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Dem Andy sein Blog

Triple A: Automobil. Abenteuer. Alltag.

21.06.2015 22:06    |    Andy090    |    Kommentare (49)    |   Stichworte: Astra, Fahrbericht, G, Mercedes, Opel, SLK

So, hier nun wie versprochen der Bericht zur Überführung sowie ein erster Fahrbericht.

 

Montag - Der unbeliebteste Tag der Woche

 

Vergangenen Sonntag um 23:30 war es soweit, mein Audi war verkauft. Zugegebenermaßen eine Uhrzeit, zu der man sonst wohl eher zwielichtigere Geschäfte erwartet. Der Grund dafür ist allerdings recht simpel: Der Interessent und spätere Käufer wohnt ca. 180 KM entfernt und war nachmittags zufällig in der Nähe und hat den Wagen auf dem Heimweg besichtigt und für gut befunden. Da er allerdings weder genug Bares noch einen Beifahrer dabei hatte, musste er erstmal den Heimweg antreten, das Geld zusammen kratzen, einen Beifahrer auftreiben und wieder herfahren. Da er den Wagen sofort am gleichen Tag noch haben wollte, ist es dann eben etwas später geworden. Für mich ist das okay, weil ich sowieso nachtaktiv bin, für die Nachbarn sah es sicher interessant aus, wie da zwei Gestalten im Halbdunkeln im Garagenhof ein Bündel Scheine ausgetauscht haben.

 

Mit einem Bündel Scheine in der Hand und euphorischer Ungeduld im Bauch wäre ich am liebsten direkt im Anschluss los gefahren um den Astra abzuholen. Leider ging das natürlich nicht, da ich erstens kein Auto mehr hatte und zweitens niemanden der mit mir hätte fahren können. Aber Montag, Montag wollte ich den Wagen unbedingt abholen. Es hätte gut gepasst, ich musste nicht arbeiten, es war perfektes Cabriowetter, also eigentlich alles gut. Leider war es nicht so leicht, um nicht zu sagen in dieser Situation unmöglich, den Terminkalender von drei verschiedenen Personen mal eben spontan aufeinander abzustimmen. Ich hatte zuhause zwischen 14 und 15 Uhr einen Termin, musste also spätestens 13.30 Uhr wieder hier sein, der Vorbesitzer wäre erst ab 13 Uhr zuhause gewesen und mein Kollege der mit mir fahren sollte, musste ab 17 Uhr arbeiten. Bei einer Gesamtfahrzeit von ca. 4 Stunden passte es einfach nicht, egal wie man es drehte und wendete. Ich hätte platzen können vor Ungeduld.

 

Dienstag - Jetzt aber!

 

Exakt neun Tage nach der Besichtigung und Anzahlung des Cabrios und zwei Tage nach dem Verkauf des Audi war es endlich soweit. Der Tag der Abholung. Um 7.30 ging es los, ein Kollege holte mich zuhause ab, ca. 200 KM und zweieinhalb Stunden Fahrt lagen vor uns. Wenn also alles planmäßig verlaufen sollte, wäre unsere Ankunft um Zehn Uhr rum. Bis 10.45 spätestens mussten wir da sein, da der Verkäufer dann weg musste. Etwas nervös war ich trotz des Zeitpolsters von 45 Minuten schon und bei jeder noch so kleinen Verzögerung habe ich nervös auf die vom Navi neu berechnete Ankunftszeit geblickt. Ich war heiß auf mein Cabrio und hatte verdammt noch mal Angst, dass wir zu spät kommen. Die Tatsache, dass mein Kollege einen Mercedes SLK fährt, hat meine Sehnsucht endlich mein eigenes Cabrio zu fahren dabei nicht gerade geschmälert. Besagter SLK ist übrigens ein SLK der ersten Generation mit 2.3 Liter Kompressormotor mit 197 PS, die Sortierung der Gänge übernimmt eine 5-Gang Automatik. Das besondere hier: Auch der SLK ist mit einer LPG Gasanlage ausgerüstet, sodass auch hier reueloses Cabrio Vergnügen zum Kleinwagen-Kurs angesagt ist. Ich nenne den SLK immer nur "den Elch", der Auspuff ist bald fällig und so röhrt der Wagen wie ein brünftiger Elch. Aber der Elch hat uns pünktlich an's Ziel gebracht.

