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Mazda Rekordjäger wensi1974

16.03.2019 22:34    |    wensi1974    |    Kommentare (19)

Tag 1: Das Auspacken und Staunen

"Ist das Chris" war die verblüffende Frage meiner 9jährigen Tochter, als sie voller Freude das Paket auspackte. "Ja, das ist er..." musste ich anerkennend feststellen. Chris macht einen wertigen Eindruck, die Verarbeitung ist hochwertig, die Halterung mit Magneten ausgestattet. Die Verpackung ist ebenfalls sehr ansprechend, alles dabei, siehe Bild.

Lieferumfang von Chris (Kleinteile fehlen)Lieferumfang von Chris (Kleinteile fehlen)

"Kann ich mit ihm sprechen?" fragte meine Tochter. "So schnell geht das nicht...wir müssen ihn noch einrichten" unterbrach ich ihre Vorfreude.

Chris-App aus dem App-Store laden, Konto erstellen, Zugriffsrechte vergeben, Software updaten. Das wars. Hat bei mir keine 15min gedauert. Es zeigt sich, dass Chris hier schon sehr professionell ist, alles ist im wesentlichen intuitiv bedienbar.

Kleiner Trockentest im Wohnzimmer: "Hey Chris.....rufe Corina an".....und schon klingelte das Telefon meiner Frau. Wahnsinn.....Erst danach wurde mir bewußt, dass es bei Chris anders wie bei den Smartphones mit dem angebissenen Apfel kein Matchen der Stimme gibt. Chris funktioniert, ohne dass er auf meine Stimme trainiert wurde.

Ich habe dann Chris über die App auf dem Smartphone (iOS-Version im Beta-Status!) noch ein paar Orte beigebracht, wie zum Beispiel "Zuhause", "Arbeit", "Oma und Opa". Der anschließende Test "Hey Chris....fahre zu Oma und Opa" zeigte noch eine Schwäche. Die Sprache war ziemlich abgehakt. Hier muss noch nachgearbeitet werden.

Da es heute schon dunkel und spät ist, werde ich morgen Chris ins Auto mitnehmen und ordentlich anschließen. Die Vorfreude und die Spannung ist groß, nicht nur bei meiner Tochter.

Anschluß im Auto: Ursprünglich sollte Chris eigentlich über Bluetooth ins Auto eingebunden werden, so dass die Sprache/Musik digital übertragen werden kann. Dieses Feature ist wohl softwaretechnisch noch nicht fertig. So muss Chris über einen FM-Transmitter ins Auto integriert werden. OK, nicht die beste Lösung und passt irgendwie nicht zu der hochwertigen Erscheinung von Chris, aber wenigstens ist ein solcher Transmitter im Lieferumfang.

Dieser besitzt 2 USB-Schnitstellen zum Laden und als Eingang für das zu übertragendes Audio-Signal.

 

schaut auch mal in einen anderen Blog, der auch mit dem Thema Chris zu tun hat:

https://www.motor-talk.de/.../...ris-von-german-autolabs-t6577509.html

 

Tag 2: der erste Praxistest

Heute sollte also der erste Praxistest im Auto erfolgen. Ich wollte dies auch mit dem Smartphone dokumentieren. Das erweist sich aber als gar nicht so einfach. Auf der einen Seite kann (und darf) ich ja nicht gleichzeitig fahren, Chris Anweisungen geben und das ganze noch filmen. Auf der anderen Seite machte die hoch integrierte Technik mit einen Strich durch die Rechnung. Da Chris mit dem Smartphone verbunden ist, erfolgte bei mir die Sprachausgabe auch über die Bluetooth-Verbindung, also über das Smartphone. Wenn ich aber filme, müsste das Smartphone seine eigenen Töne aufnehmen, was es aber nicht tat. So wurden bei den ersten Videos zwar die Bilder, jedoch nicht die Tonausgabe dokumentiert. Ich musste im nächsten Schritt also ein zweites Smartphone nehmen zur Dokumentation. Nachfolgend ein paar Eindrücke aus der Praxis.

