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Unheilbar

Blog vonUnheilbar

11.02.2024 13:32    |    Unheilbar    |    Kommentare (0)

Moin Zusammen.

 

5 Jahre vergessen! Der kleine Elch (2,0 l, 10V, 126 PS, EZ 17.12.1996) stand über die ganzen Jahre einfach draußen. Unbeachtet. Traurig. Schwarz. Betrübter Ausdruck. Matt. Komplett. Gewichtreduziert – mit faustgroßen Löchern in den Kotflügeln. Die erste Inaugenscheinnahme der bekannten Schwachstellen verlief bis auf die Kotflügel unauffällig.

 

Eckdaten: Ersthand. In 6 Jahren ca. 160.000 km Langstrecke Berlin/HH-Köln, dann gab es den neuen Firmenwagen, ELMO blieb in der Familie. Die Frau fuhr in den nächsten 18 Jahren etwa 43000 km, dann KM bei Abholung 203.384 km.

 

Der Schreiner, der diesen Schweden im Dezember 1996 neu strahlend in Empfang genommen hat, nutzte den Lastenelch in den ersten etwa 6 Jahren betrieblich, überregional auf langen Strecken. Pendeln zwischen GL und Berlin/Hamburg war angesagt. Nach etwa 160 tkm ging er zur Schreinerfrau in den Ruhestand. Er blieb weitere 18 Jahre standhaft und zuverlässig, wurde dann leidenschaftslos abgestellt, noch 2 Mal in 5 Jahren bis zum Fundort bewegt.

 

Habe den kleinen Elch dort im Hinterhof, nachdem er etwa 5 Jahre bei der Ersthand an frischer Luft und ohne Dach nicht zugelassen stand, zu Beginn 2024 gerettet, weil ich, wie meine Frau sagt, „Unheilbar“ bin.

 

Mit einer Starterbatterie, Kompressor, Schleppstange, kleinem Werkzeug + Philipp bewaffnet ist er, nachdem der Anlasser etwas unwillig war, einfach so angesprungen. Die Hydrostössel – oh weia – waren anscheinend alle noch da :-). In der Warmlaufphase, in der wie die gesamte elektrische Anlage ausprobiert haben (unglaublich - alles funktionierte, ESSD, Spiegel, EFH, alle Birnchen), waren die metallischen Geräusche der Hydros milder.

 

Habe mich gewagt, den Elch auf eigener Achse etwa 15 km zur Scheune zu fahren. Der Tacho funktioniert, die Kilometerangabe lief noch ein paar Minuten, bevor sie hängen blieb. Die Reifen liefen anfangs unrund (welch Wunder!)

 

Schon nach 5 km nix klackerndes, keine Nebengeräusche, minimales Blasen des Auspuffes. Alle Bremssättel sind (fast) frei geworden, der vorderer rechte hängt minimal.

Unglaublich, wie ruhig das Auto läuft! Der 5-Zylinder klingt schön, satt. Leistung ausreichend. War mir schon immer egal. Der kleine 10V ist für mich flott genug.

 

In Lindlar angekommen, ab auf die Bühne. Anamnese mit Philipp, der sich auskennt. Alle Schwachstellen nach Liste durchgeschaut, abgehakt. Nix gravierendes. Nach der Demontage der Radhäuser hinten links eine leicht knusprige Stelle entdeckt, max. 2x2 cm. Alles andere war ohne auffälligen Befund. Schwellerleiste rechts durch aufsetzen gerissen, darunter sichtbare Blessuren im Schweller. Alle Schrauben mit Rostlöser eingesprüht.

 

Liste geschrieben, ungefähre Arbeitsstunden und die nötigen Ersatzteile notiert. Und die Entscheidung gefällt: der kleine Elch wird mein erstes Projekt, das ich nach Möglichkeit fast ohne Hilfe, also ALLEINE (mit Philipp als beratende Rückfallebene) angehe.

