• Online: 5.497

03.04.2020 00:04    |    i.am.dirt    |    Kommentare (8)

Hallo, Guten Tag.

 

Ziel dieser Übung soll sein, den Code 464 OEM-like nachzurüsten. Korrekte Kabelfarben, korrekte Kabelquerschnitte, korrekte Kontaktierungsteile, korrekte Kontaktierungsstellen,... eben alles wie ab Werk, ohne Murx.

 

Dazu benötigt man natürlich Informationen. Die unten stehende "Anleitung" basiert auf meinen Erfahrungen und meinen wochenlangen Recherchen.

Bei detaillierten Fragen, einfach melden ;)

 

 

Grundsätzliches zum Verständnis:

 

Punkt 1:

Das volldigitale Instrumentendisplay bringt einige Features mit, welche das analoge Instrumentendisplay nicht besitzt. Folglich werden zusätzliche Informationen bzw. Daten am digitalen Instrumentendisplay benötigt.

Es muss ein zusätzliches Kabel von der Headunit zum digitalen KI gezogen werden. Dieses Kabel ist aktuell (Stand 01/2020) nicht über Mercedes-Benz identifizierbar (EPC/Teilevorgang lückenhaft). Leider hatte ich kein Fahrzeug mit serienmäßig verbautem Code 464 verfügbar, sonst hätte ich bei diesem Fahrzeug die Teilenummer recherchiert.

Als Alternative kann man aber das bestehende Kabel (Verbindung Headunit-Mediadisplay) "hochrüsten". Mehr dazu später.

 

Punkt 2:

Aufgrund des Funktionsumfanges entwickelt das digitale Kombiinstrument mehr Abwärme als sein analoges Pendant. Um eine hinreichende Kühlleistung zu gewährleisten, wird beim digitalen Kombiinstrument ein Zusatzlüfter samt Luftführung verbaut. Dieser wird mit Strom, Masse, einer Signalleitung und einer Diagnoseleitung angeklemmt. Die letzten beiden Leitungen kommen direkt von der Headunit. Strom wird von dem Beifahrer Fussraum (X18/1) bezogen und die Masse kann im Fahrerfussraum (W34) gefunden werden.

Es existiert leider kein Originalkabel, welches per Plug-and-Play für die Kontaktierung des Zusatzlüfters genutzt werden kann. Diese Kabel sind, bei Bestellung des Codes 464, Teil des Cockpitleitungssatzes. Man müsste also den gesamten Cockpitleitungssatz tauschen. Das werden wir nicht tun und bauen uns daher einen konformen Kabelbaum nach den Mercedes-Benz Spezifikationen selbst.

 

Punkt 3:

Der Anschlussstecker am digitalem KI (aus dem MoPf) entspricht (zumindest geometrisch, Belegung habe ich nicht geprüft) dem Anschlussstecker am VorMoPf KI. Beim MoPf hat das analoge KI ein komplett anderen Stecker bekommen. Es müssen also alle Kontakte aus dem "analogen MoPf-Stecker" ausgepinnt werden und in den "digitalen MoPf-Stecker" (bzw. VorMoPf-Stecker) eingebracht werden. Hierfür müssen Masse und Strom jedoch von MQS Pins auf SLK2.8 Pins umgecrimpt werden.

Weiterhin besitzt die CAN-HMI Leitung bei der analogen KI-Ausführung lediglich einen Kabelquerschnitt von 0,13mm². Beim digitalen KI werden hierfür jedoch 0,35mm² benötigt. Eine Lösung wäre demnach einfach ein zusätzliches Kabelpaar mit in den Beifahrerfussraum zur CAN-Benutzerschnittstelle zu legen.

 

Punkt 4:

Eine weitere nicht identifizierbare Komponente (Stand 01/2020) ist der Luftfilter für den Zusatzlüfter (EPC/Teilevorgang lückenhaft). Ab Werk besitzt der Zusatzlüfter einen Luftfilter, welcher mittels Bajonettverschluss auf dem Zusatzlüfter befestigt wird. Ich habe nach vielen Wochen Recherche bisher leider nicht die Teilenummer dieses Filters in Erfahrung bringen können.

