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Präsident Erdogan kündigt türkisches Automodell an - Türkisches E-Auto soll 2021 auf den Markt kommen

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Vor 27 Jahren lief der letzte türkische "Anadol" vom Band. Nun soll ein Nachfolger entstehen. Vorteil: Die Türkei verfügt bereits über eine leistungsfähige Autoindustrie.

Istanbul - Keine Frage: Die Türkei ist eine autobegeisterte Nation - daran zweifelt nicht, wer sich einmal durch den Verkehr von Istanbul, Ankara oder Izmir gekämpft hat. Eine eigene türkische Automarke allerdings gab es das letzte Mal vor knapp 27 Jahren. In den 60er Jahren hatte die Türkei mehrere Typen der Marke "Anadol" auf den Markt gebracht. Die Produktion endete jedoch in den 1990er Jahren.

Nun will das Land an diese Ära anknüpfen. Die Türkei wird nach Angaben von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan im Jahr 2021 erneut ein im Land produziertes, eigenständiges Auto auf den Markt bringen. Für die Produktion sei ein Zusammenschluss von fünf Firmen verantwortlich, sagte der türkische Staatspräsident am Donnerstag in Ankara.

Dabei handele es sich um die Anadolu-Gruppe, das türkisch-katarische Unternehmen BMC, die Kiraca Holding, die Turkcell-Gruppe und die Zorlu Holding. Erdogan sagte, er glaube, dass die Türken das Auto bevorzugen, sobald es auf dem Markt sei.

Türkei kaufte Rechte an Saab-Modell

Unrealistisch sind die Pläne nicht - neu auch nicht. Bereits 2015 bestätigte der damalige Industrie- und heutige Verteidigungsminister Fikri Isik: Die Türkei habe die Lizenzen am Saab 9-3 vom schwedischen Eigentümer NEVS gekauft. Damals wurde auch bekannt, dass es sich bei dem Fahrzeug um ein Elektroauto mit hoher Reichweite handeln soll.

Die türkische Autoindustrie ist prinzipiell gut aufgestellt. Sieben Autowerke produzieren südöstlich von Istanbul und rund um Bursa. Eine Zuliefer-Infrastruktur ist daher ebenso vorhanden wie qualifizierte Arbeitskräfte. Fast 1,5 Millionen Fahrzeuge produzierte das Land im Jahr 2016, davon gingen allerdings rund drei Viertel in den Export.

Diese Autos werden in der Türkei produziert

In Gebze produziert Honda den kompakten Civic in der vor allem in Osteuropa erfolgreichen Stufenheck-Variante. Nicht weit davon entfernt steht das türkische Ford-Werk: Der US-Konzern produziert in Kocaeli Nutzfahrzeuge wie den Transit und den Tourneo Courier. Ab 2019 soll hier der Transit Custom als Plug-in-Hybrid vom Band laufen. Etwas weiter östlich in Izmit produziert Hyundai die Kleinwagen i10 und i20 für den europäischen Markt. Toyota baut im nahen Sakaraya die Modelle Corolla, C-HR und Verso.

Bursa ist der zweite automobile "Hotspot" der Türkei. Das Tofas-Werk wurde 1968 von der türkischen Koc Holding sowie dem italienischen Fiat-Konzern gegründet. Wichtigste aktuelle Modelle sind die Hochdachkombis Doblo und Fiorino sowie deren zahlreiche Derivate: Ram Promaster City, Opel Combo, Peugeot Bipper. Daneben produziert Fiat hier die neue Kompaktklasse-Linie mit Tipo, Tipo Kombi und Aegea.

Unweit des Tofas-Werks haben sich weitere Autohersteller angesiedelt: Renault produziert hier den Clio als Kombi und Schrägheck sowie die Limousine Fluence. Bei Karsan Otomotiv lässt Hyundai außerdem das Nutzfahrzeug H 350 produzieren.

Quelle: m. Material v. dpa

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