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Ford Fiesta Sport: Fahrbericht - Der ST light macht richtig Laune

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Darf es etwas weniger sein? Fords stärkster Dreizylinder mit nun 140 PS macht den Fiesta Sport zum ST light. Erste Fahrt in Fords kleiner Spaßmaschine.

MT-Redakteur Björn Tolksdorf jagte eins der letzten Vorserien-Exemplare des Fiesta Sport über Fords Teststrecke in Lommel (Belgien) MT-Redakteur Björn Tolksdorf jagte eins der letzten Vorserien-Exemplare des Fiesta Sport über Fords Teststrecke in Lommel (Belgien)

Lommel (Belgien) – Andrew Fraser schaut skeptisch. Kein Wunder, der Mann ist gerade Vater geworden – und nun wird erstmal ein Fremder sein Baby halten. Frasers jüngster Spross ist die höchste Ausbaustufe von Fords Einliter-Dreizylinder-Benziner. Bisher war bei 125 PS Schluss, jetzt leistet der Hubraumzwerg 140 PS. Und zwar im neuen Ford Fiesta Sport.

Schon nach den ersten Metern im neuen Auto wird klar: Der Mann hat eine Spaßmaschine erschaffen. Lustvoll knurrt das kleine Motörchen und verlangt vom Gasfuß mehr Drehzahl, freudig fordert die präzise Servolenkung die nächste Kurve. Rückmeldung gibt es von gefühlt jeder Pore im Asphalt des Handling-Kurses, so sauber hält das Fahrwerk den kleinen Fiesta in der Spur.

16-Zoll-Räder sind Standard, optional gibt es auch 17 Zoll 16-Zoll-Räder sind Standard, optional gibt es auch 17 Zoll Ja, dieser Fiesta macht Freude. Das verblüfft, weil das meiste Zubehör aus dem Regal stammt: Wo der heiße Fiesta ST mit 1,6-Liter-Vierzylinder mittels eines Sound-Symposers tönt, bekommt dieser Fiesta seinen Klang aus der Serien-Abgasanlage.

„Wir hatten einen Sport-Auspuff im Prototypen, aber das war viel zu laut“, lacht Fraser. Und wo der Fiesta ST ein stark überarbeitetes Fahrwerk unter sich hat, nahm Ford beim Fiesta Sport nur wenige Änderungen am handelsüblichen, optionalen Sportfahrwerk vor.

Das Getriebe macht den Unterschied

Was genau macht hier den Spaß? Der Zentimeter Tieferlegung, die steifere Hinterachse, die steiferen und kürzeren Federn? Auch. Den entscheidenden Beitrag leistet das kurz übersetzte Fünfgang-Getriebe, es passt zum drehfreudigen Einliter-Zwerg unter der Motorhaube wie ein guter Kumpel. So schnell schafft es kaum ein Downsizing-Zwerg aus dem Drehzahlkeller. Wo der Serien-Fiesta dank Normzyklus-optimierter Gangübersetzung unnötig träge wirkt, ist das Schalten hier ein Genuss.

Der Spaß, den das Auto macht, drückt sich in Zahlen gar nicht so aus. Die Fahrdaten des Fiesta Sport beeindrucken kaum: Von 0 auf 100 km/h benötigt er 9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 201 Kilometer pro Stunde. Zum Vergleich: Im bisherigen Fiesta Sport mit 125 PS vergehen 9,4 Sekunden, Schluss ist bei 196 km/h. Der Neue braucht dabei auf dem Papier 4,5 Liter auf 100 Kilometer, die bisherige Variante 4,3 Liter.

Rot oder Schwarz? Den Fiesta Sport gibt es als "Black Edition" oder "Red Edition" Rot oder Schwarz? Den Fiesta Sport gibt es als "Black Edition" oder "Red Edition"

Der ST bleibt schärfster Fiesta

Der 182 PS starke ST schluckt 5,9 Liter, beschleunigt in 6,9 Sekunden und erreicht 223 km/h. Da kann der Fiesta Sport nicht mithalten, den es nur als Dreitürer und nur in der schwarzen „Black Edition“ und der roten „Red Edition“ gibt.

Gegenüber dem 125-PS-Modell steigt der Preis des Ford Fiesta Sport um 200 auf 18.700 Euro. Der einzige Haken: Auch der Fiesta ST kostet nur überschaubare 1.500 Euro mehr, sieht dafür aber spannender aus als der Sport.

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