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TomTom GoLive 1015: Das neue Flaggschiff

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Beim ADAC Vergleichstest „großer“ mobiler Navigationsgeräte hat das neue TomTom GoLive 1015 gerade souverän den ersten Platz geholt – allerdings auch als teuerstes Gerät im Test (ab 299 Euro). Wir hatten die Möglichkeit, das Gerät einige Wochen leihweise zu testen.

Keine Verzögerungen Keine Verzögerungen Die meisten der Testkriterien des ADAC können das Gerät kaum erschrecken: Veraltetes Kartenmaterial scheint nach wie vor ein Problem zu sein, bei TomTom kann man sich in jedem Fall bis zu drei Wochen nach dem Kauf die aktuellste Karte ohne Aufpreis herunterladen. Blöd allerdings, wenn die Frist versäumt wird. Derzeit nicht, denn bis zum 14. Januar kommen alle Live-fähigen TomToms mit drei Jahren kostenlosem Update für Europakarten.

Auch im Bereich Zugriffsgeschwindigkeit auf die Satelliten konnte das TomTom GoLive 1015, neben den getesteten Geräten von Garmin, Navigon und Mio, punkten. Bei anderen Geräten dauere es teilweise fast eine Minute, bis die Geräte wissen, wo sie sind – da kann es dann schon zu spät sein, wenn man in einer fremden Stadt nicht falsch abbiegen will.

Handhabung

Auch die Halterung, die Kabelsalat weitgehend verhindert, indem sie das Kabel arretiert, konnte den Club überzeugen. Mir hat gefallen, dass alle Steckverbindungen – Kabel zu Gerät, Gerät zu Halterung – magnetisch sind. Gerade im Dunkeln manchmal eine echte Erleichterung. Nervig ist allerdings, dass sich das Gerät per default-Einstellung abschalten will, wenn es vom Netz geht. Auch, wenn der Akku noch gar nicht leer ist. Der hält übrigens maximal ca. 2 Stunden.

Ausstattung

Livedienste Livedienste Die Ausstattungsliste des neuen Flaggschiffs der Holländer kann durchaus beeindrucken: TomTom HD Traffic, der integrierte Verkehrsdienst, verarbeitet nicht nur Rückmeldungen des allgemein verfügbaren TMC. Das Programm nutzt zusätzlich Bewegungs-Daten von TomTom Geräten mit aktiviertem HD Traffic und außerdem (anonymisierte) Daten von Vodafone-Handys.

In der Folge soll das System in der Lage sein, ein jederzeit aktuelles Verkehrsbild nicht nur in den Geräten (und im Internet) anzubieten. Es soll den aktuellen Verkehrsfluss auch bei der Navigation berücksichtigen und so insgesamt die Straßen besser auslasten und den Verkehr flüssiger machen. Eine gute Idee, die aber in der Realität nicht immer bemerkbar war. Ein spontaner Unfallstau z.B. wurde zwar angezeigt, eine Alternativroute aber nicht angeboten. Oder, Feierabendverkehr: Störungen stapeln sich entlang der Route, die sich am Ende gar nicht bemerkbar machen.

Wer unterwegs nicht so gerne auf Touchscreens eintippt, kann die Sprachsteuerung versuchen. Sie hatte allerdings bei drei von vier Probanden gewisse Verständnisschwierigkeiten.

Trip Advisor: Restaurantbewertung Trip Advisor: Restaurantbewertung TomTom Places ermöglicht dem Nutzer außerdem die Suche nach Geschäften, Restaurants usw. mit den aktuellen Daten der Gelben Seiten. Für Hotels und Sehenswürdigkeiten sind zusätzlich die Datenbanken von Expedia und Tripadvisor verknüpft.

Wer will, kann automatisierte Nachrichten an seinen Twitter-Account senden. Wie es allerdings so mit der Einbindung von Fremddaten ist: Man steckt nicht immer drin. Überrascht nahm ich z.B. zur Kenntnis, dass das Ramones Museum Berlin nur 200 m von meiner Haustür entfernt sein soll. Nicht ganz falsch, aber eben drei Jahre veraltet, diese Information.

Navigation

Auch bei der Navigation, wohl nach wie vor der Hauptkaufgrund für ein Navigationsgerät, hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Anders als manches andere Navi, auch desselben Herstellers, versucht das GoLive 1015 nicht, einen auf Teufel komm raus über die Autobahn zu schicken, wenn die Bundessstraße einfach geradeaus zum Ziel führt. Es scheut sich auch nicht, den Fahrer innerstädtisch mal durch eine Tempo 30 Zone zu schicken, wenn die Hauptstraße einen längeren Umweg bedeutet. In der Regel war der angebotene Weg tatsächlich der schnellste.

Allerdings gilt auch hier: Abhängigkeit von den vorhandenen Daten. Auf aus Lärmschutzgründen verkehrsberuhigten Straßen z.B. gilt ab 22:00 h oft Tempo 30. Das TomTom zeigte aber auch nach 22:00 h fröhlich 50 km/h an. Nach Navi fahren schützt also nicht in jedem Fall vor Bußgeldern.

Was auf jedes Navi zutrifft, trifft auch auf dieses Gerät zu: Man muss seine „Sprache“ erst mal erlernen, um sich wirklich mit ihm zu verstehen. Ein Beispiel: Ich befinde mich auf der Autobahn unmittelbar am Dreieck Oranienburg und möchte nach Neuruppin (also Richtung Hamburg). Erwarten würde ich eine Ansage, der A24 Richtung Hamburg zu folgen. Das GoLive 1015 fordert mich stattdessen auf, Richtung Dreieck Oranienburg zu fahren.

Unsere Meinung

Baustelle auf Route Baustelle auf Route Das TomTom GoLive 1015 besitzt interessante Features und funktioniert im Alltag weitgehend problemlos. Es schützt aber nicht vor ärgerlichen Missgeschicken, wenn man sein Gehirn ausschaltet. Was nicht aussieht wie eine befestigte Straße, wird auch dann keine, wenn das Navi das Gegenteil behauptet. Mit 60 durch die 30-Zone wird u.U. teuer. Im Vergleich zu vielen anderen Geräten, portablen wie auch Festinstallationen, schneidet das Gerät aber trotzdem gut ab.

(bmt)

Das Beste zum Schluss

TomTom hat uns nicht nur das Testgerät zur Verfügung gestellt, sondern, weil Weihnachten ist, auch tolle Preise für Euch. Hier geht es zur Verlosung im Mitmach-Blog!

 

Quelle: MOTOR-TALK

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