Laut einem WIS-Dokument gab es in der Vergangenheit Probleme mit dem Luftdurchsatz des Luftfilters, welche in mangelhafter Kühlleistung resultierte. Ab Werk ist der Luftfilter aufgrund Beanstandungen ersatzlos entfallen und ist somit auch nicht mehr bestellbar.

Um diese Information zu verifizieren, habe ich einen W205 mit Code 464 (Neuwagen) dahingehend geprüft: Kein Luftfilter verbaut.

 

Teileliste Gesamtbedarf:

 

  • A205 900 48 42 STEUERGERAET (Menge 1) -> Bildschirm Kombiinstrument
  • A176 540 45 06 EL LEITUNGSSATZ (Menge 1) -> Verbindungskabel Headunit-KI (Originalsachnummer nicht bestimmbar, daher Adaption von o.g. Kabel + 90° FAKRA Stecker Kodierung curry)
  • A205 540 41 37 ABDECKUNG KI (Menge 1) -> Blendrahmen KI
  • A205 906 99 03 LUEFTER (Menge 1) -> Zusatzlüfter für KI
  • A463 820 43 06 EL LEITUNGSSATZ (Menge 1) -> Anschlusskabel Lüftermotor mit falscher Farbcodierung. Alternativ nur Stecker A038 545 12 28 (Stecker Lüfter) + 4x MQS Pins (A016 545 41 26) + Kabel
  • A205 831 94 00 LUFTKANAL (Menge 1) -> Luftführung an KI
  • A166 540 07 81 KUPPLUNG (Menge 1) -> Stecker für LCD-KI
  • A003 982 14 26 KONTAKTBUCHSE (Menge 6) -> KONTAKTBUCHSE 0.08-0.14mm² MQS
  • A008 545 55 26 KONTAKTBUCHSE (Menge 2) -> KONTAKTBUCHSE 0.5-0.75 mm² MQS
  • A016 545 41 26 KONTAKTBUCHSE (Menge 6) -> KONTAKTBUCHSE 0.25-0.5 mm² MQS
  • A013 545 15 26 KONTAKTBUCHSE (Menge 2) -> KONTAKTBUCHSE 0.5-0.75mm² SLK2.8 (Stecker KI)
  • A001 997 94 90 KABELBINDER (Menge 10) -> 2,5x100mm
  • A002 997 24 9064 KABELBINDER (Menge 10) -> 4,8x300mm
  • A000 983 89 10 FILZSTREIFEN (Menge 0,3m)
  • A006 989 84 8510 KLEBEBAND (Menge 0,3m)

 

Schritt 1 (Vorarbeit):

 

Herstellung Kabelbaum für Zusatzlüfter KI/CAN

 

Teileliste:

1x Steckergehäuse A038 545 12 28

4x Kontaktbuchse MQS 0,35mm² (A016 545 41 26) -> für Steckergehäuse A038 545 12 28 (Anschluss am Lüftermotor)

1x Kabelschuh 0,35mm² (A001 982 57 02) ->Masseanbindung Fussraum Fahrerseite W34

1x Kontaktbuchse MQS (A016 545 41 26) und Stecker MQS (A037 545 21 28) 0,35mm² -> Anschluß Strom an Verteiler X18/1

1x Kontaktbuchse MCP 2.8 0,35mm² (A015 545 04 26) -> MFS3 (Position 6) im Sicherungskasten Fussraum Beifahrerseite

2x Kontaktbuchse MQS 0,35mm² (A016 545 41 26) -> für Ersatz CAN-HMI Leitung (Originalleitung Querschnitt zu gering) (Anschluss am KI)

