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die PX

Blog für Vespa, klassische Motorräder, lässige Autos und southern lifestyle.

26.04.2022 16:06    |    Px200ELusso    |    Kommentare (35)

Liebe Leser, liebe Biker, liebe Freunde des gepflegten, spritverbrennenden Unfugs!

 

Es tut sich wieder etwas in der Garage der PX.

 

Wie Ihr im Artikel zur Shovelhead lesen konntet, hatte ich eigentlich von Harley die Nase voll.

Seit gut 2 Jahren ist sie nun bei meinem Freund in kundigeren Händen, steht aber mit ausgebautem, in Reparatur befindlichem Getriebe in seiner Tiefgarage. Wenn das gemacht ist, dann kann ja eigentlich nichts mehr kommen...

 

...hatte ich über die Jahre selbst bereits 3x gesagt...

 

Mal sehen, ich drücke ihm die Daumen.

 

Ich selbst bin ja eigentlich mit der XS 750, der Vespa und dem Mini Cabrio meiner Frau bereits bestens versorgt mit Sommerspielzeugen.

 

Nun aber begibt es sich dass ich dieses Jahr (lt. Ausweis) 50 Jahre alt werde und ich mir ein hübsches, altersgerechtes, gepflegtes Fahrzeug zum Geschenk machen wollte.

 

Eigentlich war der Plan, einen Mercedes 450 SL R107 in gelb anzuschaffen.

Dieser Plan wurde dann geändert in den Kauf eines Mercedes 500 SL R129 in schwarz oder grau, weil ich die 107er innen nicht so gerne mag.

 

Ein 3. Auto und 2. Cabrio macht jedoch keinen Sinn, denn wenn das Wetter schön ist und ich irgendwohin fahren will, mache ich das alleine mit dem Motorrad und in Familie mit dem Mini. Der SL hat eigentlich keinen Slot bei mir.

 

Also wurde dieser Plan in den der Anschaffung eines schönen Motorrades geändert.

 

Schnell war klar, es muss wieder eine Harley werden, diesmal allerdings eine mit "Evolution"-Triebwerk und völlig unverbastelt.

 

Dier sog. "Evo" ist der Nachfolger des Shovelhead-Motors, sehr viel zuverlässiger, schöner gemacht mit technischer Schützenhilfe von Porsche, nach wie vor mit einer unten liegenden Nockenwelle und vom Klang her immer noch so, wie eine Harley sich anhören muss. Hergestellt von 1984 bis 1998.

 

Die Nachfolger des "Evo", genannt "Twin Cam", mit zwei Nockenwellen hören sich nicht mehr so gut an und sind in den frühen Jahren unwesentlich zuverlässiger und kräftiger. Das wollte ich nicht, zumal diese Motoren zwar inzwischen schon imposant sind mit Hubräumen wie richtige Autos und ordentlich Leistung, aber der ganze Elektronikkram, der mit den neueren Maschinen einher geht, hat für mich persönlich an einem Hobbymopped nichts verloren.

Wer im Alltag täglich mit seiner BMW GS über 100 Km Schotterpiste zur Arbeit fährt, mag Mappings, ABS und Traktionskontrolle brauchen. Ich brauche das nicht.

Außerdem brauche ich auch nicht mehr als die paarunfünfzig PS in einem Cruiser. Die 1340cc bieten ausreichend Drehmoment für meinen Bedarf.

 

Zunächst ging es um eine Road King, einen fetten Tourer mit "Ochsenkopf"-Lampenverkleidung, aber ohne Koffer, mit längeren Fendern, so im Art-Deco-Look.

Ich lernte jedoch, dass die Road King ein Plastikeimer mit potthässlichen Stoßdämpfern und Schwinge unter den Koffern ist.

 

Also eine Heritage mit dem "Softail"-Heck mit unten liegenden Stoßdämpfern.

Das sind die klassischen Modelle, optisch angelehnt an die WL-Flatheads aus den 50ern, mit dem Evolution-Motor und dem Softail-Heck eine wunderschöne Kombination für ältere Herren, die keine harten Chopper mehr fahren und keinesfalls ein matt-schwarzes Mopped mit 300er Hinterreifen haben wollen.

 

Die Heritage-Modelle lassen sich mit dem "Ochsenkopf" nachrüsten. Mal sehen...

 

Dann durchsuchte ich mobile.de und stellte fest, dass diese Maschinen vergleichsweise günstig sind, wohl weil diese oppulenten alten Moppeds aktuell nicht dem Zeitgeist entsprechen.

 

Gut für mich.

 

7 Km weiter, im Nachbarort, gibt es eine auf alte Motorräder spezialisierte Meisterwerkstatt, deren Inhaber auch mit Moppeds handelt.

Er bot über mobile.de ein passendes Bike an, ich fuhr vorbei, machte eine Probefahrt und war überzeugt.

2. Hand, super gepflegt, EZ 12/1997, also eine der letzten EVOs ohne Kinderkrankheiten, Service frisch, Brülltüten gegen originale tauschbar, haufenweise nette Extras für den 2. Blick.

Das Mopped läuft wie eine 1 und die Farbkombination gefällt mir unheimlich gut.

Also habe ich sie letzte Woche gekauft.

 

Am Kauftag, linksAm Kauftag, links

 

Die Maschine hatte keine gültige HU mehr. Diese ist inzwischen erneuert und schöne, originale Tapered-Style Endschalldämpfer sind anstelle der Brülltüten montiert.

 

Nun warte ich gerade noch auf die neuen Bremsbeläge vorne und auf die evb-Nummer vom Versicherungsmakler.

 

Am Donnerstag wird sie dann zugelassen, am Freitag kann ich sie abholen.

Das Wetter wird ja traumhaft hier, also steht dann einer ausgiebigen Probefahrt nichts im Wege.

 

Am Kauftag, vorne rechtsAm Kauftag, vorne rechts

 

Steckbrief:

 

Modell: Harley Davidson Heritage Softail Evolution FXSTC

1338cc

41 KW bei 5.000 U/min

EZ 12/1997

Modell 1998

Vmax 160 Km/h

Gewicht 302 Kg

5 Gänge.

 

Ich freue mich schon!

 

Mehr Infos und Bilder folgen dann im weiteren Verlauf.

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Ergänzung von Px200ELusso am 30.04.2022 08:58

Hier noch ein paar Impressionen aus der Garage am 1. Tag.

Ergänzung von Px200ELusso am 23.05.2022 12:24

Sooo, weiter geht´sim Text...!

 

Habe nun Taschen, Sissybar, Rücksitz, Scheibe, hintere Fußrasten entfernt und jetzt sieht sie wunderschön aus, die alte Lady.

