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VW: Mehr Marktanteil, gesunkene Kosten - SUVs sollen die Elektromobilität bezahlen

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Der VW-Konzern spart am Personal und baut die SUV-Flotte aus. So soll eine Elektroauto-Offensive finanziert werden. Die Kernmarke nennt erste Erfolge.

VW-Finanzvorstand Arno Antlitz, VW-Markenvorstand Herbert Diess und VW-Vertriebs- und Marketingvorstand Jürgen Stackmann (v. l. n. r.) beim VW-Jahresgespräch 2017 VW-Finanzvorstand Arno Antlitz, VW-Markenvorstand Herbert Diess und VW-Vertriebs- und Marketingvorstand Jürgen Stackmann (v. l. n. r.) beim VW-Jahresgespräch 2017 Quelle: dpa/picture alliance

Wolfsburg – Der VW-Zukunftsplan geht auf. „Volkswagen ist auf allen seinen Kernmärkten wieder in der Offensive“, sagte Markenvertriebschef Jürgen Stackmann am Donnerstag in Wolfsburg. „Mit attraktiven Modellen haben wir die Trendwende geschafft und gewinnen Marktanteile.“

„Unser Ziel ist es, Volkswagen zum weltweit führenden Volumenhersteller zu machen und optimal auf die Zukunft der Auto-Mobilität vorzubereiten“, ergänzte Markenchef Herbert Diess. VW hatte nach dem Dieselskandal neue SUV-Modelle angekündigt. In drei Jahren sollen sie 40 Prozent der verkauften Autos ausmachen.

SUVs sollen Elektroautos finanzieren

Die Fahrzeuge sollen Investitionen in Elektroautos und Fahrassistenzsysteme finanzieren. VW will in der Elektroautowelt durch Größenvorteile renditestärker sein als die Konkurrenz. „Über hohe Skaleneffekte und eine kostenoptimierte Plattform werden wir unsere Elektroautos deutlich profitabler machen als der Wettbewerb“, sagte Diess. „Zugespitzt könnte man sagen: Mit den SUVs verdienen wir das Geld, das wir für die Wende hin zur Elektromobilität benötigen."

VW will bei Elektroautos weltweit Marktführer werden. Gegenüber Wettbewerbern im Elektroautosegment hatte Diess bereits früher auf die Erfahrung und Kostenvorteile einer Produktion in großen Stückzahlen verwiesen. „Da werden wir ihn stoppen, an der Linie von 30.000 Euro", hatte Diess über den E-Auto-Pionier Tesla im Sommer der Nachrichtenagentur dpa gesagt. Tesla versucht mit seinem Modell 3 derzeit in den Massenmarkt vorstoßen. Beim Hochlauf der Massenproduktion gab es aber bei den Kaliforniern zuletzt Probleme.

Um die CO2-Ziele der EU erreichen zu können, seien Elektroantriebe unverzichtbar. „Eine fünfsitzige Limousine mit Benzinmotor können wir im Idealfall auf rund 95 Gramm bringen, einen kompakten SUV auf 120 bis 140 Gramm", sagte Diess. „Selbst bei einem Polo ist bei zirka 85 Gramm Schluss.“ 2016 lag VW mit einem durchschnittlichen Flottenwert von 116 Gramm noch deutlich über den Grenzwerten.

Stellenabbau soll 3,7 Milliarden Euro jährlich sparen

Um die lange renditeschwache Kernmarke des Konzerns fit zu machen, hatte der Autobauer zudem den Abbau von weltweit rund 30.000 Stellen bis 2020 angekündigt, davon 23.000 in Deutschland. Das soll die Kosten ab 2020 um jährlich 3,7 Milliarden Euro senken. In dem Programm seien bereits 1,9 Milliarden Euro an Einsparungen erreicht. Im laufenden Jahr seien in Deutschland 3.800 Arbeitsplätze abgebaut worden. Weil unter anderem neue Auszubildende hinzukamen, betrug das Minus in der Summe rund 1.800 Stellen. Das Ziel von 9.200 unterschriebenen Verträgen zur Altersteilzeit werde Ende des Jahres wohl erreicht, hieß es.

Bei den Renditezielen wird Diess zuversichtlicher. Das operative Ergebnis soll 2020 zwischen 4 und 5 Prozent vom Umsatz ausmachen. Bisher war lediglich die Rede von „mindestens 4 Prozent“. In den ersten neun Monaten 2017 lag der Wert bereits bei 4,3 Prozent.

 

Quelle: dpa

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