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Erste Fahrt im neuen Hyundai Santa Fe - Für Bauern, Förster, Webdesigner

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Die 3. Generation des Santa Fe versucht sich als Zwitter. Hier ein bisschen Lifestyle-SUV, da ein Stück kerniger Offroader. Nur eines ist der Hyundai nicht mehr: billig.

Kiel – Was früher mal Geländewagen war, heißt heute SUV. Auf dem Land, wo alles noch in Ordnung ist, da fährt man immer noch Geländewagen. Bauern und Förster, Allrad und kraftvolle Diesel. Das passt, das funktioniert. SUV, das ist amerikanisch, irgendwas mit Lifestyle und gehört in die Stadt.

Mit dem neuen Santa Fe setzt Hyundai auf Lifestyle statt auf robuste Geländegängigkeit. Das Tolle: Der kräftige 2,2-Liter-Turbodiesel und der Allrad-Antrieb erhalten ein kleines Stück heile Offroadwelt.

Viele Santa Fe, aber nur ein Hyundai

Macht sich gut vorm City-Büro Macht sich gut vorm City-Büro Orte mit dem Namen Santa Fe gibt es viele: in Spanien, Argentinien, den USA. Eines haben sie gemeinsam: Dort scheint immer die Sonne und es ist heiß. Zumindest glaube ich das, als ich in den neuen Hyundai Santa Fe steige. Der ist multi-kulti, wie sein Name.

Die neuen Diesel kommen aus dem Hyundai-Technik-Zentrum in Rüsselsheim. Das Design kommt aus den USA, wo sich der nach der Hauptstadt New Mexicos benannte SUV auch am besten verkauft. Das sieht man sofort. Die bullige Front mit drei breiten Streben könnte auch ein Ford Edge tragen. Gegen den Trend steuert Hyundai bei der Größe. Der Mittelklasse-SUV schrumpft mit überarbeiteter Plattform enorm. Um 20 Zentimeter in der Länge (4,485 m) und 7,5 Zentimeter in der Höhe (1,685 m). Das sorgt für ein dynamischeres Äußeres.

Gefertigt wird der Santa Fe in Ulsan, Südkorea, wo es wahrscheinlich ziemlich heiß hergeht, zumindest im Werk. Nur in Hamburg an der Elbe regnet es, während ich mich im Innenraum des Santa Fe umschaue.

Immer mehr Premium

Wenn Hyundai-Marketing-Chef Frank Thomas Dietz über Produkte seiner Marke spricht, dann sagt er Sachen wie: „Ein Hyundai ist kein asiatischen Schnäppchen mehr.“

Das ist, lieber Herr Dietz, zunächst einmal sehr schade. Denn die Deutschen mögen Ihre Schnäppchen. Und auch wenn Hyundai sich zunehmend etabliert, werden die Autos schwer an ihrem höheren Preis zu tragen haben. Das wünscht sich keiner. Schon gar nicht ein Schnäppchenjäger.

Immerhin: Wer im Santa Fe der höchsten Ausstattungslinie Premium sitzt, spürt, fühlt und genießt Leder, hochwertige Verarbeitung, ansprechende Armaturen. Aber auch: viele, viele Knöpfe.

Schickes Detail und gute Ablage Schickes Detail und gute Ablage Hyundai will sich nach eigener Aussage an den Premiumbereich heranarbeiten. Nun, das wollen heute auch alle. Mit Ausnahme von Dacia vielleicht.

Als Konkurrenten für den Santa Fe sehen Herr Dietz und Hyundai darum nicht den Chevrolet Captiva oder den Mazda CX-7, sondern BMW X3 und Audi Q5. Das klingt ambitioniert oder komisch. Je nach Weltanschauung.

Zahlreiche Assistenzsysteme sollen diesen Anspruch elektronisch unterstreichen. Spurhaltewarner, Bergan- und -abfahrassistent sowie ein Einparkassistent, dazu ein 7-Zoll-Touchscreen mit Navigationssystem als Herzstück und eine anpassbare Servo (Comfort, Normal, Sport). Die schönste Taste aber bleibt die mit den beiden Achsen und dem Blitz dazwischen. Der Lifestyler hat Allrad. Yeah.

Auf Umwegen

Meine Route führt mich von Hamburg nach Kiel. Über kleine Dörfer und Gemeinden, dazwischen immer wieder abzweigende Feldwege. Sie laden dazu ein, den amerikanisch-koreanischen Santa Fe mal mit deutschem Schlamm bekannt zu machen. Auf der Landstraße zieht der laut nagelnde 2,2-Liter-Common-Rail mit 436 Nm Drehmoment kraftvoll. In 10,1 Sekunden beschleunigen die 197 PS auf Tempo 100 km/h. Bei 190 km/h ist Schluss.

Kein Offroader, aber gutes Material Kein Offroader, aber gutes Material Einmal rechts, einmal links, schon pflüge ich tief durch das Hoheitsgebiet eines mir noch unbekannten Jägers. Der permanente Magna-Allradantrieb bringt mich sicher vorwärts. Obwohl er üblicherweise nur arbeitet, wenn Schlupf an der Vorderachse auftritt. Nur dann liefert er bis zu 50 Prozent der Leistung an die Hinterräder.