Beim Abspielen von Musik erscheint das hinterlegte CoverBeim Abspielen von Musik erscheint das hinterlegte Cover

 

Die Ansicht beim NavigierenDie Ansicht beim Navigieren

 

 

Am ersten Testtag ist mir folgendes aufgefallen:

Es ist tatsächlich ratsam, das Smartphone nicht direkt mit dem Fahrzeug und Chris zu koppeln. Leider hat sich mein iPhone selbstständig wieder sowohl mit Chris als auch mit dem Fahrzeug verbunden. Es kam dann zwar die Musik aus den Lautsprechern des Autos, aber es gab leider auch störende Effekte. Ich werde morgen ein anderes Auto verwenden, welches über keine Bluetooth-Verbindung verfügt. So kann ich auch mal den mitgelieferten FM-Transmitter testen. Das ist ja auch ein Vorteil von Chris: Er lässt sich problemlos in ein anderes Auto mitnehmen.

Ein weiteres Problem ist, dass Chris sich nicht so gerne filmen lässt.:rolleyes:

Sobald man das Smartphone vor die Augen von Chris hält, kann es sein, dass er es als Geste interpretiert :D

 

Ferner ist mir aufgefallen, dass die Grafik bei der Navigation sagen wir mal gewöhnungsbedürftig ist. Es ist klar, dass auf der kleinen Fläche kaum mehr dargestellt werden kann. Aber auf die vielen Formen wie oben zu sehen kann ich dann auch verzichten. Es wäre besser, große Pfeile und eine grafischer Balkenanzeige, wann genau abgebogen werden muss. Die Navigationsansagen waren hier deutlich hilfreicher.

Noch kurz ein paar Worte zur Steuerung von Chris. Hier zeigt sich, dass die Verarbeitung der Spracheingabe zu einer kleinen Verzögerung führt. Diese Verarbeitung erfolgt nicht in Echtzeit. Man gewöhnt sich daran.

Zudem ist mir aufgefallen, dass für die Gestensteuerung die Hände doch relativ nahe an Chris herangeführt werden müssen. Ich werde dazu noch ein paar bereits gedrehte Videosequenzen hochladen.

 

Im ersten Video ist zu sehen, wie Chris auf Befehle zum Abspielen von Musik reagiert. Hier gibt es meiner Meinung nach nichts zu meckern.

 

https://youtu.be/sOJwxJ8FTpU

 

In einem anderen Video kommt es zur kuriosen Situation beim Versenden einer Nachricht.

Hier übergibt Chris die Aufgabe an Siri (Spracheingabe von Apples iOS). Ganz nach dem Motto: Hier macht sich der Chef nicht die Finger schmutzig :cool:

 

https://youtu.be/kc4G8uvSSBU

 

Fazit vom ersten Testtag im Auto:

Man muss sich etwas an die Bedienung gewöhnen und darauf achten, welches Gerät mit welchem verbunden ist. Die Spracheingabe klappt erstaunlich gut, die Reaktionszeiten sind etwas zu lang. Die Navigation ist nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Es sind aber alles noch Kinderkrankheiten, welche ausgemerzt werden können, da die im Wesentlichen die Software betreffen. Mit dem Hintergrundwissen bin ich auf die nächsten Tage gespannt. Ich möchte hier einen Schwerpunkt auf die Navigation sowie auf das Versenden von Nachrichten legen.

 

Tag 3: die (teilweise) Ernüchterung

Heute morgen habe ich Chris in einem anderen Fahrzeug getestet. Das Starten der Navigation ging problemlos. Leider scheint es wohl so zu sein, dass man parallel nicht Musik abspielen kann.

Bei der Fahrt zur Arbeit hat leider ein am Innenspiegel hängender Glücksbringer Chris fast zur Weißglut gebracht :D. Bei jeder Kurve, bei jedem Bremsvorgang erfasst Chris das baumelnde Etwas und versuchte, die Gesten zu interpretieren....OK, das war nix. Bei der Heimfahrt wurde das Gebaumel entfernt und Chris hatte weniger Probleme. Es scheint so, dass die Anzeige während der Navigation manchmal etwas hängen bleibt. Es kam vor, dass das Bild auf dem Display von Chris (Pfeil nach links) nicht mit der Navistimme überein stimmte (Biegen Sie rechts ab).