 

Inzwischen habe ich ein paar hundert Kilometer damit abgespult.

 

Es gab eine Auffälligkeit: ein fieses Klappern. Erst dachte ich, der Motor hat einen weg. Dann stellte ich fest, dass das Geräusch geschwindigkeits- und nicht drehzahlabhängig ist.

 

Kein Bowdenzug schlug, nichts war sichtbar locker.

 

Dann merkte ich, dass das Klappern beim Betätigen der vorderen Bremse verschwindet.

 

Die Ursache war eine schwächliche Feder im Bremssattel. Der nette Verkäufer hat das fix behoben und mir einen Kaffe gegeben.

Also alles gut.

 

Das Mopped läuft wunderschön, bis auf die üblichen leichten Aussetzer bei heissem Motor nach längerem Standgaslauf z.B. an der Ampel, wie es zum Originalvergaser leider gehört.

Irgendwann spendiere ich einen S&S Super E, aber fürs Erste ist das völlig i.O. so. Denn als ich gesehen habe, was der S&S-Kit heute kostet, bin ich fast vom Glauben abgefallen. 1.200 Eur! Da warte ich bis zum nächsten USA-Trip und nehme mir einen mit.

 

Für den Herbst ist nun auch eine Substitutionstour für Faak geplant, da uns das dort langsam zu teuer wird für das Gebotene.

Da kommen dann Scheibe und Taschen wieder dran.

Wenn es soweit ist, werde ich berichten.

 

Das Schöne bei den Harleys ist, dass alles recht simpel verschraubt und von durchweg ordentlicher Qualität ist. Der ganze Kram ist ja 25 Jahre alt und lässt sich bestens de-/montieren. Scheibe: 4 Schrauben. Taschen und Halter: 12 Schrauben.

 

Eine weitere Harley ist jüngst im Bekanntenkreis angekommen. Eine frühe TC Road King als Leihgabe beim Verkäufer meiner XS. Er hat das Teil schön aufpoliert und man merkt die 5 Jahre Altersunterschied. Die Road King läuft deutlich zackiger. Aber ich bin nicht neidisch, denn ich wollte ja unbedingt eine Evo wegen des Klangs und dazu stehe ich nun umso mehr. Eine Nockenwelle ist eben besser als zwei...

 

Außerdem habe ich noch die Speichenräder sauber geputzt und nach netter Hilfe hier aus dem Forum die richtigen Schrauben für das Verschließen der Löcher für die Taschenhalter in den Fenderstruts ergänzt.

 

Ich liebe dieses wunderschöne Mopped...!

Ergänzung von Px200ELusso am 19.07.2022 16:02

Hallo liebe Mitleser,

 

hier mal wieder ein Update zur Harley:

 

Nach ein paar herrlichen Touren mit diesem tollen Mopped fing nun die Primärkette an zu rasseln.

 

Habe die Dichtungen bestellt und die Tage geht es los mit dem Nachspannen.

 

Möglicherweise hat es auch dieses Plastikteil geschreddert, über das die Kette läuft.

Das sehe ich ja dann.

In diesem Falle müsste dann wohl noch der komplette Primärdeckel ab. Mal sehen. Diese Seite des Motors ist glücklicherweise kein hexenwerk.

 

Bei dieser Gelegenheit wechse ich gleich noch das Primäröl.

Davon erhoffe ich mir ein besseres Schaltverhalten insbes. für den Leerlauf.

 

So ist das halt mit diesen alten amerikanischen Eimern...

 

I´ll keep you posted.

Ergänzung von Px200ELusso am 09.08.2022 09:42

So, hier mal wieder ein Update zur Harley:

Das Teil ist nach wie vor ein Genuß.

 

Allerdings bemerkte ich vor 2 Wochen nach einer längeren Touir ein Klackern am Motor im STandgas, als ich den Helm abgesetzt hatte.

Schnell ließ sich der Primärantrieb als Verursacher lokalisieren.

 

Exkurs zur Technik:

Die klassischen Harleys besitzen ja einen Primärantrieb, standardmäßig mit Kette, vom Motor zum Getriebe, und einen Sekundärantrieb, mittels Kette oder Belt, vom Getriebe zum Hinterrad.

 

Motor, Primär und Getriebe haben jeweils einen eigenen Ölvorrat.

 

Motor- und Getriebeöl hatte ich gecheckt, beide waren bei Kauf gewechselt.

 

Das Primäröl kann man nicht ohne Weiteres prüfen, es gibt keinen Meßstab, Schauglas o.ä.

 

Ich nahm zunächst an, die Primärkette sei nicht mehr optimal gespannt.

Also besorgte ich mir neue Dichtungen für den Service- und den Kuuplungsdeckel sowie 1 L des passenden Öls. Alles bei W&W, die liefern zuverlässig zu einigermaßen brauchbaren Preisen.

 

Als das Päckchen ankam, bockte ich die Harley mittels Motorrad-Lift auf.

Dann testete ich, grob mittels Metalllineal, das Kettenspiel. Ich habe ca. 3/8 - 5/8 Zoll gemessen, was im vernbünftigen Rahmen ist.

Der Spannschuh und die Kette sahen noch gut aus.

 

Das kann also nicht für das Kleckern verantwortlich sein.

 

Nun öffnete ich zunächst die Ölablassschraube. In der Vergangenheit hatte ich gelernt, Öl in einen sauberen Behälter abzulassen, um im Nachgang Menge und evtl. Spähne sehen zu können.

Es kamen 80 (achtzig!) ml heraus.

Vorgesehen sind ca. 900 (neunhundert!) ml.

Problem gefunden.

 

Das Primäröl kann eigentlich nciht in den Motorkreislauf fließen.

Am Servicedeckel schwitze lediglich eine mariganle Menge Öl heraus, nichts tropfte. Der Kupplungsdeckel und das Primärgehäuse waren und sind absolut dicht.

 

Wo sind also die fehlenden 800 ml Öl hin?

 

Ich nehme an, beim Service wurde vergessen, nach dem Ablassen das Öl wieder aufzufüllen.

Das hätte ein sauteurer Fehler sein können.

Der Verkäufer wusste nciht mehr genau, was er gemacht hatte. Kann auch von einem früheren Service herrühren.

 

Nun ja, ich habe dann alles sauber gemacht (der Ölrest war schwarz und die Deckel innen schwarz verkrustet...), neu befüllt bis ca. 1mm über Beginn Kupplung und dann die beiden Deckel mit neuen Dichtungen wieder montiert.

 

Das klackern war und ist weg, die Maschine läuft nochmal ruhiger und die Kupplung funktioniert beim Lösen noch etwas besser.

Dicht ist auch alles.

