• Online: 5.916

Crashtest: Nachlässige Sicherung gefährdet Leben von Kindern - Eltern, nehmt Euch Zeit beim Anschnallen

verfasst am

Es ist nervig, aber es muss sein - und es muss richtig gemacht werden. Ein aktueller Crashtest zeigt, wie wichtig die richtige Sicherung von Kindern im Auto ist.

Wenn der Kindersitz zu groß ist, kann der Kopf bei einem Unfall gegen den Vordersitz prallen Wenn der Kindersitz zu groß ist, kann der Kopf bei einem Unfall gegen den Vordersitz prallen Quelle: AUTO TEST

Hamburg - Eigentlich weiß es jeder: Im Auto sollten Kinder nicht auf dem Schoß der Eltern sitzen. Zu oft darauf hinweisen kann man dennoch nicht. Eltern, die ihre Kinder "nur mal kurz" ohne Kindersitz transportieren, bringen sie im Ernstfall schon bei geringen Geschwindigkeiten in Lebensgefahr. Das zeigt ein Crashtest der Zeitschrift "Auto Test" (Ausgabe 7/2015) und der Prüforganisation Dekra.

Der Beifahrer kann bei einem Aufprall nach vorn geschleudert werden, das Kind auf seinem Schoß erleidet dabei Quetschungen an wichtigen Organen. Ebenfalls gefährlich wird es, wenn der Kindersitz zu groß ist. Unter Umständen prallt der Kopf bei einem Unfall gegen den Vordersitz. Ein Schädel-Hirn-Trauma und eine gebeugte oder gestreckte Halswirbelsäule können die Folge sein. Dauerhafte Nervenschäden lassen sich in solchen Fällen nicht ausschließen.

Niemals sollten Eltern ihre Kinder im Auto auf dem Schoß transportieren. Die Folgen sind fatal Niemals sollten Eltern ihre Kinder im Auto auf dem Schoß transportieren. Die Folgen sind fatal Quelle: AUTO TEST Auch ein zu kleiner Sitz kann für Kinder zur Bedrohung werden. Bei dem Test drehte sich ein Dummy aus dem Diagonalgurt. Lediglich der Beckengurt blieb am Körper. Der Brustbereich war nicht mehr fixiert, sodass sich ein Kind im schlimmsten Fall schwere Brüche an Schulter und Oberarm zuzieht. Mit sehr dicker Kleidung liegt der Gurt unter Umständen nicht straff genug an. Das Kind kann bei einem Unfall – wie im Test – an den Dachhimmel prallen.

Die Tester untersuchten auch die Wirkung von Airbags auf Babyschalen, die auf dem Beifahrersitz fixiert werden. Erstaunlicherweise hatte der Dummy in diesem Test Glück. Der Airbag legte sich wie eine Glocke über seinen Kopf. Der Test weist jedoch darauf hin, dass es im Ernstfall erhebliche Verletzungen hätte geben können.

Der Airbag ist grundsätzlich auszuschalten, wenn das Kind in einer Babyschale auf dem Beifahrersitz mitgenommen wird (bei älteren Autos ist das mitunter nicht möglich). Laut "Auto Test" verunglückten im Jahr 2014 etwa 10.750 Kinder als Mitfahrer in einem Pkw.

Weitere MOTOR-TALK-News findet Ihr in unserer übersichtlichen 7-Tage-Ansicht

Quelle: AUTO TEST, dpa

Avatar von MOTOR-TALK (MOTOR-TALK)
55
Hat Dir der Artikel gefallen? 1 von 1 fand den Artikel lesenswert.
Diesen Artikel teilen:
55 Kommentare: