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Poeldocktor

Diverse Arbeiten an meinen Fahrzeugen.

03.11.2014 11:43    |    Poeldocktor    |    Kommentare (16)    |   Stichworte: E-Klasse, Injektortausch, Mercedes, S211

Rücklaufmengentest
Rücklaufmengentest

Hier wird der Tausch eines Injektors beschrieben.

 

Um einen defekten Injektor zu lokalisieren wird ein Rücklaufmengentest durchgeführt.

Eine Billigversion, siehe Bild, mit 6 mm PA-Schlauch.

Die Rücklaufleitungen werden an den Injektoren entfernt, und die Zuleitung in den Treibstoffrücklauf mit einem passenden Stahlstift verschlossen.

Hier wird ansonsten Treibstoff hinausgedrückt sobald die Intankpumpe läuft.

Der PA-Schlauch mit 6mm AD wird an Stelle der Rücklaufleitung eingesteckt, und der hält wunderbar dicht.

Die Version im Bild wird noch mit Einwegspritzen verbessert.

Dann kann nach der Prüfung der Spritzenkolben eingeführt werden, und der Diesel läuft nicht sofort aus der Leitung.

 

Falls der Injektor auf Grund einer defekten Injektordichtung (Black Death) getauscht wird, und der Injektor/Injektorschacht mit schwarzem Zeug verdreckt ist, dann empfiehlt es sich einige Tage vor dem Versuch den Injektor zu ziehen den Injektorschacht regelmäßig mit dem Kohlenstoffreiniger "One Shot" von der Firma Kent zu fluten.

 

Zuerst wird der elektrische Anschluss, und die Zuleitung vom Railrohr zum entsprechenden Injektor entfernt.

Dann löst man die Spannpratze des Injektors indem die Dehnschraube entfernt wird.

Die Spannpratze kann besonders gut mit einem Teleskopmagneten entfernt werden.

Zum Ausziehen des Injektors kann Spezialwerkzeug verwendet werden.

Wenn der Injektor normal fest sitzt, dann genügt ein dicker Schraubendreher oder eine Zange zum ziehen.

Das Werkzeug im Bild ist aus dem Auktionshaus, kostet um die 50,- Euro, und ist auch nicht mehr Wert.

Die Verarbeitung ist gruselig, aber für die Anwendung ausreichend.

Wir benötigen nur die Klaue welche an Stelle der Spannpratze eingehängt wird, und den Wixer.

Der Wixer wird in die Klaue mit einem groben Gewinde eingeschraubt, das ist bei mir schief, tut aber.

Mit einigen Schlägen ist der Injektor normalerweise gezogen.

 

Jetzt wird das Düsenloch verschlossen.

Dazu habe ich ein Reinigungsset für den Injektorschacht mit entsprechenden kleinen Hülsen und einer Gewindestange zum einsetzen.

Der ist von der Firma Sauer, und wurde bei Taxiteile.de für etwa 100,- Euro gekauft.

[url= http://www.te-taxiteile.com/.../...ngsset-fuer-Injektorenschaechte-CDI]Taxiteile.de[/url]

Mit einem Reinigungstuch wird der Schmutz aus dem Injektorschacht entfernt.

Ich wickle auch das Werkstättenputzpapier über die Drahtbürste zum reinigen der Injektorschachtwand.

Damit lässt sich die alte Keramikpaste am besten entfernen.

Mit der Drahtbürste für den Injektorsitz diesen reinigen.

Eine alte Dehnschraube für die Spannpratze habe ich mit einer Eisensäge der Länge nach eingeschnitten.

Diese drehe ich ein, und durch den Schlitz wird das Gewinde im Zylinderkopf gereinigt.

Man kann durchaus auch Bremsenreiniger für die Reinigung des Inkektorschachtes verwenden.

Man sollte jedoch darauf achten, dass dieser in den Zylinder läuft, und vor dem Einbau des Injektors mit Druckluft ausgeblasen wird.

Zum Ausblasen des Injektorschachtes kann ebenfalls Druckluft verwendet werden.

Der Verschlussstopfen für das Düsenloch sollte dann aber mit der Gewindestange festgehalten, und so gesichert werden.

Zum Schluss wird der Verschlussstopfen wieder entfernt, und das Düsenloch mit der entsprechenden Bürste gereinigt.

 

Der neue oder überholte Injektor wird bis zur Düse mit Keramikpaste bestrichen.

Die Düse selbst auf keinen Fall bestreichen.

Eine neue Kupferdichtung auf die Düse aufsetzen.

Hier gibt es zwei verschiedene Dicken.

Die dickere Dichhtung ist nur zu verwenden wenn der Injektorsitz schon mal mit einem Fräser bearbeitet wurde.

Bei manchen Komplettsets liegen beide Stärken bei.

Vor dem einsetzen des Injektors nochmal alles mit Druckluft ausblasen, speziell im Sacklock im Zylinderkopf für die Dehnschraube darf sich keine Flüssigkeit befinden.

Der Injektor wird eingesetzt, und mit der Spannpratze und einer neuen Dehnschraube auf 6 NM Drehmoment festgezogen.

Nach einer kurzen Setzpause jeweils noch zwei mal um 90° festziehen.

Die Railleitung wieder anschrauben, den elektrischen Anschluss, und die Rücklaufleitung wieder anschließen.

 

Fertig ist der Injektortausch.

Bei der Bestellung des neuen oder gebrauchten Injektoren auf die Klassifizierung achten.

Die steht oben auf dem Injektor, und wenn man die gleiche Klasse bestellt, dann muss nach dem Tausch auch nichts mit der Stardiagnose gemacht werden.

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03.11.2014 14:33    |    dirki1600

Respekt, super Arbeit! Selbst ist der Mann! Hätte ich sicherlich auch versucht, wenns meiner gewesen wäre. Bei meinem 320d E46, den ich mit 225tkm nach 9 Jahren Besitz verkaufte, habe ich darauf auch immer "gewartet", aber bei den Injektoren hatte ich wohl Glück. Waren noch die originalen.

Die schraubbaren Drahtbürstenaufsätze kommen mir auch bekannt vor. Kenne die aus dem Heizungsbereich zum Kessel reinigen etc.. Gibts ja in sämtlichen Größen und sind selbstverst. auch für andere Anwendungen hervorragend geeignet :)


03.11.2014 17:56    |    AudiJunge

Wieso ist das ne Dehnschraube wenn sie nur mit 6Nm angezogen wird ?

 

Ne Dehnschraube wird bei mir immer mit nem gewissen Winkel nachgezogen, schon alleine um zu verdeutlichen das es ne Dehnschraube ist.


03.11.2014 20:44    |    Poeldocktor

Ist schon eine Weile her das ich die Injektoren getauscht habe, und werde im WIS nochmal nachsehen, und gegebenenfalls den Blog korrigieren.

Danke für den Hinweis.


04.11.2014 13:04    |    dirki1600

Ok, da is schon was dran. Ob Zylinderkopf- oder Pleuellagerschalen etc., Dehnschrauben eben,...die letzte Stufe (wenn mehrere), auch wenn die davor mit Drehmoment, wird eigentlich immer starr bzw. mit Winkel angezogen.


04.11.2014 18:42    |    Poeldocktor

Wurde ja schon ausgebessert ;-)


04.11.2014 18:47    |    AudiJunge

Is doch nen Unterschied ob man die Schraube nur mit 6 Nm oder mit 6 Nm und 180 Grad anzieht;).

 

Da hätte der Motor die Injektoren sicher wieder ausgespuckt wenn man die Schrauben nur mit 6 Nm angezogen hätte.


15.11.2014 16:02    |    W 8993

Ein guter umfassender Beitrag. Ich finde es gut beschrieben. Ich muss einen meiner Injekoren auch mal bald ausbauen. War mir bei den angebotenen Werkzeugen immer unsicher, ob die auch bei meinem OM647 passen, da immer nur OM611-613 angegeben sind. Du hast doch den OM648, oder? Dann wird es bei meinem wohl genauso passen.


