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Christoph2605

Blog vonChristoph2605

29.07.2014 20:29    |    Christoph2605    |    Kommentare (8)    |   Stichworte: Ford, Model A, Modell A

Hallo Freunde des Altgerümpels.

 

Bei meinem 1929er „A“ ist mir jetzt die Kopfdichtung

kaputtgegangen. Nein – das wäre nach 19`000km

eigentlich noch nicht nötig gewesen.

 

Ich hab mich beim Fahren gewundert, dass ich die rote

Temperaturanzeige, im Boyce-Instrument auf dem Kühler,

manchmal sehen kann

 

Die Überprüfung ergab, dass Kühlwasser fehlt und ein

hinterherfahrender Freund sah, dass das Auto beim

Beschleunigen Kühlwasser durch den Überlauf-verliert.

 

 

 

Die Kopfdichtung ist „dahin-gegangen“. Dadurch kommen Verbrennungsgase in

den Kühlkreislauf und die gehen in den höchsten Punkt des Kühlsystems und

bringen den Kühler so zum „blubbern“, dass das Wasser halt zum Überlauf heraus-

gedrückt wird.

 

Mit eifrigem Wassernachfüllen hätte ich sicher noch 1000km fahren können.

 

Wir lernen daraus:

Man hat im alten Auto öfter mal irgendwelche Kleinigkeiten zu basteln, aber jegliches

ernste Problem wird vom Auto lange vorher angekündigt und man hat Zeit zum Reagieren.

 

Wie dem auch sei. An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass eine neue Kopfdichtung ca 48.-

Dollar kostet und Sicherheitshalber hab ich mir neue Chrom-Vanadium Bolzen zur Kopf-

Befestigung mitbestellt (nochmal knapp 50.- Dollar).

Ein kompletter neuer Kopf würde so um die 330.- Dollar kosten

http://www.snydersantiqueauto.com/1069

 

Das „Jetzt–Helfe-ich-mir-selbst“ für Ford-Model A ist übrigens von „Les Andrews“

http://www.snydersantiqueauto.com/2167

 

Er sagt, dass eine geübte Werkstatt die Kopfdichtung in 1,5 Stunden getauscht haben sollte…

 

OKOK ich bin keine geübte Werkstatt und das Internet ist voll von Berichten, wie Leute

Spaß hatten bei dem Versuch bei nem „A“ den Kopf zu demontieren.

 

Das kann ja Heiter werden…

 

Also hab ich sicherheitshalber erst nochmal eine Bestandsaufnahme gemacht:

Verdichtung

Kalt 5,5 4,6 4,9 4,8

Heiß 6,0 5,25 4,75 5,0

Heiß 6,0 5,25 5,0 5,2 (mit je nem spritzer ÖL in die Brennräume )

Kalt- und Heiß-Messung leider mit verschiedenen Meßgeräten.

 

Die Zündkerzen sehen gut aus.

 

Kein Wasser im ÖL angekommen.

 

Aus dem Auspuff qualmt nix (auch nicht wenn der Motor heiß ist).

Die relativ gute Kompression zeigt, dass das Problem noch nicht soooo grob war.

 

Bei kaltem Motor ist das Wasser im Kühler Blasenfrei .

Bei warmem Motor sieht man Blasen (wenn man den Kühler bis ganz oben hin auffüllt.)

 

Damit ist sicher, das die Kopfdichtung kaputt ist.

 

Gestern hab ich mit dem Zerlegen begonnen.

Wasser ablassen und Kopfschrauben lösen.

Wasserflansch entfernen

Soweit – so schön.

Weil sowieso klar ist, dass die verwendete Kupfer-Silikon-Kopf-Dichtung mit dem

Kopf verklebt ist, ist Cleverness bei der Demontage gefragt.

 

Der Zylinderkopf ist ja nur ein Deckel – Der Motor hat stehende Ventile im Motorblock.

 

Weil das so ist, kann man (theoretisch) den Kopf mit Preßluft herunterdrücken.

Ich habe zuerst den Motor mit dem Starter durchgedreht ( in der Erwartung, dass

die Kompression den Kopf hebt). Das hat nicht funktioniert und so habe ich versucht

den Motor (ohne Verschraubung am Kopf) zu starten !!!

