Nur auf 7 Pötten?

Irgendwie hat mein Cad nach den letzten ruhigen Jahren dieses Jahr keinen guten Lauf mehr.
Heute morgen beim Starten klang der Motor ganz anders als sonst. Und im Lenkrad waren heftige, drehzahlabhängige Vibrationen zu spüren.
Der Motor läuft sonst, wie sich das für einen Cad geziemt, fast vibrationsfrei!
Beim Fahren ist das Phänomen dann nach ca 5km verschwunden, um dann später auf der Autobahn wieder aufzutauchen. Dabei fährt er auch etwas zäher als sonst.
Meine Vermutung: ein Zylinder bekommt entweder kein Benzin, oder keinen Zündstrom.
Eine Überprüfung mit so einer Lampe, die man außen an die Zünkabel hält, ergab, daß in allen Zündkabeln "Leben" ist.
(Kabel und Kerzen wurden vor ca 2 Jahren erneuert, beim Verteiler weiß ich es nicht.)
Die Frage an die Experten:
Ist das (die drehzahlabhängigen Vibrationen, ein sehr unrunder Leerlauf) ein typisches Symtom für einen defekten Zündverteiler?
Die Onbord-Diagnose schweigt dazu bisher.

8 Antworten

Ich weiß nicht was du mit der lampe meinst aber sowas ist in der regel ein defektes zündkabel das feuchtigkeit zieht.Nimm einfach mal einen gut isolierten schraubenzieher und fahr an den kabeln entlang wenn eins oder mehrere durchschlagen hast du das Problem gefunden.Aber gut isoliert

Hallo Romiman,
Nach vielen tausend Euro Lehrgeld mit meinem DeVille bin ich seinen Schwächen ziemlich gründlich auf die Spur gekommen. Die Probleme bei diesem Wagen sind meistens nicht, was sie auf den ersten Blick zu sein scheinen.

Ich hatte mal ein ähnliches Problem. Unrund laufender Motor mit gelegentlichen Fehlzündungen und Leistungsverlust verbunden mit hohem Spritverbrauch. Zwei Jahre wurde der Wagen von Fachwerkstatt zu Fachwerkstatt gereicht. Alle diese Stümper standen vor einem Rätsel, waren sich aber nicht zu fein, exorbitante Diagnoserechnungen zu erstellen, von denen ich mir zwei vor Gericht wiedergeholt habe.

Der Verdacht ging auch da zuerst in Richtung Zündung. Kabel, Kerzen, Steuergerät, Prom und Verteiler wurden gewechselt. Da keine Besserung eintrat, reklamierte ich. Auf dem Rückweg in die Werkstatt verglühte wegen der Fehlreparatur der Kat. Spätestens hier hätte der Fachmann merken müssen, daß der Fehler irgendwo in der Gemischaufbereitung lag. Da niemand erkannte, daß beim Grillen des Katalysators auch die Lambdasonde verkohlt wurde und fehlmaß, fettete die Elektronik das Gemisch immer mehr an und wusch den Ölfilm von den Zylindern. Folge war ein Kolbenkipper auf 7 Zylindern. Die Maschine wurde in einer Motorklinik komplett überholt. Als er fertig war, lief er immer noch scheiße und hatte Aussetzer. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Wagen mit Unterbrechungen etwa 2 Jahre in Werkstätten verbracht. Das kostete mich bis hierher etwa 3500 Euro (von denen ich mir über die Gerichte knapp 2000 wieder holte).

Nachdem ich dort fürchterlich wütend wurde, mir aber der Meister nachweisbar eine einwandfreie Reparatur belegen konnte, brachte ich den Wagen zum örtlichen Autoelektriker, der nur ein paar Häuser weiter wohnt und sonst mit Amis gar nix zu tun hat. Nach einigen Stunden hatte er den Fehler gefunden, der für jahrelange Probleme gesorgt hatte: Ein brüchiges Kabel am Temperatursensor.

Das ließ die Elektronik glauben, daß der Motor ständig kalt war und fettete das Gemisch an. Dadurch verkokste die Lambdasonde und die Gemischaufereitung ging noch mehr daneben. Dadurch kam der Kolbenkipper zustande, verbunden mit all seinen Nebenwirkungen. Besonders auffällig ist, daß beim Diagnostizieren vier Werkstätten versagt haben.

