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Falschparken im EU-Ausland: Regeln, Strafen, Gepflogenheiten - Bunte Bordsteine und teure Strafzettel

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Wenn Strafzettel aus dem Ausland zu Hause ankommen, wird es teuer. Mit diesen Infos kommt es nicht so weit: Alles zum Falschparken in unseren Nachbarländern.

Andere Länder, andere Strafen: Darauf muss man beim Parken im Ausland achten Andere Länder, andere Strafen: Darauf muss man beim Parken im Ausland achten Quelle: dpa/picture alliance; Montage: mobile.de

Berlin – Die meisten Verkehrszeichen versteht man, wenn man im europäischen Ausland unterwegs ist. Schilder für eingeschränktes und absolutes Halteverbot sehen EU-weit in der Regel gleich oder sehr ähnlich aus. Aber in Details unterscheiden sich die Parkregeln in unseren Nachbarländern. Spätestens bunte Linien oder markierte Bordsteine leuchten oft nicht mehr jedem in ihrer Bedeutung ein.

Damit Ihr keine Urlaubspost vom lokalen Polizeipräsidenten bekommt, gibt es hier die wichtigsten Parkregeln für Italien, die Niederlande, Spanien, das Vereinigte Königreich, Frankreich, Belgien und Dänemark. Was erlaubt, verboten und was teuer ist, hat die Agentur „Search Laboratory“ im Auftrag der Internetplattform leihwagenversicherung.de zusammengefasst.

Wenn doch ein Zettel am Wischer hängt, lohnt eine schnelle Begleichung der Strafe in vielen Fällen. Einige Länder gewähren Rabatte, wenn Falschparker innerhalb einer bestimmten Frist bezahlen. Wer die Strafe ignoriert, bekommt es womöglich mit Inkasso-Büros zu tun. Generell gilt: Seit 2010 dürfen Bußgelder für Parkverstöße innerhalb von Europa vollstreckt werden.

Italien: Bunte Linien und mehrere 100 Euro Strafe

Parken in Italien: Strafzettel werden teurer, Italiener befolgen nicht alle Regeln Parken in Italien: Strafzettel werden teurer, Italiener befolgen nicht alle Regeln Quelle: leihwagenversicherung.de Manche Dinge sieht man in Italien nicht so eng. Es ist zum Beispiel durchaus üblich, Parkplätze für andere Personen zu reservieren oder in der zweiten Reihe zu halten. Letzteres ist zwar verboten, wird aber an vielen Stellen praktiziert. Es empfiehlt sich, eine Notiz im Auto zu hinterlegen, wann der Fahrer zurück ist und wie man ihn erreichen kann.

Für deutsche Fahrer ungewohnt: Bunte Linien auf der Straße zeigen an, wer dort parken darf und was er dafür tun muss. Eine blaue Linie parallel zum Bordstein weist auf einen Parkschein oder eine Parkscheibe hin. Gelbe Linien markieren Behindertenparkplätze, rosa Linien Parkplätze für werdende Mütter oder Eltern mit Kleinkindern. Bei weißen Linien darf prinzipiell jeder parken, muss aber womöglich auf zeitliche Einschränkungen achten.

Wer falsch parkt, bezahlt je nach Schwere seines Vergehens. Sogar kleine Verstöße sind teurer als in Deutschland: Ein vergessener Parkschein in einer blauen Zone kostet 41 Euro. Wer zur falschen Zeit in einer zeitlich begrenzten Parkzone steht, zahlt bis zu 335 Euro. Ein Blick auf die bunten Linien lohnt sich also in jedem Fall.

Niederlande: Falschpark-Pauschale und Fahrrad-Parkplätze

Enge Städte, wenig Raum für Autos: In den Niederlanden sind Parkplätze begrenzt. Vor allem innerorts ist das Fahrrad das Fortbewegungsmittel der Wahl. Deshalb gibt es gesonderte Parkplätze, auf denen nur Fahrräder und zum Teil auch Mopeds parken dürfen. Was für die Autos übrig bleibt, ist häufig Anwohnern oder Fahrgemeinschaften vorenthalten.

Wer sich trotzdem mit dem Auto in die Stadt traut, sollte genau auf Bordsteine achten. Eine gelbe oder schwarz-weiße Bordsteinkante zeigt ein Parkverbot an. Bestimmte Parkplätze sind nur für Pkw vorgesehen, mancherorts dürfen Fahrräder und Mopeds nicht abgestellt werden. Die Zeichen dafür sind selbsterklärend.

Wer falsch parkt, bezahlt 62 Euro. So viel kostet das Parken ohne Genehmigung oder Parkschein. Bahntickets sind günstiger – und in vielen Fällen der günstigste Weg durch niederländische Städte. In kleinen und mittelgroßen Städten lohnt sich in jedem Fall: Einheimische fragen, wo man kostenlos parken kann.

Spanien: Tagesaktuelles Halteverbot

Parken in Spanien: Viele bunte Markierungen Parken in Spanien: Viele bunte Markierungen Quelle: leihwagenversicherung.de Bunte Markierungen auf der Straße sind in Spanien selten ein gutes Zeichen. Gelbe Bordsteine bedeuten zum Beispiel absolutes Halteverbot. Eine gelbe Linie neben dem Bordstein prinzipiell ebenfalls, hier kann es aber Einschränkungen geben. Blaue Striche weisen auf gebührenpflichtiges Parken hin, grüne Striche auf eine Parkzone für Anwohner.

Die üblichen Halteverbot-Schilder sind in Spanien erweitert. Eine römische Eins („I“) zeigt an, dass an ungeraden Tagen Halteverbot herrscht. Ist eine römische Zwei („II“) zu sehen, gilt das Halteverbot an geraden Tagen des Monates. Kleine Ziffern (zum Beispiel: 1-15 oder 16-31) zeigen an, in welcher Hälfte des Monats das Halteverbot gilt.

