Rowan Atkinsons McLaren-F1-Versicherungs-Rekord - Ein wirtschaftlicher Totalschaden ist immer relativ

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Was verbindet das kleine Kultauto Mini mit dem schnellen Kultrenner McLaren F1, Ulknudel Mr. Bean und dem Top-Manager Bernd Pischetsrieder, der heute 65 wird? Wir haben Antworten auf diese Fragen.

Ein lustiges Quartett, das in einer ungewöhnlichen Beziehung zu einander steht. Manager Pischetsrieder, Komiker Atkinson, der Mini und ein McLaren F1. Ein lustiges Quartett, das in einer ungewöhnlichen Beziehung zu einander steht. Manager Pischetsrieder, Komiker Atkinson, der Mini und ein McLaren F1. Quelle: BMW Group, DAPD, McLaren

London – In München wurde heute vor 65 Jahren ein Bub namens Bernd geboren. Mit 20 Jahren besuchte der junge Bernd die TU München, studierte Maschinenbau, fing 1973 bei BMW als Fertigungsplaner an und übernahm später den Vorsitz des Vorstandes der BMW AG. Er hat dann noch ein paar andere Dinge gemacht, unter anderem für Seat und VW, aber bei Google und im Volksgedächtnis bleibt vor allem eine Geschichte. Und die verbindet ihn ausgerechnet mit „Mr. Bean“, Rowan Atkinson.

Heute am 15.02.2013 wird Bernd Pischetsrieder 65 Jahre alt. Heute am 15.02.2013 wird Bernd Pischetsrieder 65 Jahre alt. Quelle: DAPD Bean und Bernd, Atkinson und Pischetsrieder haben eine innige Beziehung zum Mini. Der eine fuhr einen in seiner weltberühmten Fernsehsendung. Der andere ist der Neffe des Mannes, der ihn einst erfand, Sir Alexander Arnold Constantine Issigonis, besser bekannt als Alec Issigonis.

Was Bean und Bernd, Komiker und Top-Manager noch verbindet? Ein gewaltiger Crash mit einem wirklich seltenen Auto.

Im Juni 1995 fährt Bernd Pischetsrieder, damals BMW-Chef, einen McLaren F1 aus dem firmeneigenen Fuhrpark. Er überschlägt sich mitsamt dem Auto irgendwo im südlichen Bayern, nahe dem Chiemsee. Seine Ehefrau Doris hat danach eine Platzwunde, sein Freund und Beifahrer Wolf-Dieter Amberger bricht sich den Arm. „Ich wurde bewußtlos und wüßte selbst gern, was passierte. Keiner hatte Alkohol getrunken“, sagte der BMW-Boss mit dem Bayern-Bärtchen damals. Der Focus zitierte interne BMW-Untersuchungen, nach denen der Chef bei „weit über 100 km/h“ einen „Fahrfehler“ gemacht habe. Der Spiegel unterstellte „verdächtiges Schweigen“, weil Pischetsrieder nicht sagen wollte, wie schnell er unterwegs war. Die drei Insassen erholten sich rasch, der Wagen wanderte auf den Schrottplatz. Er war verloren.

Englands höchste Versicherungsleistung

Mr.-Bean-Darsteller Rowan Atkinson gilt als Autonarr und als guter Fahrer. Mittlerweile ist er schon wieder in seinem F1 unterwegs. Das Auto ist ihm zu Schade, um es nur herumstehen zu lassen. Mr.-Bean-Darsteller Rowan Atkinson gilt als Autonarr und als guter Fahrer. Mittlerweile ist er schon wieder in seinem F1 unterwegs. Das Auto ist ihm zu Schade, um es nur herumstehen zu lassen. Quelle: DAPD Da hat es Rowan Atkinson besser. Er zerlegte seinen McLaren F1 schon zweimal, nämlich 1999 und 2011. Beim ersten Mal war es nur ein Frontschaden, beim zweiten Mal galt der Wagen wirtschaftlich als verloren, total kaputt, oder bayrisch: derbröselt, wie der Focus das damals bei Pischetsrieder nannte.

Bis jetzt. Wie das britische Automagazin Top Gear vor ein paar Tagen berichtete, hatte die McLaren Special Operations Division nämlich in einer vierwöchigen Untersuchung festgestellt, dass eine Reparatur des englischen Renners mit bayrischem Motor exakt 910.000 englische Pfund kosten würde. Weil ein McLaren F1 heutzutage wesentlich mehr kostet, bleibt also Rowans Versicherung auf diesem Sümmchen sitzen, das ganz nebenbei die höchste jemals in England ausgezahlte Versicherungsleistung ist. Mittlerweile ist der F1 bereits repariert und Rowan Atkinson noch ein Stück berühmter. Damit löst er Bernd Pischetsrieder als prominentesten McLaren-F1-Crasher ab. Herzlichen Glückwunsch, Bernd Pischetsrieder. Zum 65. Und zum Verlust dieses unschönen Titels.

 

Quelle: MOTOR-TALK

Bildnachweis: jcrosemann - istockphoto.com

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