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Genf: Studien Renault EZ-Go und Nissan IMx Kuro - Einer für alle, einer für einen

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So unterschiedlich stellen sich Allianzpartner die Zukunft vor: Renaults EZ-Go ist ein Taxi für jeden. Nissans IMx Kuro eher ein Chauffeur - der nur auf einen hört.

Während der autonomen Taxifahrt kennengelernt? Renaults EZ-Go (re.) soll durch seine Innenraumaufteilung zu Gesprächen animieren. Vielleicht über einen Nissan IMx Kuro-Fahrer mit Headset - die japanische Studie lässt sich per Gedanken steuern Während der autonomen Taxifahrt kennengelernt? Renaults EZ-Go (re.) soll durch seine Innenraumaufteilung zu Gesprächen animieren. Vielleicht über einen Nissan IMx Kuro-Fahrer mit Headset - die japanische Studie lässt sich per Gedanken steuern

Genf - Die automobile Zukunft wird elektrisch und autonom. So weit scheint sich die Branche einig. Erst wenn Hersteller diese Schlagwörter in konkrete Fahrzeuge umsetzen, offenbaren sich eklatante Auffassungsunterschiede. Und die bestehen sogar zwischen Best-Business-Buddies wie den Allianzpartnern Renault und Nissan. Deren Genfer Science-Fiction-Doppelfeature bedient völlig unterschiedliche Zielgruppen der ferneren Zukunft.

Renault EZ-GO: Autonomes Taxi

Renaults EZ-Go kommt stets ohne Lenkrad, Pedalerie und Fahrer. Er ist als autonomes Taxi für alle Bevölkerungsschichten und Altersklassen gedacht Renaults EZ-Go kommt stets ohne Lenkrad, Pedalerie und Fahrer. Er ist als autonomes Taxi für alle Bevölkerungsschichten und Altersklassen gedacht Auf Renaults Genfer Messestand steht das Concept-Car EZ-Go. Ein Fahrzeug, das paradoxen Entwicklungen Rechnung trägt. Nicht jenen auf dem Automobilmarkt, sondern gesamtgesellschaftlich: Alle wollen alt werden, niemand alt sein. Junge wollen grenzenlose Mobilität, haben aber oft zu wenig Budget für ein eigenes Auto. Nur zwei der Widersprüche, mit denen sich Christian Ledoux als Chef der Renault Mobility-Dienste herumschlagen muss.

Das 5,20 Meter lange Taxi soll sie auflösen, für möglichst alle Altersgruppen. Im EZ-Go gibt es keine Lenkung, kein Bremspedal - und keinen Fahrer. Die Passagiere betreten das Fahrzeug von vorn. Dazu schwingt die Glaskanzel des 1,60 Meter hohen Autos so weit nach oben, dass auch 1,80 Meter große Passagiere bequem aufrecht hineingehen können. Außerdem verfügt der EZ-Go über eine ausfahrbare Rampe. Für Rollator und Rollstuhl ebenso wie für Longboard und Kinderwagen.

Wohnzimmer für alle

Im Inneren: Wohnzimmer-Feeling. Der Boden ist mit Parkett ausgelegt, eine U-förmige Sitzgruppe bietet Platz für mindestens sechs Personen. Sie können sich mit maximal 50 km/h durch die Stadt kutschieren lassen, dank Allradlenkung soll der EZ-Go wendig genug für die Innenstadt sein. Während der Fahrt können die Passagiere plaudern - oder durch die raumhohen Fensterfronten nach draußen sehen. Bei zu viel Sonne dunkelt sich das Glasdach aber von selbst ab.

 

Wie im Wohnzimmer: Innen gibt es in Renault Concept-Car EZ-Go einen Holz--Fußboden und eine U-förmige Sitzgelegenheit - im Stile einer Couch Wie im Wohnzimmer: Innen gibt es in Renault Concept-Car EZ-Go einen Holz--Fußboden und eine U-förmige Sitzgelegenheit - im Stile einer Couch Quelle: Renault Stephane Janin, Chefentwickler der Concept-Cars bei Renault, sieht in diesem Design eine Zukunftschance für das Auto. „Es passt damit in das Ökosystem der modernen Menschen". Die wollten nicht wie bisher in einem Taxi sinnlos dem Ziel entgegendämmern. Das Fahrzeug selbst solle zum aktiven Lebensraum werden. Passives in die Glotze gucken scheint in der Zukunft aber noch möglich: Auf einem großen LCD-Bildschirm in Fahrtrichtung werden nach Bedarf Navigationsdaten, Sehenswürdigkeiten oder auch ein Film angezeigt. Der Passagier kann das über eine passende App auf seinem Smartphone mitbestimmen.

Das schlaue Handy ist überhaupt die zentrale Bedieneinheit für den mattsilbernen Keil. Per App kann der Reisende seinen EZ-Go nach Hause bestellen. Oder vielmehr Yannick, Isa oder Per - die Fahrzeuge sollen Namen bekommen.

Ingenieure und Designer entwickelten das Concept-Car weitgehend befreit von den Zwängen automobiler Regularien. Der 1,7 Tonnen schwere EZ-Go steht technisch auf eigenen Füßen. Der Elektromotor hinter der silbernen Wartungsklappe im Heck treibt die vollverkleideten Hinterreifen an, die induktiv ladenden Batteriepacks - 300 Kilo schwer - werden bislang noch in keinem anderen Modell der Marke eingesetzt.

Nissan IMx-Kuro: Individualverkehr mit Hirn

Der Nissan IMx-Kuro ist die überarbeitete Version einer Messestudie für die Tokio-Motorshow 2017. Hinzu kam die Gedankensteuerung für das Concept-Car Der Nissan IMx-Kuro ist die überarbeitete Version einer Messestudie für die Tokio-Motorshow 2017. Hinzu kam die Gedankensteuerung für das Concept-Car Quelle: Nissan Renault will ein solches Robo-Car in der ersten Hälfte des kommenden Jahrzehnts auf die Straßen schicken. Was die Insassen dann durch die großen Glasflächen sehen? Vielleicht einen Nissan-Fahrer mit eigenwilligem Headset am Haupt, sofern die Japaner ihre jüngste Zukunftsvision verwirklichen. In Genf zeigen sie das Crossover-Modell IMx Kuro. Der Elektrische ist die überarbeitete Version einer auf der letzten Tokyo Motorshow vorgestellten Studie. Die Optik ist ähnlich, die Antriebstechnik gleich. Zwei E-Motoren kommen zusammen auf 435 PS (320 KW) und 700 Newtonmeter. Mit einer Akku-Ladung sollen mehr als 600 Kilometer Reichweite möglich sein.

Fast schon zurückhaltende Werte für eine Zukunftsstudie. Für Genf wird eine futuristische Komponente ergänzt: Der IMx Kuro soll mit Gedankensteuerung fahren. Präziser: im autonomen Modus seine Fahrfunktionen an die Gehirnströme der Person am Fahrersitz anpassen. Und im manuellen Modus die gewünschten Aktionen des Piloten vorwegnehmen. Über das Headset findet der Nissan heraus, ob der Fahrer als nächstes bremsen, beschleunigen oder lenken will. Die Befehle werden dann zwischen 0,2 bis 0,5 Sekunden schneller umgesetzt. Ob sich der Fahrer vom System bevormundet fühlen wird? Laut Nissan soll er es erst gar nicht merken.

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Quelle: Mit Material von sp-x

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