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Bei Reifentests betrogen: Nokian Tyres gibt Skandal zu - Nokian-Chef: "Marke beschädigt"

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Die Autobranche hat ihren nächsten Skandal: Nokian Tyres gibt zu, jahrelang bei Reifentests betrogen zu haben. Große Folgen wegen "Gummigate" erwarten die Finnen nicht.

Reifentest bei Nokian 2007: 10 Jahre lang hatte der finnische Hersteller nach eigenen Angaben betrogen Reifentest bei Nokian 2007: 10 Jahre lang hatte der finnische Hersteller nach eigenen Angaben betrogen Quelle: Nokian

Hamburg - Reifentests gelten für Autoclubs (die sie durchführen) und Hersteller (die dafür die Reifen stellen) als objektivste Entscheidungshilfe beim Reifenkauf. Bis jetzt. Denn der finnische Hersteller Nokian gab zu, solche Tests in den vergangenen 10 Jahren systematisch manipuliert zu haben. Darüber berichtete zuerst Spiegel Online unter Berufung auf die finnische Zeitung "Kauppalehti". Diese hatte den Skandal aufgedeckt.

Nokian Tyres hat die Manipulation zugegeben. Man habe Reifen speziell für die Tests angefertigt, die „den im Handel erhältlichen Modellen überlegen“ waren, zitiert die Zeitschrift den Nokian-Chef Ari Lehtoranta. Fachzeitschriften und Institute haben also für den Test optimierte Reifen von Nokian erhalten. Beendet wurde diese Praxis laut Lehtoranta erst Ende letzten Jahres.

Nokian hatte, vor diesem Hintergrund kein Wunder, in Tests regelmäßig gut abgeschnitten und damit auch geworben. Die Marke sei nun beschädigt, damit müsse man leben, so der Firmenchef. Gravierende wirtschaftliche Schäden aus dem öffentlich gewordenen Betrug erwartet Lehtoranta jedoch nicht. (bmt)

 

Quelle: Spiegel Online

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