Sicher radeln

Mit dem Fahrrad im Straßenverkehr

So kommt Ihr mit dem Rad sicher durch den Verkehr

Radfahrer im Straßenverkehr mit Warnweste

In Deutschland gibt es mehr als 70 Millionen Fahrräder. Davon sind rund 600.000 schnelle Elektrofahrzeuge, die sogenannten E-Bikes oder Pedelecs. Tendenz steigend. Manche Räder verstauben im Keller, der Großteil wird aber im Straßenverkehr eingesetzt. Doch genau dort lauern Gefahren. Denn Fahrrad kann jeder fahren, ganz ohne Führerschein, egal ob jung oder alt. Aber nicht alle Verkehrsteilnehmer wissen, wo und wie sie fahren dürfen.

MOTOR-TALK hat das Wichtigste zum Thema Fahrradfahren und Straßenverkehr für Euch zusammengefasst.

Wo dürfen Radfahrer fahren und was ist zu beachten?

  • Straße
  • Fußweg
  • Ampeln und Stau

Fahrräder zählen nach der Straßenverkehrsordnung (StVO) zu den Fahrzeugen und gehören deshalb auf die Straße. Dort gilt das Rechtsfahrgebot. Daher müssen auch Radfahrer am rechten Fahrbahnrand unterwegs sein. Es sei denn, an der Seite befindet sich ein Radfahrweg. Ist dieser mit einem weißen Fahrrad auf blauem Grund gekennzeichnet (Zeichen 237), muss er benutzt werden. Aber auch dort dürfen sie nur auf der rechten Seite fahren.

Auf ausgewiesenen Fahrradstraßen dürfen Radfahrer auch nebeneinander unterwegs sein, sofern genug Platz pro Spur ist. Die Höchstgeschwindigkeit liegt für alle Fahrzeuge bei maximal 30 km/h, auch für Autos, wenn sie durch ein Zusatzzeichen erlaubt sind.

Es ist Radlern nicht erlaubt, auf dem Fußgängerweg zu fahren, ausgenommen davon sind Kinder bis zum zehnten Lebensjahr. Bis zum achten Geburtstag müssen Kinder auf dem Bürgersteig fahren, bis zehn Jahre alte Kinder dürfen es. Es sei denn, sie sind unterwegs mit einer Begleitperson ab 16 Jahren. Dann können sie auf dem Bürgersteig oder Radweg in die Pedalen treten, sofern der Weg baulich von der Autofahrbahn getrennt ist. An Kreuzungen und Einmündungen müssen Kinder absteigen und das Fahrrad hinüberschieben.

Bei gemeinsamen Fußgänger- und Radfahrwegen teilen sich Biker den Weg mit Fußgängern, haben aber keinen Vorrang und müssen auf die Fußgänger Rücksicht nehmen. Befindet sich auf der Straße ein farblich abgetrennter Schutzstreifen, muss der Radfahrer auf diesem auch fahren. Bei allen Radwegen und Straßen dürfen Radfahrer nur hintereinander fahren.

Bei Stau dürfen Radfahrer auf der Straße Autos rechts überholen, allerdings nur zwischen Auto und Bordstein. In der Mitte durchschlängeln ist hingegen verboten. Bei roten Ampeln müssen Radfahrer ebenso stehenbleiben wie an Stoppschildern und Zebrastreifen – falls ein Passant die Straße überqueren will. Wenn vorhanden, gelten spezielle Radfahrampeln für die Radler, gibt es die nicht, die normalen Ampeln. Besonders vorsichtig sollten Radfahrer an Kreuzungen sein, bei denen sie geradeaus fahren, andere Verkehrsteilnehmer aber rechts abbiegen. Wegen des toten Winkels werden die schmalen Zweiräder schnell übersehen.

  • Straße

    Fahrräder zählen nach der Straßenverkehrsordnung (StVO) zu den Fahrzeugen und gehören deshalb auf die Straße. Dort gilt das Rechtsfahrgebot. Daher müssen auch Radfahrer am rechten Fahrbahnrand unterwegs sein. Es sei denn, an der Seite befindet sich ein Radfahrweg. Ist dieser mit einem weißen Fahrrad auf blauem Grund gekennzeichnet (Zeichen 237), muss er benutzt werden. Aber auch dort dürfen sie nur auf der rechten Seite fahren.

    Auf ausgewiesenen Fahrradstraßen dürfen Radfahrer auch nebeneinander unterwegs sein, sofern genug Platz pro Spur ist. Die Höchstgeschwindigkeit liegt für alle Fahrzeuge bei maximal 30 km/h, auch für Autos, wenn sie durch ein Zusatzzeichen erlaubt sind.

