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VW T-Roc und VW Golf (2017): Messevergleich, Sitzprobe - Der Golf und sein SUV

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Gleiche Technik, anderes Autos: Das Kompakt-SUV T-Roc ähnelt dem Golf nur unter dem Blech. VW macht ihn frecher und bunter, beschränkt aber die Auswahl. Ein Vergleich.

Ein Kompakter und sein SUV: Wir haben den VW T-Roc mit dem Golf verglichen Ein Kompakter und sein SUV: Wir haben den VW T-Roc mit dem Golf verglichen Quelle: Fabian Hoberg für MOTOR-TALK

Frankfurt – Der Golf allein reicht nicht mehr. Trotz seiner Derivate, trotz all der Antriebsvarianten. Denn ganz knapp neben der Kompaktklasse macht sich seit Jahren ein wichtiger Markt breit: Mit kompakten SUV lässt sich gutes Geld verdienen. Bisher nicht bei VW, denn der Tiguan ist für dieses Segment zu groß.

Auf der IAA in Frankfurt zeigt VW den T-Roc, ein SUV in Golf-Größe. Kein aufgebockter Kompakter, sondern ein eigenständiges Auto. Wo der Golf bieder sein muss, darf der T-Roc bunt und auffällig sein. Technisch gibt es dennoch nur minimale Unterschiede zwischen den Autos. Wir haben sie auf der IAA verglichen.

VW T-Roc und VW Golf: Verwandt, aber unterschiedlich

Schade: Die Auspuffblenden sind Attrappen. Ist bei kleineren Golf-Modellen auch so Schade: Die Auspuffblenden sind Attrappen. Ist bei kleineren Golf-Modellen auch so Quelle: Fabian Hoberg für MOTOR-TALK VW gibt sich viel Mühe, die Autos voneinander abzugrenzen. Das klappt vor allem außen: Wo man dem Golf ein paar Sicken ins Blech drückt, bekommt der T-Roc andere Formen. Breit ausgestellte Radhäuser, scharfe Kanten an den Kotflügeln und Kunststoff-Beplankungen. Kleine Dreiecksfenster in den vorderen Seitenscheiben spart sich VW im T-Roc. Hinzu kommt eine eigenständige Front.

Der T-Roc überragt den Golf um 13 Zentimeter, baut 3 Zentimeter kürzer und 2 Zentimeter breiter. Zum Teil geht das auf das SUV-Konto, mit allen Vor- und Nachteilen. Man steigt bequemer ein, muss Gepäck aber höher stemmen. Nominell bekommt er einen größeren Kofferraum. 65 Liter Vorsprung sind im nutzbaren Raum nicht erkennbar.

Innen lassen sich die Gleichteile nicht verleugnen. Aber VW ordnet im T-Roc vieles neu an. Fast so, als ob sich beide Autos nicht gleich anfühlen dürfen. Die Bedienung für die elektrischen Spiegel rückt zu den Schaltern der Fensterheber. Das Navi rutscht weit nach oben zwischen die Lüftungsdüsen und liegt besser im Sichtfeld. Das digitale Cockpit stammt aus der neuen Generation. Und das Armaturenbrett bekommt einige Kanten und viel Farbe.

Der Golf bleibt optisch immer ein Golf, unabhängig vom Motor Der Golf bleibt optisch immer ein Golf, unabhängig vom Motor Quelle: Fabian Hoberg für MOTOR-TALK Trotzdem spürt man die Verwandtschaft. Beide Autos teilen sich Infotainment, Klimabedienung und Schaltkulisse. Zudem sind sie ergonomisch nah beieinander. Die Sitzposition vorn ist fast identisch gut. Der Golf lässt auf der Rückbank allerdings mehr Platz an den Knien und bekommt bessere Materialien: Im T-Roc setzt VW zu viel harten Kunststoff ein.

Gleiche Technik, unterschiedliche Motorenpaletten

Technisch sind T-Roc und Golf nahezu identisch. Beide basieren auf der gleichen Plattform, dem Konzernbaukasten für Fahrzeuge mit Quermotoren (MQB). Zum Start setzt VW im SUV aber nur sechs Verbrenner in drei Leistungsstufen ein: Je ein Benziner und Diesel leistet 115, 150 bzw. 190 PS. VW koppelt die Aggregate an manuelle Schaltboxen oder Doppelkupplungsgetriebe sowie Front- oder Allradantrieb. Details zum Verbrauch nennt VW noch nicht.

Im Golf gibt es eine breitere Spreizung. Sieben Benziner und drei Diesel leisten 85 bis 310 PS. Hinzu kommt ein Plug-in-Hybrid (GTE, 204 PS Systemleistung), eine Elektrovariante (e-Golf, 100 kW) und ein Erdgasmodell (TGI, 110 PS). Theoretisch lässt sich all das auch im T-Roc umsetzen. Ob und wann VW neue Antriebe anbietet, ist nicht bekannt.

Probesitzen im T-Roc: Aufrechter als im Golf, trotzdem mit sehr guter Sitzposition Probesitzen im T-Roc: Aufrechter als im Golf, trotzdem mit sehr guter Sitzposition Quelle: Fabian Hoberg für MOTOR-TALK Bisher nennt VW nur einen Einstiegspreis für den T-Roc: Das Basismodell kostet 20.390 Euro. Ein nackter Golf mit 110-PS-Benziner, Schaltgetriebe und vier Türen kostet 20.525 Euro. Beide Autos liegen also ungefähr auf gleichem Level mit knappem Vorteil für den T-Roc.

Fazit

Trotz aller Unterschiede ähneln sich Golf und T-Roc stark. Nicht optisch, aber gefühlt. Das liegt am Baukasten. Für den T-Roc sprechen die höhere Sitzposition, der bequeme Einstieg und die für VW-Verhältnisse mutige Optik. Den Golf gibt es in mehr Varianten und mit alternativen Antrieben. Im Innenraum wirkt er angenehmer. Insgesamt wird der T-Roc die Verkaufszahlen des Golf wohl beeinflussen.

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