Suche Tipps für ein Zweit-Motorrad meiner Frau (vorsicht: lang)
Heya,
ich muss jetzt leider auch noch einmal einen der unsäglichen "ich brauch einen Bike-Tipp"-Threads öffnen. Schon einmal Sorry vorab 😎 Ich weiß, es gibt gerade wieder massig Threads, allerdings in der Regel für Fahranfänger, die eine starke/schnelle Maschine zum Heizen suchen.
Der Hintergrund ist folgender: Meine Frau fährt eine Kawasaki W800 und liebt das Motorrad heiß und innig. Es ist für für die Saison immer von März bis Oktober angemeldet und steht draußen (Abdeckplane, keine Garage). Sie will es auch definitiv nicht ersetzen, weil es einfach ihr Traumbike ist. Dementsprechend stark ausgeprägt ist auch ihre Hingabe, was das Putzen, Polieren, usw. angeht, wenn es über Nacht unerwartet geregnet hat oder wir Regenfahrten hatten. Es bricht ihr das Herz, wenn sie am Motorrad vorbeigeht und es schmutzig/verdreckt aussieht.
Sie ist letzte Saison mit der Maschine auch ab und an die 20 km Arbeitsweg gefahren, möchte das aber nicht mehr - für Alltags-Fahrten ist ihr die W800 zu schade, sie will sie lieber auf den gemeinsamen Touren fahren.
Jetzt sucht sie also als Zusatz ein Motorrad, was sie ganzjährig anmelden will. Primär soll es täglich den Arbeitsweg fahren und ggf. mal die W800 ablösen, wenn wir bei Aussicht auf Regen starten oder wenn sie mehr Gepäck mitnehmen müsste.
Es soll also ein Motorrad sein, was nicht allzu viel Arbeit beim Putzen macht bzw. ihr nicht wehtut, wenn es mal nicht glänzt - quasi ein Arbeitstier. Daher dachte ich mir, dass doch evtl. ein Motorrad mit Kardan schick wäre, um auch noch die Kettenpflege entfallen zu lassen.
Anforderungen (a.k.a. "wünsch dir was"😉("gerne" = wäre schön, muss aber nicht)
- Budget: gerne um 1000, max. bis 1500 Euro
- Aussehen: Naked, keine Speichenräder, nicht extra viel Chrom, gerne mit rundem Licht
- Antriebsart: gerne Kardan
- Reparaturen: Wartungsarm, bei älteren Maschinen gute Ersatzteilversorgung - wir können notfalls "etwas" schrauben, haben aber keine Garage und suchen sonst eine Werkstatt auf *hust*
- Fahrprofil: 60% Landstraße, 20% Stadt, 20% AB
- Leistung/Hubraum: Irrelevant
- Geschwindigkeit: Die Maschine muss ruhig und stabil bis 110 km/h laufen und sollte kurzfristig auf der AB bis 130 km/h zum Überholen gehen können (auch das stabil 😁)
- Sitzhöhe: nicht zu hoch (169 cm Körpergröße) - 79 cm (W800) sind ok, kommt aber auf den Schwerpunkt an (ER6N ging z.B. gar nicht)
- Gewicht: gerne leicht und wendig, definitiv nicht schwerer als die W800 (217 kg vollgetankt glaub ich)
- Verbrauch: unter 5l bei moderater Fahrweise ohne Gepäck, gerne mit E10 betankbar
- Zuverlässigkeit: Sollte zuverlässig anspringen/laufen bzw. bekannte Probleme sollten "überschaubar" bleiben
- Komfort: sollte nicht nach 1h schon unbequem werden
- ABS: muss nicht sein, hat sie im Augenblick auch nicht
- Gepäck: sollte auch ein Koffersystem / Seitentaschen vertragen können
- Soziustauglich: muss nicht sein, darf aber
Ich habe mit den Vorstellungen (größter Filter war über Kardan und Preis) einfach mal bei mobile.de geschaut und es gibt folgende Modelle, die ihr auch irgendwie noch im entferntesten zusagen könnten. Dabei sind alles eher die naked als die halbverkleideten Ausführungen. Ich habe auch noch nicht bei allem nach der Sitzhöhe oder im Ergonomie-Simulator geschaut und es sind auch teilweise deutlich stärkere Maschinen als notwendig enthalten.