  • Fußweg

    Es ist Radlern nicht erlaubt, auf dem Fußgängerweg zu fahren, ausgenommen davon sind Kinder bis zum zehnten Lebensjahr. Bis zum achten Geburtstag müssen Kinder auf dem Bürgersteig fahren, bis zehn Jahre alte Kinder dürfen es. Es sei denn, sie sind unterwegs mit einer Begleitperson ab 16 Jahren. Dann können sie auf dem Bürgersteig oder Radweg in die Pedalen treten, sofern der Weg baulich von der Autofahrbahn getrennt ist. An Kreuzungen und Einmündungen müssen Kinder absteigen und das Fahrrad hinüberschieben.

    Bei gemeinsamen Fußgänger- und Radfahrwegen teilen sich Biker den Weg mit Fußgängern, haben aber keinen Vorrang und müssen auf die Fußgänger Rücksicht nehmen. Befindet sich auf der Straße ein farblich abgetrennter Schutzstreifen, muss der Radfahrer auf diesem auch fahren. Bei allen Radwegen und Straßen dürfen Radfahrer nur hintereinander fahren.

  • Ampeln und Stau

    Bei Stau dürfen Radfahrer auf der Straße Autos rechts überholen, allerdings nur zwischen Auto und Bordstein. In der Mitte durchschlängeln ist hingegen verboten. Bei roten Ampeln müssen Radfahrer ebenso stehenbleiben wie an Stoppschildern und Zebrastreifen – falls ein Passant die Straße überqueren will. Wenn vorhanden, gelten spezielle Radfahrampeln für die Radler, gibt es die nicht, die normalen Ampeln. Besonders vorsichtig sollten Radfahrer an Kreuzungen sein, bei denen sie geradeaus fahren, andere Verkehrsteilnehmer aber rechts abbiegen. Wegen des toten Winkels werden die schmalen Zweiräder schnell übersehen.

Wichtige Verkehrsschilder für Radfahrer

Wer als Radfahrer im Straßenverkehr unterwegs ist, muss ein paar Schilder kennen. Stopp-Schilder und Ampeln dürften jedem bekannt sein. Aber wie sieht es mit speziellen Fahrradfahrer-Schildern aus?

Das gehört zu einem verkehrssicheren Fahrrad

Wie Autos, Motorräder und Lkw müssen auch Fahrräder bestimmten Kriterien entsprechen, um am Straßenverkehr teilnehmen zu dürfen. Denn Radfahrer ohne Knautschzone und spezielle Sicherheitskleidung sind bei einem Unfall sehr stark gefährdet. Vor allem in der Dunkelheit übersehen andere Verkehrsteilnehmer sie oft. Experten raten deshalb beim Fahren zu heller Kleidung, reflektierender Weste und einem farbigen Fahrradhelm.

Nach der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) muss ein Fahrrad, ausgenommen Räder von Kindern bis acht Jahre, mit folgenden Gegenständen ausgestattet sein:

  • eine helltönende Klingel
  • zwei voneinander unabhängige Bremsen
  • ein rotes Rundlicht und ein roter Rückstrahler
  • zwei Rückstrahler je Pedale
  • zwei Reflektoren je Felge oder reflektierendes Material
  • ein Dynamo oder batteriebetriebene Leuchten

Spezialfall Kinder auf dem Fahrrad

Kind auf dem Fahrrad in Begleitung

Auf die schwächsten aller Verkehrsteilnehmer müssen alle anderen besonders achten: Kinder. Sie sind weniger geübt als Erwachsene, schätzen Geschwindigkeiten oft noch falsch ein und reagieren manchmal unkontrolliert und unvorhersehbar. Bis zu einem Alter von acht Jahren müssen sie deshalb auf dem Bürgersteig fahren, bis zehn Jahren können sie. Liegt der Radweg getrennt von der Fahrbahn, dürfen sie in Begleitung eines mindestens 16-Jährigen auf dem Radweg unterwegs sein.


Auch wenn es nicht vorgeschrieben ist: Kinder tragen am besten immer einen passenden Fahrradhelm und sogar Hand- und Ellenbogenschoner

Wichtig dabei ist, dass der Helm richtig sitzt, nicht zu klein oder zu groß ist. Nur ein passender und guter Fahrradhelm schützt vor schweren oder gar tödlichen Kopfverletzungen. Eltern sollten beim Kauf darauf achten, dass der Helm dem Kind auch gefällt – denn nur dann trägt es ihn gerne. Da Autofahrer kleine Kinder oft schlecht wahrnehmen, raten Experten, am Fahrrad eine zusätzliche Stange mit einer Fahne anzubringen.

