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Toyota Auris Hybrid Touring Sports: Erste Fahrt - Kopfentscheidung für ein gutes Bauchgefühl

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Toyota und Hybrid – das gehört zusammen wie Reifen und Felgen. Mit dem Auris Touring Sports stellen die Japaner jetzt den ersten Kompaktkombi mit Hybridantrieb vor. Die Fahreigenschaften: Gewohnt solide. Der Preis: Überraschend erschwinglich.

MT-Redakteurin Nicola Wittenbecher hat den Auris Touring Sports ausgiebig getestet - und ist ihm sogar aufs Dach gestiegen MT-Redakteurin Nicola Wittenbecher hat den Auris Touring Sports ausgiebig getestet - und ist ihm sogar aufs Dach gestiegen Quelle: Jens Koch/MOTOR-TALK

Palma – Es gibt Autos, die kauft man nach Bauchgefühl. Diese Autos sind meist unvernünftig, protzig, wunderschön. Dann gibt es Autos, die sind reine Kopfsache: Sparsam. Praktisch. Bieder. Dazwischen ist jede Menge Platz - und genau dorthin will Toyota jetzt den neuen Kompaktkombi Auris Touring Sports stellen. Solide. Sparsam. Sportlich schick.

Das Auto ist Toyotas ganzer Stolz: Denn er ist der erste Kompaktkombi mit Vollhybridantrieb. Damit gehen die Japaner einen weiteren Schritt in Richtung des selbstgesetzten Ziels, bis 2020 in jedem Fahrzeugsegment ein Hybrid-Modell anzubieten. Und es ist eine klare Kampfansage an Wettbewerber wie den Skoda Octavia Combi, den Peugeot 308 SW oder den vor wenigen Tagen vorgestellten Golf VII Variant.

Einladung zum Einladen

Die Besonderheit des Auris Touring Sports ist, man entschuldige meine Direktheit, sein Allerwertester. Der Kofferraum des Toyota Auris Touring Sports packt so einiges Der Kofferraum des Toyota Auris Touring Sports packt so einiges Quelle: Jens Koch/MOTOR-TALK Vielmehr das, was sich in den Gepäckteil des Kombis einladen lässt. Und das ist viel. Während sowohl Radstand (2,60 Meter) als auch Wendekreis (10,40 Meter) mit dem Schrägheck-Auris identisch sind, wächst der Touring Sports in der Länge um 28,5 cm.

Das verschafft ihm ein Gepäckraumvolumen, mit dem er sich in seiner Klasse auf die vorderen Plätze katapultiert. Bei einer hochgestellten Rückenlehne können 530 Liter eingeladen werden - der Peugeot 308 SW bietet 573 Liter, der Golf VII Variant 605 Liter, der Skoda Octavia Combi 610 Liter. Doch die Wettbewerbsfähigkeit ändert sich mit einem Handgriff, mit dem die 40:60 teilbare Lehne umgeklappt wird: Dann vergrößert sich der Gepäckraum auf bis zu 1.658 Liter.

Bemerkenswert: Diese Ladekapazität bleibt auch bei der Hybridvariante erhalten, da die Batterie ohne Platzverlust unter den Rücksitzen verbaut ist. Damit reicht der Auris bei der Ladekapazität fast an den Skoda Octavia Combi (max. 1.740 Liter) und den Peugeot 308 SW (max. 1.736 Liter) heran. Der 4 cm breitere Golf bringt es Im Innenraum gibt es zahlreiche Ablageflächen und -fächer Im Innenraum gibt es zahlreiche Ablageflächen und -fächer Quelle: Toyota übrigens bei gleicher Länge und Höhe wie der Touring Sports nur auf 1.620 Liter Ladevolumen.

Und auch im Innenraum gibt es im Auris Kombi jede Menge Verstaumöglichkeiten, in der Mittelkonsole, in der Armaturentafel, in den Türinnenseiten. Bei Letzteren ist der Zugriff jedoch teilweise etwas eng, denn der Türgriff wölbt sich sperrig über das Ablagefach.

Voll sparsam, Vollhybrid

Ich schaue nun tiefer ins Innere – und treffe alte Bekannte. Die Motorenpallette des Touring Sports ist identisch mit der des Schräghecks. Der Vollhybrid ist natürlich, da erstmals in der Kompaktkombiklasse vertreten, der Star unter den angebotenen Motoren. Sein 1,8-Liter-VVT-i-Benzinmotor leistet zusammen mit dem Elektromotor bis zu 136 PS. Mit einer C02-Emmission von 85 g/km gehört er zum effizientesten Antrieb des Segments.

Wer sich (noch) nicht für einen Hybriden begeistern kann, hat die Auswahl zwischen einem 1,33-Liter-Dual-VVT-i mit 99 PS und einem 1,6-Liter-Valvematic mit 132 PS. Bei den Selbstzündern stehen ein 1,4-Liter (90 PS) und ein 2,0-Liter D-4D (124 PS) Turbodiesel zur Wahl.

