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Wie vor 10.000 Jahren: Jäger und Sammler- nur zusätzlich Schrauber aus Passion

12.02.2012 20:23    |    flatfour    |    Kommentare (0)

3.und 4. Gang montieren und Einbau vom Lagerschild ins Gehäuse.

Vorweg:- leider habe ich nicht mehr alle Bilder, auch nicht die wie ich das montierte Lagerschild einbaue. Selbstredend müsste ich mich selber dabei fotografieren.... es ist aber wohl ersichtlich wie man das macht. Die mit 12kant richten den auf die Ausspaarungen im Gehäuse aus, die andern, mit 4-Loch Deckel, schrauben 2 a 10cm lange Gewindestangen als Führung ein. Diese Ausführung ist etwas einfacher zu händeln.

Die Einstellscheibe(n) unterm Triebling mit Fett ankleben. Nicht vergessen!!

Anhalten... Ausrichten...einführen. Wie im richtigen Leben.

Etwas auf die Trieblingswelle geklopft und schon rutscht es ein. Denkt daran: mit eingelegten Rückwärtsgang geht's leichter. Denn das Rad will sonst immer rausfallen wenn man seine Finger gerade nicht mehr dazwischenkriegt.

Die 12kant Jungs haben ein kleines Problem mit der grossen Nutmutter. Ich zog sie mit den Händen an und dann mit dem Durchschläger weitergeschlagen bis es nicht mehr ging.Nicht mit einem Meißel - klar!??

Der 4-Lochdeckel wird ja mit 4 M10er Schrauben angezogen. 60Nm kriegen die.

Für beide Versionen gilt: immer eine U-scheibe benutzen. 1x Spezialschmal für 12- kant und 1x ein Si-blech. Über Si.-bleche hatten wir schon geredet (s.'Allgemeines, Materialkunde') Nie die Schraube(n) so ansetzen ans Leichtmetall, sie lösen sich garantiert.

 

 

So, Zusammenbau der Welle:

Im Prinzip wie 1.+2. Gang:- in umgekehrter Reihenfolge.....issklar, man.

Was auch hier zu beachten ist, sieht man an meinen Bildern. Was man nicht unbedingt sieht, sage ich jetzt.

Gangradlager, Gänge, Synchronkörper ect- wie 1.+2.Gang

Auch hier sind bestimmte Axialspiele wie schon im 1.oder 3. Gang der Trieblingswelle einzuhalten.

Der Synchronkörper muss zum 3. Gang ein Spiel von 0,15 bis 0,25mm haben!

Gemessen wird das zwischen dem 2. und 3. Gangrad.

Gerade hier ist der Besitz einer Presse von Vorteil, so wie die Erwärmung für's leichtere Aufziehen.

Dass Übermaß der Welle beträgt ca.1 -2/100mm zum Synchronkörper.

Es ist angebracht Mos2 PASTE zu benutzen, da der Einpressdruck deutlich geringer wird und das evtl. Hin-und Herdrücken für das Spieleinstellen nicht so sehr dieses Maß abnutzt. Gleichzeitig wird durch MoS2 der Pressverband durch eben diesen Feststoff verbessert, da er Mikroporen füllt. Die tragende Fläche wird vergrößert.

Denn diese Maß ist für die Verdrehfestigkeit des Sy.-körpers neben dem Keil verantwortlich bei hohen Drehmomenten von Tuningmotoren über 150PS.

Ist der Syn.-körper also zu locker, wird der Keil in kurzer Zeit durch schlagartige Wechsel (= Wandern des Sy.-körpers) abgeschert.

M.E. bringen sog. HD-keile hier nicht die Wende. VW hat schon mal keine Weicheisenkeile genommen, die originalen sind nämlich auch gehärtet. Der - vornehmlich amerikanische Zubehörhandel - hat nicht unbedingt bessere, wohl aber die bessere Werbung. Ihr merkt schon, hier spricht ein Betroffener. Nicht mit diesen Keilen, nein, aber grundsätzlich traue ich den Amis keine auf Dauer angelegte Qualitätssicherung zu. Vereinzelt sind die Teile wirklich besser, ja, aber unter dem Strich sind es nur wenige die auf Dauer gleichbleibende Qualitäten liefern können.

Dagegen haben die neueren SL-getriebe mit Vielverzahnung des Sy.-körpers deutliche Vorteile. Der tragende Flächenanteil ist grösser.

Was tun wenn es nach dem sicheren, korrekten Messen( s.a.Kapitel ' wer misst mist Mist' weiter unten) +/-0mm ergibt? Oder man als Rennsportler nicht ein unnötiges Risiko des Keilabscherens eingehen will?

Man muss hier messen! Denn selbst bei +/-0mm tut man sich schwer den Körper aufzuziehen.

Der fällt deswegen nicht einfach drauf. Dafür müsste er schon 3-5/100mm größer als die Welle sein.

Bei +2/100mm Übermaß der Welle gg. Sy.-körper muss man nichts unternehmen.

Also, nochmal +/-0 liegt an, watt nu?

Man klebt den Syn.-körper ein! Mit extra für solche Fälle käuflichen Produkten ( z.B.'Buchsen und Lagerfest' von LOCTITE, auch WEICON hat sowas) kann man sich helfen.

Unterschätzt nicht die Klebekraft = Drehmomentstütze der heutigen Klebstoffe wenn ihr das anzweifelt.

Man merkt es spätestens dann, wenn man die wieder abpressen will. Die gezeigte 5Tonnen Presse schaffte es nicht. Man muss es heiss machen, über 150 Grad und gleichzeitig pressen.