- BMW K75
- Honda CBX 650 Nighthawk, CX 500, CX 500 C, VF 700 Magna, VT 500 E, VT 500 C, VT 700 C
- keine Honda NTV (findet sie sehr sehr hässlich)
- Kawasaki Z 440 LTD, Z 550 GT
- Suzuki VX800
- Yamaha XJ650, XJ700 MAXM X, XJ50 SECA, XV 535, XV 920, XZ 550
- Ist da denn etwas dabei, von dem ihr sagen würdet: Ja, das ist zuverlässig und wartungsarm und entspricht in etwa den Wünschen?
- Das meiste sind Maschinen aus den 80ern, es gibt aber viele gut gepflegt Angebote, bei denen alle möglichen Wartungsarbeiten/Reparaturen aufgelistet sind. Sie haben aber trotzdem meist 40t bis 90t km. Ist das trotzdem eine Überlegung wert bzw. gibt es bei bestimmten Modellen sehr teure Reparaturen, die bekanntermaßen immer in einer bestimmten km-Region anfallen?
- Ist die Idee mit Kardan eventuell Blödsinn, weil Kardan ja direkt das Gewicht erhöht und eine Kette zu fetten auch kein wirkliches Problem ist?
- Habt ihr andere Vorschläge und warum?
Vielen Dank, dass ihr bis hierher gelesen habt :-)
Beste Antwort im Thema
Nur noch mal kurz: Kettenpflege.
Ich stelle sie auf den Hauptständer, starte und lege den ersten Gang ein.
Das Hinterrad läuft im Ständgas mit ungefähr 1 Umdrehung pro Sekunde.
Im Kettenkaste ist mittig extra so eine Aussparung, da hänge ich den Rüssel
des Kettensprays rein und drücke 3 Sekunden lang auf den Auslöser.
Fertig! 🙂
25 Antworten
Die Z 440 ist kein schlechtes Möpp. Die ist durch Aufbohren aus der Z 400 entstanden,
ein netter kleiner Softchopper ohne aufwändige Technik.
Aber - gesetzt den Fall, deine Frau arbeitet nicht weiter als, sagen wir, 35 Km von eurem Wohnsitz
entfernt - eine 4 Viertakt 125er ist das einzig Wahre. In der Stadt unschlagbar, selbst von Bigbikes,
kostet nix im Unterhalt, billig in der Anschaffung...simpelste Technik, niedriges Gewicht, überall zu parken.
Eine neue Batterie kostet 17 Euro, aber Du brauchst eigentlich keine, zweiter Gang und Du schiebst sie
mit einem lässigen Fusstrit überall an, E-Starter hast Du auch noch...ich will Dir nix einreden, aber ich garantiere Dir, die W 800 wird viel länger nur rumstehen, als Du das jetzt denkst.
Weil eine 125er einfach praktischer als jedes andere Fahrzeug ist.
Schon einmal vielen, vielen Dank - auch von meiner Frau - dass ihr euch so viele Gedanken macht und Ideen einwerft!
Die Zephyr ist nen todschickes Motorrad - das wollte ich mir eigentlich kaufen statt der CBF, allerdings gab es da keine entsprechenden Angebote. Da werde ich ja direkt neidisch 😰 Ich hatte aber auch den Gedanken von TDIBIKER, ein leichteres, kleineres Motorrad zu nehmen, dann ist es auch etwas "anderes". Trotzdem gibt es bei der Zephyr unglaublich schöne Modelle....
Bei der 125er SR bin ich unsicher, ob das Stück Autobahn, was auf dem täglichen Weg liegt, dann noch wirklich Spaß macht - auch, wenn es nicht lang ist. Die Maschine müsste ja vermutlich bei spätestens 100 km/h an ihre Grenze kommen und wird vermutlich nur langsam dorthin vorstoßen (ich bin noch nie 125er gefahren, ich hab keine Ahnung)? Außerdem wird das mit Gepäck definitiv nichts werden. Wir schauen sie uns trotzdem mal an 🙂
Ich verfolge nochmal den GPZ 305er Ansatz weiter und auch die 440 LTD. Ich bin mal gespannt, wie die Maschinen so sind und was eine Probefahrt mitbringt. 🙂
[edit]Die Bandit 400 ist eher nicht so ihr Ding...[/edit]
Wenn es keine Alternative zur Autobahn gibt,
dann kannst Du die kleine SR allerdings vergessen, klar.
Wenn es "Nur" das Zweitbike für den Arbeitsweg sein soll, werf ich mal die XS 250 ins Rennen...
drolliges Kleinmöpp mit Potential..
