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Autos in Fernsehserien: Top 10 - Held liebt Blech, Held hasst Blech

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Vom demolierten Porsche Elfer bis zum mattgelben Suzuki: Autos spielen in Fernsehserien eine wichtige Nebenrolle. Zehn heimliche Helden mit tiefgründigem Blech.

Die heimlichen Helden in Fernseh-Serien: Diese Autos schreiben die Handlung Die heimlichen Helden in Fernseh-Serien: Diese Autos schreiben die Handlung Quelle: MOTOR-TALK

Berlin – Im Fernsehen der 80er- und 90er-Jahre spielten Autos die Hauptrolle. Ein Pontiac Trans Am fuhr in „Knight Rider“ autonom, eine Viper veränderte in der gleichnamigen Serie ihr Äußeres und das „A-Team“ gewann in jeder Folge einen kleinen Krieg – dank eines schwarzen GMC-Vans.

Mittlerweile sind Autos in Fernsehserien eher Stilmittel, Familienmitglied und ein wichtiger Baustein für die Handlung. Die besten Auto-Nebenrollen findet Ihr in unserer Übersicht.

Breaking Bad: Pontiac Aztek

Ein Chemie-Lehrer wird zum Gangster: In "Breaking Bad" fährt Bryan Cranston als Walter White einen Pontiac Aztek Ein Chemie-Lehrer wird zum Gangster: In "Breaking Bad" fährt Bryan Cranston als Walter White einen Pontiac Aztek Quelle: AMC, By IFCAR (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons In „Braking Bad“ spielt Bryan Cranston den Drogenbaron Walter White. Sein Methamphetamin-Labor produziert Rauschgift für ganz New Mexico, aber sein Reichtum muss geheim bleiben. Deshalb fährt der Familienvater ein Auto, das so pompös ist wie er selbst: einen Pontiac Aztek. Mit mattem Lack, drei Alu-Felgen plus Stahl-Rad und einer ständig zerbrochenen Windschutzscheibe.

Im echten Leben floppte die Mischung aus SUV und Van trotz genügsamer Technik. Pontiac verkaufte nur 115.000 Exemplare in fünf Jahren Bauzeit. Unzählige Marktforscher haben den Aztek nach Wünschen von jungen Erwachsenen gestaltet. Man sagt ihm nach, das hässlichste Auto der Welt zu sein.

In Braking Bad spiegelt der Pontiac den Charakter des Hauptdarstellers wieder: erfolglos und ungeliebt, aber gnadenlos unterschätzt. Zum Kult-Auto wurde der Aztek trotzdem nicht.

Better Call Saul: Suzuki Baleno

Ähnlich aufregend motorisiert fährt der Anti-Held Jimmy McGill (Bob Odenkirk) im Braking-Bad-Ableger „You better call Saul”. Die neue Serie erzählt die Geschichte vor dem Drogendrama in New Mexico. McGill arbeitet im Jahr 2002 noch unter seinem echten Namen als Pflichtverteidiger. Zum Gangster-Anwalt und Cadillac-Fahrer namens Saul Goodman wird er erst später.

Ohne Geld und mit hohen Schulden fährt McGill einen Suzuki Esteem, das US-amerikanische Pendant zum deutschen Baleno. Der gelbe Lack ist verblasst, eine Tür passt farblich nicht zum Rest und der Motor hat Startprobleme.

Unter „esteem“ versteht der Amerikaner Respekt oder Ansehen. Entsprechend schlecht geht es dem Hauptdarsteller: Seine erfolgreichen Anwaltskollegen machen sich über ihn lustig. Trotzdem gilt das Auto als zuverlässig, Australier nennen ihn den „günstigeren Toyota Corolla“.

So verwahrlost wie er selbst: David Duchovny fährt in "Californication" einen Porsche 911 So verwahrlost wie er selbst: David Duchovny fährt in "Californication" einen Porsche 911 Quelle: Showtime

Californication: Porsche 911 Cabriolet

„Akte X“-Star David Duchovny tauscht Dienstmarke gegen Schreibmaschine: In „Californication“ spielt der 54-Jährige Hank Moody, einen Autor mit Schreibblockade, Sexsucht und Liebeskummer. Mit Geld von vergangenem Ruhm kauft er ein Porsche 911 Cabriolet, Baujahr 1990. Bereits in der ersten Folge zertrümmert ein geprellter Ehemann den Scheinwerfer des Flitzers.

Vier Staffeln lang begleitet der Porsche Moody, meist verdreckt, eingestaubt und immer mit defekter Lampe. Moody sagt, das Auto sei wie er. In Staffel fünf tauscht er sein Cabriolet gegen ein aktuelles Modell ein. Mit dem Auto verändert er sein Leben.

Archer: Dodge Challenger und Chevrolet El Camino

Die coolsten Kisten in der Serienwelt sind gezeichnet: Comic-Spion Sterling Archer fährt in der US-Serie „Archer“ am liebsten amerikanische Muscle Cars. Deshalb stellt der Nachrichtendienst „Isis“ (der Name wurde später geändert) dem „gefährlichsten Spion der Welt“ erst einen 1971er Dodge Challenger, später einen 1970er Chevrolet El Camino.

Die Autos müssen wilde Drifts, Beschuss mit automatischen Waffen und Gaststar Tom Selleck aushalten. Trotz zweifelhafter Moral in der Serie setzen die Zeichner den Alkoholiker Archer aber nie betrunken ans Steuer: In der Bord-Bar gibt es nur Apfelsaft.

