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Golf 7 Variant: Erste Fahrt - Dieser Golf ist einladend

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VW überträgt das Baukastenprinzip aufs Design: Im Golf 7 Variant finden sich viele Details der Limousine. Sogar beim Fahren hat der Große den Kleinen als Vorbild.

Im August liefert VW die ersten Golf 7 Variant aus. Der bisher größte Golf wirkt schlank und schick, bietet aber viel Platz Im August liefert VW die ersten Golf 7 Variant aus. Der bisher größte Golf wirkt schlank und schick, bietet aber viel Platz Quelle: Volkswagen

Amsterdam – Der Golf Variant rückt optisch näher an die Limousine. Statt einer eigenen Kehrseite prangt am Kombi-Heck jetzt der bekannte Golf-Popo, inklusive Rückleuchten in Trapez-Form und einem Knick in der Klappe. Das wirkt schlanker, kostet aber keinen Raum: Der neue Golf Variant bietet mehr Platz als alle seine Vorgänger.

Golf 7 Variant: Mehr Radstand, mehr Platz

Die Rücksitzbank macht Platz für 1.620 Liter Ladung auf bis zu 1,83 Metern Länge Die Rücksitzbank macht Platz für 1.620 Liter Ladung auf bis zu 1,83 Metern Länge An den Karosseriemaßen tut sich dabei wenig. Der Familiengolf wächst um zwei Finger in Länge und Breite, ist dafür 23 Millimeter flacher. Ein größerer Radstand sorgt für viel Luft im Innenraum. Wie die Limousine profitiert der Variant von knapp sechs Zentimetern Baukasten-Bonus. Die verteilen sich auf Fond und Laderaum. Gemeinsam mit einem 31 Zentimeter längeren hinteren Überhang ergibt das Platz für (großes) Kind und (viele) Kegel.

Mit 605 Liter Kofferraumvolumen rangiert der Golf nur fünf Milchkartons hinter dem (zehn Zentimeter längeren) Skoda Octavia. Dank einer Ladekante auf Kniehöhe und einer weit aufschwingenden Klappe lassen sich sperrige Gegenstände einfach verstauen. Legt man die Rücksitzbank um, dürfen die sogar 1,83 Meter lang sein. Das reicht für eine Not-Übernachtung im Golf-Heck oder 1.620 Liter Ladung.

Das Gewicht merkt man ihm kaum an

Golf 7 Variant: ruhig, neutral und unauffällig Golf 7 Variant: ruhig, neutral und unauffällig So viel Stauraum bedeutet rund 100 Kilogramm mehr Gewicht. Die fallen an der Tankstelle kaum auf: Laut NEFZ trinkt der größte Golf 0,1 Liter pro 100 Kilometer mehr als die Limousine. Den getesteten 1,4-Liter-Turbobenziner mit 122 PS und Sechsgang-Handschaltung gibt VW mit 5,3 Litern pro 100 Kilometer an. Während der Testfahrt flossen bei ruhiger Fahrweise sechs Liter durch die Brennräume des 1,4-Tonnen-Kombis.

Mit dem zweitstärksten Benziner fährt der Variant souverän und flink, aber ohne jegliches Temperament. Ab 1.500 Touren stehen 200 Newtonmeter bereit und erlauben schaltfaules und sparsames Gleiten. Das Kombi-Heck kostet aber Sprintstärke: Erst nach 9,7 Sekunden erreicht der Variant Tempo 100, fast eine halbe Sekunde später als die Limousine.

Ein Golf bleibt ein Golf

Der Golf 7 Variant rückt optisch näher an die Limousine, bietet aber mehr Platz als je zuvor Der Golf 7 Variant rückt optisch näher an die Limousine, bietet aber mehr Platz als je zuvor Quelle: Volkswagen Geschenkt – die Ehrenurkunde im Wolfsburger Sportfest ist ohnehin für den GTI reserviert. Die Stärken des Variant liegen in weniger sportlichen Tugenden. Er federt komfortabel, lenkt leichtgängig und direkt und bleibt in jeder Fahrsituation absolut neutral. Nur Wind- und Abrollgeräusche geben einen akustischen Hinweis auf die gefahrene Geschwindigkeit, die Benzinmotoren halten sich vornehm zurück. Von den Selbstzündern vernimmt man in manchen Drehzahlbereichen ein raues Knurren.

