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flatfour

Wie vor 10.000 Jahren: Jäger und Sammler- nur zusätzlich Schrauber aus Passion

18.02.2012 21:01    |    flatfour    |    Kommentare (6)

Nur Kegelrollenlager wechseln, Differenzial prüfen-sonst nichts

 

Gleich vorweg. Dieses Kapitel beinhaltet nur den Lagerwechsel mit vorhandenen Getriebe ohne Änderungen, an Deckeln o ä.. Die anderen Fälle bekamen vorher ein Extrakapitel.

Zur Not kann man das hier auch im eingebauten Zustand machen(s.a. Kapitel: Kegelrollenlager einstellen)

Es ist mit das einfachste am Getriebe was nun folgt. PA-leute können weiterblättern. Ihr habt andere Lager.

Die hier gezeigte Reihenfolge der Bilder ist, a= ausbauen, b= Differenzial, c= einbauen, da gibt keine Bilder-ist ja einfach.

 

Kegelrollenlager wechseln.

Ihr habt irgendwas gehört und meint es sind diese Lager. Ok, dann los.

Die Bilder zeigen euch wie es geht, da muss ich nicht viel zu sagen. Die im anderen kapitel gezeigten Einstellereien könnt ihr euch hiermit wie im Kapitel zuvor gesagt sparen.

Einzig ihr wollt die Lager gar nicht wechseln, sondern an das Differenzial dran, wird hier auch behandelt. Da können die draufbleiben, müssen aber abgedeckt werden damit man keinen Schmutzeintrag hat. Oder der Deckel knallt euch auf'm Boden und das Lager ist auch hin = sicher und dick abdecken und einmal mit Isoband stramm drum.

Lager werden immer komplett gewechselt, nicht nur ein neuer Aussenring und das alte Lager bleibt eingepresst drin, weil man es nicht abkriegt – bringt nix auf Dauer. Gar nichts.

Lacht nicht, so was gibt es.

Und immer beide neu. Wenn ein neues Lager nach kurzer Zeit aufgibt(z.B. Einbaufehler), gibt das andere neue gegenüber auch (bald) auf. Also, dann selbst bei rel. neuen Lagern – beide neu.

Das Aufziehen der neuen Lager erfolgt wie immer von mir empfohlen, warm. Also 100 Grad ist schon 'ne deutliche Erleichterung( s.a. Allgemeines). Legt euch ein passendes Rohrstück (nur über den Innenring diesmal schlagen, s. Allgemeines) zum Nachschlagen bereit. So seit ihr sicher das es sich nicht mit Betriebskräften später um 0,05mm setzt und evtl. vorher, da es zu stramm war, zerlegt, oder dann loser wird mit kürzerer Lebensdauer.

Zur Not auch rundum auf den Innenring mit'n Durchschläger klopfen wenn es noch warm ist. Es MUSS sicher auf Grund liegen.

Das mit den Ausgleichsscheiben hört ihr noch zu genüge, auch hier. Die unter dem jeweiligen Lager gefundenen Scheiben kommen auch da wieder drunter, klar?!!

Markiert euch die oder macht eins nach dem anderen, aber nicht vertauschen. Ebenso das neue Lager zum neuen Außenring. So wie im Karton vorgefunden bleiben die zusammen. Nicht vertauschen. Und nicht schon 3 Tage die Lager vorher offen rumliegen lassen.

Wer die Einstellscheiben vertauscht hat, darf sich mühsam durch das vorherige Kapitel wälzen inkl. einiger Vorrichtungen die man erst bauen muss.

Das Einschlagen der Außenringe mit einem Kunststoff-/Aluhammer geht ziemlich leicht, wenn man vorher fettet.

Habt ihr beide Deckel + Lager zusammen, könnt ihr zusammenbauen. Neue Simmerringe rein, Abstandsring nicht vergessen. Deckel zu- fettich.

