DS 3 Crossback: Erstes PSA-Elektroauto auf CMP-Basis, Erlkönig

In diesem SUV steckt die Elektro-Zukunft von PSA

Björn Tolksdorf

verfasst am Thu Mar 15 07:09:29 CET 2018

In Poissy bei Paris hat die Produktionsvorbereitung von „D34“ begonnen. Das DS-Modell basiert auf der CMP-Plattform des nächsten Corsa und wird das erste E-Auto von PSA.

Den Namen "DS 3 Crossback" bestätigt PSA noch nicht. Klar ist aber: Das kleine DS-SUV wird das erste Modell, das auf der CMP-Plattform basiert
Quelle: sb-Medien | Stefan Baldauf

Poissy – Die breite Öffentlichkeit kennt von der Kleinwagen-Zukunft des PSA-Konzerns bisher wenig. Ein stark getarnter Prototyp dreht auf Eis und Schnee beim Wintertest seine Runden. Die Abteilungsleiter im PSA-Werk Poissy bei Paris wissen mehr: Sie sollen ab Ende 2018 das erste Fahrzeug auf PSAs neuer Kleinwagenplattform CMP in Serie produzieren.

„Wir bereiten uns vor. Das Produkt ist klar definiert, jetzt geht es um die Feinheiten“, zitiert das französische Portal „Actu.fr“ den Werksleiter Frédéric Przybylski. Das "Produkt" wird das zweite eigenständige Modell der PSA-Premiummarke DS – ein SUV, das etwas größer ausfallen wird als der aktuelle Opel Mokka. Den Namen „DS 3 Crossback“ will PSA bisher nicht bestätigen, den internen Code schon: „D34“.

Der kleine Bruder des DS 7 Crossback wird für die französische Opel-Mutter nicht irgendein neues Modell. 2016 gab PSA folgende Strategie bekannt: Alle Modelle des Konzerns stehen künftig auf einer von zwei Plattformen. Fahrzeuge ab der Kompaktklasse aufwärts basieren auf der EMP2-Plattform - und kleinere Modelle jeder Bauform auf der CMP-Basis.

CMP-Basis mit E-Antrieb mit bis zu 450 km Reichweite

Nach dem DS werden auch Opel Corsa oder Peugeot 208 und 2008 Varianten des Elektroantriebs erhalten
Quelle: sb-Medien | Stefan Baldauf
Das kleine DS-SUV wird damit zum ersten CMP-Modell. Weitere werden folgen: 2019 der Peugeot 208 und der Opel Corsa, ab 2020 SUV-Derivate wie der 2008. Die Plattform entwickelte PSA gemeinsam mit dem chinesischen Anteilseigner Dongfeng. Die zentralen Vorteile aus Sicht von PSA: 40 Kilo weniger Gewicht im Vergleich zur aktuellen Kleinwagenplattform des Konzerns, modular, variabel und vor allem: für rein batterieelektrische Antriebe (BEV) konzipiert.

Im DS 3 Crossback debütiert der rein elektrische PSA-Antrieb. Er wird damit zur Vorlage für elektrifizierte Varianten kleiner Opel, Peugeot und Citroën in den kommenden Jahren. Die Rahmendaten hat PSA bereits publiziert: Eine 300 Kilogramm schwere Lithium-Ionen-Batterie sitzt mittig im Fahrzeugboden und kann 50 kWh Strom speichern. Das reicht je nach Modell und Fahrweise für bis zu 450 Kilometer Reichweite.

Neben optionaler Schnellladefähigkeit steht ein 7-kW-Ladesystem für die heimische Wallbox zur Verfügung. Kunden sollen sich je nach Lademöglichkeit für das passende System entscheiden. Der Ladestecker befindet sich am linken hinteren Kotflügel. Ein 115-PS-Motor beschleunigt das Fahrzeug auf maximal 150 Kilometer pro Stunde.

Benziner bis ca. 200 PS

Der DS 3 aktueller Generation wird wohl vorerst keinen direkten Nachfolger erhalten. SUV versprechen einfach mehr Marge und mehr Stückzahlen
Quelle: Citroën
Einen Plug-in-Hybrid sieht PSA auf CMP-Basis nicht vor. Das bleibt größeren Modellen vorbehalten. Im DS 3 Crossback kommt neben der rein elektrischen Variante zunächst ein 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner in Frage, der derzeit bis 130 PS abdeckt. Darüber steht ein 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner bereit, der mittels Turboaufladung mehr als 200 PS darstellen kann. Daneben erwarten wir den neuen 1,5-l-Diesel aus dem Konzernregal.

Getriebeseitig setzt PSA mittlerweile auf Wandler-Automaten mit sechs oder acht Gängen. Die Premium-Orientierung des DS 3 Crossback legt nahe: PSA wird in dem Modell leistungsstarke Motoren anbieten. Den aktuellen DS 3 verkaufen die Franzosen bereits mit bis zu 208 PS.

Für die Produktionsplaner in Poissy wird der Neue anspruchsvoll. Hochwertige Materialien, und neue Produktionsverfahren gehören zum Markenkern. Außerdem: Sorgfalt im Detail, wie sie für Peugeot- oder Citroën-Modelle bisher nicht erforderlich war. Die Kapazität des Werks wird daher schrumpfen: 2020 sollen pro Jahr knapp 100.000 „D34“ das Werk verlassen.

DS3 Crossback mit Premiere im Oktober

Das ist ein deutlicher Schrumpfkurs, aktuell produziert das Werk bei Paris rund 230.000 Fahrzeuge jährlich. Zu 85 Prozent Peugeot 208, daneben DS 3. Beide Modelle haben in Poissy keine Zukunft: Der DS 3 wird vom Projekt „D34“ abgelöst, der Peugeot 208 wird künftig komplett im slowakischen Werk Trnava gebaut. Schon heute entsteht der Peugeot-Kleinwagen überwiegend dort.

Der Peugeot 208 wird wie der 0pel Corsa im Jahr 2019 auf die CMP-Plattform umgestellt. Von beiden Modellen wird es elektrische Varianten geben. Den rein elektrischen Corsa, der in Saragossa produziert wird, hat Opel für 2020 angekündigt. Der DS 3 Crossback wird auf dem Pariser Autosalon Anfang Oktober 2018 debütieren.

 

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Quelle: actu.fr

Gemeinsam mit der CMP-Plattform debütiert im DS 3 Crossback der rein batterieelektrische Antriebsstrang des Konzerns
Quelle: sb-Medien | Stefan Baldauf
Nach dem DS werden auch Opel Corsa oder Peugeot 208 und 2008 Varianten des Elektroantriebs erhalten
Quelle: sb-Medien | Stefan Baldauf
Der DS 3 aktueller Generation wird wohl vorerst keinen direkten Nachfolger erhalten. SUV versprechen einfach mehr Marge und mehr Stückzahlen
Quelle: Citroën
Die Elektroplattform von PSA bringt den E-Motor unter der Fronthaube unter, die Akkus liegen wie üblich im Unterboden
Quelle: Citroën