15.11.2014 19:34    |    Poeldocktor

Ich habe den OM648.

Beim Werkzeug musst du dir keinesfalls unsicher sein ob das passt.

Mann kann sich das auch ausmessen wenn man möchte.

Es dreht sich ja immer nur um die Dimension des Injektorschachtes.

Der Satz ist bei Taxiteile auch abgebildet, und die Teiledimensionen beschrieben.

Der Preis von ~100 Euro ist ohnehin recht frech, da ist nichts dabei was man nicht besorgen und basteln könnte.

 

6 Verschlusshülsen mit Eindrehwerkzeug

Selber basteln aus Hülsen mit Innengewinde und passender Gewindestange.

Die Oberseite etwas aufbördeln oder Material auflöten, der Bund verhindert das hineinfallen in den Zylinder.

 

Bürstenhalter mit Messinghülse

Unten an ein Ermetitohr eine passende Mutter schweissen oder Hartlöten oben vier "Dreherstäbe" schweissen\löten.

Die Aussengewinde der besorgten Pinsel und Zylinderbürsten müssen zur Mutter passen.

Hülse ist selbsterklärend.

 

2 Pinselbürsten im Durchmesser 17mm

Pinsel\Topfbürsten aus dem Handel. Draht aus Messing ist wichtig!

Aufpassen, der Trägertopf für den Draht darf nicht größer sein als unten die Drähte wegstehen.

Die Drähte müssen sehr dicht stehen, die werden dann ja m9t der Messinghülse eh zusammengedrückt, und in den Injektorschacht eingeführt.

 

2 Zylinderrohrbürsten 300x100x7mm mit Messingdraht 0,1mm

Das sind die dünnen 7mm Bürsten für das Düsenloch.

Wichtig aus Messing! Suchwörter: Innenbürste, Düsenbürste

 

2 Zylindergewindebürsten im Durchmesser 17/19mm mit Stahldraht 0,2mm

Zum reinigen der Injektorschachtwand.

 

Nylonbürsten wären eventuell eine Alternative zu Kupferbürsten, so eine hatte ich noch nicht in der Hand.


15.11.2014 22:06    |    W 8993

Ich war mir beim Ausziehwerkzeug unsicher, ob es bei meinem passt.

Wenn ich mich recht erinnere, kostet das Reinigungsset (611 589 00 68 00) direkt bei MB ca. 80,-

Ich weiß aber nicht, was da alles genau enthalten ist.


15.11.2014 22:19    |    Poeldocktor

Das abgebildete Ausziehwerkzeug sollte wohl für die MB Magnetinjektoren geeignet sein.

Piezo bin ich mir nicht sicher, da musst du selbst recherchieren.


09.04.2015 16:15    |    Trackback

Kommentiert auf: Mercedes E-Klasse W211:

 

Injektor

 

[...] http://www.gswittich.de/product/324984/ref/322787

Damals bei Taxiteile.de gekauft, gibt es dort aber nicht mehr.

Aternativ: https://www.google.at/search?...

 

Wenns hilft:

http://www.motor-talk.de/.../injektortausch-t5104629.html

 

lG Herbert

[...]

 

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20.07.2015 00:43    |    Trackback

Kommentiert auf: Mercedes E-Klasse W211:

 

E 280 CDI OM642 Injektoren neu abdichten -Bericht-

 

[...] Mein Injektortausch-Blog

http://www.motor-talk.de/.../injektortausch-t5104629.html

[...]

 

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23.10.2015 16:17    |    joop11

Toller Beitrag


23.10.2015 16:21    |    joop11

Der Durchmesser der Verschlüsshülse würde mich interessieren?


23.10.2015 22:13    |    Poeldocktor

Muss ich nachmessen. Die Düsenlochbürste hat 7,25 mm konnte ich nachlesen.

Also vermutlich um die 7mm. Wichtig ist aber die "Bördelung", damit die Hülse nicht hineinfallen kann.


23.10.2015 23:33    |    joop11

Danke ;-) Bördelung jepp klar ist wichtig; -)


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