Two and a Half Men: Fisker Karma und Volvo V70

Ein letzter Versuch: Trotz der Nebenrolle in "Two and a Half Men" verkaufte Fisker nicht genug Autos Ein letzter Versuch: Trotz der Nebenrolle in "Two and a Half Men" verkaufte Fisker nicht genug Autos Quelle: CBS via YouTube Exzesse mit Drogen und Frauen kosteten Hollywood-Star Charlie Sheen die Rolle in der Serie „Two and a half Men“. Sein Nachfolger Ashton Kutcher spielt einen Gutmenschen: Anstatt eines dicken Mercedes fährt er als Milliardär Walden Schmidt einen Fisker Karma.

Die Werbung half dem Hersteller wenig: Fisker entließ 2013 drei Viertel der Arbeitskräfte. Vor einem Jahr übernahm der chinesische Wanxiang-Konzern die Marke und kündigte an, die Produktion schnell zu reaktivieren. Bisher gibt es diesbezüglich keine Neuigkeiten.

In der Fernsehserie steht der saubere, moderne Karma als Gegenstück zu einem qualmenden Volvo V70. Kutschers Kollege Jon Cryer fährt den ständig defekten Schweden. Er spielt Alan Harper, einen erfolglosen Chiropraktiker.

Die Simpsons: The Homer

Echte Autos kommen in der Erfolgsserie „Die Simpsons“ nicht vor. Trotzdem begeistert ein Modell die Fans der Serie: Im Jahr 1992 gestaltet Homer seinen Traumwagen. „The Homer“ ist „stark wie ein Gorilla, sanft und flexibel wie ein Gummiball“, allerdings hässlich und nicht zeitgemäß.

Ein Rennteam aus den USA hat den Homer vor zwei Jahren nachgebaut. Auf Basis eines BMW 325E entstand Homers Traum aus Blech, Stahl und Plastik. Der fährt aktuell in der „24h of LeMons“-Serie.

Wahre Liebe: Al Bundy und sein Dooooodge, der eigentlich ein Plymouth Duster ist Wahre Liebe: Al Bundy und sein Dooooodge, der eigentlich ein Plymouth Duster ist Quelle: Fox Broadcasting Company

Eine schrecklich nette Familie: „Der Doooodge“ (Dodge Dart)

Schuhverkäufer Al Bundy (gespielt von Ed O’Neil) hat kaum Freude im Leben: Seine Tochter ist dumm, sein Sohn ein Versager und seine Frau ein egoistisches Biest. Immerhin: Sein Auto, ein 1974er Dodge Dart, bleibt ihm treu und begleitet Bundy über 259 Episoden, obwohl er ihn nie wartet und selten repariert. Auto und Hauptdarsteller sind in desolatem Zustand.

Tatsächlich fährt Bundy aber keinen Dodge: Die Rolle des Autos übernimmt ein 1972er Plymouth Duster. Beide Fahrzeuge sind beinahe baugleich und nur von Experten zu unterscheiden.

White Collar: Viel Ford, ein bisschen BMW

FBI-Agent Peter Burke (Tim DeKay) kämpft gemeinsam mit dem Fälscher Neil Caffrey (Matt Bomer) in „White Collar“ gegen Kunstdiebe. Ford sponsert die Serie und nutzt die Chance, um Werbung für den Taurus zu machen. In unpassendsten Momenten helfen eine Freisprecheinrichtung, der Parkassistent oder der große Innenraum beim Lösen der Fälle. Peinlich für Ford: Nach seiner Beförderung steigt Burke auf einen BMW 650i um.

The Big Bang Theory: VW Golf 1 Cabriolet

Eine Schauspielerin unter Nerds: Penny (Kaley Cuoco-Sweeting) fährt in "The Big Bang Theory" ein Golf 1 Cabriolet Eine Schauspielerin unter Nerds: Penny (Kaley Cuoco-Sweeting) fährt in "The Big Bang Theory" ein Golf 1 Cabriolet Quelle: CBS, By Rudolf Stricker, via Wikimedia, ausf. Bildnachweis unten Eine Schulabbrecherin, umgeben von Physikgenies: Kaley Cuoco-Sweeting spielt in „The Big Bang Theory“ die hübsche Kellnerin Penny. Sie möchte Schauspielerin werden, bekommt aber keine Angebote. Deshalb fährt sie ein rotes Golf 1 Cabriolet mit Wartungsstau – die Motorkontrollanzeige leuchtet und der rechte Außenspiegel liegt auf „irgendeinem Parkplatz in Hollywood“.

In Staffel 7 kann Penny ihr Auto nicht mehr bezahlen. Ihr Freund Leonard Hofstadter schenkt ihr deshalb einen gebrauchten Ford Contour.

How I met your Mother: Pontiac Fiero

Im Jahr 2030 erzählt Ted Mosby (Josh Radnor) in "How I met your Mother" seinen Kindern die Geschichte, wie er seine Frau kennenlernte. In neun Staffeln geht es um seine vier besten Freunde, viele Ex-Freundinnen und ein Auto: den Pontiac Fiero seines besten Kumpels Marshall.

Das Coupé begleitet die Freunde auf vielen Reisen und gilt als Basis der Freundschaft von Marshall und Ted. Seit 1988 läuft im Auto dasselbe Lied: Die Kassette „I’m gonna be (500 Miles)“ von The Proclaimers steckt im Laufwerk fest. Erst bei einem wirtschaftlichen Totalschaden (bei 199.999 Meilen Laufleistung) löst sich die Kassette – eine Art Abschiedsgeschenk.

Ausführliche Quelle zum Bild "The Big Bang Theory" und dem Golf Cabrio 1: Columbia Broadcasting System, By Rudolf Stricker (Own work) [Attribution], via Wikimedia Commons

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