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VW Golf Plus Facelift: Ein Plus an Reife

verfasst am Wed Dec 03 16:47:28 CET 2008

Schneller als erwartet schreitet VW bei der Aktualisierung der Golf-Baureihe voran. Auf dem Autosalon Bologna zeigt der Autobauer bereits ab heute das Facelift des Golf Plus. Der Hochdach-Ableger geht mit optischen Retuschen, den neuen Diesel-Motoren und mehr Ausstattung und Optionen in die zweite Lebenshälfte.

Er kam erst Anfang 2005, anderthalb Jahre nach dem normalen Golf V, auf den Markt - und eigentlich ist das Plus am Golf Plus nicht allzu ausgeprägt. Eine höhere Sitzposition ist der eine wesentliche Unterschied zum normalen Fünftürer; mehr Kopfraum gibt es wegen der erhöhten Sitzposition nur minimal - im Fond sogar weniger. Der andere ist ein Plus an Variabilität durch eine verschiebbare Rücksitzbank, einen doppelten Ladeboden und je nach deren Positionen einen etwas größeren Kofferraum.

Das Konzept ist bei den Kunden gut angekommen: Innerhalb von nur dreieinhalb Jahren hat sich der Golf Plus als feste Größe in der Golf-Familie einen Namen gemacht. Immerhin 500.000 Stück wurden verkauft. Jetzt also zeigt VW bereits das Facelift des Golf Plus, das einerseits optisch die Brücke zum Golf VI schlägt und andererseits das Auto in punkto Technik und Motoren auf den aktuellen Stand bringt.

In punkto Design gibt sich das Facelift-Modell dem Namen folgend vor allem an den gestrafften Gesichtszügen zu erkennen. So erhalten die Schweinwerfer statt der spitzen Ecke im unteren Innenteil nun ein kleines Dreieck im Übergang zum Kühlergrill, der jetzt betont horizontal ausgeführt und nicht mehr in Wagenfarbe lackiert ist. Mit dem Kühler korrespondiert die neue Linienführung des Stoßfängers mit seinen leichten Lichtkanten im mittleren Bereich und dem Entfall der Schutzleisten. Darunter erschließt sich, in schwarz gehalten, ein weiterer Lufteinlass mit außen eingearbeiteten Nebelscheinwerfern.

Diese nehmen das nun angebotene Abbiegelicht auf - eine Lösung à la Mercedes, die für Hinguckeffekte oder Verwirrung bei anderen Verkehrsteilnehmern sorgt und in punkto Lichtausbeute mutmaßlich nicht halb so gut ist wie die nahezu perfekte Lösung im Passat, wo das Abbiegelicht im Hauptscheinwerfer erzeugt wird. Apropos Licht: Tagfahrleuchten in den Scheinwerfern sind nun wie beim "normalen" Golf serienmäßig.

Die Seitenansicht bleibt weitestgehend unverändert, sieht man einmal von neuen Radblenden, Leichtmetallrädern und der Dachreling ab, die sich nun etwas flacher duckt und serienmäßig wird. Die Außenspiegel machen die Evolution zum Golf-VI-Design nicht mit. Am Heck sind die LED-Rückleuchten nun in einen dunkleren Hintergrund eingebettet, wie man es etwa als Extra vom VW Eos kennt. Außerdem gibt es auch hier natürlich einen neuen Stoßfänger mit angedeutetem Diffusor und bis nach unten lackierten Seitenteilen. Die Rückstrahler werden etwas größer.

Im Innenraum zieht erwartungsgemäß das neue Kombiinstrument mit seiner 2+2-Runduhren-Optik und dem Display mit nun weißer Schrift ein. Die Multifunktionsanzeige (MFA) ist jetzt in allen Varianten serienmäßig, schwärmt VW - meint aber nur die kleine Variante ohne zusätzliche Einstellmöglichkeiten. Wer den Golf Plus auch mit MFA Plus will, muss weiterhin extra zahlen. Ein Rückschritt am Rande ist die nun stets aktive Instrumentenbeleuchtung, die dem Fahrer gefährlich suggeriert, das Licht eingeschaltet zu haben.

Modelle mit Klimaautomatik erhalten das neue, an dieser Stelle schon mehrfach kritisierte Bedienelement ohne Displays und ohne Drehregler fürs Gebläse, das nur noch eine dreistufige Sitzheizung und eine Temperatur-Vorwahl in ganzen Grad-Schritten bietet. Zudem halten die neuen Lenkräder Einzug, deren Multifunktions-Varianten eine bessere Bedienlogik aufweisen, sowie das neue "kleine" Navi RNS 310.

Neu bei den Extras sind die unter dem Heck-Logo herausschwenkende Rückfahrkamera, die optische Einparkhilfe, der halbautomatische Parklenkassistent und der Abstandstempomat ACC. Das größte Plus am Golf Plus ist aber die überarbeitete Motorenpalette bei den Dieseln:

So kommen nun die aus anderen Baureihen bekannten Common-Rail-Aggregate zum Einsatz, die sich durch eine harmonischere Kraftentfaltung, besseren Geräuschkomfort und nochmals geringere Trinksitten auszeichnen. Die beiden Zweiliter-Varianten mit 110 und 140 PS verbrauchen jetzt 5,1 Liter im Norm-Mittel, das sind 0,5 bzw. 0,8 Liter weniger als bisher (1,9 TDI / 2,0 TDI). Voraussichtlich im Sommer folgen dann auch die 1,6-Liter-Versionen mit 90 und 105 PS. Modelle ohne Rußfilter entfallen endlich, ebenso die Wandlerautomaten: Mit Ausnahme der Basismotoren können alle Triebwerke mit dem Doppelkupplungsgetriebe DSG (6- oder 7-Gang-Variante je nach Motor) kombiniert werden. Bei den Benzinern stehen keine Neuerungen an.

Die Ausstattungslinien hat VW ebenfalls überarbeitet. Wesentlichste Neuerung: Das Topmodell hört wieder auf den langjährig bewährten Namen "Highline" anstelle von "Sportline". Sportsitze, Abbiegelicht, Klimaautomatik, Sitzheizung vorne, Scheinwerferreinigungsanlage, Multifunktionslenkrad und 17-Zoll-Räder sind die wichtigsten Zutaten. Auch sonst wurden die Niveaus leicht aufgewertet - im "Comfortline" beispielhaft um die Parksensoren (jetzt endlich vorne und hinten), das 210er-Radio und das kleine Lederpaket, "Trendline" um die halbautomatische Klimaanlage. Alle Modelle erhalten neben der Dachreling (bei "Highline" verchromt) auch eine Scheibenantenne.

Preise liegen noch nicht vor. Es ist aber zu hören, dass sich das "Plus" hier in engen Grenzen halten soll; ausstattungsbereinigt dürfte je nach Variante sogar ein Minus für die Kunden herausspringen.

 

 

Quelle: Autokiste