. Auf Facebook werden witzige Vergleichsbilder geteilt. Porsche-Rekord-Video: Rennanzug, Renngurte, Überrollbügel. Alfa-Romeo-Video: kein Überroll-Bügel, keine Handschuhe, lockere Armbanduhr. Irgendwie ist man froh, dass Francia überhaupt einen Helm trägt.

Alfa Giulia so schnell wie Porsche 911 GT3

Die Motorsport-Szene staunt. So eine Zeit setzt man nicht „mal eben so“ und dann noch mit einer Fahrweise, die mitunter unsauber wirkt. Eigentlich hatte Alfa im vergangenen Jahr eine Zeit von 7:39 Minuten für die Nordschleife angegeben. Jetzt soll die Giulia deutlich schneller sein. Der Grund ist offiziell das Automatikgetriebe, mit dem diesmal gefahren wurde. Im Renn-Modus wechselt das Getriebe innerhalb von 150 Millisekunden die Gänge.

Abgesehen davon befindet sich das Auto im absoluten Serienzustand, versichert ein italienischer Alfa-Sprecher auf Nachfrage von MOTOR-TALK: kein Überrollbügel, keine Gewichtsreduzierung, keine anderen Reifen. Bei den Serienpneus der Giulia handelt es sich um Pirelli PZero Corsa in 245/35 ZR19 und 285/30 ZR19 – ein Sportreifen mit Straßenzulassung, kein Semi-Slick.

Ring-Experte zweifelt Rekord an

Dass eine Serien-Giulia so eine Zeit einfährt, glaubt am Ring nicht jeder. Wir fragten jemanden, der Strecke und Auto kennt, aber der nicht genannt werden möchte. Einen Nordschleife-Experten, der selbst als Testfahrer auf dem Ring aktiv ist. Fast 40 Jahre Ring-Erfahrung, viele 24-Stunden-Rennen und Tausende Runden hat er vorzuweisen, die Giulia konnte er bereits auf einer anderen Rennstrecke bewegen. Seine Meinung: „Da wurde getrickst – vielleicht bei den Reifen, vielleicht beim Gewicht. Es gibt da viele Stellschrauben. Das Auto ist sehr gut, aber so gut ist es nicht.“

Nur zum Vergleich: Die Zeit der Giulia entspricht der des Porsche 911 GT3 (991) und des Audi R8 V10 Plus (laut fastestlaps.com) – beides ausgewiesene Sportwagen und keine Limousinen. Sie ist besser als die bekannten Zeiten für den Ferrari F12 oder den Koenigsegg CCX-R. Unser Insider meint: „Wenn ich mit der Giulia bis auf sechs oder sieben Sekunden an diese Zeit heranfahren könnte, würde ich es glauben. Aber das halte ich für ausgeschlossen – zumindest, wenn alles der Serie entspricht.“

Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio New Record at Nürburgring

 

Hier ein Zusammenschnitt von der Porsche-Rekordfahrt

Avatar von granada2.6
Mercedes
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