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VW Corrado Magnum Sport Kombi: Prototypen werden verkauft - Aus dem Corrado sollte ein Kombi werden

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Zwei Einzelstücke, guter Zustand, TÜV bis 1990: Ein amerikanischer Autohändler bietet zwei Corrado-Prototypen an. VW plante ursprünglich eine Kleinserie mit Kombi-Heck.

Einer von zwei Prototypen: VW plante ursprünglich eine Kleinserie des Corrado Magnum Sport Kombi Einer von zwei Prototypen: VW plante ursprünglich eine Kleinserie des Corrado Magnum Sport Kombi Quelle: LuxSport Motor Group

New York – Kombi-Coupé? Shooting Brake? Wie auch immer: Diesen Corrado sieht man garantiert nur ganz selten. VW dachte Ende der 80er-Jahre über eine Version mit dickem Hintern nach, genannt Corrado Magnum Sport Kombi. Eine Mischung aus Golf-Technik, Sportoptik, Polo-Heckpartie und Audi-Lampen. Das Auto ging nie in Serie. Zwei Prototypen haben aber bis heute überlebt.

VW Corrado Magnum Sport Kombi: Zwei Prototypen

Der Umbau sollte 22.000 DM kosten. Eine Kleinserie von 100 Autos war geplant Der Umbau sollte 22.000 DM kosten. Eine Kleinserie von 100 Autos war geplant Quelle: LuxSport Motor Group Der US-amerikanische Autohändler Lux Sport bietet derzeit beide Autos im Paket für 100.000 US-Dollar (rund 89.000 Euro) zum Verkauf an. Einen mit Lederstühlen, Holzinterieur und 43.000 Kilometern Laufleistung, der andere mit Stoff-Bezügen und 8.000 Kilometern auf der Uhr. In beiden Exemplaren arbeiten 1,8-Liter-Motoren mit G60-Ladern, je 160 PS stark, und manuelle Fünfgang-Getriebe.

An den Achsen stecken Borbet-Felgen in 16 Zoll. Im Innenraum gibt es Hightech von 1989: elektrische Fensterheber, elektrische Spiegel, ein Kassettenradio mit CD-Wechsler-Steuerung und Aktiv-Soundsystem sowie ein Autotelefon. Beide Exemplare sind lackiert in Tornadorot. Die Rückleuchten stammen vom Audi 80 Typ 89. Fans fühlen sich an den VW Sciwago erinnert.

Die Corrado-Kombi-Geschichte

Der Kofferraum des Kombi-Corrado Der Kofferraum des Kombi-Corrado Quelle: LuxSport Motor Group VW stellte den Kombi-Corrado auf der IAA 1989 vor. Mit besserem CW-Wert soll er schneller gewesen sein als das Coupé, zudem gab es Platz für 490 Liter Gepäck. Geplant war, den Umbau für 22.000 DM anzubieten. VW kippte jedoch das serienreife Projekt. Übrig blieben nur zwei Prototypen, entwickelt von der Marold Automobil GmbH. VW fand keinen Käufer, die Autos standen bis vor zehn Jahren in einer Ausstellung des Entwicklers.

2007 wurden die Prototypen bei mobile.de inseriert. Zunächst für 29.000 Euro pro Stück, später sank der Preis auf weniger als 10.000 Euro. John Kuitwaard, damals Chef des Corrado Club of America, fand die Anzeige in einem US-amerikanischen VW-Forum und kaufte die Autos. Er durfte sie aber vorerst nicht importieren: Es gab keine Zulassung für die USA. Die US-Behörden wollten keine Ausnahmegenehmigung erteilen, es seien schließlich „nur Volkswagen“. Kuitwaard lagerte die Kombis in Europa und brachte sie im Alter von 25 Jahren als historische Fahrzeuge in die Staaten. Im Juni 2014 kamen beide unbeschadet an.

Offenbar hat jetzt selbst dieser große Corrado-Fan genug von seinen Einzelstücken. Sie stehen im Netz, gut fotografiert, aber nur knapp beschrieben – und außerdem am anderen Ende des Atlantik. In Deutschland wird immerhin eine ähnlich seltene Karosserieform angeboten: Ein Autohändler in Berlin hat ein Corrado Cabriolet inseriert. Dieser Umbau stammt allerdings nicht von VW.

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