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Seat Leon 4 (2019): Erlkönig, erste Details - Der neue Leon verkleidet sich als alter Leon

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Dieser Erlkönig tarnt sich mit Folie und alten Formen: In der Karosserie des aktuellen Leon steckt die Technik seines Nachfolgers. Alle Details zum neuen Spanier.

Seat Leon: Der Erlkönig trägt die Karosserie des aktuellen Modells, aber Front und Technik von Generation 4 Seat Leon: Der Erlkönig trägt die Karosserie des aktuellen Modells, aber Front und Technik von Generation 4 Quelle: sb-Medien | Stefan Baldauf

Martorell – Auf den ersten Blick könnte man diesen Seat-Erlkönig für ein Faceliftmodell halten. Die Flanke des Leon Kombi entspricht der des aktuellen Modells, nur Front und Heck sind getarnt – all das deutet eigentlich auf eine umfangreiche Auffrischung hin. Doch die dritte Leon-Generation hat das Facelift schon hinter sich. Hier versteckt sich das neue Modell hinter altem Blech.

Im kommenden Jahr startet die vierte Generation des Seat Leon. Dann spielt Elektrifizierung erstmals eine Rolle im kompakten Spanier. Die Baureihe bekommt Motorisierungen mit 48-Volt-Netz und einen Plug-in-Hybrid.

Seat Leon 4 als Mildhybrid und Mikrohybrid

Die Scheinwerfer des Erlkönigs sind komplett überklebt, der Seat fährt mit aufgeschraubten Lampen Die Scheinwerfer des Erlkönigs sind komplett überklebt, der Seat fährt mit aufgeschraubten Lampen Quelle: sb-Medien | Stefan Baldauf Der neue Leon basiert auf der aktuellen Ausbaustufe der Quermotor-Architektur des VW-Konzerns („MQB“). Die ermöglicht viele unterschiedliche Antriebsarten. Bisher beschränkt sich Seat auf Benzin, Diesel und Erdgas. Zum Modellwechsel kommen weitere hinzu. Denn mit den klassischen Antrieben allein sind die CO2-Ziele der EU nicht zu erreichen.

Der VW-Konzern setzt deshalb auf Strom, auch im Leon. Einige Motoren bekommen ein 48-Volt-Bordnetz und einen Riemen-Startergenerator (RSG) als Spritspar-Technologie. Die Taktik: Der Verbrenner steht während der Fahrt still, wenn er nicht gebraucht wird. Gibt der Fahrer Gas, lässt der RSG ihn schnell und komfortabel wieder an. Diese Kombination nennt sich Mildhybrid.

Sie bedeutet allerdings zusätzliche Kosten. Deshalb bekommen nicht alle Motoren das zweite Bordnetz. Das gleiche Prinzip funktioniert im aktuellen (und technisch verwandten) VW Golf Blue Motion mit 12 Volt ebenfalls, nur nicht so komfortabel. Seat wird diese Version als Mikrohybrid anbieten.

Benzin, Diesel und Erdgas im neuen Leon

Basis für die Spritspartechniken sind Turbobenziner und Turbodiesel. Die Selbstzünder stammen aus der neuen Motorengeneration „EA 288 Evo“ mit 2,0 Litern Hubraum und vier Zylindern. Leistungen bis zu 204 PS wären möglich. Die Benziner mit 1,0 bzw. 1,5 Litern und drei bzw. vier Zylindern leisten voraussichtlich 95 bis 150 PS. Stärkere Varianten mit 2,0 Litern Hubraum und ungefähr 190 PS stehen ebenfalls zur Debatte. Der Top-Benziner läuft unter der Schwestermarke Cupra.

Erstmals wird es den Seat Leon mit Hybridtechnik geben Erstmals wird es den Seat Leon mit Hybridtechnik geben Quelle: sb-Medien | Stefan Baldauf Eine Erdgas-Version wird es ebenfalls wieder geben. Der Leon CNG fährt mit einem 1,5-Liter-Turbomotor mit 130 PS und 200 Newtonmeter Drehmoment. Voraussichtlich gibt es einen kleineren Benzintank und größere Speicher für Erdgas als bisher. Wir rechnen mit mindestens 18 Kilogramm CNG-Volumen und fast 500 Kilometern Gas-Reichweite.

Seat Leon Plug-in-Hybrid

In Generation 4 wird der Leon zum ersten Mal elektrisch fahren können. Für das Jahr 2020 hat Seat einen Plug-in-Hybrid angekündigt. Er bekommt einen kleinen Vierzylinder-Benziner und einen Elektromotor in der Glocke eines Doppelkupplungsgetriebes – ähnlich wie im aktuellen VW Golf GTE. Die elektrische Reichweite wird laut WLTP-Zyklus bei rund 50 Kilometern liegen.

Eine reine Elektroversion des Leon wird Seat nicht anbieten. Das wäre möglich, aber nicht wirtschaftlich. VW entwickelt derzeit einen eigenständigen Elektrobaukasten („MEB“), der keine Rücksicht auf konstruktive Eigenheiten von Verbrennungsmotoren nimmt. Auf dieser Architektur wird ab 2020 ein eigenständiger Elektro-Seat mit ähnlichen Maßen wie der Leon basieren.

Konzerninternes Duell mit dem Golf 8

Die sportlichen Varianten des Leon laufen unter der Schwestermarke Cupra Die sportlichen Varianten des Leon laufen unter der Schwestermarke Cupra Quelle: sb-Medien | Stefan Baldauf Wie der neue Leon aussieht, lässt sich derzeit höchstens erahnen. Ein Großteil der Testwagen-Karosserie entspricht noch der des alten Modells. Seat tarnt die komplette Front des Prototyps mit Folie und störenden Formen, sogar die Scheinwerfer sind überklebt.

Beim genauen Hingucken erkennen wir: Der Kühlergrill sitzt tiefer als bisher, die Lampen wandern nach oben und werden flacher. Seat wird den Leon als fünftüriges Schrägheckmodell und als Kombi anbieten. Für Dreitürer sieht es generell schlecht aus – der Konzern streicht Varianten, die sich schlechter verkaufen. Das könnte auch den Leon betreffen.

Assistenzsysteme und Infotainment im Leon werden umfassend modernisiert. Ein digitales Cockpit könnte zur Serienausstattung gehören, autonome Funktionen gibt es gegen Aufpreis. Die Bedienung wird zum großen Teil per Touch erfolgen.

Wir erwarten die Premiere des neuen Leon in der Jahresmitte 2019. Unklar ist, in welcher Reihenfolge der VW-Konzern seine Autos vorstellt. VW Golf und Seat Leon stehen fast zeitgleich vor dem Modellwechsel. Zuletzt hatte Seat ein paar Wochen Vorsprung. Neue Technologien stellt die Kernmarke aber am liebsten selbst vor. Beide Autos werden in der zweiten Jahreshälfte 2019 fast zeitgleich in den Verkauf gehen.

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