Die Motorenpalette des Golf Variant umfasst Turbodiesel und –benziner mit 85 bis 150 PS. Auf Spekulationen über eine GTI- oder GTD-Variante wollte ein VW-Mitarbeiter keine konkrete Antwort geben, er kommentierte die Frage aber mit einem Lächeln.

Vorbild: Golf Limousine

Zügig unterwegs, aber ohne Temperament: Golf 7 Variant Zügig unterwegs, aber ohne Temperament: Golf 7 Variant Quelle: Volkswagen Zwischen A- und C-Säule ändert sich nichts. Im Innenraum gleichen sich Golf und Variant wie ein Ventil dem anderen. Nichts klappert oder knarzt, intuitiv findet sich zu jeder Funktion ein Schalter. Die Sicht nach hinten profitiert vom großen Fenster. Ohne akustische Unterstützung lässt sich das Ende der Stoßstange trotzdem nur schwer abschätzen.

Seit der dritten Generation Golf bietet VW den Variant an. Bisher lieferten die Wolfsburger nur rund 20 Prozent als Kombi aus, zuletzt einen Großteil davon an Firmenkunden. Beides könnte sich jetzt ändern, denn trotz der besseren Serienausstattung bleibt der Grundpreis von 18.950 Euro. Die Limousine ist ebenfalls ohne Aufpreis gestartet, kostet aber inzwischen 200 Euro mehr. Das ergibt einen Aufpreis von 1.775 Euro für den Variant.

Golf BlueMotion: 3,2 Liter Durchschnittsverbrauch

Zeitgleich mit dem Variant startet der Golf 7 in der Spritspar-Version BlueMotion. Mit langer Übersetzung, einem verbesserten cW-Wert und einem überarbeiteten 1,6-Liter Turbodiesel soll er nur 3,2 Liter pro 100 Kilometer trinken – eine Ersparnis von 15 Prozent gegenüber dem Vorgänger. Auf einer ersten Testfahrt konnten selbst die flachen holländischen Landstraßen den Verbrauch nur mit Mühe unter der 4-Liter-Grenze halten. Dafür gibt er sich verhältnismäßig agil: Mit 110 PS sprintet er in 10,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und fährt 200 Stundenkilometer schnell.

Ein Golf Variant BlueMotion folgt dieses Jahr – der soll 3,3 Liter verbrauchen. Dazu stellt VW 2015 in Genf den VW Golf GTD Variant vor.

Golf Variant: Technische Daten

Der getestete Benziner

  • Modell: Golf Variant 1,4 TSI
  • Motor: 1,4-Liter-Turbobenziner
  • Getriebe: Sechsgang Handschaltung
  • Leistung: 122 PS
  • Drehmoment: 200 Nm
  • 0 - 100 km/h: 9,7 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 204 km/h
  • Verbrauch: 5,3 l/100 km
  • CO2: 124 g/km
  • Gewicht: 1.329 kg
  • Länge x Breite x Höhe in m: 4,56 x 1,80 x 1,48
  • Preis: 23.525 Euro (Ausstattung: Comfortline)
  • Marktstart: ab sofort bestellbar, Auslieferung ab August

Der kleinste Diesel

  • Modell: Golf Variant 1,6 TDI
  • Motor: 1,6-Liter-Turbodiesel
  • Getriebe: Fünfgang Handschaltung
  • Leistung: 105 PS
  • Drehmoment: 250 Nm
  • 0 - 100 km/h: 11,2 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 193 km/h
  • Verbrauch: 3,9 l/km
  • CO2: 102 g/km
  • Gewicht: 1.395 kg
  • Länge x Breite x Höhe in m: 4,56 x 1,80 x 1,48
  • Preis: 22.600 Euro (Ausstattung: Trendline)
  • Marktstart: ab sofort bestellbar, Auslieferung ab August

Quelle: MOTOR-TALK

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