2x Kontaktbuchse MQS 0,35mm² (A016 545 41 26) -> Anschluß CAN Leitung an Benutzerschnittstelle CAN Fussraum Beifahrerseite

 

3,0m Kabel (FLRy) rot 0,35mm² (Strom Lüfter)

1,3m Kabel (FLRy) braun 0,35mm² (Masse Lüfter)

1,3m Kabel (FLRy) schwarz-orange 0,35mm² (Signal Lüfter)

1,3m Kabel (FLRy) grün-orange 0,35mm² (Diagnose Lüfter)

3,5m Kabel (FLRy) gelb 0,35mm² (CAN-HMI)

3,5m Kabel (FLRy) gelb-weiß 0,35mm² (CAN-HMI)

 

Hochrüstung Datenleitung Headunit-Mediadisplay

 

Teileliste:

1x Leitungssatz A176 540 45 06

1x 90° FAKRA Stecker Codierung curry

 

 

Im Fahrzeug ist bereits eine Datenleitung von der Headunit zum Mediadisplay (A205 540 08 71) vorhanden. Diese Datenleitung besitzt einen Doppelstecker an der Headunit, wovon nur ein Steckplatz belegt ist (der zum Mediadisplay führt, Kennzeichnung DISP). Der unbelegte Steckplatz (Kennzeichnung IC) wird für die Leitung zum digitalen KI benötigt. Hier kommt jetzt der Leitungssatz A176 540 45 06 zum Einsatz. Dieser besteht ebenfalls aus zwei Kabelsträngen. Wir benötigen für unsere Zwecke nur den kürzeren der Beiden. Die Kunststoffstecker sind an beiden Enden des kurzen Stranges zu entfernen (die verpressten Anschlüsse verbleiben am Kabel) und am A205 540 08 71 Leitungssatz in den Doppelstecker einzuclipen sowie zu verriegeln. Ans andere Ende des neuen Stranges wird die 90° FAKRA Kupplung angebracht. Fertig.

 

Belegung Headunit ohne digitales KIBelegung Headunit ohne digitales KI

 

Der relevante und adaptierte Strang von Kabelsatz A176 540 45 06Der relevante und adaptierte Strang von Kabelsatz A176 540 45 06

 

Hybrid A176 540 45 06 und A205 540 08 71Hybrid A176 540 45 06 und A205 540 08 71

 

Belegung Headunit mit digitalem KIBelegung Headunit mit digitalem KI

 

Schritt 2 (Demontage Fahrzeug):

 

Montage Kabelbaum für Zusatzlüfter KI/CAN

 

Folgende Schritte sind notwendig um den Kabelbaum im Fahrzeug verlegen zu können:

1. Masseleitung Batterie abklemmen

2. Demontage Blende MiKo

3. Headunit freilegen

4. Demontage KI

5. Demontage Abdeckung Fahrerfussraum

6. Demontage Knieairbag (Anzugsdrehmoment Airbag an Tragstruktur 4Nm)

7. Demontage Einstiegsleisten und Teppichboden FS+BFS (dafür müssen die Sitze gelöst und nach hinten gekippt werden, Anzugsdrehmoment Sitz an Bodengruppe 50Nm)

8. Freilegen Sicherungskasten FS I-Tafel Türseite

 

Eine nähere Beschreibung, wie die obigen Schritte durchzuführen sind würde hier den Rahmen sprengen. Hilfe hierzu ist im Forum oder in diversen Youtube Videos zu finden.

 

Schritt 3 (Kabelbaum verlegen, Lüftermontage):

 

Der angefertigte Kabelbaum ist zunächst vom KI beginnend Richtung Headunit zu verlegen. An der Headunit werden die beiden Kabelfarben schwarz-orange und grün-orange angeschlossen (Stecker C, Pin 1 und 2). Die Kabelfarben rot, gelb und gelb-weiß werden weiter in den Fussraum Beifahrerseite verlegt. Das rote Kabel wird über den Steckverbinder X18 (blaue Steckverbindung im Kabelschacht) zunächst "trennfähig" gemacht. Aus dem Steckverbinder wird das rote Kabel dann in die Sicherungsbox BFS A-Säule verlegt. Kontaktierung MFS3 Position 6 (siehe Bild).

