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Christoph2605

Blog vonChristoph2605

16.07.2018 18:07    |    Christoph2605    |    Kommentare (22)

Hallo Freunde des rollenden Gerümpels.

 

Vorbereitung

Seit unserer Reise "Richtung Kroatien", die an der Alpen-Rampe der Tauern einen Motor-Temperatur-Bedingten deutlichen Richtungswechsel erfuhr, ist schon wieder ein Monat vergangen. Hier noch eine kurze Nach-Betrachtung: Ja - an der Steigung der Tauern kann man scheitern. Auch Hannibal hatte Mühe und verlor unterwegs Elefanten und "Menschen-Material". Wir hatten ja den verwendeten Original-Ford-Kühler direkt vor der Reise eingebaut und dann direkt nach der Reise wieder ausgebaut. 7 Kühlrippen per Inch sind für ein Ford-A in Verbindung mit hohen Bergen zu wenig. Der 9 Kühlrippen-pro-Inch-Kühler mit dem wir vor 2 Jahren erfolgreich den Großglockner bezwangen steht repariert in der Garage und ich habe meinen neuen 11-Rippen-per-Inch-Kühler so umgearbeitet dass er jetzt tatsächlich (eher schlecht als Recht) in das Auto passt . Schade wenn man 1000.- für einen State-of-the-art-Kühler der Firma Brassworks (speziell für dieses Auto) zahlt und der dann aufgrund falscher Flansch-winkel nicht einbaubar ist. An den neuen Flanschen herumzulöten machte mir nicht viel Freude weil das nun die mechanisch-höchst-beanspruchten Teile an so einem Kühler sind und das hier mögliche Weichlöten sicher die Lebensdauer reduziert. Den verwendeten "GANO" In-Line-Kühlwasser-Filter haben wir auch wieder ausgebaut, weil sich sowas sehr schnell zusetzt und die Kühlwirkung zusätzlich reduziert. Nebenbei hatten wir festgestellt, dass die Hauptlager des aktuellen Motors mittlerweile deutliches Spiel haben und der Motor im 3ten Gang nicht mehr voll belastbar ist. Das muss gelegentlich nachgearbeitet werden. In den 1930ern hat eine komplette Motor-Revision 20 US-Dollar gekostet....... Weil das Heute andere Dimensionen erreicht, fahren wir diesen Motor noch etwas (wir haben ja aber zum Glück noch einen revidierten Motor "herumstehen").

 

Wir haben also beschlossen, nochmal "Mehrtägig" zu reisen. Die Planung ist eine Flüsse-Tour von Frankfurt entlang der Weil, Lahn, Rhein, Mosel, Nahe, Rhein, Wisper und wieder nach Hause. Leider haben wir nicht unbegrenzt Zeit :)

 

1. Tag = Freitag 13.07.2018

Wir starten nach ein paar Vormittags-Terminen über Friedrichsdorf und Anspach und ich freue mich bald an der Weil zu sein. Leider sieht man den Fluss nicht wirklich oft und die Weil-Tal-Strasse ist Heute zu stark befahren. Wir biegen also lange vor Weilburg links ab und auf der Verbindung zur Lahn ist es ruhiger. Als wir bei Villmar die Lahn erreichen, ist auch schon Zeit für "Zwischenmiddach" . Mit prima Blick auf die Lahn sitzen wir bei schönem Wetter in der "Klickermill" und geniessen unser Essen. Danach cruisen wir Westwärts, haben aber auch hier Mühe den Fluss zu sehen. Das finde wir schade. Weil auch Limburg, Montabauer und Bad Ems eher durch Verkehr als durch Schönheit auffallen, biegen wir Richtung Süden ab um Lahnstein und Koblenz zu umgehen. Am "Deutschen Eck" waren wir früher schon ... Der Ort mag historisch wertvoll sein, wird aber m.E. überbewertet. Am Rhein fahren wir Südwärts Richtung Filsen. Die Strecke ist wunderbar (aber kurz) und wir setzen mit der Fähre nach Boppard über. Ja - die Fähre ist älter als unser Auto :) Wir tanken und erfahren dass Morgen (Sa) ein großes Oldtimertreffen stattfinden wird. Schade - da werden wir nicht mehr da sein.

