Vom Lifestyle-Blitz getroffen: Opel erfindet für den Adam eine neue Sprache mit Jam, Slam und Glam. Mit dem Adam erfindet sich Opel auch selbst ein Stückchen neu, findet MOTOR-TALK Redakteur Björn Tolksdorf.
Baustelle Opel: Gegen das schlechte Image baut Opel ein Auto, das Schluss macht mit „hat Korea auch, nur billiger“. Schon der Name: Adam hört nicht mit A auf, sondern erinnert an den Gründer (oder wahlweise das Buch Genesis). Also an den Anfang von Allem.
Qualität und kaum KnöpfeKein Hipster ohne Smartphone. Im Opel Adam braucht er es auch: Opel verkauft nur einen Touchscreen mit Radio. Mit Deinem Handy ist es ein Navi, sagt Opel – clever, und 300 Euro günstig. Gegen Aufpreis gibt es im Adam fast alles, z. B. Tempomat, Totwinkelwarner, Einparkautomat, Fahrradträger. Die nächste Überraschung: Der Qualitätseindruck. Bei Opel meistens „ok“, hier: Toll, wirklich „Premium“. Wo sind die vielen Opel-Knöpfe? Weg. Opel hat aufgeräumt. Platznehmen auf den angenehm straffen Sitzen; Raumgefühl und Ergonomie vorn sind prima. Weniger Kofferraum für mehr GeldMan kann den Adam guten Gewissens einen 2+2 Sitzer nennen: Hinten ist es eng, die Radkästen schränken die Sitzbreite ein. Schade: Wieder eine Hutablage, die nicht automatisch schließt. Warum spart Opel bei diesem tollen Innenraum ausgerechnet am Gummiband? Der Kofferraum ist tief und schmal, mit hoher Ladekante; Mit dem Infinity-Soundsystem (400 Euro) schrumpft er auf unter 100 Liter.
Die C-Säule schränkt die Übersicht nach hinten drastisch ein. Das erfordert beim Rangieren äußerste Vorsicht. Eine Rückfahrkamera fehlt in der Ausstattungsliste. Zum Sport fehlt nur noch der MotorDas Fahrwerk fährt sportlich direkt; der Antrieb nicht. Dem 87-PS-Sauger fehlt Drehmoment und Elastizität. Im Stadtverkehr ist der Motor aber akzeptabel, und mit 5,7 Liter/100 km (Bordcomputer) sehr sparsam. Trotzdem weiß Opel, dass der Adam moderne Motoren braucht: Ein Einliter-Dreizylinder und ein 1,4 Liter-Vierzylinder mit Turbo und Direkteinspritzung folgen 2013.
Gelingt Opel der Imagetransfer vom Adam auf die Marke? Die Markteinordnung passt: Preislich auf dem Niveau des Fiat 500, qualitativ, technisch und fahrdynamisch aber klar besser. Der größere Audi A1 liegt (in der Basisversion) in Reichweite - eines voll ausgestatteten Adam. Opel hat seinen „Lifestyle-City-Flitzer“ konsequent und hochwertig durchdekliniert. Und ganz nebenbei eine neue Leichtigkeit entdeckt. Einige praktische Defizite musst Du dafür in Kauf nehmen; praktisch sind Kombis, der Adam macht Spaß.
Opel Adam: Technische DatenDer Einfachste
Jam, Slam, Glam
Quelle: MOTOR-TALK |































