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Zum 1. April: Einheitliche EU-Kennzeichen ab 2013

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Die EU Kommission hat beschlossen, dass ab 2013 europaweit das einheitliche, fälschungssichere Pkw-Kennzeichen eingeführt wird. Die Zulassungsbezirke werden dabei einheitlich durchnummeriert, so dass die bisher in Deutschland übliche Buchstabenkennung entfällt. Auch die Farbgestaltung wird europaweit vereinheitlicht.

Neben dem bekannten blauen Band am linken Rand des Kennzeichens, in dem wie bisher die Länderkennung steht (z.B. D für Deutschland), wird künftig statt der Buchstabenkennung des Zulassungsbezirks (bisher z.B. B für Berlin) künftig die europaweit vereinheitlichte sechsstellige ID-Nummer stehen. Durch die Nummerierung soll künftig europaweit am Nummernkreis erkennbar sein, in welcher Region der EU ein Pkw zugelassen ist. Die nebenstehende Zulassungsnummer wird künftig einheitlich aus einer zweistelligen Zahl, einem Buchstaben und einer weiteren zweistelligen Zahl bestehen.

Auch die Farbgestaltung wird europaweit vereinheitlicht: Weiße Ziffern auf einem blauen Hintergrund erhielten den Zuschlag, auch ein schwarzer Rahmen wird in Zukunft europaweit zu sehen sein. Die unterschiedliche Farbgebung in den einzelnen Staaten (z.B. gelber Hintergrund in Frankreich, roter Rahmen in Österreich) wird damit der Vergangenheit angehören.

EU-Nummernschild EU-Nummernschild Wichtiger Baustein zur effektiveren Verkehrsverwaltung

„ Es ist erstaunlich, wie viele unterschiedliche Möglichkeiten die Nationalstaaten gefunden haben, ein paar Buchstaben und Zahlen aneinanderzureihen. Mit der neuen EU-Verordnung ist damit in zwei Jahren endlich Schluss“, sagte EU-Verkehrskommissar Siim Kallas bei der Vorstellung der Pläne. In der Vereinheitlichung der Kennzeichen sieht er einen wichtigen Baustein auf dem Weg, die Verkehrsverwaltung von der Zulassung über verkehrspolizeiliche Aufgaben bis hin zu Grenz- und Zollkontrollen zu vereinfachen und effektiver zu gestalten.

Fälschungssicher und aus der Ferne maschinell lesbar

Dank moderner Technik bieten sich künftig sogar ganz neue Möglichkeiten: In die Nummernschilder werden nämlich von Anfang an Chips mit auslesbaren RFID-Codes (vergleichbar dem neuen Personalausweis) integriert. Das soll beispielsweise Geschwindigkeitskontrollen und Mautzahlungen erheblich einfacher machen. Diese Chips sind nämlich mit geeignetem Gerät auch aus der Distanz maschinell lesbar.

„Das wird auch die Autofahrer freuen. In Italien beispielsweise steht man ja erst mal ewig in der Schlange, bevor man überhaupt auf die Autobahn kommt. Damit wird dann Schluss sein“, freut sich Kallas. Sind die neuen Kennzeichen mit Chip erst mal überall ausgegeben, sollen die Mautstellen nach und nach abgerüstet werden.

Ein weiterer Vorteil: Der Chip im Schild macht Kraftfahrzeug-Kennzeichen künftig fälschungssicher und unverwechselbar. Jedes Fahrzeug, das eine automatische Polizei- oder Zollkontrolle passiert, könnte z.B. erfasst und automatisch mit einer Datenbank gestohlener Fahrzeuge abgeglichen werden. Auch ist es dann perspektivisch möglich, den Verkehr insbesondere in Ballungsräumen besser zu managen. Die einzelnen Pkw könnten dann beispielsweise bestimmte Routen zugeteilt und diese Information in einer Navigationssoftware angezeigt werden.

Europas Datenschützer noch skeptisch

Einer so weitgehenden Nutzung des Chips und einer so weitgehenden Überwachung der Verkehrsteilnehmer wollen die Datenschützer aber vorerst einen Riegel vorschieben: „Es kann nicht sein, dass jederzeit maschinenlesbar ist, wo sich ein Verkehrsteilnehmer gerade aufhält. Das hat mit persönlicher Freizügigkeit nichts mehr zu tun“, kommentierte der europäische Datenschutzbeauftragte Peter Hustinx die verkehrspolizeilichen Zukunftsvisionen der europäischen Kommission. Gegen den Chip an sich ist Hustinx aber nicht: „Das kann man schon machen. In Personalausweisen gibt es das ja auch“, sagte er. Allerdings müsse sichergestellt sein, dass Aufzeichnungen nicht permanent gespeichert und Datenbankverknüpfungen streng reglementiert werden.

Neue Kennzeichen Teil des EU-Verkehrsplans 2050

Die Vereinheitlichung der Zulassungsbeschilderung ist Bestandteil des Verkehrsfahrplans 2050, den die EU am vergangenen Montag vorgestellt hat. Das integrierte Verkehrskonzept soll europaweit die Weichen für ein zukunftsfestes Verkehrskonzept stellen. Dazu gehört ein vereinheitlichter europäischer Luftraum bis 2020 ebenso wie umweltschonendere Kraftstoffe und Verkehrsmanagementsysteme, um die CO2-Emissionen zu senken. Aber auch die Verwaltung soll vereinfacht und vereinheitlicht werden. Die einheitlichen Kennzeichen sind hier der erste Schritt.

„Das sind ehrgeizige Ziele“, räumte Kallas ein. Alles beim Alten zu lassen, sei angesichts des kontinuierlich steigenden Verkehrsaufkommens aber keine Alternative. Aber bis es soweit ist, haben die Nationalstaaten ja noch knapp zwei Jahre Zeit, sich auf den ersten Schritt hin zu einem neuen europäischen Verkehrswesen einzustellen.

(nw)

 

Quelle: MOTOR-TALK

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