 

Hin und weg

 

Das beschreibt sowohl meinen ersten Eindruck bei der Besichtigung des Cabrios als auch den Plan für diesen Tag sehr gut. Ich errinere mich zurück an den Tag der Besichtigung, ich war etwas nervös, weil ich nicht ganz glauben konnte, dass der Wagen hält, was die Bilder in der Anzeige versprachen. Denn wie wir alle wissen, kann ein Wagen, richtig in Szene gesetzt und einmal ordentlich geputzt, in der Anzeige absolut top aussehen und dann fährt man hin und findet einen regelrechten Trümmerhaufen vor. Bei diesem Wagen war das glücklicherweise nicht der Fall. Der Lack strahlte tatsächlich wie auf den Bildern in der Anzeige und die Aussage, dass der Wagen immer (oder sagen wir fast immer) Handwäsche bekam, erschien durchaus glaubwürdig. Auch an diesem Tag erwartete mich eine kleine Überraschung und ich muss wirklich sagen, dass dies die wohl beste und angenehmste Fahrzeugübergabe war, die ich bisher erleben durfte. Der einzige bei der Probefahrt festgestellte Mangel wurde behoben, dabei handelte es sich um einen Kabelbruch/Wackelkontakt im Kabelbaum der Heckklappe, der dazu führte, dass das Verdeck sich nicht immer beim ersten Versuch öffnen wollte, weil das Signal für den Heckklappen-Kontakt nicht ankam und bei geöffneter Heckklappe lässt sich das Verdeck nun mal nicht öffnen. Hier wurde kurzerhand einfach ein neuer Kabelbaum von Opel verbaut, Problem gelöst, Verdeck öffnet wieder zuverlässig. Außerdem hatte der Vorbesitzer den Wagen nochmal gewaschen, schon mal warm laufen lassen, damit ich direkt auf Gas starten kann und sogar halbvoll getankt, damit ich auf dem Heimweg nicht direkt tanken muss. Das war so zuvorkommend, dass ich wirklich absolut baff war. Bei den meisten Händlern und auch so manchem Autohaus kriegt man soviel Service nicht unbedingt.

 

Nachdem die letzten Formalitäten erledigt waren kam nun der beste und langersehnte Teil der Reise: Die Rückfahrt. Ich durfte den Wagen angemeldet mitnehmen, was die Übergabe natürlich deutlich erleichterte, und nach Absprache wurde mir eine Woche Zeit eingeräumt den Wagen umzumelden. Da ich meinen Audi ebenfalls angemeldet verkauft hatte, was Sonntag Nachts nun mal anders nicht geht, wollte ich den Wagen ummelden, sobald ich meine Kennzeichen zurück habe. Der Käufer des Audi hat sich an das Versprechen gehalten den Wagen umgehend umzumelden, die Kennzeichen ist er mir bisher allerdings schuldig geblieben. Also werde ich morgen wohl neue Schilder kaufen müssen.

 

Das Wetter war gut, sonnig mit leichten Wolkenflecken, etwas kühl, aber nicht kalt und so konnte ich die Fahrt standesgemäß offen antreten. Der Standort des Wagens war Wetter, bei Marburg in Hessen und der Heimweg führte erstmal über 80 Kilometer Landstraße, die restlichen 110 Kilometer über Autobahn. Und was soll ich sagen? Ich habe jeden einzelnen Kilometer genossen. Es ist einfach toll. Ich kann es gar nicht besser beschreiben. Einfach. Toll. Die Zeit vergeht wie im Fluge während einem die Luft um die Nase weht, die Landschaft rauscht vorbei und es ist einfach purer Genuss. Ich kann gar nicht verstehen, warum nicht mehr Leute ein Cabrio kaufen, wenn man nicht gerade eine Großfamilie versorgt ist so ein Kompaktcabrio absolut Erstwagen-tauglich und als Zweitwagen taugt sowas doch alle Male! Gerne hätte ich noch ein paar Bilder von der Landschaft geschossen, allerdings waren die Landstraßen dort alle recht eng und Haltebuchten mit genügend Platz und guter Aussicht recht rar gesät. Daher war unser erster Halt dann erst an einem Autobahn Rastplatz.