 

Innenteil der Sicherungsdose BFS A-Säule.Innenteil der Sicherungsdose BFS A-Säule.

 

Die CAN-Datenleitung (gelb und gelb-weiß) ersetzen die vorhanden Anschlußkabel für das KI. Dazu einfach mittels Durchgangsmessung das korrekte Kabelpaar identifizieren und umpinnen. Die alte CAN-Leitung ist entsprechend zu isolieren und zurück zu binden.

Das braune Kabel aus dem Kabelbaum wird vom KI an der A-Säule Fahrerseite herunter geführt und schwellerseitig am Massepunkt W34 befestigt.

 

Nach Verlegung und Fixierung des Kabelbaumes kann der Lüfter inklusive Luftkanal verbaut werden.

 

Um den Zusatzlüfter zu montieren, wird die Verkleidung im Fussraum Fahrerseite, der Teppich sowie der Knieairbag demontiert. Ebenfalls wird die Sicherungsdose in der I-Tafel freigelegt und aus der I-Tafel ausgeclipt. Danach kann man sehr komfortabel den Lüfter montieren. Es empfiehlt sich, den Luftkanal vorher zu montieren.

 

Position Luftkanal Anströmung DisplayPosition Luftkanal Anströmung Display

 

Montierter Lüfter aus Sicht Sicherungsdose I-TafelMontierter Lüfter aus Sicht Sicherungsdose I-Tafel

 

Montierter Lüfter aus Sicht Fussraum FahrerseiteMontierter Lüfter aus Sicht Fussraum Fahrerseite

 

Schritt 4 (Kontaktierung Display vorbereiten und Display montieren):

 

Der Stecker des analogen Kombiinstrumentes (siehe Bild) ist zu öffnen und die Kabelfarben gelb, gelb-weiß, schwarz und schwarz-weiß direkt in den neuen Stecker umzupinnen. Gelb-weiß Pin 1, Gelb Pin 2, Schwarz Pin 7, Schwarz-weiß Pin 6

Die Kabelfarben Rot-gelb und Braun sind von MQS auf SLK2.8 umzucrimpen und auf Platz 12 und 11 zustecken.

 

Stecker analoges KombiinstrumentStecker analoges Kombiinstrument

 

Danach bleibt nur noch die Kontaktierung des neuen Steckers und des Datenkabels von der Headunit.

 

Erstmalige Inbetriebnahme des digitalen Kombiinstrumentes.Erstmalige Inbetriebnahme des digitalen Kombiinstrumentes.

 

Schritt 5 (Fahrzeug komplettieren):

 

Spricht für sich selbst :)

 

Jetzt muss nur noch der Code 464 ins VeDoc eingetragen werden und eine SCN-Codierung der Headunit und des EZS durchgeführt werden, damit die Zusatzumfänge freigeschalten werden und der Lüfter angesteuert werden kann.

 

Das ging ja fix...:D

Hat Dir der Artikel gefallen?

03.04.2020 09:00    |    rajay

Wow, das ist mal eine komplette und gut beschriebene Anleitung. Hut ab...


03.04.2020 09:10    |    Goify

Wahnsinn, welchen Aufwand du dir machst.


04.04.2020 09:18    |    Grasoman

"Die alte CAN-Leitung ist entsprechend zu isolieren und zurück zu binden."

Das ist also OEM-like? Glaub ich nicht.

"Man müsste also den gesamten Cockpitleitungssatz tauschen." => das ist OEM-like.

 

BTW: Kann man deine Lösung vollständig auf das Original rückrüsten, wie es z.B. an Leasing-Wagen nötig wäre?