 

Wir folgen dem Rat von MT-Freund Wolf und fahren auf der L207 durchs Mühltal (mit Ausichtspunkt "Vier-Seen-Blick"). Beim nächsten Mal werden wir im Gedeon-Eck einkehren. Die L207 ist eng, steil, kurvenreich und wir begegnen mehreren Oldtimern. Der "Abstieg" zur Mosel ist eher Steil und beinhaltet mehrere Spitzkehren. Eigentlich fahren wir sehr schnell abwärts, aber mit Oldtimern hat jeder so seinen Speed und seine Bremspunkte.... will sagen: Wir behindern diverse Touristen :) durch vorsichtiges Fahren.

Nach 185km erreichen wir ungewohnt früh unser Tagesziel, das "Burg-Cafe" in Alken.

Zunächst trinken wir mal Kaffee im Cafe; Dann parken wir den Ford im abgeschlossenen Innenhof (wir kennen das Burg-Cafe von mehreren Motorrad-Touren). Nach einem Ortsrundgang ist schon Zeit für das erste Bier mit Blick auf die Mosel und wir lassen den Nachmittag ausklingen. Was für ein schöner Abend - So muss das sein.

 

2. Tag = Samstag 14.07.2018

Die Nacht war uns leider etwas zu warm; Das Frühstück ist prima und wir brechen früh auf zu unserer Mosel-fahrt. Beschluss - Wir werden gelegentlich wieder zum Burg-Cafe zurückkommen.

Das Wetter ist perfekt, die Strasse ist leer, wir haben uns berechtigt auf die Mosel gefreut und wir haben eine tolle Zeit So muss ein Urlaubstag sein! Mehrfach wechseln wir im Verlauf die Fluss-seite. Die Strassen sind perfekt, die Ortschaften laden grundsätzlich zum Bleiben ein und der Blick auf den Fluss ist an jeder Stelle genial.

 

In Burg machen wir kurz Halt . Bei unserer Sommer-Tour 2012 (nach Holland, Belgien und Frankreich) haben wir hier im "Hotel Moselblick" gut und günstig gewohnt.

 

Zur Mittagessens-Zeit sind wir schon in Trittenheim und bekommen im Seminarshof in Trittenheim supergutes Essen.

 

Nach dem Mittag fahren wir nach Trier. Viel Verkehr und keine Sicht auf die Mosel. Zufällig gelingen uns im Vorbeifahren ein paar Fotos auf die Porta Nigra, den Dom und die Konstantinbasilika. Wundervoll.... für zukünftige Fahrten wollen wir uns merken, dass man nicht durch Trier fahren muss.

 

Vorschlag: Entweder östlich von Trier entlang der Ruwer Richtung Süden auf der L149, oder

westlich von Trier entlang der Saar L137/L138/B51.

 

Wir entscheiden uns leider für die B248 und lernen..... schön ist Anders.

In Losheim am See bewundern wir den Badebetrieb (aus der Ferne) und gönnen uns ein Eis und Espresso.

 

Unsere nächsten Ziele sind die Nahequelle und der Bostalsee. Die im Verlauf als nutzbar markierten Hotels erweisen sich als unbenutzbar und so folgen wir der Nahe Flussabwärts.

 

Richtig schön wird das allerdings erst ab Bad Sobernheim und die Strecke der L235 über die Orte Boos, Schlossböckelheim, Gut Herrmannsberg, (Oberhausen,) Niederhausen, Norheim, Bad Münster bis Bad Kreuznach sind GENIAL.

 

In Bad Kreuznach finden wir leider auch kein passendes Hotel und wir beschließendie restlichen 130km auch noch zu wollen und fahren also einfach nach Hause. Schade, damit fallen "nochmal Rhein" und "Wisper" leider weg.

 

Es ist sehr anstrengend, im Vorkriegsauto 418km an einem Tag zu fahren. Egal - Wir sind um 20:30 Uhr wieder zu Hause und hatten eine schöne Reise. Ausser Benzin-Nachfüllen waren auf den 603km der Tour keinerlei Aktivitäten nötig. Kein Reifen-Luft-Füllen, kein Öl-Nachkippen. ... einfach nichts. Ein tolles Auto. Erstmals in den vielen Jahren haben wir übrigens auch den Auto-Tacho überprüft. Der Auto-Tacho zählte (statt 603km laut GPS) nur 564km. Das sind also im Schnitt 8,3% weniger als nach GPS. Es täuscht zusätzlich, dass der Tacho relativ um so langsamer wird, je schneller man Fährt. Bei Tacho 60km/h weiss das GPS, dass man real schon mehr als 70km/h schnell fährt. So ist das halt mit Vorkriegstechnik....