 

Dies ist, leider erneut, ein Beleg für meine Erfahrung, dass sich in der Harleywelt weit überdurchschnittlich viele Pfuscher, Penner, Besserwisser und Betrüger tummeln.

Sogar eine Werkstatt mit Top-Renommée zuckt bei so etwas auf meine Mail dazu hin nur mit den Schultern, von wegen "Fehler können passieren. Das ist ärgerlich.".

 

Die neuen 2022er Harleys, die ohne Getriebeöl ausgeliefert wurden, passen da auch bestens ins Bild.

 

Meine hier auch beschriebene Shovelhead hat dem neuen Besitzer inzwischen auch viel Ärger eingebracht. Ein Vollprofi mit jahrzehntelanger Erfahrung hat 2.000 Eur für eine verpfuschte Getriebeüberholung verlangt und ein lokaler Ladem der inzwischen einen zweifelhaften Ruf hat aber eben in der Nähe ist, hat die Sache für weitere 1.000 Eur gerettet.

 

Laufen tut sie freilich immer noch nicht. Es fehlt ein 2,8" Belt. Der 3" Belt der eigentlich zum BDM-Primär gehört, passt nicht richtig...

 

Das ist alles schwer zu fassen, finde ich.

Insbes. wenn ich mir o.g. XS ansehe, die mit ganz normalem Service bislang 94.000 Km abgespult hat und nach wie vor bestens läuft. Sie ist nochmal 2 Jahre älter als die Shovel und 19 Jahre älter als die Heritage....

26.04.2022 18:49    |    Dynamix

Guter Kauf! Die Heritage mochte ich auch immer, wobei es für mich dann eher noch die Deluxe sein müsste. Auf den Kram wie Scheibe und Koffer kann ich bei so einem Hobbyspielzeug verzichten. Die Road King finde ich aber auch gut, wäre wohl eher meine Wahl für Langstrecken, auch weil die damals bei der Motorrad lange den ersten Platz bei den Dauertestern innehatte. Spricht für die Haltbarkeit, auch wenn man diese Harley nicht gerade nachsagt ;)

 

Wenn ich mir eine Harley antue, muss es allerdings eine Night Rod Special sein. Schon mit dem 1250er Motor, aber noch mit der alten Optik bevor man die Scheibenfelgen durch diese sportlichen Felgen ersetzt hat. Mag zwar der Fahrdynamik zuträglich sein, sieht aber an dem Ding nach nix aus. Aber da gerade ich schon wieder ins Träumen..............

26.04.2022 19:21    |    Px200ELusso

Hi Dynamix!

 

Ganz ehrlich, solche Details sind für mich nicht so wichtig.

Meine ist glaube ich eine "Classic".

 

Die Road King und die Softail haben m.W. weitgehend gleiche Motoren und unterscheiden sich v.a. bei Gabel und hinterer Stoßdämpfung.

 

Das Thema Harley und Haltbarkeit wird in Europa so negativ gesehen, weil hier so gut wie jeder die Moppeds auseinander reisst, mit Brülltüten versieht, verbastelt und nicht regelmäßig warten lässt.

Meine Shovel war ja so ein zerfledderter, ungepflegter Schrotthaufen. Aber so langsam fruchten 10 Jahre "rolling restoration".

Wobei die Shovels nach heutigem Empfinden schon ncoh anfällig waren. Es gab sie von 1966 - 1984.

Vergleicht man sie mit Triumphs aus den 60ern oder auch einer damals auch teuren Yamaha TX 750, relativiert sich das aber. Selbst die BMWs damals waren sehr wartungsintensiv.

 

Die Evos laufen, im Originalzustand, in den USA noch zu zehntausenden. Alle 2 Jahre mal Service, ab und an Ölstand checken und ansonsten fahren.

In Daytona habe ich mehrere Harleys, meist Evos und frühe TC, mit über 100.000 Meilen auf der Uhr gesehen.

 

Wenn man sie pflegt, sind Harleys haltbar.

Wenn man sie verpfuscht, nicht.

Wenn man sie ständig mit Vollgas über die Autobahn jagt, leiden solche luftgekühlten, längs eingebauten V-Motoren natürlich auch.

 

Taschen, Sissybar, Rücksitz und Scheibe kommen am Wochenende runter. Die brauche ich nur für Reisen und das dauert noch etwas.

Jetzt kommen erst mal die üblichen Tagestouren, das Beschnuppern sozusagen.

 

Wenn ich noch ein weiteres Mopped anschaffen würde, wäre es übrigens eine Springer-Softail mit kurzem Heck und seitlichem Kennzeichen.

 

Grüße!

27.04.2022 09:08    |    PIPD black

Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß.:)

Ich hab von Harleys keine Ahnung. Der Hype darum ist mir aber auch zu viel.

Wie du schon sagst, die meisten sind dann auch noch so verbastelt, dass da auch alles andere drunter stecken könnte.:D

27.04.2022 09:24    |    Dynamix

Gehört halt zum guten Ton in der Szene. Nicht umsonst ist der Katalog mit Teilen bei Harley dicker als so manches Werkstatthandbuch. Die verdienen damit ja auch gutes Geld.

27.04.2022 14:26    |    Px200ELusso

Danke für die Glückwünsche!

 

Zugegeben, man könnte auch für 1/3 des Kaufpreises z.B. eine Kawasaki VN 1500 aus dieser Zeit fahren.

Die Japancruiser sind sicherlich keine schlechten Motorräder. Selbst besessen hatte ich eine Yamha XV 535 Virago und eine Suzuki VS 1400 Intruder, beide auch aus den 90ern.

Die Virago ist damals eigentlich die bessere Sportster gewesen. Besseres Handling, gleiche Leistung, halber Verbrauch, Kardan, nett gemacht.

Die Intruder hatte eine ärgerliche Konstruktionsschwäche an der Kupplung und war ansonsten ein gutes Motorrad. Schön gemacht, ordentlich Dampf, Kardan und schon damals zahlreiche Umbaumöglichkeiten.

Die meisten anderen Massenchopper habe ich zumindest mal ein paar Km gefahren.

 

Mein Fazit: das Fahr- nund Markenerlebnis bei Harley ist in dieser Klasse eine eigene Nummer. Rein objektiv bewertet ist das natürlich ein Bisschen komisch, aber Hobbymotorräder wie wir in Europa sie betreiben sind fast nie aus objektiv sinnvollen Gründen angeschafft worden.

Wer einen Japanchopper kauft, hängt irgendwo zwischen Vernunft und Chopperist. Er traut sich einfach nciht, gleich eine Harley zu kaufen... ;-)

 

Und das ist völlig ok. Genauso wie nichts mit dem Harleythema anfangen zu können.

