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Loch auf der A20: zweite Fahrbahn abgesackt - Die Ostsee-Autobahn sackt weiter ab

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Das Loch auf der A20 wächst und wächst und wächst: Nach der Fahrbahn in Richtung Rostock ist nun auch die Gegenfahrbahn weggesackt. Experten hatten damit gerechnet.

Ostsee-Autobahn A20, Foto von Februar 2018: Das Loch wächst. Nun ist auch die zweite Fahrbahn abgesackt Ostsee-Autobahn A20, Foto von Februar 2018: Das Loch wächst. Nun ist auch die zweite Fahrbahn abgesackt Quelle: dpa/Picture Alliance

Tribsees - Das Loch auf der Autobahn A20 in Mecklenburg-Vorpommern ist erneut deutlich größer geworden und betrifft nun beide Fahrtrichtungen. Nach der Fahrbahn in Richtung Rostock sei jetzt auch die Fahrbahn in Richtung Stettin abgesackt, sagte eine Sprecherin des Schweriner Verkehrsministeriums am Montag. Zuvor hatte der Radiosender "Ostseewelle" berichtet.

Das Verkehrsministerium zeigte sich nicht überrascht, dass jetzt auch die Gegenfahrbahn abgesackt ist. Dass die A20 an dieser Stelle instabil sei, habe man gewusst. Es sei nur eine Frage der Zeit gewesen, dass auch die Gegenfahrbahn abrutsche. Die Planungen für die Reparatur der Straße seien dadurch nicht beeinflusst.

Die Fahrbahn westlich der Ausfahrt Tribsees war Ende September mehrere Meter tief abgesackt. Wenige Wochen später musste die Autobahn beidseitig gesperrt und der Verkehr auf Landstraßen umgelenkt werden. Das Loch hatte sich zuletzt auf der Fahrbahn nach Rostock von 40 auf 95 Meter Länge vergrößert.

Augenzeugen berichteten am Montag, dass die Gegenfahrbahn auf der gesamten Breite und einer Länge von etwa 40 Metern weggesackt sei. Diese war in den vergangenen Wochen noch von Fahrzeugen der Straßenbaubehörden genutzt worden. Am Montag stellten Behördenmitarbeiter vor der zerstörten Gegenfahrbahn Absperrungen auf.

Der Grund für das Desaster ist ein geschlossenes Torfvorkommen unter der Autobahn. Was genau im Boden geschehen ist, ist weiter unklar. Spekuliert wird über die Verwendung zu schwacher Stützen, nicht überprüfter Techniken oder schlicht Fehlkalkulationen.

Baustelle zieht Schaulustige an

Die eingestürzte Autobahn zieht mittlerweile viele Schaulustige an, die hierher pilgern, Selfies schießen und in sozialen Netzwerken posten. Sie machen den Straßenbaubehörden zunehmend zu schaffen. "Wir hatten bislang dank rechtzeitiger Sperrung der Autobahn Glück, dass niemand verletzt wurde", sagt Ronald Normann vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr.

Die Behörde überlege nun, Anzeige gegen Gaffer zu erstatten. Die Rechtslage sei eindeutig. Die Abbruchstelle sei gesperrt, das Betreten verboten. Das Laufen auf diesem Stück Autobahn sei grob fahrlässig und äußerst gefährlich. Bereits am Wochenende waren Bilder von der abgebrochenen Gegenfahrbahn auf Facebook gepostet worden.

Seit Oktober ist die A 20 an der Grenze zwischen Mecklenburg und Vorpommern komplett gesperrt. Eine provisorische Umleitung über Landstraßen stellt die umliegenden Ortschaften auf eine harte Belastungsprobe. "Bei uns liegen die Nerven blank", sagt die Inhaberin der Langsdorfer Gaststätte "Zur Kastanie", Erika Baumgart.

Statt der erhofften Umsatzsteigerung sei das Gegenteil eingetreten. Stammgäste blieben aus. Frustrierte Autofahrer stoppten, um schnell die Toilette zu nutzen, ohne Geld zu zahlen. An den Sommer - sagt Baumgart - wolle sie gar nicht denken. In der Tourismussaison fuhren bislang rund 25.000 Fahrzeuge pro Tag über das inzwischen gesperrte Stück Autobahn, im Winter rund 15.000 bis 18.000.

 

Quelle: dpa

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