Deshalb mein Tip: Laß mal die Sensorverkabelung testen! Die ist der absolute Schwachpunkt bei diesen Cadillacs. Wie der Rest der Elektrik/Elektronik auch. Und sie produziert derartige Probleme.

Jetzt ist gerade vor kurzem bei mir das Steuergerät des Lüftermotors ausgefallen. Sie schaltet dann den Lüfter auf volle Drehzahl und läßt ihn so lange laufen bis die Batterie leer ist. Zündschlüssel abziehen bringt nix. Schaltet dann auf Dauerplus. Habe ich jetzt erneuert. Wie gesagt, 90% der Probleme an diesem Auto sind elektrischer Natur.

Oh, vielen Dank Spechti!
Wo sitzt denn dieser Temperatursensor bzw sein Kabel?

Bis jetzt hat die Elektronik bei mir noch keine Probleme verursacht. Der Kat mußte kürzlich erneuert werden.

Er sitzt am Thermostatgehäuse oder in dessen Nähe. Es gibt bei den HT-Motoren nur einen davon. Wenn der Fehlmessungen produziert, spinnt das ganze Motormanagement.

Es handelt sich dabei um einen Thermistor, also einen wärmeabhängigen Widerstand. Du brauchst ein also Ohmmeter, um ihn zu testen. Die Soll-Meßwerte habe ich im Moment nicht.

Auch die Verkabelung und die Stecker prüfen.

Wenn Dein Kat ausgebrannt war, ist das ein möglicherweise ein Zeichen für einen Gemischfehler. Und der könnte durch einen schleichend falsch messenden Temperatufühler zustande kommen. Zu fettes Gemisch verglüht ihn in kürzester Zeit. Wohl gemerkt: könnte. Muß aber nicht.

Alles klar, supi, Spechti.
Der Kat war einfach buchstäblich "zu Staub zerfallen". Und mein Endtopf, den ich sogar schon eindrücken kann, (und mit dessen Tausch ich schon seit 7 Jahren rechne), kam kürzlich schon das 4. mal durch den TÜV...

Wenn Du die Werte hättest, wäre auch prima. Ohmmeter ist vorhanden! 🙂

Huaa, da hast Du mich jetzt aber kalt erwischt! Da muß ich erst suchen. Hast Du ein Glück, daß ich mich einen feuchten Furz für Fußball interessiere und lieber einen halben Regalmeter Cadillac-Literatur durchwühle...

So, da haben wir es:
Bei Temperatur 68 Grad Fahrenheit (kalter Motor) sollte er einen Widerstand haben von 3200-3500 Ohm
Bei Temperatur 176 Grad Fahrenheit (heißer Motor) sollten es nur noch 300-330 Ohm sein. Der Widerstand wird also bei wärmerer Maschine geringer.

Wenn der Sensor in diesen Parametern ist, checke das Kabel, indem Du es vom Sensor abziehst und dann über die beiden Pole mißt. Bei Zündung ein sollte da eine Referenzspannung von ca. 5 Volt draufliegen. Auch mal dran wackeln, um zu schauen, ob da ein Wackler drin ist.

Wenn's das nicht ist, muß er in die Klinik. Und laß Dich da nicht verarschen!

Temperatursensor

Na das nenn ich mal Service! Ich danke Dir! Werde natürlich berichten.
Ich hab auch nicht Fußi geguckt. (Man bekommt den Spielverlauf, das Ergebnis und den Zustand von Ballacks Wade ja auch so aufgezwungen, ohne daß man irgendwie aktiv wird...)

Temperatursensor

Ich hoffe, den richtigen Sensor erwischt zu haben. Er ist direkt unter dem Luftansaugkanal, hinter (wenn man vor dem Auto steht) der Verteilerkappe.
Jedenfalls ergab eine Widerstandsmessung im kalten Zustand 3,88 Kilo-Ohm. Und auf den Kabeln (an denen keine Beschädigungen zu erkennen sind) liegen genau 5,0 V an.

Meine bescheidene Werkstattausrüstung und die kleinen Schräubchen ließen einen Blick unter die Verteilerkappe nicht zu. Die Zündkabel sind alle äußerlich unversehrt und stecken fest auf allen Kontakten.

Ich werd den Sensor noch mal heiß messen.

Bis später

Dank & Gruß

Roman

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