Dauer für gewiefte? Vom Deckel abschrauben bis fertig so etwa 1Std. Inkl. Rüstzeiten.

Für die Leute die einen angegossenen rechten Deckel haben ist das etwas schwieriger. Aber die bei VW haben das auch gepackt, warum nicht auch du?

Das ist an einem Getriebe das einfachste Lager. Schön das die auch zu den häufigsten Ausfällen gehören. Oder?

 

Differenzial

Warum wollt ihr da dran? Es gibt nicht viele Gründe da reinzugucken. Ach, ihr hört ein Klappern beim Schütteln? Das wird die Abstandshülse sein. Haste 'ne neue? Eine passende neue, oder 3 verschieden rumliegen? Nein? Dann lass es zu, geh' nicht dran. Es geht auch so.

Die kam nur rein – nicht alle Getriebe haben die - damit bei Axialschub der grossen Rädchen da drin das ZF-Spiel nicht gegen 0 geht. Mehr nicht.

Wenn ihr keine Abstandshülse drin habt, könnt ihr nicht einfach eine einbauen. Die Kegelräder haben dafür extra eine Anlauffläche; es sind also andere Räder.

Ich weiß nicht ob es die noch in den versch. Längen bei VW gibt, deshalb bleibt euch dann nur noch eine Wahl, jawohl, sie selbst zu machen. Wenn ihr das wollt, oder meint es machen zu müssen.

Das wären Leute die viel Slalom fahren.

Zwei Tipps dazu:

Erstmal dreht ihr so'n bischen daran rum, um ein Gefühl zu bekommen wie leicht und leise es läuft – merken.

Holt euch den Stahl Ck45 oder C45, dreht das so ab und aus wie die alte Hülse ist. Nur etwas länger, so 0,5mm. Nach der nun gezeigten Axialspielspielerei mit der alten, zu kurzen Hülse könnt ihr das Maß festlegen, passend am neuen Teil abdrehen, nochmal prüfen und dann härten. Ja, die Hülse ist gehärtet. Kirschrot den C45er Stahl für ein paar Minuten halten - vielleicht als letzte Holzkohlegrillauf-/einlage- dann in Wasser abschrecken. Fettich.

Nächste Version ist einen normalen Stahl bei Rutglut gelbes Blutlaugensalz draufstreuen, oder die Stirnstellen in das Salz dippen. Das mit den Stirnstellen 2x hintereinander, glühen, dippen,glühen, dippen = Einsatzhärten für Arme. Abschrecken in Öl.

Oder alles zusammen: Ck45 + gelbes Blutlaugensalz.

Gelbes Blutlaugensalz ist eine mindergiftige Zyanverbindung -also kein Zyankali- trotzdem nur mit Zangen arbeiten, nicht anfassen und schön sauberspülen nach Arbeitsende.

Die letzte Option ist die, daß man CrNi Schweissgut als Pufferlage auf die Fronten der alten Hülse aufträgt, danach ein verschleißfestes Material aufschweißt ( gibt es sogar in versch. Härtegrade) und anschließend passend schleift. Nicht feilen.

Eine neue(!)Feile darf bei beiden Versionen anschließend nicht greifen-klar. Dann geht's vielleicht wieder mit eurem Getriebedifferenzialabstandshülsenprovisoriumersatz.

Besser schafft ihr es nicht zu hause. Ansonsten Auftrag erteilen an eine Härterei mit min.300HB.

Die komplette Einstellerei zeige ich in Bildern. Der Sinn ist nun bekannt: die Hülse dient mit ihrer Länge dem min. Abstand der beiden großen Rädchen bei Axialschub mit etwas Spiel. Hier gilt sogar das Maß 0 von VW =

0 – 0,15mm.Ein Beispiel: - du hast eine Hülse mit 28,70mm drin und misst damit ein Spiel von 0,32mm. So nimmst du 0,1mm Spiel an und die neue Hülse muss dann um die Differenz länger sein = 28,92mm.