 

 

Erstaunlich übrigens auch, wie gut man sich selbst bei offenem Verdeck auch gegen den Wind abschotten kann: Wenn es dann doch mal zu zugig oder kalt wird, einfach alle vier Fenster hochfahren und das Windschott hochklappen und es kommt so gut wie kein Wind mehr rein. Ist natürlich nicht so ganz Sinn der Sache, aber wenn man mal längere Autobahnetappen offen fahren möchte, lässt es sich so sehr gut aushalten. Ganz anders sieht es da im SLK aus: Meinem Kollegen wurde es nach einer dreiviertel Stunde Fahrt einfach zu kalt, denn selbst mit hochgefahrenen Fenstern zieht es im SLK ganz schön. So konnte ich gemütlich offen weiterfahren, als er schon längst die Blechmütze hochgeklappt hatte. Was ich natürlich mit einem verächtlichen "Weichei" Ruf quittiert hatte. :D

 

Ich wiederhole: Ende gut, alles gut?

 

Ich habe diese Frage in meinem letzten Artikel schon gestellt und diesmal lautet die Antwort: Ganz klar, ja! ... Ja! Ja! Ja! Ich habe meine Autos in letzter Zeit ja nun doch schon recht oft gewechselt, aber das Astra G Cabrio ist nun endlich ein Kandidat für eine lange Haltedauer. Während und nach den rund 200 Kilometern Heimweg ist mir das zufriedene Grinsen einfach nicht mehr aus dem Gesicht gegangen. Der erste Weg zuhause führte natürlich erstmal zur Tankstelle, dort habe ich dann beide Autos für ca. 35€ vollgetankt, warum sollte man da also auch aufhören zu grinsen? :D

 

 

Und, wie er fährt er sich so?

 

Im direkten Vergleich zum Audi fühlt der Opel sich einfach deutlich spritziger an. Dabei ist die Mehrleistung auf dem Papier gar nicht mal so groß: Der Opel hat 24 PS und 30 NM maximales Drehmoment mehr. Klingt jetzt nicht nach einem Riesenunterschied, fühlt sich aber so an. Der Motor im Opel dreht recht munter hoch, die ersten drei Gänge sind relativ kurz übersetzt und lassen sich knackig durchschalten. Beim Audi hat sich der Beschleunigungsvorgang etwas zäh hingezogen. Temperament hatte der definitiv nicht. Woran ich mich im Astra erstmal wieder gewöhnen musste, war das E-Gaspedal. Das Gaspedal im Audi funktionierte noch über einen gewöhnlichen Bowdenzug. Im ersten Augenblick kommt einem die Gasannahme im Opel daher etwas träge vor, ein Kritikpunkt, den ich in vielen Testberichten zum Astra G gefunden habe und der sich sogar beim Nachfolger gehalten hat und so gar nicht zum munteren Motor passen möchte. Allerdings gewöhnt man sich recht schnell daran und wenn man damit erstmal umzugehen weiß, fällt es einem gar nicht mehr auf und man kann das Gas ziemlich präzise dosieren.

