• Online: 6.916

flatfour

Wie vor 10.000 Jahren: Jäger und Sammler- nur zusätzlich Schrauber aus Passion

14.02.2012 07:59    |    flatfour    |    Kommentare (6)

Zerlegen des Getriebes bis in alle Einzelteile

 

Folgt den Bildern und ihr werdet sehen das es einfach ist, wenn man die Geräte dafür hat.

Das gilt umgekehrt auch wieder für die Montage.

Schaut sofort mal in das Kapitel dieses blogs 'Zusammenbau' rein, zum Abschätzen der persönlichen Möglichkeiten.

Nur mal so als Hinweis.

Ein Gangradpaar zu Wechseln ist so fast ein Kinderspiel. Keine Angst.

Natürlich gibt es Behelfskonstruktionen,natürlich haben das andere auch geschafft, natürlich haben die es verniedlicht, oder beschwerlich beschrieben, aber bitte schaut euch die Bilder an, und ihr müsst dann entscheiden.

Das Zerlegen und Zusammenbauen ist das Problem, nicht der Zahnradwechsel, den könnte meine Perle danach auch machen.

 

Fast alles was gezeigt wird sind Eigenkonstruktionen. Meist in blau gehalten. Schwarze Gerätschaften sind so gut wie immer orig. VW-werkzeuge.

Wichtiges:-

Wer sich keine Schaltgabeleinstellvorrichtung anschafft oder baut sollte sich genau die Stellung der Schaltgabeln auf jeder Schaltwelle vor der Zerlegung markieren. Vergesst Edding und Co bei dem ganzen Öl ..... Hartmetall - Reissnadel!! Der Strich MUSS deutlich zu sehen sein.

Auch Farbe ist nach einiger Zeit weg. Meist schon nach dem Abpressen und verschieben der Gabeln.

Es kann sonst ein ätzender mehrmaliger Ein-/Ausbau des Getriebes erforderlich sein, bis die Gänge sitzen.... oder man sucht dann einen, der so eine Vorrichtung hat.

Man kann sie nicht im ausgebauten Zustand auf der Werkbank nach Augenmaß einstellen!!!

Wenn noch Zeit ist, lege ich das Bild der orig. Einstellvorrichtung aus. Diese kann man als Hobbybastler ziemlich gut nachbauen. Nur messen müsst ihr selber.

Unterschätzt nicht die Kräfte mit denen etwas festsitzt und sich plötzlich löst mit Provisorien.

Beim erstenmal ist daher eine Schutzbrille angesagt. Ein unter Spannung stehender Sicherungsring den du dummerweise löst, springt immer ins Auge, immer.

Aber, ist ja nicht schlimm, du hast ja noch eins, ne.

 

Wie schonmal angedeutet bringt Wärme schon einiges an Kraftersparniss. Nur--glüht nichts aus, klar?

 

Die Schaltgabeln habe ich mehrfach abgebildet. Man kann sie eigentlich nicht vertauschen. Die Bilder sind nur so zur Info, da ging noch was auf'm Film drauf.

Aber aufpassen beim Abdrücken. Vergesst nicht die Gabeln zu lösen wie gezeigt. Und etwas führen beim Abpressen ist angesagt. Manchmal verkanten die sich und 5 Press-Tonnen sind eben 5 Tonnen auf die Gabel.

Also, die Gangradbox selbst, ausgebaut, ist nicht schwer zu reparieren, nur Mut. Es gibt schlimmeres am Getriebe.

 

Prüfungen:-

erfolgen hier fast nur augenscheinlich. Siehe auch nachfolgenden Artikel. Nur die Synchronringe sollten auch auf dem jeweiligen Anlaufring gedrückt mit der Fühlerlehre über 0,5mm liegen; normal liegt er im Neubereich von

1 bis 1,8mm.

Vieles steht auch unter 'Zusammenbau' in den folgenden 2 Kapiteln.

So auch das Zerlegen des Synchronkörpers. Der Unterschied im 1+2. zum 3.+4.Gang liegt nur in

a) die Sperrsteine vom 1+2. Gang sind hohl

b) die Ringfeder derselben hat keine Haken am Ende und ist etwas größer.

Man muss die beiden aber nicht zerlegen. Nur bei Zweifel an der Funktionstüchtigkeit, z.B. ob die Federspannung noch stimmt.

Schaltgabeln:- müssen in ihren zugewiesenen Rillen der Muffen Spiel haben. Aber bei über 0,6mm fängt es an kribbelig zu werden. Dann ist deine Einstellung der Gänge nicht mehr so präzise.

Und nun komme ich auf das unter 'Allgemeines ' gesagte zurück. Die Leutz mit Messinggabeln haben die wenigsten Probs damit. Stahlgabeln kann man im Rep.-fall zwar aufschweissen , aber die Arbeit steht in keiner Relation dazu. Hier geht es ja um wenige zehntel mm. Ausserdem ist das Schweissgut kein normales, sondern ein CrNi-draht. Sonst klappt es nicht mit der Verschleissfestigkeit; sprich nach wenige 1000km haste wieder Eisen am Magneten der Ablaßschraube. Im Notfall...ok. Ansonsten neu. Leider hat das VWclassic team das Einteilen der E.-nummern irgendwie verlernt. Ich bekam eine die wohl 'roh' war oder für Bj.49, also noch bearbeitet werden musste, denn sie passte absolut nicht. Da hatte ich aber die aufgeschweisste schon fertig und nach kurzem Abwägen kam diese reparierte rein.

 

Mein Tipp?

Wenn ihr zum erstenmal ein Getriebe so komplett zerlegt, macht es Welle für Welle. Legt nicht alle möglichen Teile quer über die Werkbank verteilt ab, so dass ihr schlussendlich nicht sicher seid, wo was hingehört. Synchronringe, Einstellsicherungsringe sehen ähnlich aus und sind schnell vertauscht.

Ab dem 3. Getriebe in Folge darfst du das überall verteilen.

------------------....-----------


14.02.2012 09:23    |    Eric E.

Hallo,

 

Respekt für die Arbeit! gut dokumentiert!

 

Grüße,

Eric


14.02.2012 10:41    |    Volkmar

Guten Tag.

 

Diese Darlegung ist eigentlich nur noch Video- mäßig zu toppen.

Danke für die Arbeitsdarstellung.

Solche Vorbilder sollten sich mehren.

 

Gruß Volkmar


14.02.2012 12:33    |    jamido

Super! Klasse!


14.02.2012 15:04    |    conny-r

Muß schon sagen, wieder mal ein Experte am Werk. :)

 

Hut ab


14.02.2012 15:40    |    flatfour

Danke für sie schönen Kommentare.


20.11.2015 15:06    |    Dieselschrauber

Hallo Flatfor, ich finde deine Ausführungen sehr gut. Kannst du mir bei meinem Getriebeproblem mit dem 1. Gang , der sich im Stand nicht synchronisiert einlegen lässt helfen.

Vielen Dank


Deine Antwort auf "Rädersalat rausholen und zerlegen"

Blogautor(en)

flatfour flatfour

gaskranker Tuningfritze