 

Ich halte mich ebenfalls von HOGs, Pseudorockern und Leuten fern, die nichts außer Harley gelten lassen und sich bei ihren Lästereien noch besonders lässig fühlen (dann aber mit Mopped auf dem Anhänger in Faak einreiten...).

 

Ich mag halt das Fahrgefühl und den EVO-Motor.

27.04.2022 14:52    |    Dynamix

Objektiv gesehen gibt es auch bessere Roller als eine Vespa. Trotzdem werden die Dinger verkauft wie blöde. Warum?

 

Weil es für viele eher Hobby & Lifestyle ist als schnöde Fortbewegung im Alltag. Und da kommt das Thema Emotion wieder mit ins Spiel und da stinkt auch ein Golf ab, wenn es einen eigentlich nach einem 911 gelüstet.

27.04.2022 15:01    |    Px200ELusso

So ist es.

 

Wobei es schon auch Gründe für Vespa und Harley gibt.

 

Für meine Vespa habe ich 1988 1.500 D-Mark bezahlt. Da war sie 2 Jahre alt und neuwertig.

Heute würde ich 4.000 Brüsselpeseten dafür bekommen. 2,5 facher Gewinn.

 

Meine Harley hat in 1997 neu ca. 34.000 D-Mark gekostet. Heute ist sie um 10.000 Eur wert. Ca. 35% Wertverlust.

 

Eine Honda Lead 80 aus 1986 hat neu ca. 2.700 D-Mark neu gekostet und ist heute mti neuem TÜV 300 Eur wert. Über 80% Wertverlust.

 

Noch interessanter wird es bei Autos. Ein Porsche 911 und ein Mercedes SL kosten immer so ungefähr das Gleiche.

Der Porsche stieg bei den Baujahren ab Mitte der 90er im Wert, während die Mercedes 50-80% verloren.

 

Man kann sich also sogar eine Harley irgendwie schönreden...

27.04.2022 20:23    |    Dynamix

Man kann sich alles am Ende schön rechnen, sogar die 2000€ Premiumgrotte mit Wartungsstau bis Alpha Centauri ;)

28.04.2022 07:04    |    Px200ELusso

Das stimmt absolut.

 

Für mich spielen auch Punkte abseits der rein technischen Betrachtung eine Rolle.

 

Ich freue mich darüber, dass wir die Wahl haben. Ich habe die DDR noch live erlebt, zum Glück von der richtigen Seite aus, und weiß es zu schätzen, dass wir aus einem Überfluss an Angeboten wählen können.

 

Übrigens hat meine Frau einen Chinaroller, der klasse aussieht, nett fährt und spottbillig war.

Kann man schon auch machen. Für 500 Km im Jahr muss man keine 5.000 Eur für eine originale Vespa ausgeben.

 

Man sollte einfach das fahren, was man wirklich will. Wenn man eigentlich keinen VW Touran will, sollte man auch keinen kaufen.

30.04.2022 09:00    |    Px200ELusso

Das mit den Bildern ist hier nach wie vor die Pest.

Man lädt neue Bilder über die Ergänzungsfunktion hoch und die alten sind weg.

Nervig.


04.05.2022 08:48    |    Tobner

Glückwunsch zur neuen "Halleeeyyy"! :D

 

Ich bin bei Harley Davidson immer etwas hin und hergerissen. Einerseits megageil, ich hätte auch gern eine. Andererseits ist die Technik und die Preise für mich schwierig. Technisch sinds halt Traktoren auf 2 Rädern, völliger Rückschritt, aber ich glaube, am Ende macht es gerade das aus. Wertstabil sind sie schon, aber damit verbunden ist die Anschaffung auch recht teuer.

 

Die Freundin meines Kumpels fährt ne Heritage, wir haben ziemlich lange an dem Keihin-Vergaser rumgedoktert. Am Ende durfte ich mal ne Runde damit fahren. Und die Heritage fährt sich wirklich schön. Würde mir sofort auch gefallen. Aber fast 10k für so eine Möppe ist für mich persönlich (jeder darf ja seine Meinung haben) viel zu viel.

04.05.2022 09:16    |    Px200ELusso

Danke!

 

Was man bei den Harleys und deren Preis berücksichtigen muss, ist die Wertstabilität.

 

Mein Motorrad hat vor 25 Jahren neu ca. 35.000 D-Mark / 17.500 Eur gekostet. Bezahlt habe ich angemessene 10.500 Eur.

Eine Yamaha Virago 1100 aus den späten 90ern hat vielleicht 17.000 Eur neu gekostet und ist heute 4.000 Eur wert.

 

Also 7.000 vs. 13.000 Eur Wertverlust.

 

Ob eine Harley nun technisch so völlig antiquiert ist?

Meine 1997er Evo war es damals. Denn der EVO-Motor kam 1984 auf den Markt und wurde zum Modelljahr 1999 vom "Twin Cam"-Motor abgelöst, der mit 2 Nockenwellen dann deutlich moderner, laufruhiger und (später) auch kräftiger war.

 

Die Bremsleistung entspricht bei der Harley derjenigen der anderen Chopper aus den 90ern: mittelmäßig.

 

Das Softail-Fahrwerk ist komfortabel und belastbar.

 

Die qualitative Anmutung ist durchschnittlich.

 

Großartig schlechter als z.B. meine verflossene Suzuki Intruder ist die Harley dann auch nicht.

 

Blöd wird es bei Harley, wenn der Motor defekt ist. Das kostet richtig Geld, egal ob man repariert oder tauscht.

Für die Japanchopper gibt es da viel mehr Angebote an billigen AT-Motoren.

 

Schön bei Harley ist das Serviceintervall von 8.000 Km.

 

Meine Harley ist die Dritte im Bunde bei mir.

Für Kurzstrecken nutze ich die Vespa. Wenn ich in die Stadt muss (40 Km Autobahn), nehme ich die XS.

Stau ist nichts für luftgekühlte Harleys, das schmerzt. Und in München ist viel Stau. Die XS hat einen nachgerüsteten Ölkühler und die Kupplung kostet fast nichts. Da ist das egal. Außerdem kann man die XS schön mit 140-150 Km/h fahren. Für Termine in der STadt bei schönem Wetter also bestens geeignet.

 

So eine alte Harley ist etwas für gemütliches Reisen.

Mehr als 120 Km/h muss man damit nicht fahren.

 

Wer das nicht mag, kauft in meinen Augen aber auch keinen Chopper oder Cruiser, sondern besser ein Naked Bike oder einen Tourer.

Wenn ich mehr zügig reisen wollen würde, käme mir eine BMW K "Flying Brick" mit Verkleidung und Koffern ins Haus. Damit fährt man ganz lässig mit 180 Km/h von München nach Hamburg, die Dinger kosten gebraucht fast nichts im Vergleich zu Neupreis und Nutzwert, und sie sind sicher und praktisch.