 

Beim Maß 0 müssen aber die Ohren klingeln. Muss ich den Deckeln anknallen damit der sitzt, habe ich auch Maß 0, aber was für'ne 0. Unter 0 sogar. Also lieber Spiel lassen.

Die Scheiben unter den grossen Rädchen sind KEINE Einstellscheiben! Anlaufscheiben – klar?

Das nicht alles sofort passend rumliegt an Messgeräten und Werkzeugen bei mir zeige ich in Bildern. Man muss nicht für jede Arbeit wie VW eine extra Vorrichtung haben oder bauen.

Rohrstücke, Schrauben, Gewindestange, Unterlegscheiben ect. helfen oft.

 

Die Endkontrolle erfolgt so:

Zuerst das Differenzial. Es darf waagerecht gehalten nicht darin rattern wenn man dreht = zu eng. Anlaufscheiben 0,57mm 2 x auf einer Seite?

Das Andrehen mit montierten Achsdeckeln ist mit eingebauten Triebling nicht zu ermitteln = Vertrauen haben.

Bei ausgebauten Triebling muss sich die angedrehte Welle leicht min 1U drehen und langsam ausrollen. Ohne Randale. Es darf kein spürbares Höhen- oder Axialspiel geben.

No panic- es ging bei mir bislang immer gut.

Alles zusammenbauen, losfahren. Ach ja. Öl auffüllen nicht vergessen.


18.02.2012 23:55    |    Tagessuppe

Wow!

Respekt vor dieser Arbeit!

Und ein Toller Artikel mit brauchbaren Bildern.


19.02.2012 04:42    |    conny-r

Hier ist ein Profi am Werk gewesen.:)

 

Alle Achtung


19.02.2012 09:13    |    flatfour

Danke. Fast 40 Jahre rumfutscheln macht sich irgendwann Luft.;)


20.02.2012 10:56    |    rudi1967

Hallo,

 

eine Frage mal zu Bild 12 (Simmerring entfernen)

Könnte man den Simmerring auch von innen mit einen passenden Dorn ausdrücken?

 

Zu Bild 14: (Lager ausschlagen mit Messing Dorn)

Schlägst Du dort direkt auf die Einstellscheiben? (Da könnten die doch an den Kanten krumm werden)

Könnte man dafür nicht auch einen extra passenden Dorn aus Alu zum Ausdrücken des Lagers anfertigen?

 

Grüsse.:)


12.03.2012 23:47    |    flatfour

Nee, krumm werden die nicht. Es geht ja auch nicht anders. Dafür reichen die 0,2mm Überstand nicht. Ausserdem kann man die ja - wenn es doch passierte - außerhalb wieder geradekloppen. Das ist ja nicht ein Einstellungsfall, sondern entweder kommen die raus, oder rein. Ein rumprobieren mit rein/raus gibt es nicht.

Den Simmerring könnte man mit einem passenden Dorn austreiben. Sofern er die Blechkarkasse dabei nicht verzieht, ausbeult. Die Dinger kosten etwas mehr als 'ne volle Brötchentüte beim Bäcker; da mache ich mir keine Gedanken drum. Aushebeln,wegschmeißen, neue rein, fettich.

Die sind auch nur gefordert bei dieser Einstellaktion oder einem Lagertausch. Ansonsten bleiben die bei allen Rep. am Getriebe in den Deckeln drin.

Höchstens wenn was schiefgelaufen ist, so nach 100km oder so, dann würde ich mir den Dornaustrieb zur Wiederverwendung überlegen.


27.05.2014 21:16    |    Trackback

Kommentiert auf: VW Käfer:

 

Frage zu AT Getriebe

 

[...] schwer.

Hier nochmal der link zu meinem Blog, das siehste auch die 'Spannvorrichtung f.d. Sprengring.

http://www.motor-talk.de/.../...eln-differentialarbeiten-t3767355.html

[...]

 

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