 

Und dazu:

"Laut einem WIS-Dokument gab es in der Vergangenheit Probleme mit dem Luftdurchsatz des Luftfilters, welche in mangelhafter Kühlleistung resultierte. Ab Werk ist der Luftfilter aufgrund Beanstandungen ersatzlos entfallen und ist somit auch nicht mehr bestellbar."

 

Und in einigen Jahren wird man merken: hoi, wie kommen denn soviel Feuchtigkeit und Dreck ins digitale Kombiinstrumement und lässt es dort schneller gammeln? Ach ja, wir haben ja damals den Luftfilter komplett wieder eliminiert, anstatt einen Luftfilter zu suchen/zu finden, der gleichzeitig filtert und noch genug Luft durchlässt. Oder schlicht den Lüfter etwas schneller anzusteuern oder zu verändern, damit der Luftdurchsatz auch durch den Filter noch stimmt.

 

So ganz ausgereift klingt das noch nicht, was sich Mercedes da ausgedacht hat.

 

Was sagen die Kosten von deinem Retrofit gegen die Kosten auf der Aufpreisliste?

 

Und wie immer: Garantiegedöns großflächig rund um das KI gibt's dann von Mercedes nicht mehr, egal wie sauber du da gearbeitet hast. Im Abgleich mit der Produktionsdatenbank und den Bestellcodes/Ausstattungscodes ist erkennbar, dass er nicht mit volldigitalem KI ab Werk kam, und dann muss folglich ein Umrüster am Werk gewesen sein. Und dem kann man Folgeschäden bei seinen ganzen Aktionen unterstellen.

 

Was du ganz umschifft hast: das Thema Komponentenschutz und Übernahme oder "Anpassung" des km-Standes. Hier wird der eine oder andere Krepel natürlich auch seine Optionen wittern. Gerade am Leasing-Rückläufer.

 

An 10 oder 20 Jahre alten Autos habe ich mehr Verständnis für solche Retrofits, aber hier nicht wirklich.


04.04.2020 14:52    |    i.am.dirt

Hallo Grasoman,

 

ich finde es schön, dass du dir so viel Zeit für ein Thema genommen hast, dass dich doch scheinbar nicht interessiert, nur um die Arbeit von anderen zu diskreditieren.

 

Ich habe länger überlegt, ob ich darauf reagieren soll, da ich dazu in erster Linie eigentlich nur den Kopf schütteln kann.

Aber da du scheinbar nicht weißt, was es bedeutet solche Umfänge umzusetzen, hier mal noch ein paar Infos für dich:

 

Thema alte CAN-Leitung isolieren und zurück binden:

Man kann sehr wohl die alte CAN-Leitung entfernen. Jeder normal denkende Mensch tut so etwas einfach nicht.

 

Dazu müsste die gesamte Instrumententafel ausgebaut werden, der Cockpitleitungssatz aufgetrennt werden und die beiden Kabel entfernt werden.

Da die Kabel dort niemand stört, werden sie zurück gebunden und fertig.

 

Cockpitleitungssatz tauschen? Aufwand Nutzen? Noch dazu müsste man ein Fahrzeug finden mit genau der gleichen Ausstattung und Code 464, um überhaupt an die richtige Teilenummer für den korrekten Cockpitleitungssatz zu kommen. Das sind kundenspezifische Komponenten und diese werden nach Auftrag gefertigt! Kosten für solch eine Komponente sind dann dementsprechend.

 

Thema Luftfilter:

Du kannst gerne eine Beschwerde an die Mercedes-Benz Entwicklung schreiben. Ich bin mir sicher, dass Mercedes den Entfall des Filters entsprechend abgesichert hat.

 

Thema Rückrüstung:

Eine Rückrüstung ist möglich. Gleicher bzw. weniger Aufwand.

 

Thema Kosten:

Ich persönlich bin preislich ungefähr bei den gleichen Kosten rausgekommen, wie es ab Werk Aufpreis kostet. Aber auch nur, weil ich alles selbst gemacht habe und die Teile günstig bekommen habe.