 

Aber das ist für mich alles nicht spannend. Ich fahre nicht nach Noden sondern nach Süden. Und da reichen die 120 Km/h auf den geschwindigkeitskastrierten Highways in A, CH, I, HR, SLO usw. locker aus.

 

Außerdem, und das ist das Wichtigste, finde ich die Harley einfach schön und fahre sie gerne. Sie ist ein Hobby.

04.05.2022 09:32    |    Tobner

Ich wollte dir dein Hobby auch nicht absprechen. Ich investiere jedes Jahr 15k in irgendwelche wilden Umbauten, was finanziell auch schwerst bedenklich ist. Das ist halt meine Welle. Da lass ich mir auch nicht reinreden.

 

Zum Thema antiquierte Technik meinte ich eher den grobschlächtig geschweißten Stahlrahmen, ein humpelnder 2 Zylinder mit Stößelstangen, ein getrenntes, an den Motor geflanschtes Getriebe. Das Motorrad selbst bei Harley hat sich seit frühen 50ern nur unwesentlich geändert. Das meinte ich. Das ist aber eben genau das, was Harley heute ausmacht. Und genau das, weswegen sie fast bankrott gingen. Nichtsdestotrotz haben die Motorräder ihre Daseinsberechtigung und das ist auch gut so!

 

Wie gesagt, ich hätte auch gern eine. Ich würde mir aber wahrscheinlich ne Dyna oder eine Sportglide zulegen. Oder ne Heritage, die steht mir auch.

09.05.2022 07:55    |    Px200ELusso

Hi!

 

Meine ist ja eine Heritage.

Heritage Softail Classic.

 

Habe inzwischen die Satteltaschen, den Rücksitz und die SIssybar abgenommen.

Die hinteren Trittbretter folgen die Tage noch.

Dann sieht sie auch so aus wie ich mir das vorstelle.

 

Mitfahren will sowieso niemand und wenn, habe ich dafür ja noch drei weitere Gefährte herumstehen.

 

Grüße!

03.06.2022 23:35    |    HerrKausF

Hi,

 

wir sind ja bereits per PN verdrahtet.

Nun habe ich mir hier Deinen Blog angeschaut und von Deiner Harley - von der Du ja berichtet hast - nun auch Bilder gesehen.

Du weißt ja, meine Einstellung ist: Jeder soll das fahren, was er selbst möchte. Was am besten zu ihm passt. Ohne irgenwelches Gehabe, was denkt der Nachbar. Und optimalerweise was man auch bezahlen kann und nicht bei der Bank nachfragen muss, ob man mal seinen Kfz-Brief streicheln darf.

Ich wollte ein leistungsstarkes Moped im Supermoto-Style, daher fiel die Wahl auf die KTM 990 Supermoto mit 116 PS und V2. Ja ich weiß, jeder der Supermoto fährt fasst sich an den Kopf weil zu groß und zu schwer. Stimmt auch. Aber daher sage ich ja: Supermoto-Style, ohne irgendwelche Möglichkeiten auf einem Parcours abrufen zu können. Das ist mein Wunsch. Naja, es kam so, dass KTM den V2 ersatzlos gestrichen hat bei den Supermotos.

Ok, lösungsorientiertes Handeln kann ich. Halb beleidigt und halb motiviert habe ich gegoogelt: Was ist die stärkste Supermoto. Und dabei kam die Aprilia Dorsoduro 1200 heraus.

Gleich gegoogelt... Ok wird nicht mehr angeboten... Es gibt deutschlandweit 3 Dorsoduros die in Frage kommen...

Langer Rede, kurzer Sinn: Dorsoduro 1200 in der Garage und vor allem in punkto Sound höchstzufrieden ;-)

 

Naja, und nun habe ich ja noch die Yamaha DT 400 Bj. 1978 als neues Spielzeug in der Garage.

Und Du warst so freundlich mir zu schreiben und weiterzuhelfen, obwohl Du so ein Moped gar nicht hast.

 

Daher Daumen hoch, es wäre schön, wenn es mehr von Deiner Sorte gäbe.

 

Viele Grüße

Frank

 

 

Wir werden uns weiter austauschen,

04.06.2022 09:59    |    Px200ELusso

Moin Frank!

 

Durch meine Garage wanderten in den letzten 34 Jahren sicher 40 Motorräder, deshalb blieb da mit jedem etwas mehr Wissen hängen. Nur eines davon war neu: der Chinaroller meiner Frau. Ansonsten lag der Altersdurchschnitt wohl bei ca. 15-20 Jahren...

Inzwischen weiß ich schon mal sehr genau, was ich NICHT will. Ist ja auch etwas...

 

Supermoto fährt ein Freund von mir. Mit 125cc. Reicht für mich auf der Landstraße völlig aus, ich bin auf Motorrad ein gnadenloser Schleicher.

Wir tauschen gerne mal, er mag die XS.

 

Vielleicht erweitere ich den Blog noch um eine alte Enduro. Ich feilsche gerade um eine DR 500 im gerade eben noch rettbaren Zustand (mein großes Herz für alten Schrott...). Und du bist schuld...!

 

Die DT400 hat das in mir geweckt.

 

Mal schaun.

04.06.2022 22:14    |    HerrKausF

Moin,

 

eine DR 500, schönes Ding... Ich drücke Dir die Daumen, dass Du sie zu einem günstigen Kurs bekommst.

Ich finde viele Mopeds aus Ende der 70er und der 80er schön.

Ich sage ja zu allen Zweirädern Moped, auch wenn es eine Harley mit 1.3 Liter Hubraum ist, aber ich meine tatsächlich auch die 50er und 80er aus der Zeit. Hercules, Zündapp, Kreidler... Aber alle unverhältnismäßig teuer, ich bin nicht bereit, für eine restaurierte 50er 8000 Euro zu bezahlen.

Ich kam ja so ähnlich zu der DT 400 wie bei meiner Recherche nach der Dorsoduro. Ich wollte unbedingt einen Zweitakter, es hätte alles sein können von Mofa über 50er/80er bis zu mehr Hubraum. Und da selbst die Mofas für die ich mich interessiert hatte 3000 Euro und mehr kosten hatte ich genervt gegoogelt, wie groß denn so die größten Einzylinder-Zweitakter waren. Die lagen so bei 400ccm (es gab vereinzelt noch etwas größere), und so bin ich auf die DT 400 gekommen. Weil sie - zumindest in Deutschland - zwar selten ist, aber dennoch bezahlbar war. Und ich freue mich jedes Mal, wenn ich in der Garage an der Dorsoduro und der DT 400 vorbeilaufe. Eine alte Vespa finde ich übrigens auch schön, aber nun ist echt genug. Man hat ja nur ein Hinterteil um die Fahrzeuge zu bewegen, und der alte TT Roadster möchte auch nicht vernachlässigt werden ;-)

 

Du hast hier ja mit Deiner Harley begonnen, daher möchte ich zu dem Thema zumindest kurz etwas beitragen. Ich war (eigentlich bin ich es immer noch) ein Fan der V-Rod Muscle. Ich kenne sie nicht im Detail und bin sie auch noch nie gefahren. Aber mir gefällt sie optisch sehr gut, sehr lang und flach. Und ein Dampfhammer mit dem von Porsche mitentwickelten Motor.

