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E-Auto-Batterien: ElringKlinger denkt über eigene Fertigung nach - Autozulieferer: Rote Zahlen in Elektro-Sparte

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ElringKlinger wird sich stärker als bisher mit E-Auto-Akkus auseinandersetzen. Der Zulieferer will künftig eigene Batteriesysteme fertigen, sucht aber noch Unterstützung.

In Dettingen an der Erms, genauer gesagt beim Zulieferer ElringKlinger, will man in das Geschäft mit kompletten Batteriesystemen einsteigen In Dettingen an der Erms, genauer gesagt beim Zulieferer ElringKlinger, will man in das Geschäft mit kompletten Batteriesystemen einsteigen Quelle: picture alliance / dpa

Stuttgart/Dettingen/Erms - Der Autozulieferer ElringKlinger prüft einen stärkeren Einstieg ins Geschäft mit E-Auto-Batterien. "Wir wollen schauen, dass wir uns weiterentwickeln", sagte Firmenchef Stefan Wolf am Mittwoch in Stuttgart. Derzeit sei ElringKlinger auf der Suche nach einem Zellhersteller im asiatischen Raum, mit dessen Hilfe der Zulieferer künftig komplette Batteriesysteme anbieten wolle. "Wir wollen eine eigene Batterie bauen", sagte Wolf. In drei bis fünf Jahren könnte man soweit sein.

Damit fährt der Zulieferer einen ähnlichen Kurs wie die Autoindustrie. Große Hersteller wie Daimler kaufen Batteriezellen von LG oder Panasonic, um daraus Batterien für E-Autos zu bauen. Diskutiert wird in der Branche, ob die nächste Generation von Batteriezellen in Deutschland gefertigt werden könnte. Die Kosten für eine solche Produktion veranschlagt die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) mit 1,3 Milliarden Euro.

Nur mit vereinten Kräften zum Erfolg

Der Chef des Zulieferers, Stefan Wolf, will zunächst zehn Millionen Euro in den Ausbau des Geschäftszweigs investieren Der Chef des Zulieferers, Stefan Wolf, will zunächst zehn Millionen Euro in den Ausbau des Geschäftszweigs investieren Quelle: picture alliance / dpa

Es brauche dafür eine konzertierte Aktion, sagte Wolf. Eine solche Produktion selbst aufzubauen, wäre für den Zulieferer eine Nummer zu groß. In den Plan von der eigenen E-Auto-Batterie will ElringKlinger zunächst zehn Millionen Euro investieren. Bislang liefert der Zulieferer Verbindungselemente für Batteriezellen unter anderem an BMW, wie Wolf durchblicken ließ. Diese Bauteile übernehmen die Stromführung in Batterien und enthalten Sensoren.

Außerdem entwickelt der mit Zylinderkopfdichtungen groß gewordene Zulieferer auch Brennstoffzellen. Auch bei der Entwicklung kompletter Brennstoffzellensysteme könnte ElringKlinger auf eigene Batterien zurückgreifen.

Bislang verdient der Zulieferer mit E-Mobilität allerdings kein Geld. 2015 machte der Bereich vor Steuern noch 5 Millionen Euro Verlust bei 11 Millionen Euro Umsatz. Auch in diesem Jahr dürfte er in den roten Zahlen bleiben.

Von staatlicher Förderung für E-Autos hält ElringKlinger-Chef Wolf dennoch nichts. "Ich bin kein Befürworter der Kaufprämie, weil sie das Thema nicht langfristig löst", sagt er. Stattdessen müssten die Preise für Hybrid-Motoren sinken. "Die nächsten 20 bis 25 Jahre", ist sich Wolf sicher, "werden wir noch sehr gut am Verbrennungsmotor verdienen."

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