Weitere Eindrücke:

 

Fehlende SymboleFehlende Symbole

 

 

 

Normale DarstellungNormale Darstellung

 

 

 

 

Noch ein kleines Video zum Abschluss. Hier scheint Chris nicht so recht zu wissen, was es (sie/er) zum soll.... Soll es die Musik stoppen oder doch weiter abspielen? :confused:

es zeigt sich, dass die Software noch nicht serienreif ist....

...oder liegt es an der Musik????

 

 

 

https://youtu.be/MHb3hbXGbus

 

 

Ein ein paar Worte zur Halterung von Chris:

Die Halterung ist ebenso hochwertig und man kann Chris sowohl auf den Armaturenbrett als auch an der Scheibe mit dem Saugnapf festmachen. Mit Hilfe eines Kugelgelenks kann man Chris dann gut positionieren. Allerdings hat das Gelenk einen zu kleinen Bewegungsspielraum, so dass bei einer recht steilen Scheibe Chris leicht nach oben schaut.

 

Fazit der ersten Tage im intensiven Test:

 

Das Gerät scheint technisch gut konzipiert zu sein. Die Ausführung ist mit hochwertigen Materialien sehr edel.

Bei der Software muss dringend nachgerüstet werden. Auch die Bedienung ist weitgehend intuitiv, aber die Spezialfunktionen sollten in einem Lernvideo kurz vorgestellt und erklärt werden, wie zum Beispiel die genaue Gestensteuerung oder automatisierte Anweisungen. Die kurze Einführung in der App ist da mir zu wenig.

Ich werde in den nächsten Tagen mir Chris nochmal intensiv zur Brust nehmen.

 

2. Woche im Test

Inzwischen hat Chris ein Software-Update erhalten und auch die iOS-App wurde erneuert. Eine wichtige Neuerung in der App ist das Pairing mit dem FM-Transmitter. Dies geschieht jetzt über die App.

Leider sind die wesentlichen Kinderkrankheiten noch nicht wirklich ausgemerzt.

So konnte ich zum Beispiel nicht in der App unter "meine Ziele" eine bekannte Adresse eingeben, weil die hinterlegte Navisoftware nicht mal das komplette Stadtviertel gekannt hat (kein Neubaugebiet!!!). Mir war es daher nicht möglich, die Navifunktion von Chris zu testen.

 

Ein paar Worte zu der Spracheingabe: Die Spracheingabe funktioniert leider mit wenig Toleranz, die hinterlegte Intelligenz ist nicht sehr ausgeprägt. Wenn die Befehle nicht exakt gesprochen werden, versteht Chris das nicht.

Beim Navi muss zum Beispiel gesagt werden "Hey Chris....fahre nach München"...naja, ich möchte jetzt nicht unbedingt einfach in eine Stadt sondern eher zu einer exakten Adresse. Hier versteht Chris die Adresse kaum. Legt man eine Adresse als persönliches Ziel fest, muss man tatsächlich sagen "Hey Chris....fahre nach Andreas", wenn Andreas als Ziel definiert ist.

Insgesamt muss hier dringend mehr künstliche Intelligenz rein. Hier ist Chris leider auf Sonderschulniveau im Gegensatz zu z.B. Alexa oder Siri.

 

Beim Abspielen von Musik wird diese leider alle ca. 2 Sekunden für ca, 2-3 Sekunden unterbrochen. Grund ist unbekannt. Liegt vielleicht daran, dass mein Smartphone mit meiner Uhr verbunden ist?

Zum Thema Verbindungen: Seltsamerweise werden 2 Bluetooth-Verbindungen mit Chris aufgebaut. Der Grund ist auch hier unbekannt.