 

Abschließend nehme ich Deinen Vorwurf zur Kenntnis, dass ich Schuld daran bin, dass Du Interesse für eine alte Enduro entwickelst. Wir haben uns bislang so gut unterhalten und das trifft mich natürlich sehr - ich werde versuchen, das irgendwie auszuhalten...

Ach nee Moment, daran bin ich sehr gerne Schuld ;-)

 

Viele Grüße

Frank

05.06.2022 06:18    |    Px200ELusso

Moin,

 

Was Mofas betrifft hätte ich eigentlich auch noch etwas schreiben können, da ich für einen Freund die alte Simson S 50 seines Vaters hergerichtet hatte. Habe es allerdings versäumt, Bilder zu machen.

 

Das Mopped stand komplett im Wasser bei einer Überschwemmung, wurde dann vor Jahren mit dem minimalst möglichen Aufwand wieder zum Laufen gebracht und sollte nun hübsch werden und zuverlässig.

 

Dass sich das nicht nur ideell sondern auch finanziell (im Falle eines späteren Verkaufs) lohnen würde war schnell klar, da die Ersatzteile sehr günstig und sofort verfügbar sind. 550 Eur für Lacksatz, Kompletträder, Schutzbleche und einige Verschleißteile. Alles nagelneu und in guter Qualität.

 

Dann noch alles eingestellt, ein paar Undichtigkeiten beseitigt und schon ist dieses alte Ding 3.000 Eur wert.

 

Ich würde wohl um die 500 für so etwas bezahlen, ebenso wie für eine 50er Vespa. Aber mich fragt ja keiner...

 

Witzig ist ja, wie ich schon im Artikel zur XS habe anklingen lassen, dass recht häufig richtig gute alte Moppeds fast gar nichts kosten, während Wettbewerbsmodelle Mondpreise erreichen. Weshalb ist eine Kawasaki Z 900 aus 1977 25.000 Eur wert und eine Yamaha XS 850 nur 4.000, jeweils Zustand 2+)?

 

Für mich ist das klasse, denn ich fahre gerne immer mal etwas Neues altes und die gesuchten Modelle lasse ich dann eben für die anderen über.

So lerne ich alles Mögliche an früheren Modellen kennen, die mich als Kind nicht interessiert hatten weil ich Autoenthusiast war.

Kawasaki GPZ 1100, Kawasaki KLR 650 Tengai, Yamaha YZF 1000 - alles Modelle die keiner wollte und mit denen ich viel Freude hatte.

 

Zurück zur Harley: etwas Neueres als Evo wird keinen Weg in meine Garage finden.

Habe letztens eine neue Street Bob und eine frühe TC Road King gefahren. Bei Ersterer wurde über das richtige Mapping für die Brülltüten diskutiert, was ich ohnehin schon als peinlich-nervig empfinde, da dies uns die db-Limits in Tirol brachte, unter denen nun auch diejenigen zu leiden haben, die ältere Moppeds mit originaler Abgasanlage fahren.

Die Road King ist wenig Jahre jünger als meine Evo und ist doch eine andere Welt. Kaum Vibrationen (nun 2 Nockenwellen), Einspritzung (gut, das gab es auf Wunsch bei manchen Evos auch schon) und ein Sound wie eine Suzuki Intruder.

Nichts für mich.

Das gilt auch für die Rods. Die sehen ja eher aus wie aus einem dystopischen Film mit Schwarzenegger (wobei der ja als Terminator eine Fat Boy Evolution verheizen durfte...).

 

Jeder wie er mag.

09.06.2022 21:40    |    HerrKausF

Moin,

 

Du hast Recht. Man kann alte Mopeds relativ günstig zurecht machen, gerade die Simsons (witzig, meine Autokorrektur macht aus Simsons die Simpsons ;-)). Und dann teuer verkaufen, denn die bewegen sich, wie Du schreibst, im Bereich 3000 Euro. Warum weiß ich auch nicht. Aber ich weiß auch nicht, warum man für ein restauriertes deutsches KKR 8000 Euro oder sogar mehr bezahlen sollte. Ja, schöne Dinger und das Herz schlägt höher. Aber rechtfertigt - mit klarem Kopf gedacht - keinesfalls solche Preise. Das funktioniert nur rein über die emotionale Schiene, gut situierte Leute die genau so ein Fahrzeug aus der Jugend suchen und dem Motto: "Jeden Morgen steht ein Dummer auf, man muss ihn nur finden."

 

Und ich stimme Dir zu, man sollte abseits des Mainstreams schauen. Und nicht auf das, was alle wollen. Da reicht oft schon nur eine bestimmte Ausstattung oder Motorisierung. Du weißt ja, ich mag VW und Audi ;-) Und bin leider auch so ein Typ, der limitierte Modelle super findet. Wenn ein Golf I GTI, dann wäre ein Pirelli GTI im Originalzustand die Kirsche auf dem Sahnehäubchen. Wenn dann noch mit SSD und sogar 4 Türen... Aber ich bin klar genug, dass ich die Horrorpreise von nicht selten 30000 Euro für so ein Auto natürlich nicht bezahlen würde. Ich hatte 1988 mit 19 Jahren einen Golf GTI Bj. 1977, marsrot, mit SSD. Solche bekommt man natürlich günstiger, aber in sehr gutem Zustand will man immer noch 15000-20000 Euro. Geht gar nicht. Aber vielleicht beruhigt sich der Markt auch wieder, bei Porsche geht es auch schon leicht nach unten. Und ich habe Zeit und keinen Druck, wäre nur "nice to have".

Aber man kann auch mit Alternativen seinen Spaß haben und die Zeit zurückholen. Z. B. bei einem VW Scirocco, ein Bekannter hatte einen GTX 16V gefahren und suchte genau so einen, selten weil er damals teuer und der Scirocco sowieso wenig nachgefragt war. Nun hat er mit einem Scirocco White Cat trotz weniger PS auch das Feeling von früher.

 

Aber ich schweife ab, es ist ja ein Harley-Zweirad-Beitrag hier.