 

Wie wird das Auto-Jahr weiter verlaufen?

Ich werde berichten.

Liebe Grüße Christoph

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16.07.2018 20:05    |    Harvey51

Euch beiden aus dem Norden wieder einen herzlichen Dank für den kurzweiligen Bericht.

Es bleibt aber die rhetorische Frage:

Warum muss man erst so alt werden um in Muße jeden Tag zu genießen?

 

Carpe Diem ! wünscht Questus :)


16.07.2018 20:28    |    Christoph2605

Hallo Harvey

Danke für Deine netten Worte.

(Danke auch für Deinen Segel-Bericht und für den Bericht zu Deinem Dickholmer per mail)

Die Fahrt entlang der Mosel war klasse, allerdings war die Fahrstrecke an Tag 2 viel zu weit (zu anstrengend).

Liebe Grüße auch an Deine Holde

Christoph


16.07.2018 20:59    |    Christoph2605

Sackzement - Ich hab die Karten vergessen...

 

Hier die Karte vom Freitag ( 185 km auf 3 Teile aufgeteilt)



16.07.2018 21:06    |    PIPD black

Na da habt ihr ja wieder eine schöne Tour gemacht.:)

170 Bilder.....puh. Da seid ihr richtig fleißig. DANKE:)

 

Ich hab sie mir alle angeguckt und erst dann den Bericht gelesen. Beim Betrachten kam mir als Norddeutscher aber sehr Vieles bekannt vor. Und als ich die Saline sah, wußte ich auch woher. Vor vielen vielen Jahren (müssen 20 genau sein) war ich mit meiner Frau (damals noch Freundin) in Bad Kreuznach bei meiner Tante zu Besuch auf einem Campingplatz direkt an der Nahe.

 

Danke für die in Erinnerung gebrachten Erlebnisse aus der Jugend.:cool:


16.07.2018 21:06    |    Christoph2605

Hier die Fahrstrecke vom Samstag ( 418 km auf 3 Teile aufgeteilt )



17.07.2018 10:27    |    MichaelBecker

Wie cool ist das denn ?

 

Bild 133 / 134 ist die L 169 zwischen Hoppstädten-Weiersbach und Heimbach. Da seid Ihr beim (leider verstorbenen ) Franz Jansen vorbeigekommen (da wo die vielen selbstgemalten Schilder stehen) und in Heimbach nur 50 m von meiner Haustür durchgefahren....

 

Hättet in Idar-Oberstein mal Halt machen sollen.

 

Liebe Grüße

 

Michael


17.07.2018 16:17    |    Christoph2605

Hallo Michael.

Ja wenn man entlang der Nahe fährt, sollte man da vorbeikommen :)

Wir waren noch etwas verstört, weil das anvisierte Hotel in Nohfelden ungeeignet war und

wir haben über die Bilder gestaunt (die Uneingeweihte schon erschrecken können)

Jetzt, wo ich den Namen gegoogelt hab, wird da einiges klarer.....

Wir waren in Idar-Oberstein (das ich von früher kenne) aber da weicht die befahrbare

Strasse leider deutlich von der Nahe ab und benutzbare Hotels (mit Garage) haben wir

auch nicht gefunden .

LG Christoph


Bild

17.07.2018 23:06    |    wolfhenning

Hallo Christoph,

an der Mosel Weizen statt Wein - kann man machen, ich tät's auch. Äpple-Woi wär schlimmer.

Bei der Wahl der Quartiere bist du ja echt kompromisslos - lieber noch 100km und mehr fahren, als ein Bett ohne Garage zu beziehen. Wäre eine Überzieher z.B. von Car Cover eine Alternative, oder ein Tarnnetz? Aber ich kanns auch vertehen, wenn ich an unser (wesentlich jüngeres) rollendes Gerümpel denke, welches kein festes Dach und kein Lenkschloß hat. Könnte man einfach wegschieben und hinter der nächsten Ecke aufladen...

Aber eine schöne Tour war's wohl - sehr kompakt, mit einer hohen Dichte an schönen Sträßchen und tollen Ausblicken.

Nachahmenswert!


