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Dirty Car Art: Kunst auf dreckigen Autos - „Wasch mich“ ist so 1980

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An dreckigen Autos reibt man nicht rum, denn das macht Kratzer. Oder ein Gemälde: „Dirty Car Art“ ist eine Kunstform, die auf Heckscheiben und Kotflügeln stattfindet.

Scott Wade zeichnet professionell aus dem Dreck auf Heckscheiben von Autos "Dirty Car Art" Scott Wade zeichnet professionell aus dem Dreck auf Heckscheiben von Autos "Dirty Car Art" Quelle: Scott Wade

Berlin – Dreck kann ganz schön verlockend sein: Schnell ein Grinse-Gesicht oder einen blöden Spruch in den Staub kritzeln. Ist ein bisschen wie Graffiti, gibt aber nicht so viel Ärger. Und der „Wasch mich!“-Schriftzug auf dem dreckigen Kadett gehörte vor 30 Jahren irgendwie zum Straßenbild. Oder das etwas vulgärere "Sau!" Künstlerisch wertvoll ist beides nicht. Soll ja schnell gehen.

Mit mehr Zeit und viel Talent kann aber Kunst daraus werden. Das zeigen sogenannte „Dirty Car Artists“. Künstler, die dreckige Autos als Leinwand nehmen. Sie kratzen Linien und Formen in den Dreck, erschaffen eigene Werke oder zeichnen berühmte Kunstwerke nach. Die Ergebnisse teilen sie auf Instagram, meist unter dem Hashtag #dirtycarart.

Einer der ersten Auto-Künstler ist Scott Wade. Er lebte früher am Ende eines langen Sandweges. Die Autos seiner Eltern waren stets dreckig. Und sein Vater arbeitete als Comic-Zeichner. Wade verband beides und begann, auf den Autos rumzukritzeln. Mittlerweile verdient er mit seiner Kunst Geld und zeichnet professionell auf Heckscheiben. Echter Straßendreck genügt dafür allerdings nicht mehr. Wade reinigt die Autos und trägt dann mit einem Fön professionellen Film-Dreck auf.

Seine Werke stehen zum Teil auf Automessen. Er wischt in Fernsehsendungen über dreckige Heckscheiben, arbeitet dabei wie ein Zeichner – nur eben ohne Farben. Die schönsten seiner Bilder seht Ihr in der Galerie. Dazu noch einige hübsche Werke anderer Künstler.

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Ford
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