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Dodge Viper: Produktionsende 2017 bestätigt - Hau rein, Du glorreicher Dinosaurier

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Es hat alles nichts genutzt: Fiat-Chrysler lässt die Viper auslaufen, sie verkaufte sich zu schlecht. Zum Abschied gibt es fünf limitierte Sonder-Editionen.

Dodge Viper 2017: Zum Produktionsende kündigt Dodge limitierte Sondermodelle an Dodge Viper 2017: Zum Produktionsende kündigt Dodge limitierte Sondermodelle an Quelle: Viper

Auburn Hills – Es ist vorbei. Dodge lässt die Viper auslaufen. Nach dem Modelljahr 2017 wird es keine weitere Viper geben. Mittlerweile bieten andere einfach mehr Bang pro Buck, also mehr Bumms für den Taler. Warum eine 650-PS-Viper für 90.000 US-Dollar kaufen, wenn im gleichen Konzern 717 PS im Challenger nur zwei Drittel davon kosten?

Gerüchte zum Auslaufen der Viper gab es bereits im vergangenen Jahr. Fiat-Chrysler pausierte die Produktion, senkte den Preis für aktuelle Modelle und bot Viper-Kunden doppelten Rabatt für eine Zweit-Viper an. All das nutzte nichts. 2015 verkaufte Dodge in den USA pro Monat nur 56 Viper. Im laufenden Jahr waren es durchschnittlich 48 Exemplare.

25 Jahre Viper: Fünf Sonder-Editionen

Links: Viper GTS-R Commemorative Edition ACR. Rechts: Viper Voodo II Edition ACR Links: Viper GTS-R Commemorative Edition ACR. Rechts: Viper Voodo II Edition ACR Quelle: Viper Das Ende fällt auf das 25. Viper-Jubiläum. Der Sportler wechselte in seinem Leben mehrmals die Marken, er wurde als Chrysler, Dodge und SRT vertrieben. Zum Abschluss ist es die Marke Dodge, die noch ein paar Sondereditionen raushaut. Erinnerungen an die coolsten Viper-Modelle der kurzen Geschichte. Ein letztes Aufbäumen der Legende aus den 90ern.

Die Viper „1:28 Edition ACR“ widmet Dodge dem Rundenrekord der ACR-Viper in Laguna Seca. Sie bekommt schwarzen Lack, große Spoiler und rote Streifen. Die Viper „GTS-R Commemorative Edition ACR“ ist weiß mit blauen Streifen, wie die 1998er Viper GTS-R-GT2 Championship-Edition. Die Neuauflage bremst mit Keramik-Scheiben, bekommt ein großes Aerodynamik-Update und – natürlich – eine US-Flagge auf der B-Säule.

In dieser Reihe darf eine Schlangen-Edition natürlich nicht fehlen, in Form der grünen Viper „Snakeskin Edition GTC“ mit gemustertem Zierstreifen, schwarzem Interieur und Seriennummer auf dem Armaturenbrett. Vergleichsweise dezent sieht dagegen die Viper „VooDoo II Edition ACR“ aus. Schwarzer und grauer Lack, dazu rote Streifen und eine farblich passende Zelt-Garage – ebenfalls mit großem Spoiler-Paket und Hochleistungsbremse.

Links: Viper Snakeskin Edition GTC. Rechts: Viper 1:28 Edition ACR Links: Viper Snakeskin Edition GTC. Rechts: Viper 1:28 Edition ACR Quelle: Viper Die Viper „Dodge Dealer Edition ACR“ gibt es nur bei den beiden erfolgreichsten Viper-Händlern in den USA. Der Hersteller lackiert sie weiß und ergänzt blaue und rote Streifen auf der Karosserie. Alle Sondermodelle sind limitiert, je nach Ausführung gibt es je 25 bis 100 Exemplare. Insgesamt baut Dodge 223 Super-Viper im letzten Modelljahr.

Geschichte: US-Sportler mit zehn Zylindern

1992 startete der Sportler mit einem 400-PS-Motor. Chrysler baute damals gemeinsam mit Lamborghini einen Nutzfahrzeug-V8 zum Alu-V10 um. Die Viper sollte eine 1990er-Jahre-Version der Shelby Cobra werden. Motorsport-Legende Carroll Shelby arbeitete als Berater für Chrysler und half bei der Entwicklung der Viper.

Das Prinzip hat sich in 25 Jahren nicht geändert. Es blieb beim Saugmotor mit zehn Zylindern. In drei Generationen wuchs der Hubraum von 8,0 auf 8,4 Liter, die Leistung stieg von 400 auf zuletzt 649 PS. Direkteinspritzung, obenliegende Nockenwellen oder Aufladung gab es nie, zuletzt aber immerhin eine variable Ventilsteuerung. In allen Modellen stecken ein Sechsgang-Handschaltgetriebe und Hinterradantrieb. Der Viper-V10 ist der größte Pkw-Serienmotor.

Die Viper war stets eine Ikone. Sie bekam eine eigene Fernsehserie und ein Computerspiel. Doch der große Ruhm ist verblasst. Seit 1992 entstanden insgesamt nur rund 30.000 Exemplare der Viper. Chevrolet verkauft allein in den USA pro Jahr mehr Exemplare der Corvette. Großer Sport heißt bei Dodge jetzt Hellcat. Die sind zwar langsamer auf der Rundstrecke, aber wirtschaftlich viel stärker.

Adios, Du Saugmotor-getriebenes, unsinniges Ungetüm. Nur wenige wollten Dich kaufen. Umso mehr Menschen werden Dich vermissen.

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