Wer beim Falschparken erwischt wird, bezahlt viel Geld. Zu lange Parken kostet 80 Euro, viele weitere Verstöße 200 Euro. Dazu gehört das Parken im Halteverbot, an Bushaltestellen oder auf der falschen Straßenseite. Parken in zweiter Reihe mit eingeschalteten Warnblinkern ist hingegen durchaus üblich.

Vereinigtes Königreich: Innenstadt-Maut und Strafzettel-Rabatt

Manches ist in England andersherum, vieles aber gleich: Wer blöde parkt, zahlt Strafe. 60 bis 70 Pfund kostet es, wenn man parkt, wo ein Halteverbot markiert ist. Die gute Nachricht: Wer innerhalb von 14 Tagen seine Schuld begleicht, bezahlt nur die Hälfte der Gebühr. Übrig bleiben 30 bis 35 Euro, also etwa 35 bis 40 Euro. Gar nicht mal so teuer für Parken im absoluten Halteverbot.

Dies erkennt man eindeutig an farbigen Markierungen auf der Straße. Eine doppelte gelbe oder rote Linie zeigt an: Hier darf man auf gar keinen Fall parken. Eine einzelne Linie in Gelb oder Rot erlaubt in bestimmten Situationen das Halten oder Parken. Menschen mit einem Behindertenparkausweis dürfen zum Beispiel an einfachen gelben Linien drei Stunden lang parken. Lieferanten dürfen 20 bis 40 Minuten ausräumen, alle anderen immerhin drei Minuten halten.

Besonders wichtig: In London gilt eine Innenstadt-Maut. Wer mit dem eigenen Pkw einfahren will, bezahlt eine Gebühr. Ist der Pkw älter als zwölf Jahre, erhöht sich der Preis. Je später man das Maut-Ticket kauft, desto teurer wird es. Wer die Maut nicht bezahlt, bezahlt bis zu 195 Britische Pfund Strafe. Die bloße Anwesenheit eines Autos kann in London also schon teuer werden.

Frankreich: Vollkontakt-Parken und selektive Verbote

Parken in Frankreich: Am besten ohne Handbremse Parken in Frankreich: Am besten ohne Handbremse Quelle: leihwagenversicherung.de Wer seinen Lack liebt, der sucht sich in Paris besser ein Parkhaus: Parallelparker auf der Straße schieben sich ihre Nachbarn gern zurecht, um besser in die Lücke zu kommen. Das ist üblich und praktisch, gibt aber Kratzer. Ganz wichtig: Dieser Trick funktioniert nur ohne angezogene Handbremse. Blockieren die Räder, werden die Schäden schwerer.

Auch sonst gibt es einiges zu beachten. Blaue Linien auf der Straße zeigen an, dass man dort mit einer Parkscheibe eine Stunde lang kosten los parken darf. Frankreich hat für alle möglichen Varianten eigene Schilder eingeführt. Darunter: Halteverbot in der ersten Monatshälfte auf der Straßenseite mit geraden Hausnummern, danach auf der anderen Seite.

So ganz genau nimmt man das mit dem richtigen Parken in Frankreich nicht. Was nicht heißt, dass Falschparken geduldet wird. Je nach Vergehen kostet es 35 bis 135 Euro Strafe. Nach drei Monaten ohne Bezahlung erhöht sich die Gebühr auf 75 bis 175 Euro. Zudem droht eine Beschlagnahmung des Autos.

Belgien: Regional unterschiedliche Strafen für Falschparker

In Belgien wird es etwas komplizierter. Denn hier legen die Kommunen fest, wie teuer Parkverstöße werden. Am besten vermeidet man die Tickets ohnehin vollständig. Das geht am besten mit etwas Hintergrundwissen: Von Haltestellen und Bahnübergängen sollte man beim Parken 15 Meter Abstand halten – und einen Blick auf temporäre Halteverbote haben, zum Beispiel verursacht durch Baustellen.

Ein weißes Dreieck mit rotem Rand und der Spitze nach oben markiert in Belgien stark befahrene Straßen. Auf ihnen gilt im Berufsverkehr, also grundsätzlich von 7:00 bis 7:30 Uhr sowie von 16:00 bis 18:00 Uhr, ein Halteverbot. Zusätzlich kann ein zweites Schild diesen Zeitraum verschieben. Halteverbote für bestimmte Tage im Monat kommen ebenfalls vor.

Gelbe Markierungen auf der Straße oder am Bürgersteig bedeuten in jedem Fall Halteverbot. Blaue Striche zeigen an, dass man an dieser Stelle zeitlich begrenzt parken darf.

Dänemark: Nicht hinter dem gelben Dreieck parken

Kreuzungen sollte man in keinem Land zuparken. In Dänemark gilt: Bis zur Kreuzung müssen mindestens zehn Meter frei bleiben. Damit man sich nicht verschätzt, markieren gelbe Dreiecke diese Entfernung. Parken darf man nur davor. Bei Zebrastreifen, Straßenecken oder Radwegen gilt ein Abstand von fünf Metern, bei Bushaltestellen von zwölf Metern.

Ebenfalls eigentlich selbstverständlich: Sind die Fahrspuren durch eine durchgehende Linie voneinander getrennt, müssen neben einem geparkten Auto mindestens drei Meter Platz bleiben. Anderenfalls haben Autofahrer keine Chance, auszuweichen.

Falschparker bezahlen in Dänemark deutlich mehr als in Deutschland. Eine vergessene Parkscheibe kostet 69 bis 80 Euro, ein überzogenes Parkticket 70 Euro. Alle wichtigen Informationen findet Ihr in den Infografiken.

 

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