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Projekt: Supra-V12-Motor - Ein Zwölfender aus zwei Reihensechsern

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Dieses Projekt ist gleichermaßen sinnlos wie großartig: Ein Schrauber aus Minneapolis baut aus zwei Supra-Sechszylindern einen 5,0-Liter-V12 mit 800 PS.

Viele selbst gefertigte Teile und unzählige Arbeitsstunden: Supra-V12 mit aufgelegtem Zahnriemen und Nebenaggregaten Viele selbst gefertigte Teile und unzählige Arbeitsstunden: Supra-V12 mit aufgelegtem Zahnriemen und Nebenaggregaten Quelle: Sidekicknicholas via reddit

Minneapolis/USA – Reddit-Nutzer „Sidekicknicholas“ beschreibt seinen Onkel als „bösartiges Genie“, wenn es um Autos und Motoren geht. Er sei mittlerweile in Rente und habe schon alles gebaut, was sich ein Petrol-Head je erträumen könnte. Darunter ein Dragster mit zwei V8-Motoren, ein 31er Buick Turbo und diverse Rat Rods. Seine neueste Idee: Ein Eigenbau-V12 aus zwei Supra-Sechszylindern mit 800 PS.

Es gehe ihm dabei nicht um schnöde Zahlen oder Prüfstanddiagramme. Längst leisten Motoren des Toyota-Sportwagens Supra mit serienmäßigem Motorblock gut 1.000 PS. Mit mehr Aufwand ist sogar die doppelte Power möglich. Aber das gibt es alles schon. Was bei diesem Projekt zählt, ist die Einzigartigkeit.

Eigenbau-Motor: Aus R6 wird V12

Erster Versuch: Zu Beginn experimentierte der Schrauber mit innenliegenden Ansaugseiten Erster Versuch: Zu Beginn experimentierte der Schrauber mit innenliegenden Ansaugseiten Quelle: Sidekicknicholas via reddit Auf Diskussionen über Sinn und Unsinn lässt sich Nicholas nicht ein. Sein Onkel arbeite an dem Motor, „because he thought he could“ – weil er glaubt, er kann das. Plötzlich hätten in seiner Garage sechs 1JZ-Supra-Motoren gestanden. Die 2,5-Liter-Biturbo-Aggregate leisten laut Toyota je 280 PS.

Nicholas' Onkel sägte zwei Motorblöcke unterhalb der Zylinderbuchsen ab und schweißte ein neues Kurbelgehäuse zusammen. Die Firma "Scat" lieferte eine speziell angefertigte Kurbelwelle mit Chevrolet-Hauptlagern. Pleuel und Lager von Honda verbinden die originalen Kolben mit der neuen Welle. Darunter steckt eine Eigenbau-Ölwanne aus Aluminium mit Trockensumpfschmierung.

Nach ersten Experimenten mit außenliegenden Turboladern entschied sich der Schrauber für ein „heißes V“. Ein Zylinderwinkel von 120 Grad schafft Platz für einen Eigenbau-Krümmer mit kunstvollem Rohrverlauf. Einen Zylinderkopf habe er um 180 Grad gedreht und umgebaut, damit die Auslassseiten beider Köpfe nach innen zeigen. Derzeit arbeite er an der Positionierung der Turbos. Der Ansaugtrakt fehlt noch.

Fertigstellung und Einsatzzweck: Ungewiss

Wann dieses Projekt fertig wird, das weiß Nicholas nicht. Der Einsatzzweck sei ebenfalls ungewiss. Sein Onkel besitze noch einen selbstgebauten Rohrrahmen und eine Chrevrolet-Pick-up-Karosserie von 1955. Aber momentan könne er nur mutmaßen.

Auf die Idee, aus zwei Reihenmotoren einen großen zu machen, sind bereits andere gekommen: Der erste Audi-V8 basiert auf zwei 16-Ventil-Motoren aus dem Golf 2. BMW Motorsport hat aus zwei M3-Aggregaten jenen V12 gebaut, der später den McLaren F1 so legendär gemacht hat. Ursprünglich sollte er einen M8 antreiben.

Schon vor der Fertigstellung des Supra-V12 finden wir die Idee so gut, dass wir sie Euch zeigen mussten. Wir werden weiter berichten, sobald der Motor fertig ist und läuft.

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