 

Ich würde das Fahrverhalten jetzt nicht als sportlich bezeichnen, aber wenn es denn mal sein muss, ist der Wagen in unter Zehn Sekunden auf Hundert und wenn man es besonders eilig hat fährt er auch über 200 Km/h schnell, dann empfehle ich allerdings das Verdeck vorher zu schließen, weil es ab 160, spätestens 170 Km/h doch auch bei geschlossenen Fenstern ziemlich windig wird. Aber ganz ehrlich: Um im Expressmodus über die Autobahn zu bolzen ist das Teil nicht gebaut. Ansonsten ist es halt ein Astra G, solide, geräumig und absolut langstreckentauglich. Bei geschlossenem Verdeck finde ich die Fahrtgeräusche nicht übermäßig laut, klar, lauter als bei einem Wagen mit festem Dach und konventionellen Türen mit Rahmen, aber man kann sich noch vernünftig unterhalten und gut Musik hören. Und wenn es regnet, klingt es, als wenn man in einem Zelt sitzt. Ist doch toll! :D

 

 

Einen Urlaub kann ich mir mit dem Wagen jedenfalls gut vorstellen, mit meinem ersten Coupe bin ich zum Gardasee gefahren, hin und zurück insgesamt ca. 3000 KM Fahrt und es war sehr bequem und komfortabel. Trotz Verdeckkasten bleibt hier auch genug Kofferraum übrig um Urlaubsgepäck zu verstauen. Daher geht's im September auf nach Norwegen, da freue ich mich schon drauf. Bilder und Bericht gibt's dann natürlich hinterher auch. Auf Langstrecke ist der Wagen übrigens sehr sparsam: Auf der Fahrt zum Gardasee hatte ich dank Tempomat und Geschwindigkeitsbegrenzungen einen Schnitt von 6 Litern Super erreicht.

 

Technische Daten

 

Das Astra G Cabrio war mit 5 verschiedenen Motorisierungen erhältlich, ausnahmslos 4 Zylinder Reihenmotoren, den Einstieg bildete der 1.6er Motor mit 101 PS, den ich gemessen an meinen Erfahrungen nur Sparfüchsen empfehlen würde, da ich ihn sonst als zu schwach einschätzen würde. Dennoch kann man hier manchmal ein echtes Schnäppchen machen, eben weil der Motor recht unbeliebt ist und wenn man einfach nur gemütlich voran kommen möchte, kann man den schon nehmen. Im Coupe gab es diesen Motor übrigens bei uns nicht, man findet auf mobile.de allerdings ein paar Import Modelle mit dem Motor. Danach folgte besagter 1.8er Motor mit 125 PS, den ich in meinem Cabrio habe, dann der 2.2er mit 147 PS, der allerdings je nach Baujahr Probleme mit der Steuerkette haben kann und den ich daher wegen des Risikos ebenfalls nicht empfehlen würde, dann noch den 2.0 Turbo Motor mit 192 und später 200 PS, den ich in meinem letzten Coupe hatte, der sehr spaßig und in der Hinsicht sehr empfehlenswert ist, aber halt auch sehr durstig ist. Außerdem gab es noch einen 2.2 Diesel Motor mit 125 PS, keine Ahnung wer sowas in einem Cabrio braucht.

 

Die Benziner:

 

Motor(code): 1.6 16V (Z16XE)

Hubraum: 1598 cm³

Leistung: 74 kW (101 PS)/6000

Drehmoment (Nm bei 1/min): 150 / 3600

 

Motor(code): 1.8 16V (Z18XE)

Hubraum: 1796 cm³

Leistung: 92 kW (125 PS)/5600

Drehmoment (Nm bei 1/min): 170 / 3800

 

Motor(code): 2.2 16V (Z22SE)

Hubraum: 2198 cm³

Leistung: 108 kW (147 PS)/6000

Drehmoment (Nm bei 1/min): 203 / 4000

 

Motor(code): 2.0 16V (Z20LET)

Hubraum: 1998 cm³

Leistung: 141(147) kW (192(200) PS)/5400(5600)

Drehmoment (Nm bei 1/min): 250 / 1950-5300

 

Der Diesel:

 

Motor(code): 2.2 DTI (16V ) (Y22DTR)

Hubraum: 2172 cm³

Leistung: 92 kW (125 PS)/4000

Drehmoment (Nm bei 1/min): 280 / 1500-2750

 

Ausblick - Wie geht es nun weiter?

 

Der Plan lautet fahren, fahren, fahren. Heute war ja nun offiziell Sommeranfang und wie es sich für einen schönen, mitteleuropäischen Sommer gehört, hat es erstmal den halben Tag wie aus Eimern gegossen. Dennoch konnte ich bisher an 4 von 6 Tagen offen fahren. Das ist noch erträglich. Ich bin allerdings noch unsicher, was ich im Winter mit dem Cabrio mache. Ich will dem Astra G keinesfalls die Wintertauglichkeit absprechen, das Verdeck ist dick und gut isoliert und absolut dicht, das geht schon. Allerdings stand der Wagen die letzten 6 Jahre im Winter in der Garage und ich hätte Lust diese Tradition fortzuführen. Da ich im Oktober 25 werde und mein Erstwagen bald in SF4 eingestuft wird, würden die fixen Unterhaltskosten im Rahmen bleiben, sodass ich hier derzeit echt am überlegen bin, ob ich das machen soll. Da ich mich noch nicht entschieden habe wird der Wagen morgen erstmal mit einem normalen Kennzeichen angemeldet und gegebenenfalls dann über den Winter vorübergehend still gelegt. Und ganz ehrlich, ich muss gestehen, ich hätte auch schon ein paar Kandidaten im Auge, die mir zur Ergänzung ganz gut gefallen würden. ... ........

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15.06.2015 18:30    |    Andy090    |    Kommentare (16)    |   Stichworte: Astra, G, Opel

Ich heiße den geneigten Leser hiermit herzlich willkommen,

 

dies ist mein erster Blogeintrag. Meine Schreibe wird daher sicherlich noch gewöhnungsbedürftig und wenig ausgefeilt sein, aber sei's drum.

 

Worum geht's?

 

Wie einige von euch ja schon mitbekommen haben, habe ich vor so ziemlich genau vier Wochen mein Opel Astra G Turbo Coupe gegen einen 96er Audi A4 B5 mit LPG Gasanlage getauscht. Der Sinn dieser Aktion: Ganz klar, den Geldbeutel schonen. Wenn ich meine Jahresfahrleistung so hochrechne komme ich auf rund 24.000 - 30.000 KM, so spaßig und auch so schön der Opel auch war, bei einem Spritverbrauch von mindestens 10 Litern / 100 KM und wenn man es mal krachen lässt auch gut gerne mal 13 - 15 Liter / 100 KM (und mehr) belastet das den Geldbeutel dann doch schon ziemlich sehr. Man könnte auch sagen, das war echt scheiße verdammt teuer. Also war die Entscheidung den Spritschlucker zu verkaufen gefällt. Die Entscheidung fiel definitiv nicht leicht, ich hatte wirklich sehr lange nach einem so gepflegten und vor allem unverbastelten Turbo Coupe gesucht, der Markt gibt da wirklich sehr sehr viel Schrott her, der Astra G ist nun mal ziemlich erschwinglich, die ersten Turbo Coupes fangen bei 2000€ Euro an (auch wenn man bei diesen Exemplaren besser über den Pflegezustand schweigt) und da ein Turbo Motor sich nunmal recht gut tunen lässt, ist der Wagen leider bei der ATU Tuning, tiefer, breiter, härter, krasses Spoilerpaket Fraktion recht beliebt, was dazu führt, dass man haufenweise regelrecht verschandelte Exemplare findet. Was traurig ist, denn im originalen, Serienzustand finde ich den Wagen einfach zeitlos schön. Sowas elegantes hat Opel seitdem nicht mehr auf die Beine, pardon, Räder gestellt. Wobei so manchem Leser hier dann wohl ein "richtiger" Motor fehlen dürfte und der Vortrieb von der falschen Achse generiert wird. Heutzutage ist das Konzept mitnichten etwas besonderes, aber der Wagen stammt noch aus einer Zeit, als Turbos primär für den Spaß da waren und nicht um im NEFZ zu betrügen. Dennoch entschied ich mich, auch wenn es nicht leicht fiel, den Wagen zu verkaufen. Auf die hohen Unterhaltskosten hatte ich einfach keine Lust mehr. Neben dem hohen Spritverbrauch war der Wagen auch noch recht teuer in der Versicherung.