 

Die Idee dahinter wäre, dass die Verbrennungen (mehr Druck) den Kopf anheben würde

und wenn (wegen Kurzschluß in die Umwelt) nichts mehr „komprimiert“ wird,

geht der Motor sowieso von alleine aus.

 

In der Realität war es dann so, dass durch den Kompressionsdruck der Kopf wohl

schon leicht angehoben wurde und dann, durch die dadurch geringere Kompression, der

Motor nicht mehr ansprang (er wollte mehrfach, hat aber nur aus den Kühlwasser-

Kanälen herausgeraucht … Warum hab ich das nicht gefilmt??? )

ÜBRIGENS – VERSUCHT SOWAS NICHT MIT NEM MODERNEN MOTOR

 

Ich habe nochmal alle Stehbolzen und die Dichtung mit Kriechöl und

WD40 eingeweicht.

 

Nächste Idee ….

Schrauben in die (7/8 Zoll) Kerzenlöcher und mitm Motorheber daran nach-oben-ziehen

Ja – auch ne gute Idee – Ich hab das komplette Auto vorne angehoben...

(Wir sind immernoch in dem Modus - Versuche das nicht bei nem "modernen" Motor)

 

Nein – schreibt bitte Eure Zweifel nicht hin …

Da sind alle (14) Bolzen zur Verschraubung des Kopfes lose !!!!

 

Irgendwie bin ich zwar grundsätzlich Tiefenentspannt, aber es regt sich der Verdacht,

dass ich demnächst anfange mit nem Teppichmesser das Kupfer zwischen Kopf und

Block rauszuschneiden.

 

Ich werde berichten.

LG Christoph

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29.07.2014 21:27    |    ladafahrer

"Tiefentspannt" - ein Wort, das es in meine eigene Fahrzeug-Fahrer Symbiose geschafft hat. Danke dafür.

 

Sehr nett geschrieben, wat heb wi lacht.....

 

Ich hatte letztens beim Auto einen erweiterten (also mit aller Technik, die irgendwie wasserdurchflossen war) ZKD-Schaden, das hat bitter eckig Geld gekostet. Sei froh, daß Du da bei Deinem Euro-minus7-Motor was selbst machen kannst.

 

Nach Beschau der Bilder: Gegen Deinen Motor wirkt eine Yamaha XT500 wie ein UFO :D

 

Hoffe, daß Du noch den richtigen Tip erhältst.


30.07.2014 10:31    |    VolkerIZ

Find ich immer wieder bemerkenswert. Der Ford A hat echt das Potential zum Alltagsauto. Von der Teileversorgung und den Preisen würden Fahrer 70 Jahre jüngerer Ford-Modelle träumen.


30.07.2014 21:36    |    Hans-57

Stehende Ventile im Block, das kannte ich auch noch nicht. Falls Du den Kopf jemals runter bekommst, mach bitte mal je ein Foto vom Block und von den Brennräumen im Kopf, ich kann mir das im Moment schlecht vorstellen.

 

Dass die Temperaturanzeige vorn in der Medaille auf dem Kühlerverschluss sitzt, war mir ebenfalls vollkommen unbekannt. Ist das nachgerüstet oder war das damals "Stand der Technik"?

 

Außerdem habe ich Deine stilechte Teilekiste bewundert, gut, dass man immer alles aufhebt... :D

 

Zum Thema selbst: die einzige Stelle, die irgendwie einen Ansatzpunkt für einen Hebel bietet, scheint ja unter dem Flansch der Wasserpumpe zu sein. Wenn sich nun unten am Block noch ein stabiles Wiederlager findet, könnte man eventuell mit Brettern und Hartholzkeilen versuchen, den Kopf vorn etwas hoch zu drücken, und dann den entstehenden Spalt nach hinten mit Kunststoffkeilen aufweiten.

 

Ansonsten hätte ich dann nur noch die Idee, zwei alte Zündkerzen zu Schlauchanschlüssen umzubauen und Druckluft in die Zylinder eins und vier zu blasen, ob das aber funktionieren würde, ist fraglich.