Ich bin zu wenig Harley-Fachmann, als dass ich hier was beurteilen könnte. Ich weiß nur, dass alte Harleys richtig gut klingen, trotz bzw. nur mit originaler Auspuffanlage. Was bei neueren nicht mehr der Fall ist aufgrund diverser Richtlinien. Und die Auspuffanlagen werden auch immer monströser und unansehnlicher, um die ganze notwendige Technik unterzubringen.

Das sieht man ja allein schon an meiner Aprilia Dorsoduro 1200. Ich habe sie 2016 gekauft mit Händlerzulassung, aber 0 km (bzw. 23 km, der Händler hatte noch eine Probefahrt gemacht). Baujahr war 2015 und sie stand bei ihm im Ausstellungsraum. Er musste sie aber zulassen, weil sie sonst zu einem späteren Zeitpunkt keine Zulassung mehr bekommen hätte, wegen verschärfter Abgas- und Geräuschvorschriften. Und ich muss sagen, ich bin froh, dass ich sie habe. Dezente Underseat-Auspuffanlage, toller Klang. Ist heutzutage nicht mehr möglich.

Ich war gestern zur HU (ohne Mängel) und danach noch eine ausgiebige Runde drehen. Und obwohl ich moderat fahre bekomme ich öfter mal einen Vogel gezeigt oder böse Blicke. Was soll ich sagen... Es ist alles original. Aber der Klang ist schon g... finde ich zumindest, wenn man beschleunigt und dann Gas wegnimmt... Ich fahre das Moped zu selten, aber wenn ich damit unterwegs bin kriege ich wegen des eingemeißelten Grinsens den Helm kaum von der Rübe ;-)

 

Ich schließe mit Deinen wahren Worten: Jeder wie er mag.

10.06.2022 09:29    |    Swissbob

Beim Golf 1 GTI stellt sich die Frage 1.6L oder 1.8L.

 

Der faszinierendste Golf ist jedoch der Limited, 16V G60 Motor mit Allradantrieb und dezenten BBS Felgen.

10.06.2022 22:19    |    HerrKausF

Hallo Swissbob,

 

ich glaube, per PN hatte ich den Themen-Starter PX schon mit dem Limited Golf gelangweilt... ;-))

 

Du hast leider absolut Recht. der Limited Golf ist die Königsklasse beim Golf II. 1989 71x produziert. Da hat VW Motorsport gezeigt was machbar ist. !6V + G60 + Syncro + BBS und auch sonst Vollausstattung, es gab nichts zusätzlich zu bestellen.

Ich finde auch schön, keine Zusatzscheinwerfer im Kühlergrill, macht ihn noch harmloser.

Mir wurde mal, ich glaube in der zweiten Hälfte der 90er, ein Limited Golf angeboten. Für 30000 DM, ich hatte damals einen Golf II G60 und war damals schon hin- und hergerissen, konnte das Geld aber so schnell nicht aufbringen. Leider.

Nun wechselt ein Limited Golf im originalen Zustand, das wäre Grundvoraussetzung und es gibt leider nur noch eine Handvoll im Originalzustand, den Eigentümer im 6-stelligen Bereich. Schon krass.

10.06.2022 22:56    |    Swissbob

Es gab darüberhinaus auch die Möglichkeit den Rallye Golf mit dem Limited Golf Motor zu bestellen, das ist meines Wissens der seltenste Golf überhaupt. 12 Stück wurden gebaut.

 

https://www.vau-max.de/.../...f-12-16-ventile-und-g-lader-im-golf.7758

 

Ich persönlich finde den Limited mit seinem dezenten Aussehen faszinierender, auch wenn der Rallye Golf vermutlich besser fährt.

 

Es kommt immer drauf an wie stark der Wagen verbastelt wurde, Felgen, Fahrwerk und Auspuff lassen sich schnell zurückrüsten.

10.06.2022 23:19    |    HerrKausF

Ach Herrje Swissbob...

 

Wie geil, dass Du das ausgegraben hast, ich muss gestehen die Rallye Golf als Limited Golf sind an mir vorbei gegangen, die sind vermutlich rar. Wenn Du mir einen Tipp geben kannst bitte unbedingt melden, auch zu einen normalen Limited Golf. Muss man dann mal schauen wegen des Preises. Wird bei meinem Maximalbudget vermutlich nicht machbar sein.

12.06.2022 07:26    |    Px200ELusso

Jungs, das Blogthema hat etwas mit Lifestyle und Moppeds zu tun. Da passt von VW höchstens ein Karmann Ghia Cabrio zu.

Bitte seid so nett und kapert nicht den Blog mit diesen Alt-VW-Geschichten.

Ich wäre ja offen für alte Mercedes Cabrios oder Lancias. Von mir aus auch Maserati...

 

Wir alle fahren diese alten Dinger, weil wir sie in der Jugend mochten und, meist, nicht bezahlen konnten.

Nun wollen wir uns damit unsere Jugend zurück kaufen.

Deshalb sind die Mainstream-Oldies so teuer: weil der Deutsche schon 1980 ein Langweiler war und lieber vom Golf GTI als vom Lancia Beta geträumt hat. Geht mir nicht anders, ich fuhr auch mal Golf.

Aber das ist aktuell nicht mehr mein Thema und ich verweise auf die Szene-Blogs, die die limitierten Golofs feiern (und sogar bei einem Golf 2 "Madison" die Sitze hervorheben...).

 

Mich würde ja eher ein Bild von der Ducati interessieren...

 

No hard feelings!

 

Schönen Sonntag!!

13.06.2022 20:06    |    HerrKausF

Du hast selbstverständlich absolut Recht, wir schwiffen ab vom Thema ;-)

 

Meinst Du mich mit Bild von der Ducati?

Anbei Bilder von meiner Ducati, die eine Aprilia ist ;-)

 

Schönen Abend und viele Grüße.


14.06.2022 06:10    |    Px200ELusso

Cooles Gerät!

 

So eine moderne Supermoto finde iach auch sehr reizvoll.

Allerdings habe ich nach einer Probefahrt mit einer in diese Richtung modifizierten KTM darauf verzichtet. Zu gefährlich für mich. Damit bin ich instinktiv wie ein Affe gerast und die Geschwindigkeit lag schnell jenseits meiner Skills...

16.06.2022 21:59    |    HerrKausF

Puh, Du hast die ungeschnittene Hecke und Blätter auf der Auffahrt nicht bemerkt, sieht sehr unordentlich aus - manchmal sollte man für schöne stimmige Bilder auf den Hintergrund achten ;-)

 

Danke Dir, ich finde das Moped auch cool und immer noch sehr reizvoll - sowohl optisch (alles Geschmacksache) und vor allem auch klanglich.