Selbst dann ist es sehr, sehr schwer! Lässt die Wärme etwas nach, stockt schon die Presse wieder.

Danach sind evtl. neue Gangradlager fällig, evtl. auch neue Federn für die Sperrstücke - je nach Hitze. Aber das ist ja egal - wenn es nur hält! Nicht halten ist schlimmer!

Es empfiehlt sich ein sog. Mikrobrenneraufsatz, der punktgenaues Arbeiten nur um den Bund des Sy.-körpers ermöglicht ohne andere Teile gleich mit auszuglühen.

So um 100Grad Celsius sollte die Muffe schon haben um 2/100mm grösser zu werden.

Zum Aufschieben und Einstellen mit Klebstoff - natürlich im kalten Zustand - habt ihr 15min Zeit- das reicht dicke im Normalfall. Besonders wenn man vorher schon geübt hat und die Stützstücke, Bleche, Platten und Presse in der Einpresshöhe fertig liegen hat. MoS2-paste ist dann, also mit Klebstoff, natürlich passe - klar.

Die von euch vielleicht, aber auch von mir gefürchtete Gefahr eines Lösens des Klebstoffes bei höherer Temperatur während des Betriebes mit Öl erwies sich als unrichtig.

 

 

Synchronanlaufringe verschweissen:-

Viele haben schon gelesen das Rennmotoren für ihren Gebrauch geschweisste Zahnräder verlangen oder einfach haben.

Dem Neuling sei gesagt, dass es sich nicht um festgeschweisste Zahnräder an Wellen handelt.

Nein, der Grund liegt woanders, warum man 'geschweißte' Zahnräder nimmt.

Wenn ihr euch mal das 3. Gangrad z.B. genauer anschaut, so von derjenigen Seite wo der Synchronring anläuft, seht ihr, dass der sog. Synchronanlaufring, also das wie Chrom glänzende, konusförmige Teil nicht ein Teil Vom Zahnrad ist, sondern aus 2 Teilen besteht, die werksmässig miteinander fast untrennbar mit dem Zahnrad verpresst sind.

Dieses 'fast' bezieht sich auf die Kräfte die es irgendwann schaffen, diese Teile doch zu verdrehen. Die Folgen sind deutlich: die Gänge lassen sich nicht mehr zeitweise -besonders im Beschleunigungsfall mit durchreißen der Gänge - schalten, und besser wird es auch nicht. Es ist Material abgeschabt worden was nun an der magnetischen Ablassschraube hängt und dort wo es hingehört fehlt, immer fehlen wird.

Das es meist Motoren und ihre Getriebe mit deutlich über 180PS betrifft, sei hier nur erwähnt.

180PS ist eine grobe Hausnummer. Es liegt nämlich an den Toleranzen die jedes Werkstück hat.

Waren die Toleranzen weit auseinander, aber noch VW-zulässig, geht's auch über 180PS gut. Lagen sie damals nah beieinander, geht's schon mal schneller und tiefer in der PS Leistung.

Meine Erfahrungen sagen, so bis 150PS auch im drag-race Gebrauch geht’s immer.

Nun kommen wir zum Verschweissen dieser Ringe: das sind die geschweissten Zahnräder.

Oft reichen der 3.und 4. Gang weil die auch immer zuerst kaputtgehen. Gründe liegen im Drehmoment und Drehzahl- kann ich hier nicht auch noch erklären.

rudi1967 wird sicherlich seine Version der 'kalten' Verstärkung, sprich Verstiftung, im Kommentar erklären und zeigen. Wie wir ausgerechnet haben ist diese Version der geschweißten ebenbürtig. Mit einem Vorteil:- es ist nichts verzogen und die Gefügeänderung hält sich in Grenzen!

Jede Schweißaht zieht, wenn auch 3/100mm per 2x 3cm WIG-naht, die hier schon mal ein zu stramm gehendes Lager provozierten.

Optimal hierfür ist das Laserschweißen. Schmale Naht, tiefer Einbrand. Man hat ja nur etwa 5mm. s. Bild. Aber ...es ist nicht sooo günstig wie selberschweißen.

Resümee:- wenn du keine Drehbank hast und 150PS anstrebst, lass es sein. Du kommst sonst nicht klar mit dem Gangradlager und dem Anlaufring, denn die müssen oft 2-3/100mm nachgearbeitet werden.

2-3/100mm ist nicht viel, ja, ok, aber wenn das Lager plötzlich strammer läuft, stehst du da.

Wer sich die Geschichte etwas genauer ansehen möchte...biddeschööön anklicken :

www.schmierlinse.de/page9.php

Etwa in der Mitte der Seite geht's los.

 

Schaltgabeln einstellen:-

Ein schwieriger Punkt wenn ihr keine Markierung gemacht habt( siehe Zerlegen vorheriges Kapitel). Mit Markierung ist die Wahrscheinlichkeit bei euren alten Teilen mehr als 95% das es nachher wieder passt.

Ohne Markierung bei 20%., somit eher zufällig.....ausser ihr habt die gezeigte Einstellvorrichtung, opfert ein altes Gehäuse welches so ausgeflext wird, dass man an die Schaltstangenschrauben drankommt und noch was sieht, oder ihr baut euch mit einer dicken Platte und ein paar Gewindestangen mit Abstandsrohren eine selbst.

Anders, wie schon erwähnt geht's nicht! Keine Markierung = springen die Gänge raus oder sind nicht ganz drin.


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