Ich überlege auch schon, so eine noch neben die anderen zu stellen...
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Da ja eine XV in der "Vorauswahl" war, und nun von kleinen geredet wird,
nicht zu vergessen wäre da die relativ robuste genügsame (3-5L) XV 250 z.B. hier Preislich genau im angegebenen Rahmen.
mit Ihren 22Pferdchen auch ne kurze Bahnfahrt kein zu großes Hindernis darstellen sollte.
grüßchen aus München Frank
edit:
die 5L gehen nur bei reinem Dauervollgas (>130kmh) auf der Bahn durch die Gaser.
die die ich kenne fahren echt mit 3-3,5L im Schnitt.
Sooo .. ich wollte mich noch einmal ganz ganz herzlich für all die Tipps und Vorschläge bedanken.
Meine Frau hat sich nun eine Yamaha SR-125 (BJ 96) gekauft. Es ist zwar überhaupt nicht das, was ich mir eigentlich zu Beginn der Suche vorgestellt habe (Speichenräder, Kette, 125er), aber sie findet die Maschine schön und kann sie sich als zweckmäßiges Arbeitsgefährt vorstellen .. und dann gilt ja wieder: Happy wife, happy life 😁
Das Hauptargument für die Maschine war am Ende, dass sie zum einen das geringe Gewicht und trotzdem genug Leistung für den Arbeitsweg und die Stadt hat und zum anderen aber gerade durch die niedrige Leistung einen komplett anderen Zweck erfüllt und keine gleichwertige Alternative zu ihrem Motorrad wird.
Ich persönlich hätte trotzdem eher eine 250-400 ccm genommen, aber für knappe 700 Euro macht man mit der SR-125 bestimmt nichts verkehrt. Dann muss ich sie nur noch überzeugen, sich endlich Taschen für die W800 zu kaufen, damit ich nicht immer als Packesel herhalten muss *grummel*
Also .. noch einmal vielen, vielen Dank 🙂
Die SR bin ich schon gefahren. Der TDIBIKER hat sie mir freundlicherweise mal überlassen.
Wenn man davon absieht, das dem Motor jegliche Form von Temperament aber sowas von abgeht, ist das ein nettes Gefährt zum rumcruisen. Leicht, zuverlässig, sparsam.
Echte 100km/h werden aber knifflig...
Hihi...ich hab' sie schon bei dreiviertel-Gas auf 110 gehabt - 3 Meter hinter einem Bus...😁
Aber das sollte man ihr auf die Dauer auch nicht antun.
In verwinkelten Gassen und auf Wirtschaftswegen, am besten Berg runter, ist sie der Killer😁
Und im Alltag einfach eine treue Freundin - gute Wahl, thumbs up!
Nur noch mal kurz: Kettenpflege.
Ich stelle sie auf den Hauptständer, starte und lege den ersten Gang ein.
Das Hinterrad läuft im Ständgas mit ungefähr 1 Umdrehung pro Sekunde.
Im Kettenkaste ist mittig extra so eine Aussparung, da hänge ich den Rüssel
des Kettensprays rein und drücke 3 Sekunden lang auf den Auslöser.
Fertig! 🙂
Zitat:
Original geschrieben von TDIBIKER
Nur noch mal kurz: Kettenpflege.Ich stelle sie auf den Hauptständer, starte und lege den ersten Gang ein.
Das Hinterrad läuft im Ständgas mit ungefähr 1 Umdrehung pro Sekunde.
Im Kettenkaste ist mittig extra so eine Aussparung, da hänge ich den Rüssel
des Kettensprays rein und drücke 3 Sekunden lang auf den Auslöser.Fertig! 🙂
Eben.
Ich frage mich auch immer, was so unglaublich aufwändig und fürchterlich an Ketten sein soll. Ok, (nahezu) wartungsfrei ist noch einfacher, aber das bringt einen nun auch nicht um.
Wirklich schwierig ist es nicht, das stimmt. Wobei ich es z.B. bei der W800 störender finde als bei der CBF, allein wegen des Auspuffs. Wir fanden es nur beim letzten Urlaub auf einer Honda Shadow extrem entspannt, uns auf knappen 6.5k km nicht um die Kette kümmern zu müssen.
Der Grundgedanke war daher eigentlich nur, für das Fahrzeug den Aufwand "drum herum" auf ein Minimum zu reduzieren und darüber ggf. die riesige Auswahl an Fahrzeugmodellen einzuschränken 🙂