Wenn wir von einer Nachrüstung bei Mercedes sprechen, stehen da schnell 2500 Euro im Raum. Aber auch das muss jeder für sich selbst entscheiden, ob einem das wert ist. Darüber kannst du nicht urteilen.

Solltest du so argumentieren wollen, hast du das ganze Thema nicht verstanden.

 

Thema Garantie:

Das kann gut sein. Das ist aber auch immer vom Schadensfall abhängig. Wenn ich eine originale Anhängekupplung nachrüste, ist es der gleiche Sachverhalt. Nur um es mal vergleichbar zu machen.

Ich habe da bei Mercedes bisher immer gute Erfahrungen gemacht.

Natürlich sieht man in der Fahrzeugdatenkarte, dass Sonderausstattungen nachgerüstet worden.

 

Thema Laufleistung:

Hier gibst du offen zu, dass du nicht weißt, wovon du sprichst.

Die Laufleistung eines aktuellen Fahrzeuges wird in einer Vielzahl Steuergeräten mitgeschrieben und gespeichert. Mit einem Tausch eines KI kann ich somit keine Laufleistung verfälschen.

Es ist richtig, dass das KI beim erstmaligen Anschluß nicht die Laufleistung vom Fahrzeug erkennt und "------" anzeigt. Bei der Codierung durch die Niederlassung wird dies aber behoben und es erfolgt ein Abgleich mit den anderen Steuergeräten.

 

Kannst du sonst noch etwas Produktives beitragen?


04.04.2020 18:27    |    Grasoman

Ach nö, ich wollte deine Arbeit nicht diskreditieren. Nur so potenziellen Nachahmern ein paar Worte der Warnung mitgeben, welche aus meiner Sicht in deiner Ausführung fehlten. Und ich wollte dich motivieren, ein paar interessante Informationen ringsrum zu geben.

 

Thema alte CAN-Leitung isolieren und zurück binden:

Also es war *dein* Anspruch: OEM-like arbeiten zu wollen. Und das hieße: auch ein Kfz-Sachverständiger findet nach der Analyse des Fahrzeugs keinen Unterschied. Den findet er hier aber. Er findet z.B. als Unfallanalytiker ein optisches Indiz direkt am Auto, dass da was verändert wurde.

 

Ich weiß, dass Daimler (und auch BMW) viele Kabelbäume fahrzeugspezifisch fertigen lassen. Das ist OEM-like Arbeit. Warum tun sie es trotz der hohen Kosten? Naja, auch um solche Retrofits nicht ganz so einfach zu machen. Und damit am Ende keine losen Stecker irgendwo rumbaumeln.

 

Thema Garantie:

Wenn du eine AHK nachrüstest: gehst du nicht an eines der zentralen Systeme des ganzen Fahrzeugs ran. Das KI hingegen gibt dir die Geschwindigkeit (zentrale Größe für die Tempo- und damit Risikoeinschätzung durch den Fahrer - Auswirkung aus Bremsweg und Kurvenbeschleunigung und auch sowas wie Spritverbrauch), Wegstrecke (zentrale Größe für Restwerte, Leasing-km-Verträge), quasi sämtliche Warnlampen und Signaltöne aller Systeme (zentrales Informationszentrum für den Fahrer, auch zu Sicherheitspunkten).

 

Von fast jedem anderen System (z.B. Motor, Getriebe, Lenkung-SG, Bremsen-SG, Infotainment/Navigation, Fahrerassistenzsysteme) im Fahrzeug kann leicht eine theoretische Möglichkeit konstruiert werden, warum nun gerade das getauschte KI für einen bestimmten Sachverhalt verantwortlich sein könnte. Und schon das Schieben der Beweislast auf den Retrofitter, der nun in der Pflicht ist, zu beweisen, dass es durch den Umbau keinen Fehler gab, ist am Neufahrzeug oder Jungfahrzeug noch in der 2-jährigen Garantiezeit eben ein zusätzliches Risiko, das man wenn überhaupt dann auch bewusst kennen und eingehen sollte.