So modern ist sie mittlerweile auch nicht mehr. EZ ist 2016, da stand sie aber schon knapp ein Jahr im Showroom des Händlers und er musste sie zulassen wegen verschärfter Geräuschvorschriften. Und 2016 hatte ich sie dann auch quasi als Neufahrzeug von ihm gekauft.

 

Mittlerweile hat sich in den letzten Jahren ja schon wieder einiges getan, und wie ich finde nicht unbedingt zum Vorteil. Soweit ich weiß müssen neue Motorräder nun Seitenreflektoren haben (vom Sicherheitsaspekt sinnvoll, optisch naja...).

Und aufgrund der Geräusch- und Abgasvorschriften werden die Auspuffanlagen immer voluminöser und unansehnlicher. Auch das aufgrund Umweltgründen sicherlich sinnvoll, aber oft nicht schön.

Eine dezente Underseat-Anlage ist heute nur noch schwer möglich.

 

War die modifizierte KTM ein Eintopf oder ein V2?

Ich weiß was Du meinst, mein Schwager fährt eine Husqvarna 701 Supermoto, Einzylinder mit so um die 75 PS.

Mit der bin ich auch gefahren und man ist dann tatsächlich irgendwie im "Angriffmodus" unterwegs.

Mit meiner Aprilia bin ich trotz V2, 1200ccm und 130 PS entspannter unterwegs, kann mir den Grund nicht erklären.

Vielleicht liegt es daran, dass der V2 eine andere Leistungscharakteristik hat, ich bin ja auch mit leistungsstarken Fahrzeugen eher im Cruisermodus unterwegs. Und habe viel Freude daran, wenn ich mit der Aprilia kurz beschleunige und dann Gas wegnehme und sie dann sehr schöne Geräusche erzeugt. Da braucht es keine hohen Drehzahlen oder Geschwindigkeiten ;-)

 

Wobei man mit der Dorsoduro 1200 auch anders umgehen kann - sofern man es kann (ich leider nicht).

Hier mal der Werbefilm von Aprilia, schon älter und ich habe mir den 2016 sehr oft angesehen für die Entscheidungsfindung. Meine Frau hatte mir übrigens über die Schulter gesehen und gesagt: Schöne Pferde. Meinte aber nicht die auf Rädern ;-)

 

https://www.youtube.com/watch?v=WL3MVDLK0u8

 

Viele Grüße

Frank

17.06.2022 06:15    |    Px200ELusso

Moin Frank,

 

mach´ dir keinen Kopf um die Hecke, das ist nicht so wichtig. Zumindest mir nicht, meine Einfahrt wuchert auch gerade zu. Aber bei diesem herrlichen Wetter knie ich mich bestimmt nicht hin und zupfe Unkraut.

 

Die KTM war ein Eintopf.

 

Wenn die XS die Hufe strecken sollte, werde ich sie schlachten. EIne aufwändige Reparatur lohnt sich nicht.

Ersetzen würde ich sie dann durch eine Vitpilen, die ja m.W. den gleichen Motor wie die Enduro hat.

 

Habe mich im Übrigen erst einmal gegen eine alte Enduro entschieden. Ich mag die Zeit nicht aufwenden.

 

Schönes Wochenende!

17.06.2022 22:49    |    HerrKausF

Moin aus dem hohen Norden,

 

Danke, die Bilder waren schon älter - mittlerweile habe ich die Hecke geschnitten ;-)

Aber ein Haus macht wirklich viel Arbeit die, zumindest mir, wenig Freude bereitet und viel Zeit kostet. Ich bin kein Gartenmensch mit grünem Daumen und möchte dafür keine Zeit aufwenden. Ich sitze lieber gechillt auf der Terrasse wie auch heute mit einem gepflegten Kaltgetränk ;-)

Daher sehe ich über belanglose Zustände wie schmutzige Fenster, Unkraut zwischen den Pflastersteinen oder leider verstopften Fallrohren erhaben hinweg, meine Frau ist glücklicherweise ebenfalls recht entspannt. Ich kümmere mich nur um die wichtigen Erhaltungsmaßnahmen weil es ja ein schönes Haus ist, für Feintuning ist mir zumindest derzeit die Motivation abhanden gekommen und Lebenszeit zu schade.

Die Grundsubstanz ist solide und solange ich weiß, dass ich für max. 2000 € Fremdfirmen beauftragen kann und hinterher alles tip top in Ordnung ist, mache ich mir da keinen Stress ;-)

 

Ach echt, keine alte Enduro? Naja macht ja nichts, die laufen nicht weg. Zumindest die 4-Takter wie XT, DR, XL gab es ja zahlreich (große 2-Takter sind zumindest hier in D deutlich seltener) und die kannst Du Dir immer noch mal holen.

 

Die Vitpilen 701 müsste den gleichen Motor haben wie die 701 Supermoto, ist halt nur die Straßenversion.

Motormäßig kann ich Dir nur sagen, dass sie meinen Schwager und auch mich begeistert. Ich möchte mal behaupten, dass man nach einem vergleichbaren Eintopf lange suchen muss bzw. mir fällt keiner ein.

Normalerweise war KTM immer recht weit vorn was Leistungsfähigkeit und Agilität angeht und hat die Messlatte hoch gelegt. Es gibt ja die KTM 690, die habe ich aber nicht gefahren, soll auch um die 75 PS haben. Der letzte KTM Eintopf den ich gefahren bin war älter und eine 650er, hat mich auch begeistert, aber da ist doch ein großer Unterschied zur 701.

Viele schwören auf KTM, ich damals eigentlich auch (allein das Schwarz/Orange finde ich super) und wenn KTM die V2 Supermoto nicht eingestellt hätte würde wahrscheinlich statt der Dorsoduro eine KTM in meiner Garage stehen, dann aber nur mit max. 990ccm. Insofern bin ich froh, dass ich mit meiner Dorso 1.2 die leistungsstärkste Sumo habe und ich mag sie immer noch sehr gerne.

Einige Zeitgenossen bezeichnen die Husqvarna als KTM im IKEA-Design, kann man sich überlegen ob das ein Kompliment oder eine Beleidigung ist ;-)

Mein Schwager kann jedenfalls zur 701 nur Gutes berichten, sie läuft super und er bereut den Kauf nicht obwohl sie nicht gerade günstig war - falls Dir das für eine Entscheidungsfindung dienlich sein sollte.

 

Danke und Dir auch ein schönes WE.

 

PS: Machen wir hier weiter oder per PN? ;-)

17.06.2022 23:38    |    Px200ELusso

PN

18.06.2022 00:07    |    HerrKausF

Ich freue mich ;-)

Deine Antwort auf "The big hope & dream - Harley die 2."

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