 

Auto weg - und was jetzt?

 

Da wir hier ja alle etwas automobil-verrückt sind, könnt ihr euch sicher gut vorstellen, was ich vor, während und nach dem Verkauf meines Opels gemacht habe: Ich habe Stunden auf der Website verbracht, die so mancher wohl als Startseite, wenn nicht aber in den Bookmarks ganz weit oben hat und mir den Kopf zermatert, was denn nun der Nachfolger werden soll. Gemeint ist natürlich mobile.de (eignet sich auch hervorragend zum prokrastinieren... ;) ). Die wildesten Ideen rasten mir da durch den Kopf, vom 400€ Daihatsu Cuore, den ich dem Himmel sei dank nicht erwählt habe, bis hin zum Audi A6 Avant mit V6, alles mögliche vertreten. Irgendwann brachte mich jemand im U25 Blog auf die Idee mir ein LPG Fahrzeug zuzulegen, das Budget setzte ich bei ca. 2500€ fest, was die Auswahl zwar einschränkte, aber dennoch nicht einfacher machte. Schon bei der Karosserieform konnte ich mich nicht wirklich entscheiden, Limo, Kombi, Cabrio, Coupe, Kompakter, alles denkbar. Zumindest Cabrio und Coupe fielen raus, da gab es in der Preisklasse mit der Einschränkung LPG nicht wirklich viel Auswahl. Wobei ich ersteres schon gerne gehabt hätte, aber gab's halt nicht. Schade.

 

Geworden ist es dann am Ende besagter Audi A4 B5 mit 1.6er Maschine und mit Voll-Nichtausstattung. Beim Schiebedach muss dem Buchhalter da wohl der Stift ausgerutscht sein. Abgesehen vom Schiebedach hat dieser Audi alles nicht drin, was ein Audi Fahrer sich heutzutage wohl wünscht: Keine Klima, Keine Sitzheizung, kein Bordcomputer, keine elektrischen Fensterheber hinten, kein Leder, kein Navi, kein Xenon, keine PDC, usw. Im Prinzip für mich auch alles kein Muss, einzig bei der fehlenden Klima war ich nicht so sicher. Oft habe ich meine nicht benutzt, es war aber nett eine zu haben. Würde ich wieder ein Auto ohne Klima kaufen? Ich glaube nicht. Es geht zwar irgendwie, aber es geht auch irgendwie besser mit. Ohne die Garage, die den Wagen auch im Sommer schön kühl hält, hätte ich das glaube ich nicht ausgehalten. Wenn der Wagen voll aufgeheizt ist ohne Klima, das ist dann schon echt sehr sehr unangenehm. Warum habe ich mich überhaupt für den Wagen entschieden? Letztlich war es Zufall. Es musste schnell gehen, nachdem mein Coupe weg war brauchte ich sofort einen neuen Wagen. Ich pendel jeden Tag insgesamt ca. 60 Kilometer, da konnte ich mir einen Ausfall nicht erlauben. Abgesehen von der fehlenden Ausstattung machte der Audi einen guten Eindruck und so wurde er gekauft. Und das was er tun sollte, tat er sehr gut: Er fuhr mich sehr zuverlässig von A nach B, die Gasanlage arbeitete einwandfrei und schaltete unglaublich schnell auf Gas um, was wohl auch den milden Temperaturen derzeit geschuldet ist, aber nichtmals einen Kilometer hat die Anlage gebraucht, das ist doch mal 'n Wort! Ich hab schon ganz vergessen wie Benzin riecht, weil ich mich an normalen Tankstellen nicht mehr habe blicken lassen. Ich bin immer zu einer freien 24 Stunden Automaten LPG Tanke gefahren, wo mich der Liter LPG unglaubliche 48 Cent gekostet hat. Ich habe im vergangenen Monat nur knapp 80€ statt 350€ vertankt. DAS macht Spaß!