 

Am 3. Tag danach habe ich schon zwei schwarze Kotflügel & die Schwellerleitse rechts erworben. Das Laderaumrollo (einrollen defekt) und sogar einen weiteren schwarzen Flügel muss ich noch abholen (in LUX). Die Ersatzteilversorgung ist also gebraucht und neu noch sehr gut, habe ich gelernt. Und ich habe schon sehr kompetente, hilfsbereite, freundliche Menschen zumindest telefonisch kennengelernt. Danke an Philipp, Tim, Felix!

 

Erste Schritte der Restauration sind bereits erfolgt: Demontage der Front + Kotflügel. Rostbearbeitung an allen sichtbaren Beeinträchtigungen in Radkästen, Schweller, Unterboden, Achsen etc.. „Kekse“, Drahtbürste, Dremel, Schraubendreher, Nagler, Schleifer, Multitool kamen zum Einsatz, hierdurch verkapselter Rost wurde wieder aufgekratzt. Einsatz von Fertan zum Unterwandern und verkapseln des Rostes! Und schon ist der Rost wieder schön*er.

 

Die durchgerostete (!!!) abnehmbare AHK, kaum genutzt, musste weg. Ärgerlich! Umso mehr, als dass die Schrauben sich nicht lösen ließen. Ziemliche Plackerei! Der E-Satz verbleibt im Auto – wer weiß, wofür er irgendwann mal gut ist. Vielleicht kommt ja wieder eine dran. Hier bot sich an, die Plastikleiste Kofferraum zu demontieren, marginale Rostbearbeitung darunter mit Fertan. Seilfett konserviert.

Genau hier stehe ich nun…der linke vordere Radlauf + Schweller ebenso wie Teile des Unterbodens fehlen noch in der Rostbearbeitung, das kleine Löchlein muss geschlossen werden.

 

Benötigte Teile (Kosten ca. 1500 – 2500.-)

Bremsen ringsum, Bremsschläuche, div. abgebrochene Clipser, Gummiteile, Manschetten, Keil- und Zahnriemensatz, Flüssigkeiten, Filter, Sachs-Niveaumat hinten links (nur Faltenbalg o. neue Stoßdämpfer), Aufnahme Stoßfänger rechts, Auspuff.

Was folgt nun neben der fotografischen Begleitung der einzelnen Schritte? Mein Zeitplan (fertig Ende April) der eh nicht eingehalten werden wird, da ich je Woche nur eine begrenzte Stundenzahl an dem kleinen Elchen verbringen darf/werde:

- weitere Rostbearbeitung mit Fertan

- Unterbodenwäsche mit Hochdruckreiniger, trocknen lassen

- Fertanisierte Stellen mit farbigem Brantho Korrux und

- dann mit schwarzem Lack versiegeln

- Hohlraum an sichtbaren Roststellen mit Fertan „fluten“

- Hohlraumkonservierung

- transparente Wachsschicht Petec oder Seilfett

- Bremsen-, Auspuff-, Manschettentausch

- Riementausch

- Flüssigkeiten- und Filterwechsel

- Montagearbeiten

- Kilometerzähler reparieren (mit RepSatz für ca. 40.-)

- Aufbereitung innen und Außen

- Zwischendurch Brief aufbieten oder hoffen, dass der Erstbesitzer ihn findet

 

Und dann wird er irgendwann in Ruhe fertig werden. Entweder fahre ich den Elch dann selbst eine Weile. Auf jeden Fall wird er in den nächsten zwei Jahren einen neuen Besitzer finden. Man wird sehen!

 

Wer sich fragt, warum ich so einen Aufwand betreibe – lohnt sich das? 1. Unheilbar + 2. weil ich es will! Man sollte nie aufhören, den Mut zu haben, sich an etwas Neuem zu versuchen. Sollte es doch so sein, dann ist man alt. Egal, wie viele Lenze man zählt!

 

Brauche noch: originales Radio, 3 x gut erhaltene Columba Alu 6,5 x 16 ET 43, Nr. 3546745.

 

Beste Grüße aus BN.

 

Euer Unheilbar

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