Im Gelände oder mit Anhänger lässt er sich direkt zuschalten. Sicher, die Standart-Bereifung kommt im Härtefall nicht weit, aber mit etwas mehr Bodenfreiheit wäre der Hyundai fast ein richtiger Offroader. Zumal er so praktische Schweller an den Türen trägt. So bleibt Dreck draußen.

Flexibel muss man sein

Vom Schmutzigen zum Schönen. Die Passagiere finden im Fond sehr gut Platz, der Kofferraum schluckt 534 bis 1680 Liter.

Viel Raum, der variabel ist Viel Raum, der variabel ist Die Rücksitze können um 12 Zentimeter verschoben, die drei Teile der Lehne einzeln umgeklappt werden. Was will man mehr? Ordentlich was dranhängen. Der Santa Fe kann bis zu 2,5 Tonnen Anhängelast hinter sich herschleppen. Das Stabilitätsprogramm für den Anhänger erfreut den Pferdewirt.

So lange der 2,2-Liter-Diesel nichts zieht, bleibt er sparsam. Mit Umwegen durchs Gelände und häufigem Durchbeschleunigen – es macht doch so viel Spaß - summiert sich zum Ende meiner Fahrt im Allrad-Santa-Fe der Verbrauch auf 8,2 Liter pro 100 km. Mit dem Fronttriebler und manuellem 6-Gang-Getriebe schaffe ich bei gemächlicher Fahrt durch Kiel 6,9 Liter pro 100 km.

3 Motoren, 3 Ausstattungen

Auf den deutschen Markt kommt der Santa Fe am 21. September. Zur Wahl stehen ein 2,4-Liter Benziner mit 192 PS und ein Diesel mit 197 PS. Ein zweiter Diesel (2,0-Liter, 150 PS und CO2-Emissionen von 159 g/km) folgt 2013.

Für Stadt, Großstadt und das Dazwischen Für Stadt, Großstadt und das Dazwischen Die Ausstattungen des Santa Fe reichen von Trend, über Style (u.a. Bluetooth-Einrichtung, Sitzheizung vorne, 2-Zonen-Klimaautomatik) bis zur gehobenen Premium-Version. Dazu können Extras, wie das Technik- (u.a. adaptives Fahrlicht, Einparkassistent, Reifendruckkontrollsystem, 1.640 Euro) oder das Plus-Paket (u.a. Sitzheizung hinten, Spurhaltewarnsystem, Smart-Key-Zugang, 1.790 Euro) geordert werden. Serienmäßig bietet der Hyundai 7-Airbags, inkl. Fahrerknieairbag, Tempomat und Klimaanlage. Für die Sicherheit der Fußgänger gibt es eine aktive Motorhaube, die sich im Notfall anhebt, um den Aufprall zu mindern.

Einen Brot-und-Butter-Santa-Fe mit 2,4-Liter-Benziner, Frontantrieb und Trend-Ausstattung bekommt man für 29.990 Euro. Damit kostet er kaum mehr als sein Vorgänger (ab 29.700 Euro). 46.429 Euro kostet der von mir gefahrene „Premium“-Kraxler mit Allrad, Power-Diesel und weiteren Extras. Mit dem fühlt man sich dann wie der Jäger mit der größten Wumme oder der Bauer mit den dicksten Kartoffeln. Für BMW, Audi und Co. reicht er dennoch nicht. Markenwerte wachsen langsam. Schneller geht es nur, wenn das Produkt überragend begehrt ist.

 

Der kräftige Diesel

Modell: Hyundai Santa Fe 2.2 CRDi 4WD

Motor: 2,2-Liter-Vierzylinder-Common-Rail-Turbodiesel

Getriebe: 6-Stufen-Automatik

Leistung: 197 PS

Drehmoment: 436 Nm

Verbrauch min./max./Durchschnitt: 5,5 L/100km / 8,9 L/100km / 6,8 L/100km

Testverbrauch: 8,2 L/100km

CO2: 178 g/km

0 – 100 km/h: 10,1 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h

Länge x Breite x Höhe: 4,48 m x 1,88 m x 1,68 m

Kofferraum: 534 -1680 L

Preis laut Preisliste minimal: 42.380 Euro

Der Brot-und-Butter-Benziner

Modell: Hyundai Santa Fe 2.4 GDI 2WD

Motor: 2,4-Liter-Vierzylinder-Benziner

Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe

Leistung: 192 PS

Drehmoment: 242 Nm

Verbrauch min./max./Durchschnitt: 6,9 L/100km / 11,8 L/100km / 8,7 L/100km

CO2: 202 g/km

0 – 100 km/h: 10,0 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h

Länge x Breite x Höhe: 4,48 m x 1,88 m x 1,68 m

Kofferraum: 534 -1680 L

Preis laut Preisliste minimal: 29.990 Euro

Quelle: MOTOR-TALK

Avatar von Philipp Monse Philipp Monse (granada2.6)
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