 

Fazit der zweiten Woche:

Auch wenn ich von der Idee fasziniert bin, ist Chris leider noch im Beta-Status. Die Funktionen sind angelegt aber noch nicht vollständig implementiert. Leider zeigt sich mal wieder, dass es nicht nur auf die Hardware ankommt, sondern die zugrunde gelegte Software so ihre Tücken hat. Erinnert mich schwer an meinen Philips-Fernseher...

Ich hoffe auf die kommenden Software-Updates, damit Chris endlich fehlerfrei Laufen lernt.

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17.03.2019 08:30    |    Goify

Ist das dann so wie bei "Hey Siri", dass der Assistent die ganze Zeit lauscht und darauf wartet, dass du ihn ansprichst oder musst du vorher einen Aktivierungsknopf drücken? Letzteres habe ich bei Siri so gemacht, weil ich nicht will, dass sie ständig mithört (was sie vielleicht trotzdem macht).

 

Und was kann das Gerät mehr als ein Smartphone vorne an der Scheibe? Dieses hat doch die gleichen Funktionen und kann ebenso als Navi oder Sprachassistent dienen. Also was kann Chris, was Siri nicht kann?


17.03.2019 09:59    |    wensi1974

Da die Konzeption von Chris als oberstes Ziel hat, dass der Fahrer seine Finger nicht zum Bedienen des Gerätes braucht, hört Chris im Gegensatz zum iPhone die ganze Zeit zu und wartet auf das Signal. Kann man kritisieren, aber so ist das Konzept.

die Frage "was kann Chris mehr, als ein Smartphone" stell ich mir auch und wird das Ziel sein, was ich in den nächsten intensiven Tagen testen will.

Was ich jetzt schon sagen kann: Chris verfügt über eine Gestensteuerung, das kann das Smartphone (noch) nicht. So kann ich zum nächsten Titel springen oder die Lautstärke anpassen. Nur durch "Rumfuchteln" mit der Hand. Kennen manche vom Samsung Fernseher. Ist ganz praktisch, wenn man sich daran gewöhnt hat.


17.03.2019 11:48    |    Goify

Das iPhone lauscht auch dauerhaft und hört auf "Hey Siri". Sobald es das von meiner Stimme hört, ist es bereit. Ich hab das jedoch abgeschaltet, sodass ich den Homebutton oder eben oben im Desktop oben rechts den Knopf drücken muss.


17.03.2019 11:59    |    Chris.Hoefler

Bitte hör auf mich anzurufen und mir Befehle zu erteilen ;P Für mich liest sich der Artikel natürlich sehr sonderbar ;)

 

Nun, dass ständig mitgehört wird um manuelles Eingreifen zu verhindern finde ich jetzt auch nicht so tragisch, das ist halt der Preis der Autonomie. Zudem sind meine Gesprächsthemen in der Regel nicht so super interessant, als dass potenziell unerwünschte Mithörer etwas davon hätten :)

Berichte doch bitte noch einmal wenn das Teil ausgiebig getestet wurde, würde mich echt interessieren.


19.03.2019 11:41    |    German_Autolabs

Daniel von German Autolabs hier. Chris funktioniert wie folgt: Die Spracherkennung wird aktiviert, sobald das sogenannte Wake Word "Hey Chris" erkannt wird. Dann leuchtet das orangefarbene Mikro im Display und dann hört Chris zu. Vorher / nachher wird nichts gespeichert oder anderweitig verarbeitet. Wir sind eine deutsche Firma und unterliegen hiesigen Datenschutzregelungen, die wir auch alle beachten.

 

Zu was macht Chris anders: Chris funktioniert auch offline, braucht zur Spracherkennung also keine Cloud-Verbindung, sprich Internet. Zudem ist neben er Gestensteuerung, die es sonst nur in der Oberklasse gibt, die Kombination der Funktionen bisher einzigartig, und bietet alles, was Fahrer brauchen: aktiv in Verbindung bleiben über WhatsApp, SMS, Telefon, sprachgesteuerte Navigation mit HERE-Karten, Unterhaltung mit eigener Musik.


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