Kleinkinder lassen sich auf speziellen Kindersitzen oder im Fahrradanhänger mitnehmen. Dabei sollten sie angeschnallt sein und einen Helm tragen. Lastenfahrräder mit einer offenen Pritsche sind deshalb tabu. Auf keinen Fall gehören Kinder in ein Tragetuch, auf die Mittelstange oder auf den Gepäckträger. Bei der Fahrt können die Füße in die Speichen geraten oder das Kind kann das Gleichgewicht verlieren und vom Rad fallen.

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Wissenswertes zum Thema Radfahren im Straßenverkehr

  • Können Autofahrer auf dem Rad Punkte bekommen?

    Eindeutig ja. Wer Fahrrad fährt, nimmt am Straßenverkehr teil. Dort gelten Regeln und Gesetze. Werden die missachtet oder gebrochen, und gefährden die Verkehrssicherheit, droht ein Bußgeld. Radfahrer mit einem Autoführerschein können Punkte sammeln: Fürs Überfahren einer roten Ampel werden ein Bußgeld und ein Punkt fällig. Wer zu viel trinkt, riskiert ebenfalls seinen Autoführerschein.

    Die Liste ist lang. Ein kleiner Auszug, was alles Bußgeld kostet:

  • Darf ich während der Fahrt mit dem Handy telefonieren?

    Nein, auch das ist verboten und kostet Bußgeld. Das gilt allerdings nur für das Handy am Ohr. Mit Freisprecheinrichtung wie einem Headset ist das Telefonieren erlaubt.

  • Darf ich während der Fahrt mit Kopfhörern Musik hören?

    Grundsätzlich dürfen Radfahrer Kopfhörer tragen und Musik hören. Es kommt nur auf die Lautstärke an. Laut StVO gilt die Einschränkung, dass der Nutzer eines Fahrzeugs dafür verantwortlich ist, dass sein Gehör nicht beeinträchtigt wird. Deshalb ist es ratsam, die Musik nur leise zu stellen, damit Hupen oder Gefahren rechtzeitig erkannt werden.

  • Darf ich betrunken oder berauscht Fahrrad fahren?

    Nein, auch das ist verboten. Ab 1,6 Promille oder wenn der Radfahrer unkontrolliert unterwegs ist, gilt die Alkoholfahrt als Straftat. Dafür gibt es Punkte und eine Geldstrafe. Ab 1,6 Promille gibt es eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU).

  • Gibt es eine Helmpflicht für Radfahrer?

    Eine Helmpflicht für Fahrradfahrer besteht in Deutschland nicht. Experten raten aber immer zum Tragen eines passenden Helmes, nicht nur bei Kindern.

  • Was muss ich als Radfahrer beim Überholen anderer Verkehrsteilnehmer beachten?

    Beim Überholen muss ein ausreichender Seitenabstand zu anderen Verkehrsteilnehmern eingehalten werden, unter normalen Verkehrsbedingungen sind das mindestens 1,50 Meter.

  • Was muss ich als Autofahrer beim Überholen von Radlern beachten?

    Auch Autofahrer müssen beim Überholen einen ausreichenden Sicherheitsabstand einhalten, in der Regel sind das zwischen 1,5 und 2 Meter zum Radfahrer.

  • Besteht für Fahrradfahrer immer ein Rechtsfahrgebot?

    In der Regel muss ein Fahrradfahrer sich auf Straßen immer am rechten Fahrbahnrad halten. Es sei denn, er fährt auf einer Einbahnstraße oder einer ausgewiesenen Fahrradstraße. Dort kann er auch in der Mitte fahren, darf aber andere Verkehrsteilnehmer nicht überholen.

  • Was ändert sich mit den neuen gesetzlichen Regelungen zum Juni 2017?

    Zum 1. Juni 2017 treten mit der 52. Verordnung zur Änderung straßenrechtlicher Vorschriften neue gesetzliche Regelungen in Kraft. Fahrräder und E-Bikes mit und ohne Anfahrhilfe werden im neuen § 63a StVZO gesetzlich gleichgestellt.

    Laut § 67 StVZO sind an Fahrrädern nun auch Leuchtensysteme erlaubt, die ähnlich wie bei Pkw Tagfahr-, Fern- oder Bremslicht besitzen. Die Beleuchtung kann abnehmbar sein, muss aber während der Dämmerung, bei Dunkelheit bzw. wenn es die Sichtverhältnisse erfordern, angebracht sein. Als zulässige Energiequellen gelten Dynamo, Batterien, Akkus oder eine Kombination daraus.

    Bei Fahrrädern mit zwei Spuren sind Beleuchtungssysteme mit einer Blinkerfunktion nach vorn und hinten zulässig. Bei einspurigen Fahrrädern sind Blinker erlaubt, wenn der Aufbau verhindert, dass eine Richtungsänderung mit den Armen angezeigt werden kann.