 

So richtig hilfreich ist das aber bestimmt alles nicht. Andererseits ist das ja auch nicht die erste Kopfdichtung, die gewechselt wird. Irgendeinen Trick muss es da also geben. Ich wünsche Dir daher trotzdem viel Erfolg. :)


30.07.2014 23:50    |    ladafahrer

Nein, Druckluft ist doof und verdichtete Gase neigen zur "Explosion". Aber mit einer Flüssigkeit (Öl)befüllen wäre der geeignete Ansatz bei Deiner Idee.

 

"Stehende Ventile" guckst Du hier, die WLA von Harley Davidson hat das auch

 

 

http://de.wikipedia.org/wiki/SV-Ventilsteuerung


30.07.2014 23:59    |    Christoph2605

Hi Freunde des bezahlbaren Gerümpels.

 

Danke für Euer Mitgefühl :D

 

@ Lada

Drum fahr ich gerne Oldtimer.

Der Ford kann in keinem Schadenfall so teuer sein wie die supertollen

und modernen 100-Steuergeräte-Autos (egal von welchem Hersteller)

 

Genaugenommen wird sich die Situation irgendwie klären, auch wenn

ich keinen passenden Tip bekomme .

 

@ Volker

Tatsächlich ist eigentlich JEDER neidisch bezüglich der Ersatzteil-Preise.

Die Teile aus den USA (bestellt am Sonntag) sollten Heute eigentlich

angeliefert werden (ich war LEIDER arbeiten...)

 

Wie "Lada" hab ich auch schon superteure Kopfdichtungsschäden mit

modernen Autos erlebt und das ist wirklich nervig.

 

Das hier ist nur anstrengend, weil ich nach Feierabend noch

herumbasteln muss....

 

Schaff Dir nen Vorkriegs-Ford an - Du wirst ihn lieben.

 

@ Hans

Sonen Motor könntest Du nur kennen, wenn Du deutlich vor dem letzten Krieg

etwas über Motoren gelernt hättest :rolleyes:

So alt kannst Du garnicht sein :cool:

 

Eigentlich spricht man von einem L-Kopf

Im Prinzip sieht der Motor von oben so aus

http://de.wikipedia.org/.../SV-Ventilsteuerung?...

... und im Schnitt so:

http://de.wikipedia.org/.../SV-Ventilsteuerung?...

 

Mit stehenden Ventilen kann dem Motor nichts passieren, auch wenn ein Ventil abreißen würde :eek:

 

Natürlich werde ich Fotos machen, ob ich den Kopf irgendwann runter hab !

 

Eigentlich hätte ich schon wieder neue Fotos, aber ich bin leider unglaublich müde.

Morgen dann

 

Danke für Euer Interesse.

LG Christoph


31.07.2014 06:32    |    Christoph2605

Oh - da war "Lada" heute Nacht ein paar Minuten schneller :D

 

Grad nochmal schnell wg Preßluft....

Im Prinzip hab ich das ja schon gemacht, als ich den Motor ohne

die Verschraubung des Kopfes gestartet hab.

Weil der nicht mehr ansprang, war klar dass der schon deutlich

undicht ist.

Wenn man einfach Preßluft einfüllen wollte, müßten ja die Ventile

des jeweiligen Zylinders zu sein....

 

Hab Gestern wieder 3 Stunden rumgewürgt und hab 7 der 14 Bolzen

rausdrehen können.

Auf der Kalten Seite ist der Kopf praktisch los....

Hab miit dem Motorkran nach oben gezogen BIS DIE VORDERRÄDER

FREI WAREN :eek: Der xxxxxxxx-Kopf geht nicht runter :(:eek::mad:

 

LG Christoph


31.07.2014 17:49    |    Turboschlumpf6

Hast wohl einen "Fixed Head". :) Geiler Insider-Witz, nicht wahr?

 

Ich wünsche viel Spaß beim Einsatz des Teppichmessers! ;)


04.08.2014 20:57    |    Trackback

Kommentiert auf: Christoph2605:

 

Update bezüglich der defekten Kopf-Dichtung.

 

[...] Hallooooo Freunde

 

Ich hatte ja berichtet, dass leider unsere Kopfdichtung (die vom Ford) „hin“ ist.

http://www.motor-talk.de/.../kopfdichtung-fuer-anfaenger-t5004800.html

 

Hier ein kurzer Zwischenbericht (update)….

 

Auf dem Üblichen Weg war der Kopf nicht zu bewegen und [...]

 

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