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GM ruft die nächsten 8,5 Millionen Autos zurück - Kein Ende absehbar

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General Motors findet weitere technische Schwächen und ruft 8,5 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten. Seit Jahresbeginn rief der Konzern damit fast 30 Millionen Autos zurück.

Muss in die Werkstatt: Chevrolet Cruze, Modelljahr 2014 Muss in die Werkstatt: Chevrolet Cruze, Modelljahr 2014 Quelle: General Motors

Detroit - Tödliche Unfälle wegen defekter Zündschlösser führen erneut zu einem Massenrückruf bei General Motors. Bei 7,6 Millionen Limousinen der Marken Chevrolet, Oldsmobile und Pontiac kann sich der Zündschlüssel ungewollt verstellen. Ein ähnliches Problem haben weltweit 616.000 neuere Chevrolet-Fahrzeuge.

Bei sieben Unfällen mit den älteren Limousinen starben nach Firmenangaben drei Menschen und acht wurden verletzt. Es sei aber noch nicht abschließend geklärt, ob der Defekt zu den Unfällen geführt habe, teilte GM am Montag in Detroit mit.

Übersicht: GM-Rückruf vom 30. Juni 2014 Übersicht: GM-Rückruf vom 30. Juni 2014 Quelle: General Motors "Unsere Kunden verdienen mehr als das, was wir ihnen mit diesen Wagen geboten haben", erklärte Firmenchefin Mary Barra zu den neuerlichen Rückrufen. Insgesamt waren es sechs Stück an der Zahl, die weltweit 8,4 Millionen Fahrzeuge der Modelljahre 1997 bis 2014 betreffen. Opel-Modelle waren nicht darunter, allerdings der Saab-SUV 9-7X.

Verkäufe steigen

Neben den Zündschlössern macht in der neuerlichen Rückruf-Welle vor allem die Elektronik Probleme. "Wenn uns irgendein anderes Problem bekannt wird, werden wir angemessen und ohne Zögern handeln", versprach Barra. Sie versucht auf diese Weise, das Vertrauen der Kunden in den Hersteller zu bewahren. Bisher mit Erfolg: Zuletzt stiegen die Verkäufe im US-Markt.

Die Konzernchefin lässt nach dem Bekanntwerden der Schlampereien bei den Kompaktwagen systematisch nach Fehlern fahnden. Seit Jahresbeginn rief GM grob gerechnet 29 Millionen Wagen zurück. Das sind etwa drei Jahresproduktionen.

Entschädigungsfonds gestartet

Stunden zuvor hatte GM einen Fonds zur Entschädigung von Insassen vorgestellt, die bei Unfällen mit GM-Modellen getötet oder verletzt worden waren. Der vom US-Autohersteller bestellte Anwalt Kenneth Feinberg versprach am Montag eine "schnelle Entschädigung", die im Einzelfall bei einem Millionenbetrag liegen kann. Eine Obergrenze für den gesamten Entschädigungsfonds gibt es nicht.

Chrysler weitet Rückruf aus

Auch Wettbewerber Chrysler hat Ärger mit defekten Zündschlössern. Der Autohersteller hat am Montag bekannt gegeben, auf Drängen der US-Sicherheitsbehörde NHTSA einen Rückruf von 2011 auszuweiten. Laut den "Detroit News" ruft Chrysler nun weltweit 696.000 Fahrzeuge in die Werkstätten, darunter die Modelle Dodge Journey, Grand Caravan Chrysler Town and Country aus den Baujahren 2007 bis 2009.

Weitere MOTOR-TALK-News findet Ihr in unserer übersichtlichen 7-Tage-Ansicht

Quelle: dpa

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