18.07.2018 08:06    |    Christoph2605

Hallo Wolf.

 

Danke für den Tip mit dem Mühltal - prima :D

 

Beiliegend noch mal der Abschnitt der Nahe, den man m.E. gesehen haben sollte.

 

Wein aus Trauben kann ja JEDER :D

Wenn an der Mosel doch nur Äbbelwoi angeboten würde :cool:

 

Alternative zum SICHEREN Abstellen des Autos (in einer Garage)

wäre es, dass ich die Nacht über im Auto bleibe und kein Hotel brauche.

Wenn man in Hotel-Such-Portalen sucht, kann man Hotels finden die

- Ajurveda-Massagen anbieten....

- Schwulen- und Lesben-Freundlich sind....

- nen Herzförmigen Jacuzzi haben....

- grün getupfte Cornflakes zum Frühstück anbieten.

Sicher sind Alles superwichtige Alleinstellungsmerkmale, aber die Überlegung

dass 99% der Kunden mit nem KFZ (incl Motorrad) anreisen und davon möglicher-

weise ein Anteil wertvoller, oder seltener oder alter KFZ dabei sind, scheint irrelevant.

Wer sich mal ne Stunde an die Mosel stellt und die KFZ betrachtet, der weiss was ich meine.

Da sind VIELE die für die Sicherheit Ihres KFZ gerne zahlen.

(Wenn ich ein Hotel mit Garage hätte, wäre diese Info auf der Startseite der HP

und in der Beschreibung für die Suchportale.)

Das Burg-Cafe Alken hat fürs Doppelzimmer incl gutem Frühstück und incl Innenhofparken

80.- gekostet. Da fahre ich gerne wieder hin.

 

Egal wie

Macht mehr Kurz-Urlaube.... Carpe Diem

LG Christoph


Bild

19.07.2018 19:07    |    motorina

Ich kann mich nur wiederholen: tolle Reisereportage ... und genauso schöne Bilder - wie halt immer! :):)

Was anderes sind wir von euch auch nicht gewohnt, Christoph! ;)


19.07.2018 19:56    |    Harvey51

Ja ! Massa Bwana Christoph !

 

wir fahren vom Hamburger Nord Osten ins Wendland

 

( das kennen die Deutschen nur vom KKW Gorleben bzw den Castoren !)

 

also wir treten >GERTRUD< den FORD A ( den Frühen A (vor 09:00 Uhr am 16.06 28 produziert)) 2 x 148 km und Übernachten in einem Edelschuppen in Hitzacker für 121 € m F - der die Golden Wings aufm Kühler schützt...!

 

Lieben Gruss vom Harvey 51 mit seiner Co Pilotin Annamaria

 

(Bericht mit pics folgt im eigenen Thread)


19.07.2018 23:28    |    wolfhenning

Hallo ihr Freunde der Genuss-Touren,

Zitat von Christoph2605:

"Richtig schön wird das allerdings erst ab Bad Sobernheim und die Strecke der L235 über die Orte Boos, Schlossböckelheim, Gut Herrmannsberg, (Oberhausen,) Niederhausen, Norheim, Bad Münster bis Bad Kreuznach sind GENIAL."

Das kann ich voll bestätigen. Wir waren 2013 mit Wohnwagen auf dem Campingplatz Oberhausen - nix los, seehr ruhig, da keine Bundesstaße, keine Bahnstrecke, aber sehr relaxed. Von da mit den Fahrrädern nach Odernheim zur Draisinenstation. So'n Ding gemietet, Räder drauf und Richtung Lauterecken draisint. Sehr schön, aber etwas anstrengend. Umgekehrt - also bergab wäre einfacher gewesen.

Auch der Radweg von Oberhausen Nahe-abwärts nach Bad Münster am Stein oder Bad Kreuznach sind lohnend.

Aber eigentlich ist ja Oldtimerfahren angesagt.

Zu den Bildern: Die Motive sind schön wie immer bei euch. Aber man sieht schon, dass ihr mit dem Handy fotografiert habt (dem fehlt oft die Gegenlichtblende). Würde mich freuen, wenn ihr wie sonst oft eine bessere Kamera benutzt, und die Frontscheibe immer schön putzt :-)

Nix für ungut

Schöne Grüße

Wolf


Deine Antwort auf "Flüsse-Tour 2018 mit dem 1929er Ford Model A"