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Adrenalin: Film über den BMW-Tourenwagen-Sport - Dieser Film zeigt, warum wir die DTM einst liebten

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Der E30 M3 ist der erfolgreichste Tourenwagen der Welt. Wie es dazu kam und wie es danach weiterging, zeigt ein neuer Film. „Adrenalin“ begeistert dabei nicht nur BMW-Fans.

Tim und Nick Hahne bringen einen neuen Film über die Geschichte der BMW-Tourenwagen heraus Tim und Nick Hahne bringen einen neuen Film über die Geschichte der BMW-Tourenwagen heraus Quelle: Stereoscreen

Duisburg – Der 6. August 1966 am Nürburgring. Bevor Hubert Hahne auf die Strecke geht, ist er unsicher. Wird er die zehn Minuten in einem Tourenwagen auf dem Ring knacken? „Ich weiß nicht, keine Ahnung, ich versuch's Mal“. Sein Freund Alexander von Falkenhausen hilft ihm. Er schnappt sich einen Zettel, kritzelt „Alfa: 10,03“ darauf und hält ihn auf Start-Ziel gut sichtbar über die Boxenmauer.

Als Hahne den Zettel sieht, explodiert er. Vollgas im BMW 2000TI. Zuschauer sprechen später über die legendäre Runde: „Alles quer, manchmal drei Räder in der Luft, es war unglaublich, was der da aufgeführt hat“. Hahne umrundet den Ring in 9:58 Minuten, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 137,2 km/h. Nie zuvor hat jemand in einem Tourenwagen die zehn Minuten geknackt.

Unschlagbar: Der BMW E30 M3 ist der erfolgreichste Tourenwagen der Welt Unschlagbar: Der BMW E30 M3 ist der erfolgreichste Tourenwagen der Welt Quelle: Stereoscreen

50 Jahre in zwei Stunden

Der neue Film der Brüder Tim und Nick Hahne über die Geschichte des BMW-Tourenwagensports beginnt in der Zeit, als noch quer gefahren wurde, um schnell zu sein. Es folgen Hans-Joachim Stucks Kampf im CSL Coupé gegen die legendären Ford Capri. Über die unzähligen Erfolge des E30 M3 geht „Adrenalin“ weiter bis hin zum Gewinn des DTM-Titels durch Bruno Spengler im Jahr 2012.

In acht Ländern führten die Hahne-Brüder 30 Interviews. Mit Bruno Spengler, Hans-Joachim Stuck, Marc Surer, Joachim Winkelhock, Alex Zanardi, Timo Glock und anderen. Ein Jahr dauerte die Produktion des Films, der 50 Jahre Motorsport-Geschichte in zwei Stunden presst.

Große Bilder, tolle Interviews

Die DTM heute: Bruno Spengler lässt die Funken fliegen Die DTM heute: Bruno Spengler lässt die Funken fliegen Quelle: Stereoscreen Das Nischen-Thema wird dabei mitunter zur Nebensache. Auch wer nur ein Tröpfchen BMW im Blut hat, aber viel Herz für großes Kino, darf sich an den Film wagen. Allein die im BMW-Museum gedrehte Eröffnungssequenz beeindruckt mit einer großartigen Kombination von Musik und Bild.

Wer sich nur wenig für großes Kino, aber sehr für historischen Motorsport interessiert, kommt sowieso auf seine Kosten. Anfang und Ende schlagen mit Aufnahmen des diesjährigen 1. DTM-Laufs in Hockenheim einen modernen Rahmen. Dazwischen gibt es vor allem historische Motorsport-Aufnahmen und herzliche Anekdoten.

Schade für die aktuelle DTM: Der Film beweist einmal mehr, was dem Motorsport heute fehlt. Die Nähe zu den Fans. Es war eben mehr Herz dabei, als Hubert Hahne sich ab und zu noch einen Apfel und eine Banane im Handschuhfach verstaute, für den Fall, dass er während des Rennens Hunger bekam. Oder wie Andy Priaulx im Film über die damalige Zeit sagt: „You could be a crowd-pleaser and still win“. So steht man nach dem Film mit der Frage da, wer heute das Publikum bedient? Vielleicht Filme-Macher wie die Hahne-Brüder.

„Adrenalin“ ist ab Ende November als DVD (23,90 Euro), Blu-ray (25,90 Euro) und Video on Demand erhältlich.

Quelle: Stereoscreen

Avatar von Philipp Monse
Mercedes
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