 

Also, Ende gut, alles gut?

 

Fast. Für meine damalige Suche hatte ich bei mobile.de einen Suchauftrag angelegt, und bei jedem neuen Treffer hat mich die mobile.de App sofort benachrichtigt. Da es ingesamt rund 600 Treffer zu meiner Suche gibt, hat das Handy recht oft gebimmelt. Und naja, man guckt ja doch ganz gerne mal. Auch so schmöker ich zwischendurch einfach gerne auf mobile.de und schau mir die verschiedensten Autos an. Realistische und unrealistische Zielobjekte. Und irgendwann ist es dann passiert. Eingestellt vier Tage, nachdem ich meinen Audi gekauft hatte, anfangs noch zu einem höheren Preis, der außerhalb meiner Suchparameter lag, erschien nach der Reduzierung auf 2500€ plötzlich dieses Auto in der Ergebnisliste und ich dachte mir einfach nur "Dayum! (Damn)". Dieses Auto wollte ich haben. Unbedingt. Aber ich hatte doch grade erst ein Auto gekauft und zufrieden war ich doch eigentlich auch. Und wenn ich es haben wollte, wieder dieser Stress mit dem Verkauf des alten, Telefonate mit irgendwelchen Spinnern, oh man, da hatte ich ja gar keine Lust drauf. Andererseits war der Preis so heiß, dass ich mir den Wagen eigentlich einfach angucken müsste. Im U25 Blog schrieb ich noch, hätte ich den früher gesehen, dann wäre es wohl der geworden. Vielleicht errinert sich ja noch jemand. Ich zeigte den Wagen meinem ebenso auto-begeisterten Kollegen, der meinte ich wäre bescheuert, aber andererseits sieht der Wagen einfach gut aus. Den müsste man sich eigentlich mal anschauen. Also tat ich das. Ich rief den Verkäufer an und machte eine Probefahrt aus. Nur um mal zu gucken. Denn wenn ich das nicht getan hätte, da war ich mir sicher, hätte ich mich hinterher geärgert, wenn ich irgendwann auf meinen Parkplatz geguckt hätte und da gestanden hätte "Fahrzeug nicht mehr verfügbar". Also fuhr ich hin, um mein Gewissen zu beruhigen. Damit ich mich hinterher nicht mehr fragen muss, was gewesen wäre wenn... Und irgendwie in der Hoffnung, dass das ganze vielleicht doch nichts ist, dass da irgendwo ein Haken dran ist und ich einfach in Ruhe meinen Audi weiterfahren kann. Aber leider und zum Glück war dem nicht so. Also kaufte ich...

 

Darf ich vorstellen, mein Name ist Bert und ich bin blau

 