 

Auch an den Knie-Airbag gehst du bei deiner Arbeit ran, was schon mal nen Sachkundenachweis an der Stelle benötigt.

 

Und die Niederlassung, die das umgebaute, nichtmal 2 Jahre junge Auto (205 MoPf im Juli 2018 in den Markt eingeführt) freiwillig codiert, die möchte ich auch mal sehen, wenn ein Privatkunde in der Garantiezeit mit einem veränderten KI zum Händler kommt.

 

Ich kann mir sowas nur dann vorstellen, wenn z.B. durch Mercedes selbst Leasing-Rückläufer, die vom Kunden etwas zu "zurückhaltend" konfiguriert waren, dann als Junge Gebrauchte für den anspruchsvollen Jungwagenkunden nochmal aufgehübscht werden sollen - aber dann ist das eine Daimler-interne Geschichte. Und dagegen macht man meist schon Leasing-Kunden Vorschläge oder Vorgaben, was die doch bitte alles reinnehmen sollen (ab Werk), damit danach für den Verkauf immer noch genug Gimmicks für die Jung-Gebraucht-Käufer oder Auto-Finanzierer übrig bleiben.

 

Thema Laufleistung: Ist mir bekannt. Wer aber sagt, dass die anderen Steuergeräte den tatsächlich richtigen Wert enthalten? Und nicht auch vom Retrofitter passend geändert wurden, damit es die Niederlassung dann beim Codieren in das KI übernimmt?


18.04.2020 00:02    |    tripl89

Hallo zusammen,

 

folgend eine Liste mit den benötigten SNR samt Teilepreis:

A20590048421.070,33 €
A176540450644,34 €
A2055404137151,01 €
A205906990389,99 €
A463820430618,54 €
A205831940011,69 €
A16654007817,19 €
A00398214262,78 €
A00854555262,26 €
A01654541262,26 €
A01354515261,90 €
A00199794900,38 €
A0029972490641,58 €
A00098389108,98 €
A00698984851016,56 €

--> 1.429,79 €


30.05.2020 00:19    |    Jo-Black

Hallo Zusammen,

ein Superjob der da gemacht wurde.

Liesse sich so etwas auch für einen 06/2017-er S205 realisieren? Die Kosten mit Arbeitsleistung in Eigenregie finde ich durchaus akzeptabel.

Habe gerade einen weiteres Nachrüstprojekt

mit Hilfe 2-er Kollegen hier aus dem Forum -popolli für die Adana-Anleitung und Rajay für seine exzellente tech. Unterstützung umgesetzt und suche neue Herausforderungen... ;-))))), und das volldigitale Kombi wäre's ja ....

 

VG

Jo


30.05.2020 08:46    |    i.am.dirt

Ob bei einem Vor-MoPf diese Nachrüstung so einfach umsetzbar ist, kann ich ad-hoc nicht sagen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es da nicht unerhebliche Unterschiede in der Hardware gibt, da es das digitale Display nie in einem Vor-MoPf gab und es dafür auch nicht vorgesehen war.

 

Dass man ein digitales Display in einen Vor-MoPf verbaut bekommt, zeigt der User Benzsport hier in seinen Posts und Blogs.

 

Ob dabei natürlich die Daten per HSVL von der Headunit an das KI gesendet werden können und ob die Lüftersteuerung durch die Headunit funktioniert, keine Ahnung.

Ohne Lüfter würde ich das Display nicht betreiben. Da sind schon massenhaft Displays den Hitzetod gestorben.


Deine Antwort auf "originalgetreue Nachrüstung volldigitales Kombiinstrument (Code 464) im W/S205 MoPf"

Blogautor(en)

i.am.dirt i.am.dirt