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Diesel mit Autogas und TÜV - LPG im Selbstzünder

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LPG und Diesel – eine ungewöhnliche Kraftstoff-Kombination, doch Lkw tanken das seit Jahren. Jetzt fährt der erste Diesel-PKW mit LPG und TÜV.

LPG und Diesel: Die Mischverbrennung reduziert den Verbrauch und steigert die Leistung. LPG und Diesel: Die Mischverbrennung reduziert den Verbrauch und steigert die Leistung.

Die MOTOR-TALK-Experten wissen es schon längst: Autogas im Selbstzünder – das funktioniert. Natürlich nicht analog zum Benziner, denn ein Diesel verbrennt anders. Anstelle eines Zündfunkes, der das Gemisch zur Explosion bringt, arbeiten Dieselmotoren mit einer hohen Verdichtung. Die Luft wird komprimiert, dann Diesel eingespritzt. Durch die hohe Temperatur der verdichteten Luft entzündet sich der Kraftstoff. Daher der Name „Selbstzünder“.

LPG (Liquefied Petroleum Gas (Flüssiggas), also Butan/Propan) kann in einem Dieselmotor also nicht einfach Diesel als Kraftstoff ersetzen. Es entzündet sich schwerlich selbst und wenn, dann wäre die Verbrennungstemperatur zu heiß für die Selbstzünder-Teile. Aber das Gas kann Diesel ergänzen. Dieselmotoren werden nicht auf Autogas um-, sondern aufgerüstet. Das entflammende Diesel-Luft-Gemisch dient als Zünder für das LPG, beide Kraftstoffe verbrennen miteinander und treiben die Kolben an.

LPG im Diesel: saubere Verbrennung

In einem Diesel-Motor wird eine kleine Menge des eingespritzten Kraftstoffes nicht verbrannt. Dieser Rest lagert sich an der Zylinderwand ab, wandert ins Öl und gelangt über die Kurbelgehäuseentlüftung wieder in den Brennraum. Das verursacht das charakteristische Rußen. Im LPG-Betrieb eines umgerüsteten Diesel-PKW wird eine geringere Menge Diesel eingespritzt, das LPG nutzt den Diesel als Zünder und sorgt für eine vollständigere Verbrennung. Das macht den Diesel im Mischbetrieb sauberer und sogar stärker. Ein Diesel-Autogas-Motor kann 10 bis 35 Prozent mehr Leistung haben.

Schwarze Zahlen erst nach Jahren

Eine schöne Theorie. Praktisch scheitert es aber am Geld: Eine Diesel-Gas-Aufrüstung ist teuer, die Ersparnis gering. „Auto Bild“ hat ausgerechnet, dass ein PKW-Fahrer pro 15.000 Kilometer Fahrleistung 182 Euro sparen würde. Eine 2.000 Euro teure Anlage rentiert sich so erst nach 165.000 Kilometern.

Trotzdem hat die Firma A&R aus Seevetal bei Hamburg einen Fiat Bravo JTD mit einer LPG-Anlage ausgerüstet. Um zu zeigen, was technisch und rechtlich machbar ist. Die Anlage ist TÜV-geprüft. Bisher gibt es nur ein Abgasgutachten für alte Diesel mit Euro-1-Norm. Die sind in großen Städten aufgrund der Umweltzonen-Beschränkung nahezu ausgestorben.

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