Aber langsam, um was für einen Wagen geht es hier eigentlich? Wie ich oben schon schrieb, hätte ich ganz gerne mal ein Cabrio gehabt. Wenn man nun meinem Suchauftrag [LPG, bis 2750€, 44625 + 200 KM] den Parameter Cabrio hinzufügt, erhält man Stand heute ganze 17 Treffer, deutschlandweit 35. Dabei so Perlen wie Chrysler Stratus, Peugeuot 206 CC, Nissan Micra CC und verbastelte 318CI E36er und so weiter. Kaufbar finde ich davon genau gar keins. Umso erstaunter war ich als ich besagtes Auto in meiner Trefferliste fand: Ein 2001er Astra G Cabrio mit dem guten 1.8er Motor mit 125 PS in blau mit toller Ausstattung. Der Preis: 2500€. Selbst ohne LPG fangen die sonst ganz gerne mal eher bei 3000€ aufwärts an. Das einzige was potenzielle Käufer wohl abschrecken könnte, der mit 219.000 KM recht hohe Kilomterstand. Nachdem ich aber schon zwei völlig problemlose Astra G hatte, bin ich von den Qualitäten dieses Modells absolut überzeugt und halte die Laufleistung für absolut problemlos. Zumal der TÜV neu ist, der Zahnriemen gewechselt wurde und ein paar andere Verschleißteile auch. Auch optisch steht der Wagen einfach verdammt gut da. Der Lack strahlt wie am ersten Tag, der Innenraum mit beigem Leder ist sehr gepflegt, die Sitzwangen unbeschädigt. Man sieht dem Auto an, dass es von einem Liebhaber und Genießer gefahren wurde. Der Eindruck bestätigte sich auch auf der Probefahrt. Der Wagen ist seit 8 Jahren in der Hand des Vorbesitzers und hat dabei nur einen Winter gesehen, danach wurde der Wagen nur mit Saisonkennzeichen bewegt. Das Verdeck ist noch das erste, aber einwandfrei, keine Risse oder sonstiges. Den Motor kenne ich ja bereits aus meinem ersten Coupe, das Cabrio ist ca. 110 KG schwerer als das Coupe (1380 zu 1270 KG), dennoch wird der 1.8 Liter Motor mit dem Gewicht des Autos ganz gut fertig und es fühlt sich jetzt subjektiv nicht langsamer an als das Coupe. Der Motor ist für einen R4 recht spritzig und dreht munter hoch. Die Leistung ist definitiv ausreichend. Beim Cabrio kommt es ja auch nicht auf irgendwelche Zehntelsekunden an. Da geht's mehr um's genießen und zum offen cruisen und ein bisschen Landstraßen räubern (wenn auch sicherlich nur halb so dynamisch wie das ein MX-5 kann) ist das alle Male ausreichend und macht sehr viel Spaß. Und da auch dieser Wagen eine sehr gut funktionierende Gasanlage, diesmal von BRC, hat, bleibt der ganze Spaß auch wirtschaftlich.

 

Hier mal noch ein kleiner Überblick über die wichtigste Ausstattung, soweit ich das im Kopf habe:

 

  • Klimaanlage
  • Zentralverriegelung über Funkschlüssel inklusive Verdecksteuerung
  • Ledervollausstatung in Beige
  • Sitzheizung vorne
  • Tempomat

 

 

Epilog

 

Natürlich war da noch der Audi, der musste erstmal weg. Ich hätte den Opel auch direkt komplett bezahlen können, da ich aber alleine da war, hätte ich ihn eh nicht mitnehmen können. Also habe ich den nur angezahlt und ausgemacht den Rest dann zu bezahlen, wenn der Audi verkauft ist. Um es kurz zu machen: Ja, der Audi ist verkauft. Habe ich verlust gemacht: Ja. Aber nicht viel und im verschmerzbaren Rahmen. Hätte ich den Zahnriemen nicht machen lassen, hätte ich wohl keinen Verlust gemacht, aber die Investition habe ich nicht komplett wieder rausbekommen. Aber: Ganz ehrlich? Ist mir völlig egal. Ich verbuche das unter erhöhte Fahrtkosten. Hätte ich das Coupe einen Monat weiter gefahren, hätte ich mehr Sprit vertankt, als ich jetzt Verlust gemacht habe. Wie sagen wir hier immer so schön? YOLO.

 

Derzeit überlege ich noch, ob ich den Opel nicht auch mit Saisonkennzeichen bewegen soll. Das wirft allerdings das Problem auf, dass ich dann noch ein "Winterauto" bräuchte. Budget ist zwar vorhanden und reizvoll ist der Gedanke auch, allerdings würde das meine Ursprungsidee, Geld zu sparen, schon etwas ad absurdum führen. Hachja.

 

Aber egal, morgen hole ich den Opel erstmal ab und da freue ich mich schon sehr drauf. Mein dritter Astra G. So wie es aussieht, spielt das Wetter mit und ich kann den Wagen offen herfahren. :)

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