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Das verdienen die Hersteller pro Auto - Die Zweiklassen-Gesellschaft

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Eine neue Studie hat den Gewinn errechnet, den Autohersteller pro Fahrzeug erzielen. Das Ergebnis: Asiaten und Premium-Marken verdienen am besten.

Das CAR-Institut in Duisburg hat ermittelt, wie viel Hersteller vor Steuern und Zinsen an jedem Auto verdienen. Ergebnis: Die meisten Volumenhersteller verlieren viel weniger Geld als 2012 Das CAR-Institut in Duisburg hat ermittelt, wie viel Hersteller vor Steuern und Zinsen an jedem Auto verdienen. Ergebnis: Die meisten Volumenhersteller verlieren viel weniger Geld als 2012 Quelle: MOTOR-TALK, Ferrari

Duisburg - Wie viel Geld verdienen die Automobilkonzerne in ihrem Kerngeschäft, der Fahrzeugproduktion? Für die Finanzjongleure der Branche ist das eine theoretische Frage. Denn unterm Strich zählt das Konzernergebnis. Da fließen auch Gewinne aus Bankgeschäften oder Zuliefertätigkeiten (z. B. Fiat, PSA) ein.

Dennoch: In Krisenzeiten entschied sich schon mancher Hersteller für die Konzentration aufs Kerngeschäft. So strebt Daimler bereits seit Jahren nicht mehr danach, ein Technologiekonzern zu werden und hat zuletzt seine Anteile an EADS (Airbus) verkauft.

Toyota verdient am meisten

Gewinne und Margen der Volumenmarken je Fahrzeug: Die Japaner verdienen wieder gutes Geld. Den Europäern geht es weniger gut, aber deutlich besser als 2012 Gewinne und Margen der Volumenmarken je Fahrzeug: Die Japaner verdienen wieder gutes Geld. Den Europäern geht es weniger gut, aber deutlich besser als 2012 Quelle: MOTOR-TALK, dpa / picture alliance Das Center of Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg hat jetzt den Gewinn vor Zinsen und Steuern sowie die Marge pro verkauftem Fahrzeug je Autohersteller ermittelt. Unterschieden haben die Wissenschaftler zwischen Volumenherstellern und Luxusmarken. Andere Verdienstquellen der Konzerne blieben außen vor.

Unter den Volumenherstellern verdient Toyota am besten, gefolgt von Hyundai, Kia und Nissan. Toyota verdient an jedem Fahrzeug 1.801 Euro und erzielt eine Marge von neun Prozent. Das ist bemerkenswert. Denn im Vorjahr verdiente Toyota nur 707 Euro pro verkauftem Fahrzeug bei einer Marge von 3,5 Prozent. Das liegt daran, dass der Konzern die Delle nach dem Fukushima-Unglück offenbar überwunden hat und vom schwachen Yen-Kurs profitiert.

Hyundai am profitabelsten

Hyundai erzielt pro Fahrzeug einen Durchschnittspreis von nur 11.000 Euro. Die Koreaner erreichen aber mit jedem Fahrzeug im Schnitt eine Marge von 9,3 Prozent - Bestwert unter den Volumenherstellern.

Bis auf Renault konnten alle Marken, die im vergangenen Jahr hohe Verluste schrieben, ihr Defizit im ersten Halbjahr 2013 reduzieren. Besonders positiv: Die Entwicklung bei Fiat. Obwohl die Italiener am deutlichsten unter der Nachfragekrise leiden, verliert Fiat aktuell nur noch 130 Euro pro Neuwagen. Im vergangenen Jahr waren es noch 384 Euro.

„Die Autobauer haben mit Restrukturierungsmaßnahmen betriebswirtschaftlich richtig auf die große Euroschuldenkrise reagiert“, bilanziert Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des CAR.

 

Im Premium-Segment liegen die absoluten EBIT-Gewinne, aber auch die Margen, deutlich höher Im Premium-Segment liegen die absoluten EBIT-Gewinne, aber auch die Margen, deutlich höher Quelle: MOTOR-TALK, Ferrari

Porsche verdient am besten

Der Begriff "Premium-Hersteller" wird immer wieder kritisiert, auch hier auf MOTOR-TALK. Doch der EBIT-Gewinn pro Fahrzeug, den diese Marken erzielen, zeigt: Die Zweiklassengesellschaft ist Wirklichkeit. Auch wenn der Gewinn pro Fahrzeug bei Audi, BMW und Mercedes (inklusive Smart) im Vergleich zum Vorjahr sank: Nur Mercedes befindet sich mit einem Gewinn von 2.012 Euro pro Fahrzeug und einer Marge von 4,9 Prozent in Schlagdistanz zu Toyota.

Audi, BMW, Porsche oder die Fiat-Luxusmarken Ferrari und Maserati hingegen erzielen deutlich höhere Margen pro verkauftem Fahrzeug als die Volumenmarken. Spitzenreiter ist Porsche. Die Zuffenhausener erzielen im Schnitt mit jedem Fahrzeug eine Marge von 18,4 Prozent, was einem Gewinn von 16.590 Euro entspricht.

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