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Ist Mercedes mit seinen EQ Modellen auf dem richtigen Weg oder eher auf dem falschen?

Mercedes hat mit den EQ-Modellen viel falsch gemacht. Aber auch einiges richtig. Vor allem haben sie, wenn auch sehr spät, offenbar aus ihren Fehlern gelernt. Was alles ist falsch gelaufen? Design - die hässlichste Front seit Menschengedenken... Während die Verbrennen die schönsten Fronten der Firmengeschichte bekamen. Modelle - E-Klasse mit kleinem Kofferraum-Deckel, S-Klasse mit Heckklappe? Kein Kombi? EQA und EQB der ersten Serie ohne Anhängerkupplung? Markt - Bling-Bling, Mercedes nur noch für die Schönen und Reichen? Keine Taxifahrer, kein Mittelstand? Kann man durchaus, aber man muss sich dann nicht wundern, wenn man mittelfristig in der Zuhälter- und Ostblock-Ecke landet. Was haben sie richtig gemacht, was ändert sich zum Besseren? CLA - das Auto, von dem ich dachte, es kommt nicht mehr: ein tolles Design, eine toller Antrieb, ein riesiger Frunk, Heckantrieb, und sogar ein Kombi (zumindest fast). Software - wer mal chinesisch oder koreanisch unterwegs war, der ist froh, wenn er wieder in einem Mercedes sitzt: nicht piepst ständig, ich werde unterstützt, aber nicht genervt. Die Mischung aus Bildschirm und "Mechanik" ist aus meiner Sicht perfekt. Tesla ist kein Vorbild, ich brauche ein Auto, keine Software auf Rädern. Modelle - C-Klasse vollelektrisch? Wovon ich nicht mehr zu träumen wagte, nun kommt es offenbar doch. Und mit etwas Glück werden wir auch noch den E als Kombi vollelektrisch erleben (spätestens, wenn Volvo mit dem 60er kommt). Vor allem scheint Mercedes das Design- und Abgrenzungsthema in den Griff zu kriegen: die gewaltsame Trennung der elektrischen von den Verbrennermodellen, die sich wie bei VW auch im Nachhinein als nicht so rosige Entscheidung herausstellt. Langfristig wird EQ keine Rolle mehr spielen, weil einfach jede Baureihe wahlweise elektrisch oder Hybrid, auf lange Sicht auch nur elektrisch existieren wird. Und EQ interessiert dann keinen Menschen mehr, genau wie ein E ein E war, egal ob mit Benziner oder Diesel. Ich fahre seit Jahren den ersten vollelektrischen Mercedes, B250e von 2017, und fürs Ziehen und die langen Strecken einen C180T Kompressor von 2010. Einen EQ der jetzigen Modelle hätte ich alleine wegen der Front nie gekauft, für den CLA könnte ich mich eher erwärmen. Wahrscheinlich kommt aber etwas ganz anderes, eben nicht bling-bling, sondern solide und praktisch: ein VW ID.7 Kombi. Die Sorte Auto, die ich bei Mercedes immer geliebt und gekauft habe, die es jetzt für den Mittelstand in elektrisch nicht mehr gibt.