Wer bislang einen Hybrid aus Kostengründen ablehnte, wird nun neue Argumente finden müssen. Denn das Hybridmodell ist mit 24.400 Euro um 150 Euro günstiger als der vergleichbar ausgestattete 124-PS-Diesel.

Anschnallen, Anfahren

MT-Redakteurin Nicola Wittenbecher am Steuer des Auris MT-Redakteurin Nicola Wittenbecher am Steuer des Auris Quelle: Jens Koch/MOTOR-TALK Nun aber los. Mit dem Hybrid-Antrieb natürlich. Einsteigen. Anlassen. Und: Nichts. Kein Motorengeräusch. Lediglich die Armaturentafel signalisiert schüchtern: Ich wäre dann soweit. Ich auch! Tritt auf Gaspedal, er rollt lautlos an. Fahre ich die ersten Meter moderat, schaltet sich der Verbrenner noch nicht dazu.

Der Elektromotor ermöglicht das rein elektrische Anfahren und Fahren bei niedrigen Geschwindigkeiten bis maximal zwei Kilometer Strecke. Bei stärkerer Beschleunigung springt der Verbrenner an. Wird er nicht benötigt, pausiert er wieder. In der City, so sagt Toyota, soll möglichst selten der Benzinmotor dazu geschaltet werden müssen.

Durch seinen niedrigeren Schwerpunkt fährt sich der Touring Sports - bislang untypisch für viele Toyota-Modelle – erstaunlich dynamisch. Der Einsatz weicher Federn sorgt dafür, dass mein Rücken dennoch geschont wird. Die direkt ausgelegte Lenkübersetzung sorgt für eine gute Rückmeldung und macht auf meiner kurvenreichen Teststrecke besonders Spaß.

Pünktlichkeit und Preise

Am 15. Juli 2013 kommt der Toyota Auris Touring Sports in allen fünf Motorvarianten zum Händler. Günstigster im Bunde ist der 1,33-Liter-Benziner (99 PS) ab 17.150 Euro. Der vergleichbar motorisierte Benziner des Skoda Octavia Combi (100 PS) kostet 1.190 Euro mehr.

Den kleinen 1,4-Liter-Diesel (90 PS) des Touring Sports gibt es ab 22.950 Euro in der mittleren Ausstattungsvariante „Sports Live“. Der 105-PS-starke 1,6-Liter-Diesel des Golf VII Variant kostet in mittlerer Ausstattungslinie 1.725 Euro mehr.

Der topausgestattete 1,6-Liter-Benziner (132 PS) des Touring Sports mit Multidrive S Getriebe kostet 25.500 Euro. Für einen topausgestatteten 1,4-Liter-Benziner des Golf VII Variant (122 PS) sind 3.450 Euro mehr zu berappen. Der 1,4-Liter-Benziner des Skoda Octavia Combi (140 PS) der höchsten Ausstattungslinie ist 690 Euro günstiger als dieser Auris Touring Sports. Preislich ordnet sich der Touring Sports damit im unteren Mittelfeld der Konkurrenz ein. Unangefochten, weil einzigartig im Segment, bleibt die Hybridvariante mit 24.400 Euro.

 

Technische Daten

Der Gefahrene: Toyota Auris Hybrid Touring Sports

• Motor: 1,8 VVT-i Hybrid

• Getriebe: Stufenloses Automatikgetriebe

• Systemleistung: 136 PS (Verbrennungsmotor 99 PS / Elektromotor 82 PS)

• Drehmoment (Verbrennungsmotor): 142 Nm

• Verbrauch: 3,7 l/100 km (NEFZ)

• CO2: 85 g/km

• 0 – 100 km/h: 11,2 s

• Höchstgeschwindigkeit: 175 km/h

• Länge x Breite x Höhe in m: 4,56 x 1,76 x 1,48

• Leergewicht ohne Fahrer: 1.335 kg

• Kofferraum: 530 – 1.658 l

• Grundpreis: 24.400 Euro

• Marktstart: 15. Juli 2013

Der Günstigste: Toyota Auris Touring Sports

• Motor: 1,33-l-Dual-VVT-i

• Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe

• Leistung: 99 PS

• Drehmoment: 128 Nm

• Verbrauch: 5,4 l/100 km (NEFZ)

• CO2: 127 g/km

• 0 – 100 km/h: 13,2 s

• Höchstgeschwindigkeit: 175 km/h

• Länge x Breite x Höhe in m: 4,56 x 1,76 x 1,48

• Leergewicht ohne Fahrer: 1.175 kg

• Kofferraum: 530 – 1.658 l

• Grundpreis: 17.150 Euro

• Marktstart: 15. Juli 2013

Quelle: MOTOR-TALK

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Nissan
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